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Welterbe in Ägypten

Wikimedia-Liste (Ägypten)
Welterbestätten in Ägypten

Zum Welterbe in Ägypten gehören (Stand 2016) sieben UNESCO-Welterbestätten, darunter sechs Stätten des Weltkulturerbes und eine Stätte des Weltnaturerbes. Ägypten hat die Welterbekonvention 1974 ratifiziert, die erste Welterbestätte wurde 1979 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte in Ägypten wurde 2005 eingetragen, eine Stätte steht auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes.[1]

WelterbestättenBearbeiten

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Ägypten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) – auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1  Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur 1979 K 86 Von Memphis, der Hauptstadt des Alten Reiches von Ägypten, zeugen außergewöhnliche Grabmonumente, darunter Felsengräber, Mastabas, Tempel und Pyramiden. In der Antike galten die Pyramiden von Gizeh als eines der sieben Weltwunder.
Antikes Theben und seine Totenstadt 1979 K 87 Theben, die Stadt des Gottes Amun, war die Hauptstadt Ägyptens zur Zeit des Mittleren und des Neuen Reiches. Mit den Tempeln und Palästen in Karnak und Luxor und den Nekropolen im Tal der Könige und im Tal der Königinnen ist Theben ein markantes Zeugnis für die altägyptische Zivilisation auf ihrem Höhepunkt.
Nubische Denkmäler von Abu Simbel bis Philae 1979 K 88 Dieser archäologische Bereich enthält Denkmäler aus Nubien wie den Tempel von Ramses II. in Abu Simbel und das Heiligtum der Isis in Philae.
Historisches Kairo 1979 K 89 Inmitten des modernen Stadtgebiets von Kairo liegt eine der ältesten islamischen Städte der Welt mit zahlreichen berühmten Moscheen, Koranschulen, Bädern und Brunnen. Im 10. Jahrhundert gegründet, entwickelte sie sich zum neuen Zentrum der islamischen Welt und erreichte ihre Blütezeit im 14. Jahrhundert.
Abu Mena 1979 K
(R)
90 Frühchristliche Ruinen von Abu Mena (Kloster des Hl. Menas): Kirche, Baptisterium, Basiliken, öffentliche Gebäude, Straßen, Klöster, Häuser und Werkstätten in dieser frühen christlichen heiligen Stadt entstanden über dem Grab des Märtyrers Menas von Alexandria, der 296 n. Chr. starb.
Gebiet des Katharinenklosters 2002 K 954 Das heute griechisch-orthodoxe Katharinenkloster im Sinai in Ägypten wurde zwischen 548 und 565 gegründet und ist das älteste immer noch bewohnte Kloster des Christentums.
Wadi al-Hitan (Tal der Wale) 2005 N 1186 Das Wadi al-Hitan ist ein Trockental im Westen von Ägypten. Hier finden sich 250 Skelette von Walen und anderen Tieren.

TentativlisteBearbeiten

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind. Derzeit (2016) sind 33 Stätten in der Tentativliste von Ägypten eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2015.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1  Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Archäologischer Bereich Siwa 1994 K 186 Archäologische Stätten der Oase Siwa mit dem Tempel des Amun-Orakels in Umm ʿUbeida
Tempel von Sarabit al-Chadim 1994 K 187 archäologische Stätten im Nord- und Süd-Sinai mit dem Tempel von Sarabit al-Chadim im Südsinai und dem Katharinenkloster (seit 2002 eigene Welterbestätte).
 
Bir al-Abed (1974)
Archäologische Zone Nordsinai 1994 K 189 Archäologische Stätten im Norden der Sinai-Halbinsel
 
Tempel der Hathor
(weitere Bilder)
Tempel der Hathor, erbaut von Ramses III. 1994 K 190 der von Ramses III. erbaute Tempel der Hathor in Sarabit al-Chadim auf der Sinai-Halbinsel
 
Rote Pyramide des Snofru
Archäologischer Bereich Dahschur
(Lage)
1994 K 191 altägyptisches Pyramiden- und Gräberfeld
 
Löwenskulptur in Tebtynis
al-Fayyum 1994 K 192 mit den Fundstätten Kom Auschim (Karanis), Dimai (Soknopaiu Nesos), Qasr Qarun (Dionysias), Batn I hrit (Theadelphia), Byahma-Medinet el Fayoum (Krokodilopolis oder Arsinoe), Abgig-Hawara, Seila-Medient Madi (Narmouthis), Tell Umm el-Baragat (Tebtynis)
Zitadelle el-Gindi 1994 K 193
Kloster Raithu 1994 K 194
Wadi Feiran 1994 K 195
Pharaoneninsel 1994 K 196
Dahab 1994 K 197
al-Minya 1994 K 198 mit den Gräbern von Beni Hasan, den Gräbern von Amarna, Hermopolis und den Fundstätten von Tuna el-Gebel
Festung Nuwaiba 1994 K 199
Ras Mohammed 2002 N 1636
Gebiet von Gebel Qatrani, Naturreservat Qarun-See 2003 K/N 1797 umfasst die Umgebung von Gebel Qatrani und das Naturreservat Qarun-See
Südliche und kleine Oasen der Libyschen Wüste 2003 N 1808 mit den Oasen Charga, Dachla, Kurkur, Dungul, Moghra und dem Wadi Natrun in der Libyschen Wüste
Vogelzugrouten 2003 N 1809 mit Bardawil-See, Strauchlandschaft Zaranik, Gebel Sha'ib al-Banat, den Nilinseln Salugah und Ghazal und dem Nassersee
Wüstenwadis 2003 N 1810 mit den Wadis Qena, Gimal und Allaqi
Gebirgsketten 2003 N 1811 mit den Bergen Gebel Yelleg, Gebel Halal und Gebel Maghara im Nordsinai, Gebel Dokhkhan See, Gebel Shayeb El-Banat, Gebel Elba in der Arabischen Wüste und Gebel Uwainat, das Plateau Gilf el-Kebir in der Libyschen Wüste
Große Wüstenlandschaften 2003 N 1812 mit der Qattara-Senke, dem Großen Sandmeer und der Sannur-Höhle
Alexandria, antike Ruinen und neue Bibliothek 2003 K 1822 Ruinen der antiken Stadt Alexandria mit der antiken Bibliothek von Alexandria und die moderne Bibliotheca Alexandrina
Abydos, Pilgerstadt der Pharaonen 2003 K 1823
 
Tempel von Dendera
Pharaonentempel Oberägyptens aus Ptolemäischer und Römischer Zeit 2003 K 1824 Tempel von Dendera, Esna, Edfu und Kom Ombo in Oberägypten
 
Nordgräber von Amarna
Nekropolen Mittelägyptens, vom Mittleren Reich bis in Römische Zeit 2003 K 1825 mit den Nekropolen von Beni Hasan, Dair al-Berscha, Tell el-Amarna und Tuna el-Gebel in Mittelägypten
Nilometer von Roda in Kairo 2003 K 1826
 
Antoniuskloster
Klöster der Arabischen Wüste und des Wadi Natrun 2003 K 1827 mit dem Antoniuskloster und dem Anba-Pola-Kloster am Roten Meer, dem Makarioskloster, dem Paromeos-Kloster, dem Kloster Deir Es-Sourian und dem Kloster Deir Amba Bischoi im Wadi Natrun
Zwei Zitadellen im Sinai aus der Zeit von Saladin 2003 K 1828 mit der Zitadelle al-Gindi (Lage) auf der Sinaihalbinsel und der Zitadelle auf der Pharaoneninsel (vgl. Ref. 196) aus der Zeit von Sultan Saladin (1171–1193)
Festung An-Nekhel, Station auf dem Pilgerweg nach Mekka 2003 K 1829
Oase Fayyum, Wasserbauwerke und alte Kulturlandschaften 2003 K 1830
Historische Stadtviertel und Denkmäler von Rosetta/Rachid 2003 K 1831 Gebäude und Viertel der Stadt Rosetta (arabisch رشيد Raschīd) im Nildelta
Dababiya
(Lage)
2008 N 5389 Global Stratotype Section and Point für die Grenze zwischen Paläozän und Eozän
Sternwarte von Helwan 2010 K/N 5574
Oase von Charga und die Kleinen Südlichen Oasen 2015 K 6067 umfasst die Oasen Charga, Nabta Playa, Dungul and Kurkur

WeblinksBearbeiten

  Commons: Welterbestätten in Ägypten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ägypten auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ägypten. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 16. Juni 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Ägypten. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 16. Juni 2017 (englisch).