Superminister

Kabinettsmitglied mit weitreichenden Aufgaben

Superminister ist die inoffizielle Bezeichnung für einen Minister, der mehrere große oder wichtige Ressorts verwaltet, zumeist Wirtschaft und Finanzen. Die Bezeichnung wird mindestens seit den 1930er-Jahren verwendet, als Alfred Hugenberg sowie Albert Speer als Superminister bezeichnet wurden. Es gab jedoch auch vorher schon Minister mit mehreren Ressorts, wie beispielsweise Maximilian von Montgelas im frühen 19. Jahrhundert.

Eine genaue Definition gibt es nicht. Ein Superminister mag zwei Ministerien leiten oder aber ein neues Ministerium mit vielen Aufgaben zugeschnitten bekommen, oder ein bestehendes Ministerium wird durch Aufgaben aufgewertet, die bislang in anderen Ministerien angesiedelt worden waren. Oftmals handelt es sich um Ministerien oder Abteilungen, die ähnliche Themen von verschiedenen Ausgangspunkten behandeln.

Die Bedeutung des Wortes liegt in erster Linie darin, dass der betreffende Amtsträger mit viel Macht ausgestattet wird. Er soll zum Beispiel ein größeres gesellschaftliches Problem wie hohe Arbeitslosigkeit oder Rückstände in der Infrastruktur angehen.

Ein anderer Aspekt ist es, dass manchmal Ministerien betroffen sind, die bewusst voneinander getrennt sind:

  • Ein Wirtschaftsminister soll die Wirtschaft fördern, unter anderem mit Subventionen und Steuererleichterungen. Der Finanzminister hingegen muss auch auf die Staatseinnahmen achten.
  • Das Justizministerium kümmert sich um Bürgerrechte und die menschenwürdige Unterbringung und Resozialisierung Straffälliger, das Innenministerium hingegen ist für die innere Sicherheit samt repressiver Maßnahmen zuständig.

Gerade solche Kombinationen werden normalerweise vermieden.

Bekannte SuperministerBearbeiten

in Deutschland
in Frankreich
in Polen
in Ungarn
  • In den Kabinetten Orbán II und Orbán III (2010 bis 2018) gab es zahlreiche Superminister. Im Kabinett Orbán IV (seit 2018) gibt es nur noch ein Superministerium, das Ministerium für Humanressourcen (Bildung, Gesundheit, Kultur, Hochschulen)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Edouard Balladur. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1987 (online12. Oktober 1987).

Siehe auchBearbeiten