Siebengebirgsbahn

Siebengebirgsbahn
Karte der Siebengebirgsbahn
Kursbuchstrecke:467 (nur Linie 66)
Streckenlänge:14,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Zweigleisigkeit:Kilometer 422,3–506,3
Eröffnung: ab 1911
Stationen: 21
Siegburger Bahn von Bonn Hbf 62 66
Kennedybrücke
Konrad-Adenauer-Platz (alt)
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422,3
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422,4 Konrad-Adenauer-Platz
BSicon uBS2l.svgBSicon uBS2lc.svg
Siegburger Bahn nach Siegburg Bf 66
422,6 Beuel Rathaus
422,9 Obere Wilhelmstraße
423,1 Beuel Bahnhof 62
Auf dem Grendt
424,0 Limperich Nord
424,3 Rechte Rheinstrecke
Kreuzherrenstraße
Finkenbergstraße
424,5 Limperich
Burggrafenstraße
Küdinghovener Straße
424,9 Küdinghoven
Schießbergweg
425,3 Schießbergweg
425,7
von der Bonner Südbrücke 66
425,9
512,4
Ramersdorf 62 66
512,2
511,x Stüffgenstraße
511,x Alsstraße
511,5 Oberkassel Nord
511,x Cäcilienstraße
510,x Zipperstraße
510,9 Oberkassel Mitte
510,x Basaltstraße
510,4 Langemarckstraße
510,4 Oberkassel Süd/Römlinghoven 62
510,x Ernststraße
510,x Grüner Weg
509,7 Oberdollendorf Nord
509,x Bundesstraße 42
508,9 Oberdollendorf
508,9 Heisterbacher Straße
Tunnel Oberdollendorf (600 m)
507,x Lemmerz-Brücke Longenburg
507,x Am Ziegelofen (Bergstraße)
507,5 DB-Brücke Longenburg (Rechte Rheinstrecke)
507,4 Longenburg – CJD Königswinter
507,4 Hauptstraße Longenburg
506,3 Königswinter Clemens-August-Str. 66
505,8 Königswinter Fähre
505,3 Königswinter Denkmal
504,x Am Steinchen
503,7 Rhöndorf
503,7 Karl-Broel-Straße
502,6 Bad Honnef Am Spitzenbach
502,0 Bad Honnef 66

Die Siebengebirgsbahn ist Teil des Bonner Stadt- und Straßenbahnnetzes, sie führt von Beuel aus parallel zum Rhein am Fuße des Ennerts und des Siebengebirges entlang über Königswinter nach Bad Honnef. Der nördliche Abschnitt bis Oberkassel wird von der Straßenbahnlinie 62 befahren. In Ramersdorf fädelt die Stadtbahnlinie 66 in die Siebengebirgsbahn ein, die sie südlich von Oberkassel alleine befährt. Die Linie 62 fährt werktags im 10-Minuten-Takt, die Linie 66 im 20-Minuten-Takt. Im Berufsverkehr wird die 66 zwischen Ramersdorf und Königswinter Clemens-August-Straße auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet.

Die Siebengebirgsbahn gehört den Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB), die gesamte Betriebsführung obliegt seit 2004 jedoch der SWB Bus und Bahn (Tochter der Bonner Stadtwerke).

GeschichteBearbeiten

Seit Ende der 1880er Jahre gab es Pläne, die Zahnradbahnen des Siebengebirges mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Beuel und die Stadt Bonn anzuschließen. Als 1906 die Rheinuferbahn der Köln-Bonner Eisenbahnen in Betrieb ging, beschloss der Landrat des Siegkreises, eine Bahn nach diesem Vorbild zu realisieren. Damit setzte sich die konventionelle Ausführungsweise gegen Vorschläge wie die einer Hängebahn oder gleislosen Bahn durch.

Dabei wurde die Siebengebirgsbahn zunächst als elektrische Kleinbahn wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg von der SSB gebaut. Anders als die Siegburger Bahn diente sie aber weniger dem Pendler- als dem Ausflugsverkehr. Die Eröffnungsfahrt war am 18. Oktober 1911 von Bonn bis Oberdollendorf. Am 18. März 1913 wurde die Strecke nach Königswinter zur neuen Endstation an der Rheinallee vor dem Düsseldorfer Hof verlängert.[1] Erst 12 Jahre später, am 26. September 1925, erfolgte endlich auch die Verlängerung bis ins „rheinische Nizza“, in die Badestadt Honnef, zur heutigen Endhaltestelle gegenüber der Insel Grafenwerth.[2] Von 1926 bis 1928 wurde der Streckenabschnitt zwischen Bonn und Königswinter zweigleisig ausgebaut.[3][4] Zeitweise bot die KBE durchgehende Fahrscheine von Köln ins Siebengebirge an. Von dieser Kooperation profitierte die Siebengebirgsbahn insbesondere in Zeiten der wachsenden Konkurrenz durch den Autoverkehr.

Während des Zweiten Weltkrieges erlitt auch die Siebengebirgsbahn erhebliche Schäden. So war unter anderem die Brücke über den Rhein von den deutschen Truppen gesprengt worden, ihr Wiederaufbau wurde erst am 12. November 1949 beendet. In den folgenden Jahren wurde die Siebengebirgsbahn mit Ausnahme des Abschnitts Königswinter–Bad Honnef durchgehend zweigleisig ausgebaut.

Zur Kostensenkung wurde die Strecke im Jahre 1960 zur Straßenbahn umkonzessioniert. Die Gesamtstrecke wurde lange von der Straßenbahnlinie H (Honnef) befahren, die 1987 zur Linie 64 wurde.

 
Düwag-Triebwagen der Linie H auf der Kennedybrücke

Ab 1979 führte man auch die Siebengebirgsbahn in den neugebauten Stadtbahntunnel ein, was zur Umstrukturierung des Liniennetzes führte. Von Bad Honnef aus fuhr nun die Linie H über Beuel bis zum Hauptbahnhof.

Die Haltestelle Ramersdorf wurde um 1980 unter die Erde verlegt. Seit Fertigstellung des Streckenabschnitts über die Südbrücke im Jahr 1981 zweigt in Ramersdorf zudem die Strecke über die Südbrücke und den Stammstreckentunnel zum Hauptbahnhof ab. Bei dem sich anschließenden Streckenausbau in Oberkassel erhielten alle dortigen Bahnübergänge eine Sicherung durch Schrankenanlagen.[5] Einhergehend mit dem Ausbau der Bundesstraße 42 in Troglage wurde auch der Streckenabschnitt bei Oberdollendorf mit einer geänderten Trassierung für den Stadtbahnbetrieb ausgebaut und 1983 die Linie S (ab 1987 Linie 66) von Ramersdorf bis dorthin verlängert[6], 1988 weiter von Oberdollendorf nach Königswinter.[7] Im Herbst 1991 wurde die Siebengebirgsbahn derart ausgebaut, dass sie vollständig mit Stadtbahnwagen befahrbar war. Nach viereinhalb Monaten Schienenersatzverkehr konnte die Linie 66 nach Bad Honnef verlängert werden. Die 64 wurde nach Oberkassel zurückgezogen und ebenfalls auf Stadtbahnwagen umgestellt. Im Jahr 1994 wurde die 64 dann ganz eingestellt und die 62 stattdessen über ihren bisherigen Endpunkt Beuel Bahnhof hinaus verlängert.[7] Die eingleisige Strecke zwischen Königswinter und Bad Honnef ist erst seit Juni 1994 mit Signalen gesichert, zuvor wurde hier mit Stabsicherung gefahren.[8]

Um den Abschnitt Ramersdorf–Bad Honnef der Linie 66 für den Einsatz des Wagentyps K5000 zu befähigen, sollen die Haltestellen mittelfristig alle mit barrierefreien Hochbahnsteigen ausgestattet werden. Derzeit können auf diesem Abschnitt nur die B-Wagen der ersten Generationen eingesetzt werden, da nur diese über die nötigen Schiebetritte (ausfahrbare Trittstufen) verfügen. Nach dem in Umsetzung befindlichen barrierefreien Ausbau der Haltestelle Clemens-August-Straße (Stand: 2022) verbleiben noch die vier Haltestellen zwischen Oberkassel Süd und Ramersdorf, deren entsprechender Umbau aufgrund des hier stattfindenden Mischbetriebs mit Hochflur- und Niederflurwagen erschwert ist. Die Bahnsteiglängen der Haltestellen auf dem regulär nur noch von Straßenbahnen befahrenen Abschnitt zwischen Ramersdorf und Beuel erlauben im Bedarfsfall auch einen Ersatzhalt von Stadtbahnwagen.

StreckenführungBearbeiten

Die Siebengebirgsbahn zweigt am Beueler Konrad-Adenauer-Platz von der Siegburger Bahn ab. Durch die Friedrich-Breuer-Straße und die Obere Wilhelmstraße verläuft sie als klassische Straßenbahn, bevor sie am Beueler Bahnhofsplatz einen eigenen Gleiskörper erhält. Weiter läuft die Strecke parallel zur rechten Rheinstrecke und unterquert sie zwischen Limperich Nord und Limperich. In Ramersdorf unterquert die Strecke die Bundesautobahn 562 in einem kurzen Tunnel. Hinter der Haltestelle Ramersdorf kommt sie wieder an die Oberfläche und durchquert den Bonner Ortsteil Oberkassel. Südlich der Haltestelle Oberdollendorf Nord schwenkt die Siebengebirgsbahn über den Trog der Bundesstraße 42 und sinkt über eine Rampe auf deren Mittelstreifen ab. An die Haltestelle Oberdollendorf schließt sich ein Lärmschutztunnel an. Danach taucht die Siebengebirgsbahn unter der Bundesstraße weg und unterquert abermals die rechte Rheinstrecke. Hinter der Haltestelle Longenburg biegt die – ab hier hochwassergefährdete – Strecke ans Rheinufer ab und wird als Straßenbahn auf der Rheinallee geführt. Hinter der Haltestelle Clemens-August-Straße wird sie eingleisig zwischen der Rheinpromenade und der Straße geführt. Ab Königswinter Denkmal gibt es wieder einen eigenen Gleiskörper direkt am bzw. oberhalb des Rheinufers über Rhöndorf zur Endhaltestelle Bad Honnef.

Hinsichtlich ihres Höhenprofils erreicht die Stadtbahnstrecke (zwischen Ramersdorf und Bad Honnef) mit knapp 52 m ü. NHN auf Höhe der Königswinterer Altstadt – etwa vier Meter über dem mittleren Wasserstand des Rheins – ihren niedrigsten Punkt, ihren höchsten mit 61 m ü. NHN im Bereich der Haltestelle Oberdollendorf Nord. Die Straßenbahnstrecke (zwischen Beuel und Ramersdorf) besitzt bei Limperich einen mit knapp 51 m ü. NHN noch niedriger gelegenen Abschnitt, dort aber in weitaus größerer Entfernung zum überdies weiter bergab geflossenen Rhein.

StationenBearbeiten

Beuel Rathaus
und
Obere Wilhelmstraße
Die Haltestellen Beuel Rathaus und Obere Wilhelmstraße sind typische Straßenbahnhaltestellen in der Friedrich-Breuer-Straße und Oberen Wilhelmstraße, deren Ausstattung wegen der beengten Platzverhältnisse aus nicht mehr als einem Haltestellenschild mit Aushangfahrplan besteht. An beiden Haltestellen muss vom Straßenniveau aus in die Straßenbahn eingestiegen werden, was auch bei Niederflurfahrzeugen noch eine Stufe von etwa 30 Zentimetern bedeutet.
Beuel Bahnhof Am Bahnhof Bonn-Beuel (früher: Beuel) hielten bereits seit der Einweihung der ersten Bonner Strecke 1902 Straßenbahnen auf dem Vorplatz. Lange Jahre endete hier die von Bonn kommende Straßenbahn, während die Siebengebirgsbahn auf eigenen Gleisen weiterfuhr. Unterstrichen wird die Bedeutung der Haltestelle durch den in unmittelbarer Nähe gelegenen Betriebshof, der heute die gesamte Straßenbahnflotte beheimatet.  
Limperich Nord
(Flachbahnsteig, 55 m)
Die Haltestelle Limperich Nord wurde im Mai 2000 nach fünfmonatiger Bauzeit in Betrieb genommen[9] und in einer der Station Schießbergweg sehr ähnlichen Gestaltung gebaut, um Ortsteile zu erschließen, die relativ weit von der Haltestelle Beuel Bahnhof entfernt, aber durch die rechte Rheinstrecke von der Haltestelle Limperich abgeschnitten sind.
Limperich
(Flachbahnsteig, 55–60 m)
Die Haltestelle Limperich ist heute mit einfachen Flachbahnsteigen ausgestattet, die beiderseits der Finkenbergstraße liegen. Das ehemalige Empfangsgebäude steht etwas abseits, schräg gegenüber dem Bahnsteig Richtung Oberkassel und wird heute als Privathaus genutzt. Es ist ein geschütztes Baudenkmal.[10]  
Küdinghoven
(Flachbahnsteig, 55–60 m)
Die Haltestelle Küdinghoven (ursprünglich Limperich-Küdinghoven[11]) befindet sich beiderseits der Küdinghovener Straße westlich von Küdinghoven. Neben den einfachen Flachbahnsteigen mit Blechwetterschutz steht noch das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Empfangsgebäude[12] aus der Frühzeit der Siebengebirgsbahn, das heute ein Privathaus ist.  
Schießbergweg
(Flachbahnsteig, 50 m)
Die Haltestelle Schießbergweg liegt abseits der Hauptstraßen an der Kreuzung der Siebengebirgsbahn mit dem Schießbergweg. Sie wurde nach viermonatiger Bauzeit im Januar 1996 in Betrieb genommen und eingerichtet, um die Erschließung des zeitgleich eingeweihten Telekom Campus sowie eines Neubaugebiets zu gewährleisten[13], aber auch allgemein die der Ortsteile Ramersdorf und Küdinghoven zu verbessern.

Die Haltestelle ist im Stil der anderen Haltestellenbauten der 1990er Jahre gehalten und verfügt über Flachbahnsteige, die zu den dort eingesetzten Niederflurbahnen einen stufenlosen Einstieg erlauben.

 
Ramersdorf Die ehemals oberirdische Haltestelle Ramersdorf wurde Anfang der 1980er Jahre unter die Erde verlegt. Die unterirdische Haltestelle wurde am 5. September 1981 eröffnet. Dies ermöglichte eine zweite Rheinquerung über die Konrad-Adenauer-Brücke. Heute halten in diesem U-Bahnhof sowohl Stadtbahnen als auch Niederflurstraßenbahnwagen (Linie 62), was einen barrierefreien Ausbau in Fahrtrichtung Bonn sehr erschwert.  
Oberkassel Nord
(Flachbahnsteig, 65 m)
Die Haltestelle Oberkassel Nord befindet sich südlich der Alsstraße und besitzt zwei leicht zueinander versetzte Bahnsteige. Sie ist im Stil der beiden davorliegenden Haltestellen (Richtung Bad Honnef) gestaltet. Die Haltestelle wurde zum Jahresbeginn 1961 in Betrieb genommen.[14] Etwa 100 Meter südlich der Haltestelle lag zuvor der Oberkasseler Bahnhof mit dem bis heute erhaltenen Empfangsgebäude von 1911 (Teichstraße 5).[15][16]  
Oberkassel Mitte
(Flachbahnsteig, 65 m)
Die Haltestelle Oberkassel Mitte liegt im Zentrum Oberkassels rheinseitig an der Zipperstraße und bergseitig an der Büchelstraße. Der in Richtung Bonn gelegene befindet sich etwa 100 Meter nördlich des in Richtung Bad Honnef gelegenen Bahnsteigs. Am Zugang zum südlichen Bahnsteig befindet sich ein 1911 errichtetes Bahnwärterhaus (Zipperstraße 40), das bis heute erhalten ist und unter Denkmalschutz steht, jedoch betrieblich nicht mit der erst zum Jahresbeginn 1961[14] eingerichteten Haltestelle zusammengehörte.[17][15]  
Oberkassel Süd/Römlinghoven
(Flachbahnsteig, 65 m)
Die Haltestelle Oberkassel Süd/Römlinghoven (früher Römlinghoven[18]) befindet sich südlich der Langemarckstraße (Landesstraße 490). Sie besitzt zwei leicht zueinander versetzte Bahnsteige. Die Haltestelle liegt zwar auf Bonner Stadtgebiet, wird aber auch durch die Bewohner im Königswinterer Stadtteil Römlinghoven genutzt.  
Oberdollendorf Nord
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Oberdollendorf Nord befindet sich direkt westlich der Bundesstraße 42. Erreichbar ist sie von Oberdollendorf per Fußgängerbrücke über die B 42 und direkt vom Gewerbegebiet Im Mühlenbruch bzw. vom Wohnpark Nord. Die Anfang der 1970er-Jahre als Ersatz für die aufgegebene Haltestelle Grüner Weg erstmals eingerichtete Haltestelle[14] wurde im März 1981 im Zuge des Stadtbahnausbaus neu in Betrieb genommen. Der Stadtbahnbetrieb konnte hier aber erst im Juni 1983 aufgenommen werden, als die gesamte Trasse von dieser bis kurz vor der Haltestelle Longenburg verlegt worden war.[19][14] Der barrierefrei Umbau durch Hochbahnsteige (Inbetriebnahme im November/Dezember 2001) erfolgte von Herbst 2001 bis Frühjahr 2002 zeitgleich mit der benachbarten Haltestelle Oberdollendorf, wobei erstmals Fertigbauteile zum Einsatz kamen.[20][21] Im 2. Halbjahr 2020 wurden die bisherigen Überdachungen der Haltestelle durch Stahl-Glas-Konstruktionen ersetzt.[22]
Oberdollendorf
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Oberdollendorf befindet sich mit ihrem Mittelbahnsteig zwischen den beiden Fahrbahnen im Trog der B 42, am Nordausgang des Tunnels Oberdollendorf. Sie ist über eine überdachte Rampe von der Heisterbacher Straße aus zugänglich, wo sich unmittelbar eine Bushaltestelle anschließt, und bedient hauptsächlich die Ortszentren von Oberdollendorf und Niederdollendorf. Eröffnet wurde die Haltestelle ebenfalls im Juni 1983[19] aufgrund der neuen Linienführung der Siebengebirgsbahn im Bereich Oberdollendorf. Von Herbst 2001 bis Frühjahr 2002 wurde sie zeitgleich mit der benachbarten Haltestelle Oberdollendorf Nord zwecks Errichtung eines Hochbahnsteigs (Inbetriebnahme im November/Dezember 2001) umgebaut – unter erstmaligem Einsatz von Fertigteilen bei einem solchen Umbau.[20][21] Im 2. Halbjahr 2020 wurde die bisherige Überdachung der Haltestelle durch eine Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt[22], im Frühjahr 2021 die Bushaltestelle Oberdollendorf Stadtbahn barrierefrei ausgebaut[23].  
Longenburg – CJD Königswinter
(Hochbahnsteig, 70 m)
Die im Einschnitt gelegene Haltestelle Longenburg ist von der die Bahnstrecke überführenden Hauptstraße aus über Rampen und Treppen zugänglich. Sie bedient den Norden des Stadtteils Königswinter, den Süden Niederdollendorfs sowie die nahe gelegene CJD Christophorusschule. Die Haltestelle war bereits 1913 unter dem anfänglichen Namen Königswinter I eröffnet worden.[24] 1987/88 wurde sie im Zuge des Stadtbahnausbaus bis Königswinter umfassend erneuert und zugleich an neugeschaffene Radwegeverbindungen angebunden; auch die Überführung der Hauptstraße mit den Treppenzugängen zu den Bahnsteigen erhielt dabei einen Neubau.[14][25] Von Sommer bis Herbst 2004 wurde die Haltestelle erneut umgebaut und mit Hochbahnsteigen (Inbetriebnahme im Oktober 2004) ausgestattet[26][27]; im Anschluss erfolgte eine künstlerische Umgestaltung durch die CJD-Schule, weshalb der Zusatz CJD Königswinter dem Namen hinzugefügt wurde.  
Königswinter Clemens-August-Straße
(Flachbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Königswinter Clemens-August-Straße bedient den Norden der Königswinterer Altstadt. Sie liegt am nördlichen Ende der Rheinpromenade der Altstadt und besitzt bislang noch zwei Seitenbahnsteige, deren östlicher von der Mauer des Jüdischen Friedhofs begrenzt wird. Bis 1988 befand sich die Haltestelle etwa 200 m weiter südlich mit einer zugehörigen Wartehalle (Rheinallee 14a) und hieß Königswinter Düsseldorfer Hof wegen des gegenüberliegenden gleichnamigen Hotels.

Im Berufsverkehr ist die Haltestelle bei jeder zweiten Bahn Endpunkt der Linie 66. Unmittelbar südlich der Haltestelle befindet sich auch eine eingleisige Wendeanlage und südöstlich eine gleichnamige Bushaltestelle. Nachdem letztere bereits 2019 barrierefrei ausgebaut worden war und im selben Jahr auch eine vorbereitende Leitungsverlegung stattgefunden hatte[28][29], begann Anfang 2022 auch der barrierefreie Ausbau der Stadtbahnhaltestelle, die dabei erstmals einen Mittelbahnsteig mit Stahl-Glas-Überdachung erhalten soll.[30]

 
Königswinter Fähre
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die an der Rheinpromenade gelegene Haltestelle Königswinter Fähre bedient hauptsächlich die Königswinterer Altstadt und zu Zeiten des Tourismus auch die Gastronomie und Attraktionen der Rheinpromenade. Nachdem im Dezember 2005 das Sea Life Center in Königswinter eröffnet wurde, wurde zeitweilig der Namenszusatz Sea Life Aquarium hinzugefügt. 2007 wurde die Haltestelle für etwa 700.000 Euro mit einem Hochbahnsteig neugebaut und hierfür die Ufermauer erhöht.[31][32]  
Königswinter Denkmal
(Hochbahnsteig, 70 m)
Die Haltestelle Königswinter Denkmal erschließt den Süden der Königswinterer Altstadt. Sie liegt direkt am Rheinufer neben der Hauptstraße (L 193). Von Dezember 2004 bis Frühjahr 2005 erhielt die Haltestelle einen um zehn Meter verlängerten Hochbahnsteig. Deshalb musste sie komplett neu aufgebaut werden.[26][33] Benannt ist die Haltestelle nach dem dort befindlichen Denkmal von Wolfgang Müller von Königswinter.  
Rhöndorf
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Rhöndorf liegt zwischen dem rheinseitigen Ende der Karl-Broel-Straße und dem ehemaligen Rheinhotel Bellevue und besitzt zwei Seitenbahnsteige. Aufgrund der Nähe zum Bahnhof Rhöndorf besteht hier die schnellste Möglichkeit zum Umstieg zur rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke. Die Haltestelle wurde ursprünglich am 16. August 1925 noch vor der Verlängerung der Siebengebirgsbahn nach Honnef im darauffolgenden Monat eröffnet.[34][1] 1952 entstand ein neues Empfangsgebäude der Haltestelle, das heute nicht mehr existiert.[35] Wie die anderen beiden Bad Honnefer Haltestellen wurde sie im Zuge des Ausbaus der Siebengebirgsbahn 1994/95[8] mit Hochbahnsteigen neugebaut, um sie an den Wechsel auf das Stadtbahnsystem anzupassen, wobei auch die angrenzende Bushaltestelle gestalterisch in die Gesamtanlage integriert wurde.  
Bad Honnef Am Spitzenbach
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Bad Honnef Am Spitzenbach wurde 1994/95[8] im Zuge der Ausweitung der Stadtbahn auf die Siebengebirgsbahn gebaut, um die Versorgung der Bewohner des nördlichen Stadtzentrums zu verbessern. Sie ist wie die beiden benachbarten Haltestellen in Bad Honnef in der Kennfarbe Blau gestaltet. Die Haltestelle liegt an der Rheinpromenade und ist mit einer Fußgängerbrücke über die rechte Rheinstrecke und die B 42 zu erreichen, die zur Straße Am Spitzenbach führt. Der namensgebende Spitzenbach mündet unweit der Haltestelle in den Rhein.  
Bad Honnef
(Hochbahnsteig, 60 m)
Die Haltestelle Bad Honnef ist die Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 66. Das 1949/50 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete, frühere Empfangsgebäude des Endbahnhofes (Rheinpromenade 5) mit seitlichem Kioskanbau wurde um 1980 von der SSB verkauft und seither gastronomisch genutzt.[35][36] Beim Neubau der Haltestelle aufgrund des Systemwechsels auf die Stadtbahn zwischen 1991 und 1994[8] wurde die Strecke um etwa 50 Meter nach Süden verlängert und der an den Busbahnhof verlegte neue Endhaltepunkt zugleich mit Wetterschutzeinrichtungen und überdachten Fahrradabstellplätzen versehen. Zusammen mit der gestalterisch in die Gesamtanlage integrierten Bushaltestelle, die Start- bzw. Endpunkt mehrerer Buslinien ist, und einem großen P+R-Parkplatz bildet die im Juni 1994 neu eröffnete[8] Stadtbahnhaltestelle einen für die Stadt bedeutsamen Verkehrsknotenpunkt. Nahegelegene Brückenbauwerke führen zum etwas abgelegeneren Bahnhof Bad Honnef (Rhein), ins Stadtzentrum und über die Grafenwerther Brücke zur Insel Grafenwerth.  

 

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Siebengebirgsbahn – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nach langen Verhandlungen fährt die Bahn, General-Anzeiger, 20. August 2005, S. 8
  2. Die Vollendung der Siebengebirgsbahn, Honnefer Volkszeitung, 26. September 1925
  3. Axel Reuther: Vor 100 Jahren startete die Siebengebirgsbahn. In: Straßenbahn Magazin, Ausgabe 01/12 (Januar 2012). (Leseprobe)
  4. Zeittafel historischer Bonner Bus- und Bahnverkehrsdaten (PDF). Zusammengestellt durch den Historischen Verein SWB e.V. (Stand: Juli 2017)
  5. Ein Volksfest zur Stadtbahn-Einweihung, Schaufenster Siebengebirge, Juni 1983
  6. Stadtbahnvorlaufbetrieb 1983, Virtuelles Brückenhofmuseum
  7. a b Bahnen in Bonn – Ein Ausflug in die Historie (Memento vom 16. Juni 2015 im Internet Archive)
  8. a b c d e „Honnef 4“ hat jetzt ausgedient. Bürgermeister Kayser eröffnete neue Endhaltestelle offiziell, General-Anzeiger, 18. Juni 1994, S. 8
  9. Ab Sonntag hält die Bahnlinie 62 in „Limperich-Nord“, General-Anzeiger, 26. Mai 2000, Bonner Stadtausgabe, S. 13
  10. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 15. Januar 2021), S. 35, Nummer A 3242
  11. durch diverse zeitgenössische Abbildungen belegt
  12. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 15. Januar 2021), S. 35, Nummer A 3244
  13. Linie 62 hält jetzt am Schießbergweg, General-Anzeiger, 10. Januar 1996, S. 9
  14. a b c d e Frank Mlosch: Ende der Siebengebirgsbahn vor 30 Jahren. In: HVSWB aktuell: Zeitschrift des Historischen Vereins der Stadtwerke Bonn e.V., 13. Jahrgang, Nr. 2/2021. (online PDF)
  15. a b Die Haltestelle "Oberkassel" der Siebengebirgsbahn um 1938, Virtuelles Brückenhofmuseum
  16. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 15. Januar 2021), S. 59, Nummer A 4078
  17. Denkmalliste der Stadt Bonn (Stand: 15. Januar 2021), S. 59, Nummer A 3243
  18. An der Haltestelle Römlinghoven der Siebengebirgsbahn, Virtuelles Brückenhofmuseum
  19. a b Ein Volksfest zur Jungfernfahrt der Stadtbahn nach Oberdollendorf, Siebengebirgs-Zeitung, 1. Juli 1983
  20. a b Steile Stufen gehören der Vergangenheit an. In: General-Anzeiger. 5. November 2001, S. 6 (ga.de).
  21. a b Freie Fahrt für den „Telekom-Express“. In: General-Anzeiger. 6. März 2002, S. 6.
  22. a b Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises – SSB – GmbH: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020
  23. 50 Haltestellen im Siebengebirge werden barrierefrei, General-Anzeiger, 20. September 2019
  24. Aus Nah und Fern, Honnefer Volkszeitung, 19. März 1913
  25. Linie S wird bis Königswinter verlängert, General-Anzeiger, Stadtausgabe Bonn, 29. August 1987, S. 8
  26. a b Künftig bequem in die Stadtbahn einsteigen, Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau, 31. Oktober 2003
  27. Bahnsteige angehoben, Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau, 21. Oktober 2004
  28. Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Clemens-August-Straße in Königswinter, Pressemitteilung der Stadt Königswinter, 3. Mai 2019
  29. Clemens-August-Straße vier Wochen lang gesperrt (Memento vom 31. August 2019 im Internet Archive), General-Anzeiger, 31. August 2019
  30. Bahnhaltestelle „Clemens-August-Straße“ wird modernisiert und barrierefrei, Pressemitteilung der Stadt Bonn, 9. Dezember 2021
  31. Nur Hochwasser kann Zeitplan gefährden, General-Anzeiger, 18. Januar 2007
  32. Hochbahnsteig nimmt Formen an, General-Anzeiger, 29. März 2007
  33. Bauarbeiten an der Haltestelle "Denkmal" ziehen sich hin, General-Anzeiger, 23. Februar 2005
  34. Die Eröffnung der Siebengebirgsbahn bis Rhöndorf, Honnefer Volkszeitung, 15. August 1925
  35. a b Volkard Stern: Der Pavillon der Siebengebirgsbahn in Bad Honnef. In: Köln-Bonner Verkehrsmagazin, ISSN 2364-0812, Heft 14, 2/2010, S. 64/65.
  36. Endhaltestelle der Siebengebirgsbahn Bad Honnef als Modell 1, Virtuelles Brückenhofmuseum