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Welterbe in Jordanien.

Zum Welterbe in Jordanien gehören (Stand 2018) fünf UNESCO-Welterbestätten, darunter vier Stätten des Weltkulturerbes und eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte. Jordanien ist 1975 der Welterbekonvention beigetreten, die beiden ersten Welterbestätten wurden 1985 eingetragen. Als bislang letzte Welterbestätte in Jordanien wurde 2015 die Kulturwelterbestätte Taufstätte „Bethanien jenseits des Jordans“ in die Welterbeliste aufgenommen.[1]

Inhaltsverzeichnis

WelterbestättenBearbeiten

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Jordanien in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, R – auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1  Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
 
Felsgrab Ad Deir
(weitere Bilder)
Felsnekropole und Ruinen von Petra
(Lage)
1985 K 326 verlassene Felsenstadt, in der Antike Hauptstadt des Reiches der Nabatäer.
Wüstenschloss Q'useir Amra
(Lage)
1985 K 327 Jagdschloss aus dem frühen achten Jahrhundert ca. 70 km östlich von Amman in der jordanischen Wüste
Archäologische Stätte Um er-Rasas (Kastron Mefa'a)
(Lage)
2004 K 1093 archäologische Stätte mit Ruinen vom Ende des 3. bis zum 9. Jahrhundert rund 70 km südlich von Amman
Schutzgebiet Wadi Rum
(Lage)
2011 K/N 1377
Taufstätte „Bethanien jenseits des Jordans“ (Al-Maghtas)
(Lage)
2015 K 1446

TentativlisteBearbeiten

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle WelterbekandidatenBearbeiten

Mit Stand 2018 sind vierzehn Stätten in der Tentativliste von Jordanien eingetragen, die letzte Überarbeitung eines Eintrags erfolgte 2018.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste bzw. der letzten Überarbeitung des Vorschlags.

f1  Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Al-Qastal 2001 K 1550
Lot-Heiligtum
(Lage)
2001 K 1551 in Deir Ain Abata
Die Kreuzfahrerburg Montreal 2001 K 1552
Qasr Baschīr 2001 K 1553 Überreste eines römischen Reiter-Kastells errichtet an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert. Der annähernd quadratische Bau mit etwa 55 m Seitenlänge liegt ca. 80 km südlich von Amman.
Pella (das heutige Tabaqat Fahil)
(Lage)
2001 K 1554
Qasr Mschatta 2001 K 1555
Stadt von Abila (das heutige Qweilbeh) 2001 K 1557
Gadara (das heutige Umm Qais) 2001 K 1558
Archäologische Stadt von Jerash (antiker Treffpunkt von West und Ost) 2004 K 1856
Biosphärenreservat Dana 2007 K/N 5155
Azraq 2007 K/N 5156
Naturreservat Wadi Mudschib 2007 K/N 5158
 
Archeologisches Museum
Arabischer Eklektizismus – Gründung und Entwicklung einer Architekturschule in der Stadt As-Salt (1860–1925) 2015 K 6012 Bauwerke einer durch den Architekten Abdel-Rahman Aqruq begründeten lokalen Architekturschule in der Stadt Salt aus der Zeit von 1870 bis 1920, die neugotische und neoklassizistische Elemente mit der arabischen Bautradition verband.

Ersatz für den Vorschlag „Altstadt von Salt“ (Ref. 1855)

Umm al-Dschimal
(Lage)
2018 K 6335 Detailliertere Ausarbeitung des Vorschlags von 2001.

Ehemalige WelterbekandidatenBearbeiten

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[3]

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Kerak 1985–1985 K 5158
Altstadt von Salt 2004–2015 K 1855 Historischer Stadtkern der Stadt Salt

2015 ersetzt durch den Vorschlag „Arabischer Eklektizismus – Gründung und Entwicklung einer Architekturschule in der Stadt As-Salt (1860–1925)“ (Ref. 6012)

Altstadt und Stadtmauern von JerusalemBearbeiten

 
Altstadt von Jerusalem

Die Jerusalemer Altstadt im 1950 von Jordanien und 1980 von Israel annektierten Ostjerusalem, das auch durch die Palästinensischen Autonomiegebiete beansprucht wird, war von Jordanien für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe vorgeschlagen worden. 1981 wurde sie unter der Bezeichnung Altstadt und Stadtmauern von Jerusalem als Weltkulturerbestätte in die Welterbeliste aufgenommen, wobei jedoch betont wurde, dass diese Entscheidung keinerlei Implikation über die Zugehörigkeit Jerusalems zu einem bestimmten Staat beinhalte. Die Welterbestätte ist keinem Staat zugeordnet, sondern separat unter „Jerusalem (auf Vorschlag von Jordanien)“ in die Welterbeliste eingetragen. 1982 wurde sie, wiederum auf Vorschlag von Jordanien, auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Welterbestätten in Jordanien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Jordanien auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jordanien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Jordanien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 6. April 2018 (englisch).
  3. Former Tentative Sites of Jordan. In: World Heritage Site. Abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  4. Old City of Jerusalem and its Walls. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 10. März 2018 (englisch).