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Thorsten Prenzler

deutscher Politiker (CDU), MdL
Kandidatenplakat Thorsten Prenzlers zur Landtagswahl in Niedersachsen 1998

Thorsten Prenzler (* 12. Januar 1971 in Oldenburg als Thorsten Manfred Thümler) ist ein deutscher Politiker (CDU, AfD). Er war von 2003 bis 2005 für den Landtagswahlkreis Oldenburg-Land Mitglied des Niedersächsischen Landtages und ist seit 2015 Geschäftsführer der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und BerufBearbeiten

Prenzler ist gelernter Bankkaufmann und studierte daraufhin in Hannover Geschichte/Politologie an der dortigen Universität. Während dieser Zeit trat er der Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig bei, verließ diese im Zuge des Betrugsskandals wieder.

Vor seiner Mitgliedschaft im Niedersächsischen Landtag war Prenzler u. a. Pressesprecher des Bauernverbandes in Bonn sowie des BKK-Landesverbandes Ost in Berlin und als Grundsatzreferent des brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm in Potsdam tätig. Außerdem arbeitete er schon zu Studienzeiten nebenbei als freier Redakteur.

ParteiBearbeiten

Prenzler war ab 1985 Mitglied der Jungen Union. Dort war er u. a. von 1996 bis 1998 stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Oldenburg.

AbgeordneterBearbeiten

Prenzler war Mitglied im Rat der Gemeinde Hude sowie im Kreistag des Landkreises Oldenburg. Nach dem Wahlsieg der CDU bei der Landtagswahl am 2. Februar 2003 zog Prenzler am 4. März 2003 als direkt gewählter Abgeordneter für den Landtagswahlkreis Oldenburg-Land in den Niedersächsischen Landtag ein.

Seine relativ kurze Zeit als Landtagsabgeordneter war von Affären geprägt, die seine Parteifreunde gegen ihn aufbrachten. Am 22. Juni 2005 legte er sein Mandat nach innerparteilichem Druck infolge seiner Betrugsdelikte im Zusammenhang mit Vergünstigungen in Luxushotels nieder, noch bevor er schließlich wegen Betrugs auch rechtskräftig verurteilt wurde.

Hohmann-AffäreBearbeiten

Erstmals nahm eine breitere Öffentlichkeit Notiz von Prenzler im Zusammenhang mit der Hohmann-Affäre. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hatte eine als antisemitisch kritisierte Rede gehalten und stand vor einem Partei- und Fraktionsausschlussverfahren. Prenzler unterzeichnete daraufhin einen vom Journalisten Fritz Schenk initiierten Solidaritätsappell.[1] Erst nach massivem innerparteilichem Druck distanzierte sich Prenzler von seiner Unterschrift und kam so einem eigenen Ausschlussverfahren zuvor.

BetrugsskandaleBearbeiten

2005 wurde von der Nordwest-Zeitung aufgedeckt, dass Prenzler sich mehrfach Rabatte oder Gratisübernachtungen in Luxushotels „erschlichen“ hatte, indem er sich unberechtigterweise als Reisejournalist ausgegeben hatte.[2][3] Eine Hotel-Pressesprecherin in Binz auf Rügen hatte sich an diese Zeitung aus Prenzlers Heimatort gewandt, nachdem ihr aufgefallen war, dass der Politiker sie mit Kopien von Zeitungsartikeln getäuscht hatte, die er fälschlicherweise als seine eigenen dargestellt hatte. Die Kopien waren dadurch manipuliert, dass er die Namen der echten Autoren entfernt hatte. Vom Landgericht Oldenburg wurde Thümler für diesen Betrug im Jahr 2006 rechtskräftig verurteilt.[4][5]

Austritt aus der CDU und Eintritt in die AfDBearbeiten

Prenzler verließ 2010 die CDU und trat 2013 in die AfD ein. Nachdem die AfD bei der Bürgerschaftswahl 2015 in die Hamburgische Bürgerschaft einzog, wurde er Geschäftsführer der AfD-Bürgerschaftsfraktion.[6]

Teeküchen EklatBearbeiten

Die damalige Mitarbeiterin der Fraktion Nicole Jordan soll von Thorsten Prenzler in eine Teeküche eingesperrt, lauthals angebrüllt und am Verlassen gehindert worden seien.[7]

PrivatesBearbeiten

Thorsten Manfred Prenzler ist mit Frauke Prenzler, die CDU-Mitglied ist, verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Nach der Heirat übernahm er den Nachnamen Prenzler seiner Ehefrau und legte den Nachnamen Thümler ab.[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unionsstreit um Abgeordneten-Rauswurf: Hohmann-Unterstützer formieren sich spiegel.de, 14. November 2003
  2. Gratisurlaub für Politiker nwzonline.de, 17. Juni 2006
  3. Korruptionsvorwürfe: CDU-Landtagsabgeordneter tritt zurück spiegel.de, 17. Juni 2005
  4. Ex-Politiker des Betrugs schuldig nwzonline.de, 28. Juni 2006
  5. Thorsten Thümler akzeptiert Betrugs-Urteil nwzonline.de, 19. Dezember 2006
  6. a b AfD – Ärger um Geschäftsführer in der Bürgerschaft abendblatt.de, 14. Januar 2016
  7. AfD-Politikerin in Teeküche eingesperrt Welt.de, 15. November 2017