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Welterbe in Portugal

Wikimedia-Liste
Welterbestätten in Portugal (nur portugiesisches Festland)
Welterbestätten in Portugal (nur Azoren)
Welterbe in Portugal (Madeira)
Lorbeerwald auf Madeira
Lorbeerwald auf Madeira
Welterbestätten in Portugal (nur Madeira)

Zum Welterbe in Portugal gehören (Stand 2016) fünfzehn UNESCO-Welterbestätten, davon vierzehn Kulturerbestätten und eine Naturerbestätte. Portugal hat die Welterbekonvention 1980 ratifiziert, die erste Welterbestätte wurden 1983 eingetragen. Die bislang letzte Welterbestätte in Portugal wurde 2006 in die Welterbeliste aufgenommen.[1]

Inhaltsverzeichnis

WelterbestättenBearbeiten

Diese Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Portugal in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) – auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes). Zwölf Stätten liegen auf dem portugiesischen Festland, zwei Stätten auf den Azoren und eine Stätte auf Madeira.

f1  Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Zentrale Zone der Stadt Angra do Heroísmo auf den Azoren
(Lage)
1983 K 206 Angra do Heroísmo ist die älteste Stadt der Azoren und bekam ihr Stadtrecht durch eine Carta Régia im Jahre 1534. Angra war eine wichtige Zwischenstation für den Transatlantik- und Ostasienhandel.
Hieronymuskloster und Turm von Belém in Lissabon 1983 K 263 Das Mosteiro dos Jerónimos (deutsch auch Hieronymuskloster) (Lage). ist ein Bauwerk im Stadtteil Belém. Der Torre de Belém (deutsch Turm von Belém) (Lage) ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Beide Bauwerke gelten als bedeutende Beispiele der Manuelinik.
Kloster Batalha 1983 K 264 Das Mosteiro da Batalha, auch Kloster von Batalha ist ein Dominikaner-Kloster in der Stadt Batalha und stammt aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Es wurde zum Dank für den Sieg Portugals über das Königreich Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota im Laufe von circa 150 Jahren errichtet.
Christuskloster in Tomar 1983 K 265 Der Convento de Cristo (deutsch Christuskloster) in Tomar ist eine 1162 von Tempelrittern gegründete ehemalige Wehr-Klosteranlage. Ihr Kernstück ist noch immer die alte Rundkirche, die im Inneren einen weiteren oktogonalen Bau beherbergt. Zum Welterbe gehört auch das Kastell von Tomar.
Historisches Zentrum von Évora
(Lage)
1986 K 361 Die Gründung der Stadt geht auf die Zeit der römischen Besatzung zurück, der gut erhaltene Dianatempel mit seinen monumentalen Säulen zeugt noch heute vom römischen Erbe. Im Jahre 715 wurde Évora von den Mauren erobert und mit Burg und Moschee ausgebaut. Nach der Rückeroberung 1165 in der Reconquista wurde bis 1204 die Kathedrale von Évora errichtet, weiter wurde mit Unterstützung des Ritterordens die bis heute erhaltene Stadtmauer erbaut. Im 15. Jahrhundert entstanden durch die Residenz der Könige bedeutende Klöster, im 16. Jahrhundert eine Jesuiten-Universität.
Kloster Alcobaça 1989 K 505 Das ehemalige Zisterzienserkloster der Heiligen Maria von Alcobaça ist eine der größten Klosteranlagen Portugals mit der auch heute noch größten Kirche des Landes
Kulturlandschaft Sintra 1995 K 723 Sintra ist eine Kleinstadt in Portugal, etwa 25 km westlich von Lissabon. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine zum Teil jahrhundertealten Paläste, die Touristen aus aller Welt anlocken.
Historisches Zentrum von Porto 1996 K 755 Porto wird wegen der zahlreichen Barockkirchen auch als „Barockstadt“ bezeichnet. Niccolò Nasoni, Architekt italienischer Herkunft, sind alle wichtigen Barockbauten der Stadt zu verdanken. Das Bild der historischen Altstadt wird weniger von besonderen Einzelbauwerken geprägt als vielmehr von dem Gesamtgefüge einer erhaltenen Innenstadt. Charakteristisch sind die zahlreichen Bauten aus Granit.
Prähistorische Felszeichnungen im Vale do Côa 1998 K 866 An den Uferhängen des Flusses Côa wurden Ende der 1980er Jahre mehrere tausend Petroglyphen entdeckt, deren Alter auf teilweise über 25.000 Jahre geschätzt wird. Die in den Schiefergestein geritzten bildlichen und grafischen Darstellungen zeigen Auerochsen, Pferde, Hirsche, Steinböcke, aber auch Ziegen und Fische, auf einer Länge von über 17 Kilometern. Es ist eine Galerie unter freiem Himmel mit Darstellungen aus dem Paläolithikum, wie man sie bislang nur in geschützten Grotten und Höhlen vorgefunden hatte.

(2010 um Siega Verde in Spanien erweitert)

Laurisilva von Madeira 1999 N 934 Der Lorbeerwald auf Madeira weist subtropische Pflanzenarten auf, die im klimatisch wärmeren Tertiär auch in Europa und im Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika und Südwestasien) heimisch waren. Während in Europa diese Pflanzen durch die Eiszeiten verschwanden und im Mittelmeerraum während der letzten Eiszeit, konnte sich diese Pflanzengesellschaft teilweise auf den Kanarischen Inseln sowie auf Madeira und den Azoren (Makaronesische Inseln) halten.
Historisches Zentrum von Guimarães 2001 K 1031 Guimarães Stadt mit rund 52.000 Einwohnern im Norden von Portugal im Distrikt Braga. Hier soll Alfons I. (Afonso Henriques), der erste König Portugals, geboren sein, weswegen sie die erste Hauptstadt des Landes war und als „Wiege der Nation“ gilt. 1994 war nur die Burg nominiert.
Weinregion Alto Douro 2001 K 1046 Seit dem Paläolithikum siedeln hier Menschen. Bereits in der Bronzezeit wurden hier Getränke aus Weintrauben hergestellt, doch erst die Römer führten den eigentlichen Weinbau ein, der von den folgenden Sueben und Mauren fortgeführt und weiterentwickelt wurde. Somit wird seit über 2000 Jahren am Douro Wein angebaut.
Weinbaukulturlandschaft der Insel Pico 2004 K 1117 Der Weinberg ist in durch Wände geschützte Parzellen unterteilt. Die Wände sind aus Basaltblöcken ohne Mörtel gebaut. Mit dem Weinbau wurde im 15. Jahrhundert begonnen.
Grenz- und Garnisonsstadt Elvas mit ihren Befestigungen 2012 K 1367 Das durch die Jahrhunderte umkämpfte und stetig weiter befestigte Elvas beherbergt die größten erhaltenen Bollwerk-Befestigungsanlagen der Welt.
Universität Coimbra – Alta und Sofia 2013 K 1387 Die Universität Coimbra ist eine Forschungsuniversität in der Stadt Coimbra. Sie ist die älteste Universität des Landes und eine der ältesten in Europa.

TentativlisteBearbeiten

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle WelterbekandidatenBearbeiten

Derzeit (2016) sind 21 Stätten in der Tentativliste von Portugal eingetragen.[2] Portugal hat 2017 seine Tentativliste vollständig neu eingereicht und alle alten Einträge gestrichen. Einige der alten Vorschläge sind aber auch auf der neuen Liste enthalten.

f1  Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Historisches Zentrum von Guimarães und die Couros-Zone 2017 K 6207 geplant ist eine Erweiterung der bestehenden Welterbestätte Historisches Zentrum von Guimarães (Ref. 1031) um die Couros-Zone, in der über Jahrhunderte Ledergerberei betrieben wurde.
Historisches Lissabon, eine Weltstadt 2017 K 6208
Mértola 2017 K 6209
Montado, eine Kulturlandschaft 2017 K 6210
Königliche Gebäude von Mafra 2017 K 6211 Palast, Basilika, Konvent, Cerco-Garten und Jagdrevier (Tapada) in Mafra
Route von Magellan. Als erster um die Welt 2017 K 6212 Stätten auf der Route der ersten Weltumseglung durch Ferdinand Magellan

geplanter länderübergreifender Vorschlag mit Stätten in Uruguay, Argentinien, Brasilien, Kap Verde, Chile, Indonesien, Philippinen, Portugal, und Spanien.

Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte in Braga
(Lage)
2017 K 6213 Wallfahrtskirche auf einem Berg bei Braga
Vila Viçosa, herzögliche Renaissancestadt
(Lage)
2017 KN 6214 Beinhaltet Vorschlag von 1982. Altstadt und Tapada Real
Ilhas Selvagens 2017 N 6217 kleine unbewohnte Inselgruppe westlich der nordafrikanischen Atlantik-Küste
Bollwerkfestungen der "Raia" (Grenze) 2017 K 6218 geplante Erweiterung der Welterbestätte Grenz- und Garnisonsstadt Elvas mit ihren Befestigungen (Ref. 1367) um die Festungen von Marvão, Valença und Almeida
Aqueduto das Águas Livres
(Lage)
2017 K 6221
Pilgerwege nach Santiago de Compostela: Wege in Portugal 2017 K 6222 in Portugal liegende Jakobswege nach Santiago de Compostela, umfasst die östliche Silberstraße, die portugiesische Zentralroute, die portugiesische Küstenroute, die portugiesische Ostroute, die portugiesische innere Route und die Torres-Route
Römisches Zentrum der Produktion von Salzfisch und Konservierung in Tróia 2017 K 6223
Ensemble der architektonischen Werke Alvaro Sizas in Portugal 2017 K 6224 Werke des Architekten Álvaro Siza Vieira in folgenden Städten: Porto, Lisboa, Évora, Aveiro, Oliveira de Azeméis, Marco de Canavezes, Évora, Campo Maior, Leça da Palmeira, Matosinhos, Póvoa de Varzim, Vila do Conde, Ovar und Setúbal.
Südwestküste 2017 N 6225 Die Küste erstreckt sich zwischen Burgau und Sao Torpes. Sagres ist auch Teil des Vorschlags. z. B. Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina und der ehemalige Vorschlag Parque Natural da Ria Formosa
Pombalina in Lissabon 2017 K 6226 Baixa Pombalina ist die Unterstadt und das historische Zentrum von Lissabon
Wüste der unbeschuhten Karmeliten und Bauensemble des Palace-Hotels in Buçaco
(Lage)
2017 K/N 6227 Als "Wüste" bezeichneten die unbeschuhten Karmeliten ihre Klöster. 1628 wurde der Convento de Santa Cruz do Buçaco in der Serra do Buçaco gegründet. Nach der Auflösung der Orden in Portugal 1834 mussten die Mönche das Kloster verlassen. König Karl I. errichtete 1887 auf dem Gelände einen Sommerpalast, wozu ein Teil der Konventgebäude abgerissen wurde. 1909 wurde der Palast in das Luxushotel Palácio Hotel do Buçaco umgewandelt.
Hauptsitz und Gärten der Fundação Calouste Gulbenkian 2017 K 6228 Sitz der Stiftung von Calouste Gulbenkian, geplant durch den Landschaftsarchitekten Gonçalo Ribeiro Telles
Levadas auf der Insel Madeira 2017 K 6230 Levadas sind künstliche Wasserläufe auf der Insel Madeira, die der Wasserzufuhr zu landwirtschaftlich genutzten Gebieten dienen.
Mittelatlantischer Rücken 2017 N 6231
Stätten der Globalisierung 2017 K 6256 Geplant ist eine transnationale Bewerbung. Zu den portugiesischen Vorschlägen zählen die Städte: Angra do Heroísmo, Funchal (Madeira Archipelago), Lagos, Sagres und das “Land des Prinzen”, Silves und Vila do Porto

Ehemalige WelterbekandidatenBearbeiten

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[3]

f1  Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Peneda-Gerês 1982–1996 K/N einziger Nationalpark Portugals, 1971 gegründet, seit 2009 Biosphärenreservat der UNESCO
Naturpark Serra da Estrela 1982–1996 N Naturpark in der Serra da Estrela
Naturpark Montesinho 1982–1996 N
Domus Municipalis in Bragança
(Lage)
1982–1996 K ehemaliges Rathaus in Bragança
Château de Tomar 1982–1996 K um 1160 errichtetes Kastell des Templerordens
Historisches Zentrum von Santarém 1996–2017 K 562 Historischer Stadtkern der Stadt Santarém
Die Stadt Marvão und der zerklüftete Berg, auf dem sie steht 2000–2017 K 1428
Arrábida 2004–2017 N 1985
ICNITOS de Dinossáurios 2008–2017 N 5255 mit den Saurierfundstätten Serra de Aire und Vale de Meios im Parque Natural das Serras de Aire e Candeeiros sowie Pedra da Mua im Naturpark Arrábida

WeblinksBearbeiten

  Commons: Welterbestätten in Portugal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Portugal auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Portugal. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Portugal. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  3. Former Tentative Sites of Portugal. In: World Heritage Site. Abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).