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Tennenlohe

Gemarkung und statistischer Bezirk von Erlangen, Bayern, Deutschland

Tennenlohe ist eine Gemarkung und ein Statistischer Bezirk im Stadtteil Südost der kreisfreien Stadt Erlangen im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Bis zur 1972 erfolgten Eingemeindung war Tennenlohe eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Erlangen. Der Statistische Bezirk 52, der einen Großteil der Gemarkung Tennenlohe umfasst, hat etwa 4.500 Einwohner.

Tennenlohe
Stadt Erlangen
Koordinaten: 49° 33′ 4″ N, 11° 1′ 42″ O
Höhe: 299 m
Fläche: 2,87 km²
Einwohner: 4310 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 1.503 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91058
Vorwahl: 09131
Karte
Der Statistische Bezirk 52 (Tennenlohe) und die Gemarkung Tennenlohe in Erlangen

Inhaltsverzeichnis

Lage und UmgebungBearbeiten

Das Dorf liegt südlich der Stadt Erlangen an der BAB 3 und der Bundesstraße 4. Nördlich von Tennenlohe erstreckt sich das Waldgebiet Brucker Lache bis an die Erlanger Innenstadt und bis nach Bruck. Hier liegt auch das Walderlebniszentrum Tennenlohe, eines von fünf Walderlebniszentren der Bayerischen Forstverwaltung. Das Walderlebniszentrum bietet neben einem Waldmuseum mit Ausstellungen zur Geschichte des Sebalder Reichswalds sowie zu Flora und Fauna der Wälder auch einen Naturerlebnispfad mit verschiedenen Stationen wie Zapfenwerfen, Tierweitsprung oder einem Waldlabyrinth, der auch außerhalb der Öffnungszeiten des Zentrums benutzt werden kann. Östlich des Ortes befindet sich das Naturschutzgebiet Tennenloher Forst. Südlich von Tennenlohe erstrecken sich das Knoblauchsland, von welchem Tennenlohe selbst ein Teil ist, und die Orte Großgründlach und Reutles,westlich befindet sich der Erlanger Stadtteil Eltersdorf.

GeschichteBearbeiten

Der wohl Ende des 12. Jahrhunderts entstandene Ort wurde erstmals 1265 (Burg Tennenlohe) erwähnt und war bis in das 19. Jahrhundert eine Streusiedlung, die sich um zehn größere Bauernhöfe entwickelt hatte.

Eine lange Zeit lang war Tennenlohe ein Teil der Reichsstadt Nürnberg, dies ist auch noch am Wappen der Stadt Nürnberg zu erkennen, welches in der Kirche Sankt Maria Magdalena hängt. Tennenlohe lag früher an der Handelsstraße Nürnberg-Bayreuth-Leipzig und war daher ein beliebter Ort zum rasten für Leute auf der Durchreise.

Die mittelalterliche Kirche St. Maria Magdalena wurde 1766 bis 1768 barock umgestaltet; das Langhaus weist ein Mansarddach auf.

Nach 1945 entstanden in Tennenlohe zahlreiche neue Wohn- und Gewerbegebiete, insbesondere nach der Fertigstellung der Bundesautobahn  3 von Nürnberg nach Frankfurt 1964. In den 60er Jahren entstanden in Tennenlohe sehr viele Reihenhäuser, hauptsächlich gebaut von der Firma Doma. Die heutige Straße "Böhmlach" hieß zur damaligen Zeit "Doma-Straße", da dort ausschließlich Reihenhäuser der Firma Doma gebaut wurden.

Am 1. Juli 1972 wurde Tennenlohe in die Stadt Erlangen eingemeindet.[1] Die meisten der Bürger waren dagegen. Es gab sogar ein Volksbegehren, bei dem entschieden werden sollte ob Tennenlohe eingemeindet werden solle. Nur eine Person hat dafür gestimmt und der Rest dagegen. Die Gemeinden Tennenlohe, Frauenaurach, Kriegenbrunn, und einige andere Gemeinden wollten sich zusammenschließen und einen eigenen Landkreis gründen. Dieses Unternehmen scheiterte aber und so wurde das Dorf 1972 in die Stadt Erlangen eingemeindet. Tennenlohe ist inzwischen ein Standort des Innovations- und Gründerzentrums Nürnberg-Fürth-Erlangen, des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen, des Lehrstuhls für Kunststofftechnik sowie neuerdings des geographischen Instituts der Universität Erlangen. Auch die Unternehmenszentrale der Großbäckerei Der Beck sowie etliche Unternehmen der IT-Branche befinden sich in Tennenlohe.

BildergalerieBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 458.

LiteraturBearbeiten

  • Dehio: Bayern I: Franken, 2. Aufl., München 1999, S. 1015.
  • Tennenlohe 1265–1972 von Adolf Most

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tennenlohe (Erlangen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien