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Pfronstetten

Gemeinde in Deutschland
(Weitergeleitet von Tigerfeld)

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Pfronstetten liegt auf der Schwäbischen Alb, etwa 25 km südlich von Reutlingen.

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Pfronstetten, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zu den Landkreisen Biberach¹ und Sigmaringen

Hohenstein, Hayingen, Zwiefalten, Langenenslingen¹, Gammertingen² und Trochtelfingen.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Pfronstetten mit den bis zur Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg selbstständigen Gemeinden Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Tigerfeld gehören insgesamt sieben Dörfer und Höfe. Zu den Gemeindeteilen Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Pfronstetten gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Gemeindeteil Tigerfeld gehören das Dorf Tigerfeld und das Gehöft St.-Georgen-Hof.

Im Gemeindegebiet liegen mehrere abgegangene Orte: Die beiden Orte Höfle und Niklausenweiler im Gemeindeteil Aichelau. Niklausenweiler wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Ziegelhütte erbaut, bestand jedoch nicht lange, der Ort war nach dem Abt Nikolaus von Zwiefalten benannt. Im Gemeindeteil Pfronstetten liegen die Wüstungen Hendelheim oder Hendenheim – der Ort wurde 1352 als Hendenhain erwähnt, der Ortsname ist noch als Flurname erhalten –, Schäfbuch – der Ort wurde im 11. und 12. Jahrhundert als Schefbuoch und Scepbouch erwähnt – und Wolfriedeshalden, das im 11. Jahrhundert als Wolfridushaldun Erwähnung fand.[2]

GeschichteBearbeiten

Frühe GeschichteBearbeiten

Graf Heinrich von Veringen verkaufte 1287 dem Kloster Bebenhausen ein Gut zu Tigerfeld. 1297 schenkte er gemeinsam mit seinem Sohn Wolfrad dem Kloster Bebenhausen weitere Güter in Tigerfeld.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Ortsteil Tigerfeld wurden 1942 von der Stapoleitstelle Stuttgart zwangsweise jüdische Seniorinnen und Senioren bis zu ihrer endgültigen Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt untergebracht.[3]

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg durch Vereinigung der Gemeinden Pfronstetten, Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Tigerfeld neu gebildet.[4]

Wappen der ehemaligen GemeindenBearbeiten

 
Aichelau
 
 
Aichstetten
 
 
Geisingen
 
 
Huldstetten
 
 
Pfronstetten
altes Wappen
 
Tigerfeld
 

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.565
1. Dezember 1900 ¹ 1.512
1. Dezember 1925 ¹ 1.459
17. Mai 1939 ¹ 1.248
13. September 1950 ¹ 1.503
6. Juni 1961 ¹ 1.364
27. Mai 1970 ¹ 1.364
Datum Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 1.354
31. Dezember 1990 1.506
31. Dezember 1995 1.602
31. Dezember 2000 1.568
31. Dezember 2005 1.567
31. Dezember 2010 1.540
31. Dezember 2015 1.485

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Pfronstetten hat 12 ehrenamtliche Mitglieder, gemäß der Hauptsatzung der Gemeinde sind für jeden Ortsteil 2 Sitze vorgesehen. Pfronstetten ist eine der wenigen Gemeinden, in denen der Gemeinderat nach dem System der Mehrheitswahl gewählt wird. Dies bedeutet, dass nur eine Liste (Bürgerliste Pfronstetten) aufgestellt wird und diejenigen Bewerber, die die meisten Stimmen erhalten, gewählt sind. Bei der Mehrheitswahl kann zusätzlich jede wählbare Person auf dem Stimmzettel dazugeschrieben werden. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 lag bei 65,2 % (2009: 73,54 %).

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

  • 1975–2003: Hans Seibold
  • 2003–2004: Stefan Horn (* 1972 - tödlich verunglückt am 9. Juni 2004)
  • 2004–2008: Michael Waibel (vorzeitig in den Ruhestand versetzt)
  • seit 2008: Reinhold Teufel

Teufel wurde im Juli 2016 mit 57,3 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau über einer aus dem Unterrand emporkommenden, beiderseits mit je einem rot bedachten silbernen Turm besetzten silbernen Zinnenmauer ein goldener Schild, darin ein angehackter roter Schrägbalken.“

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Im Wald von Pfronstetten befindet sich an geschichtsträchtiger Stätte die Sattlerkapelle. Sie zeugt von der ehemaligen Einsiedelei und den Marienverehrungsort an historischer Stätte. Hinzu kommen noch der Felsengarten von dem Felsblock und Kreuz „auf dem Sattler“.[5]

MusikBearbeiten

  • Schalmeien Pfronstetten
  • Albdorfmusikanten, gegründet 19. November 1976
  • Männergesangverein Aichstetten e. V., gegründet 1924
  • Kirchenchor Aichelau
  • Kirchenchor Huldstetten-Geisingen
  • Kirchenchor Pfronstetten
  • Kirchenchor Tigerfeld-Aichstetten
  • Männerchor Aichelau
  • Waldarbeiterchor Zwiefalter Alb, gegründet 1. Oktober 1982

SportBearbeiten

  • TSV Pfronstetten e.V.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Jährliches Pfingstfest des TSV Pfronstetten mit Fußballturnier der Frauen und Mädchen.
  • Jährlich am ersten Wochenende im Juli Jugendfußballturnier des TSV Pfronstetten mit mehr als 90 Mannschaften.
  • Jährliche Starkbierhockete der Albdorfmusikanten Pfronstetten e. V. am dritten Augustwochenende

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 312 führt durch die Ortsteile Pfronstetten, Tigerfeld und Huldstetten und verbindet die Gemeinde im Norden mit Reutlingen und im Süden mit Riedlingen und Biberach an der Riß. Die Ortsteile Aichelau und Aichstetten sind über die Kreisstraßen 6747 und 6748 an die B 312 angebunden, Geisingen über die Landesstraßen 253 und 6742.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 227.

Bedeutende UnternehmenBearbeiten

Im Ortsteil Aichelau ist die Firma Paravan ansässig. Sie entwickelt und baut Behindertenfahrzeuge sowie evolutionäre digitale Steuerungs- und Bediensysteme.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Ludwig Stemmer (1828–1908), geboren in Pfronstetten, Arzt und Priester, der in Lauterbach (Schwarzwald) nach 1884 den Fremdenverkehr begründete und zum ersten Ehrenbürger Lauterbachs ernannt wurde
  • Anton Koch (1859–1915), geboren in Pfronstetten, römisch-katholischer Theologe, Professor und Universitätsrektor in Tübingen
  • Otto Gauß (1877–1970), ab 1914 Pfarrer in Tigerfeld, Organist, Komponist und Musikherausgeber, ab 1931 Diözesanpräses des Cäcilienvereins der Diözese Rottenburg
  • Franz Xaver Arnold (1898–1969), geboren und begraben in Pfronstetten-Aichelau, Professor, Hochschullehrer, Pastoraltheologe, Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie an der Universität Tübingen. Die Grabrede bei der Beerdigung in Aichelau hielt der damalige Ordinarius für Dogmatik an der theologischen Fakultät an der Universität Tübingen, Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 96–98
  3. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013: Schmetterling-Verlag, ISBN 3-89657-138-9, S. 292.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 538.
  5. Heinz Thumm: Radler treffen sich zum Gebet. Eine Radler-Sternwallfahrt führt zur feierlich geschmückten Sattlerkapelle in Pfronstetten. In: Schwäbische Zeitung vom 6. September 2011

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pfronstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Aichelau, Huldstetten, Tigerfeld.