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Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV)
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Bonn
Webpräsenz swb-busundbahn.de
Eigentümer Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB)
Verkehrsverbund VRS, VRM
Mitarbeiter 2.300 (2017)
Linien
Straßenbahn 3
Stadtbahn 6
Bus 27
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 24 Niederflur
Stadtbahnwagen 75
Omnibusse 183
davon 109 Standardbusse
und 74 Gelenkbusse
Statistik
Fahrgäste 92 Mio. pro Jahr (inklusive SSB)
Fahrleistung Busse 11,5 Mio.km pro Jahr
Bahnen 7,4 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 500 Gesamt
davon 64 Stadtbahn
und 330 mit Wetterschutz
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 125,36 km
Buslinien 663 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Friesdorf, Beuel, Dransdorf

Die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) (SWB bzw. SWB-V) – auch unter dem Namen SWB Bus und Bahn tätig – ist ein kommunales Verkehrsunternehmen in Bonn und Umgebung. Sie ist über eine Beteiligungsgesellschaft 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Bonn und nimmt am Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) teil.

Die SWB-V verfügt über mehrere Tochterunternehmen und Beteiligungen. Neben einer nicht an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebundenen Fahrbetriebsgesellschaft (SWB Mobil) mit geringeren Löhnen ist sie gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis Eigentümer der Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises oHG (SSB), deren Betriebsführung ihr seit 2004 obliegt. Außerdem ist die SWB-V an der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) beteiligt und hatte von 2004 bis Anfang 2019 die Betriebsführung des Busunternehmens Transdev SZ (früher: SZ Verkehrsbetriebe) im nördlichen Rheinland-Pfalz.[1] Im Sommer 2005 wurde außerdem die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG (VWS) (Siegen) übernommen, die 2008 zum Verkauf ausgeschrieben wurde.[2]

Inhaltsverzeichnis

AllgemeinesBearbeiten

Der heute einheitliche Betrieb von sechs Stadtbahn-, drei Straßenbahn- und 41 Buslinien (darunter sieben in Kooperation mit der RSVG und zehn Nachtbuslinien) geht auf etliche Einzelbetriebe zurück. So wird die Linie 66 nach Siegburg von den Stadtwerken zusammen mit den Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB, 50-prozentige Tochter der SWB-V) und die Linien 16 und 18 zusammen mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) betrieben. Letztere verkehren zwischen Köln und Bonn auf dem Streckennetz der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) nach Eisenbahnbestimmungen, weswegen die SWB-V auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen zugelassen sind.

LiniensponsoringBearbeiten

Die SWB verfolgen neben der üblichen Fahrzeugwerbung ein Konzept des Liniensponsorings. Dabei werden auf den gesponserten Linien fast ausschließlich Fahrzeuge eingesetzt, die Vollwerbung des Sponsors tragen. Außerdem taucht der Name des Sponsors an allen berührten Haltestellen und in sämtlichen Fahrplänen auf. Bis zum 14. Dezember 2008 wurden eine Stadtbahnlinie, zwei Buslinien und alle neun Nachtbuslinien gesponsert, wobei die Fahrzeuge der Nachtbuslinien tagsüber im normalen Linienverkehr im Einsatz sind. Zurzeit wird nur eine Nachtbuslinie gesponsert. Die bis dahin auf den Sponsorlinien eingesetzten Fahrzeuge rollen nun im regulären Linienverkehr.

SchienenverkehrBearbeiten

 
Linie 5 auf einer Postkarte von 1904

StraßenbahnBearbeiten

Das Schienennetz der SWB besteht aus zwei einander überlappenden Teilen: Zum einen gibt es ein Straßenbahnnetz mit drei Linien, die sich am Stadthaus treffen, so dass jeder Ast von zwei Linien befahren wird. Die Linie 65 fährt allerdings nur im Schülerverkehr sowie als Ein- und Ausrückfahrt der Linie 61 vom/zum Betriebshof in Beuel. Auf dem Straßenbahnnetz verkehren ausschließlich Niederflur-Straßenbahnwagen, die an leicht erhöhten Bordsteinen (Haltestellenkaps) einen ebenen Einstieg ermöglichen. 2004 waren knapp zwei Drittel aller Haltestellen entsprechend ausgestattet.

 
SWB 9470 an der Haltestelle Pützstraße

StadtbahnBearbeiten

Zum anderen gibt es ein Stadtbahnnetz, das in der Bevölkerung auch als U-Bahn bezeichnet wird. Es konzentriert sich um einen zentralen Tunnel und einen unterirdischen Knotenpunkt am Hauptbahnhof. Im Tunnel fahren tagsüber 15–18 Züge pro Stunde und Richtung. Ein weiterer Tunnel ersetzte 1994 die eingleisige Ortsdurchfahrt in Bad Godesberg und verlängerte die Strecke um eine Station nach Süden bis zur Stadthalle.

BuslinienBearbeiten

Das Busnetz ist sternförmig auf den Busbahnhof am Hauptbahnhof ausgerichtet. Mit Ausnahme von vier Tangentiallinien und sechs Linien im Stadtbezirk Bad Godesberg berühren alle Linien den Hauptbahnhof. Die meisten Linien werden tagsüber im 20-Minuten-Takt bedient, wobei auf vielen Strecken durch Linienüberlagerung ein 10-Minuten-Takt erreicht wird. Linien der RSVG und RVK, die Bonn durchfahren, haben teilweise deutlich seltenere Fahrtenfolgen. In den Abendstunden werden die Taktfrequenzen deutlich ausgedünnt. Dafür wird dann am Hauptbahnhof ein zentraler Anschluss hergestellt und abgewartet.

LiniennummernBearbeiten

Traditionell waren in Bonn die einstelligen Liniennummern für Straßenbahnen und der Zehner-Block für die Linien des Oberleitungsbus Bonn reserviert. Nach Einstellung des O-Bus-Betriebs und der Eingemeindung von Bad Godesberg erhielten die Linien in Godesberg stattdessen die Liniennummern 10 und folgende. Mit der Einführung der VRS-einheitlichen dreistelligen Liniennummern wurde 1987 allen Liniennummern die Ziffer 6 – entsprechend der Nummer des Fahrplanbereichs Bonn – vorangestellt. Niedrigste Liniennummer wurde die 610. Dieses Schema hat seitdem mehrere Netzreformen überstanden, auch wenn es kurzzeitig eine Linie 608 gab.

Im Juni 2008 beschloss der Rat der Stadt Bonn ein neues Buskonzept, das am 14. Dezember 2008 eingeführt wurde. Ausgehend von geänderten Linienführungen und -fahrtakten wurden neue Liniennummern zugeteilt: Die Hauptlinien tragen die Nummern 600 bis 615 und die Nebenlinien werden mit 630 bis 640 durchnummeriert. Erstmals gibt es auch ein Taxibus-Angebot. Dieses wird bei Bedarf mit Fahrzeugen örtlicher Taxiunternehmen bedient. Die Hauptlinien sind zu Linienpaaren zusammengefasst, die weitgehend parallel fahren und deren Takte sich überlagern sollen, so dass auf vielen Streckenabschnitten tagsüber ein 10-Minuten-Takt, abends und am Wochenende ein 15-Minuten-Takt entsteht. Mit Ausnahme der Linie 640 verkehrt keine Nebenlinie über den Hauptbahnhof, da diese in der Regel als Querverbindungen zu den Hauptlinien verlaufen.

Linien der Stadtwerke Bonn:

Linie Verlauf
600 Ippendorf - Venusberg - Südstadt - Bonn Hbf - Castell - Graurheindorf
601 Venusberg Uniklinikum - Poppelsdorf - Bonn Hbf - Castell - Auerberg - Tannenbusch
602 ( Venusberg Uniklinikum - ) Waldau - Ippendorf - Poppelsdorf - Bonn Hbf - Heerstraße - Nordstadt - Tannenbusch
603 Röttgen - Ippendorf - Poppelsdorf - Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Ost - Neu Vilich - Pützchen/Bechlinghoven
604 Ückesdorf - Lengsdorf - Endenich - Kaufmannstraße - Bonn Hbf - Heerstraße - Nordstadt - Auerberg - Buschdorf - Hersel
605 Duisdorf Bf - Duisdorf Mitte - Lengsdorf - Endenich - Kaufmannstraße - Bonn Hbf - Heerstraße - Nordstadt - Auerberg - Graurheindorf - Mondorfer Fähre
606 Malteser Krankenhaus - Medinghoven - Duisdorf Bf - Duisdorf Mitte - Endenich - Kaufmannstraße - Bonn Hbf - Beuel Mitte/Hermannstraße - Limperich - Ramersdorf
607 Malteser Krankenhaus - Medinghoven - Duisdorf Bf - Duisdorf Mitte - Endenich - Kaufmannstraße - Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Bf - Limperich - Ramersdorf
608 Hardthöhe Südwache - Brüser Berg - Duisdorf Mitte - Endenich - Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Ost - Pützchen - Kohlkaul - Gielgen
609 Hardthöhe Südwache - Brüser Berg - Duisdorf Mitte - Endenich - Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Ost - Pützchen - Holzlar - Gielgen
610 Duisdorf Bf - Lessenich - Meßdorf - Dransdorf - Endenich Nord Bf - Endenich - Bonn Hbf - UN-Campus Bf - Heussallee - Gronau - Hochkreuz - Plittersdorf - Villenviertel - Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Bad Godesberg Mitte - Muffendorf - Heiderhof
611 Lessenich Sportplatz - Lessenich - Meßdorf - Dransdorf - Endenich Nord Bf - Endenich - Bonn Hbf - UN-Campus Bf - Heussallee - Gronau - Rheinaue - Hochkreuz - Hochkreuz Ost - Plittersdorf - Villenviertel - Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Bad Godesberg Mitte - Muffendorf - Heiderhof
612 Hindenburgplatz - Dottendorf - Friesdorf - Bad Godesberg Mitte - Pennenfeld - Lannesdorf - Mehlem Fähre
613 Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Rüngsdorf - Mehlem Bf - Giselherstraße
614 ( Hindenburgplatz - Dottendorf - ) Bad Godesberg Mitte/Koblenzer Straße - Pennenfeld - Mehlem Bf - Lannesdorf - Giselherstraße - Im Rosenberg
615 Evangelisches Krankenhaus - Bad Godesberg Mitte - Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Rüngsdorf - Mehlem Bf - Giselherstraße
630 Tannenbusch - Buschdorf - Dransdorf - Meßdorf - Lessenich - Duisdorf Bf - Medinghoven - Brüser Berg - Ückesdorf - Ippendorf - Venusberg Uniklinikum ( - Kessenich - Dottendorf - Heussallee - Gronau )
631 Tannenbusch - Dransdorf - Endenich Nord Bf - Kaufmannstraße - Poppelsdorf - Kessenich - Dottendorf - Friesdorf - Robert-Schuman-Platz
632 Venusberg Uniklinikum - Poppelsdorf - Endenich - Nordstadt - Chlodwigplatz - Beuel Mitte/Hermannstraße - Beuel Bf
633 Duisdorf Bf - Alfter - Roisdorf - Bornheim - Sechtem
635 Ramersdorf - Küdinghoven - Pützchen - Holzlar - Hangelar Ost
636 Beuel Mitte - Beuel Bf - Küdinghoven - Ramersdorf - Holtorf - Gielgen - Hangelar Ost
637 Robert-Schuman-Platz - Plittersdorf - Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Bad Godesberg Mitte - Marienforster Steinweg
638 Robert-Schuman-Platz - Plittersdorf - Bad Godesberg Bf/Rheinallee → Bad Godesberg Mitte → Muffendorf → Pennenfeld → Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Plittersdorf - Robert-Schuman-Platz
640 Bonn Hbf - Beuel Mitte - Schwarzrheindorf - Geislar - Meindorf - Menden - Mülldorf - Siegburg Bf
680 Lessenich Sportplatz - Duisdorf Bf - Alfter-Oedekoven - Gielsdorf
SB55 Bonn Hbf - Beuel Mitte - Niederkassel - Mondorf - Rheidt - Ranzel - Lülsdorf
SB60 Bonn Hbf - Köln/Bonn Flughafen
SB69 Bonn Hbf - Endenich - Brüser Berg - Hardthöhe Südwache


Linien der RSVG in Bonn:

Linie Verlauf
516 Vilich-Müldorf Kirche - Pützchen - Holzlar - Hoholz - Rott - Hennef Bf
529 Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Bf - Pützchen/Bechlinghoven - Sankt Augustin - Buisdorf - Hennef Bf
537 Bonn Hbf - Beuel Mitte - Beuel Bf - Pützchen Süd - Vinxel - Stieldorf ( - Thomasberg ) - Oberpleis Bbf
550 Bonn Hbf - Beuel Mitte - Schwarzrheindorf - Niederkassel - Mondorf - Rheidt - Ranzel ( weiter als Linie 163 nach Wahn Bf )
551 Bonn Hbf - Castell - Graurheindorf - Bergheim - Eschmar - Sieglar - Troisdorf


Linien der RVK in Bonn:

Linie Verlauf
800 Bonn Hbf - Endenich - Duisdorf Mitte - Duisdorf Bf - Witterschlick - Volmershoven - Lüftelberg - Rheinbach
812 Volmershoven - Witterschlick - Brüser Berg
843 Alfter Hertersplatz - Alfter Impekoven - Duisdorf Bf - Duisdorf Mitte - Brüser Berg - Ückesdorf - Merl - Meckenheim
845 Bonn Hbf - Endenich - Duisdorf Mitte - Duisdorf Bf - Buschhoven - Swisstal - Heimerzheim
855 Bad Godesberg Rheinufer - Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Villip - Merl - Meckenheim ( - Rheinbach )
856 Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Wachtberg Ließem - Wachtberg Berkum - Werthhoven - Oedingen
857 Bad Godesberg Bf/Rheinallee - Niederbachem - Wachtberg Berkum - Wachtberg Adendorf - Meckenheim


Linien der Transdev in Bonn:

Linie Verlauf
846 Mehlem Bf - Oberwinter - Remagen


Taxibusse:

Linie Verlauf
T650 Poppelsdorfer Allee - Lotharstraße
T651 Röttgen - Ückesdorf

SubunternehmerBearbeiten

Auf nahezu allen Linien der SWB kommen neben eigenen Bussen auch Fahrzeuge von Subunternehmern zum Einsatz. Hier hat in den vergangenen Jahren eine starke Konzentration stattgefunden, sodass diese Leistungen mittlerweile ausschließlich von der RegioBus Rheinland (RBR), einem Tochterunternehmen der RVK, erbracht werden.

Daneben werden noch Fahrzeuge und Personal der SWB-Tochter SWB mobil eingesetzt, die sich jedoch aus Fahrgastsicht nicht von „normalen“ SWB-Fahrzeugen unterscheiden. Aus unternehmerischer Sicht entscheidender Unterschied ist, dass für Personal der SWB mobil ein anderer Tarifvertrag als für die Mitarbeiter der SWB Bus und Bahn gilt.

NachtbusseBearbeiten

Das Nachtbus-Netz besteht aus zehn Linien, N1 bis N10, die vom Hauptbahnhof aus Rundkurse abfahren, sowie den Linien 66, 550 und 640. Unter der Woche finden drei bis vier, freitags und samstags fünf Abfahrten im Stundentakt, immer zur Minute '35 am Hauptbahnhof, statt. Als Besonderheit wurden bis zum 14. Dezember 2008 alle Nachtbuslinien von in Bonn ansässigen Unternehmen gesponsert. Zum 13. Dezember 2015 wurden die Fahrwege der Nachtbuslinien verkürzt und optimiert.

Liste der Nachtbuslinien in Bonn:

Linie Strecke
N1 Bonn Hbf – Nordstadt – Auerberg – Buschdorf – Tannenbusch – Nordstadt – Bonn Hbf
N2 Bonn Hbf – Endenich – Duisdorf – Medinghoven – Brüser Berg – Lengsdorf – Bonn Hbf
N3 Bonn Hbf – Südstadt – Kessenich – Dottendorf – Bad Godesberg Bf. – Plittersdorf – Friesdorf – Dottendorf – Kessenich – Südstadt – Bonn Hbf
N4 Bonn Hbf – Beuel – Neu Vilich – Pützchen – Kohlkaul – Gielgen – Holtorf – Beuel – Bonn Hbf
N5 Bonn Hbf – Poppelsdorf – Venusberg – Ippendorf – Röttgen – Ückesdorf – Ippendorf – Poppelsdorf – Bonn Hbf
N6 Bonn Hbf – Südstadt – Lengsdorf – Brüser Berg – Duisdorf – Endenich – Südstadt – Bonn Hbf
N7 Bonn Hbf – Hochkreuz – Bad Godesberg Mitte – Pennenfeld – Lannesdorf – Mehlem – Rüngsdorf – Bad Godesberg Bf. – Hochkreuz – Bonn Hbf
N8 Bonn Hbf – Beuel Süd – Oberkassel – Ramersdorf – Küdinghoven – Beuel – Bonn Hbf
N9 Bonn Hbf – Endenich Nord – Dransdorf – Lessenich – Duisdorf – Alfter-Impekoven – Oedekoven – Alfter (Stadtbahn) – Dransdorf – Bonn Hbf
N10 Bonn Hbf – Kaiserstraße – Rheinaue – Plittersdorf – Bad Godesberg Bf. – Heiderhof – Bad Godesberg Mitte – Hochkreuz – Kaiserstraße – Bonn Hbf

GeschichteBearbeiten

PferdebahnBearbeiten

Die ersten Bahnen in Bonn wurden am 19. April 1891 als Pferdebahn eröffnet. Gebaut wurde die Bahn durch die Firma Havestadt, Contag & Cie., mit der die Stadt Bonn am 22. und am 25. August 1890 einen Vertrag geschlossen hatte. Betreiber der Bahn war die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft, die am 19. November 1889 durch den Regierungsbaumeister Christian Havestadt und mehrere Banken in Berlin gegründet worden war. In Bonn war sie in der ebenfalls 1891 von Havestadt & Contag erbauten Halbvilla Coblenzerstraße 212 (heute Adenauerallee 212) beheimatet.

Die Firma Havestadt, Contag & Cie. eröffnete zunächst zwei Linien. Die erste führte von der Kreuzung Koblenzer Straße/Reuterstraße (heute Bundeskanzlerplatz) zum Markt, fuhr auf der Hinfahrt über den Münsterplatz und die Poststraße zum Bahnhof und von dort weiter nach Poppelsdorf. Der Gegenrichtung führte vom Bahnhof durch die Wesselstraße zurück zum Markt. Die zweite Linie führte vom Markt zum Wilhelmsplatz.

In den nächsten Jahren wurde das Netz wie folgt erweitert:

Eröffnungsdatum Strecke
1891 WilhelmsplatzKölnstraßeHeerstraße
1896–1907 Kreuzung Coblenzer Straße/ReuterstraßeRheinwegPützstraße in Kessenich

Nachdem man die Strecken am 27. Oktober 1899 an die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft veräußert hatte, folgte nur noch 1903 eine letzte Verlängerung der Pferdebahn. Sie wurde von der Poppelsdorfer Allee bis zum Jagdweg in Endenich erweitert.

Mit einem Vertrag vom 15. und 17. Oktober 1904 gingen die Pferdebahnen in den Besitz der Stadt Bonn über. Die Stadt legte die Pferdebahnen wie folgt still:

Stilllegungsdatum Strecke
29. Juni 1906 EllerstraßeMarkt
28. September 1906 Koblenzer StraßeMarkt
3. Oktober 1907 Poppelsdorfer AlleeEndenich
3. Oktober 1907 PoppelsdorfMarkt
24. November 1909 PützstraßeKoblenzer Straße

Bis auf letztere wurden alle Pferdebahnen in elektrische Straßenbahnen umgewandelt. Die Depots der Pferdebahn lagen neben der Villa Loeschigk, dem heutigen Palais Schaumburg.

 
Jungfernfahrt der ersten elektrischen Bahn auf der Strecke Bonn-Godesberg-Mehlem am 24. Juli 1911

Straßenbahn Bonn–Godesberg–MehlemBearbeiten

Hauptartikel: Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem

Zunächst als Dampfbahn verband die Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem (BGM) ab 1892 Bonn, Godesberg und Mehlem. Die Strecke bis Bad Godesberg ist heute Stadtbahnstrecke, der Abschnitt zwischen Bad Godesberg und Mehlem wurde 1976 stillgelegt.

Bahnen der Stadt Bonn Bearbeiten

Parallel zu den Pferdebahnen der Firma Havestadt, Contag & Cie. setzte die Stadt eigene Pläne zum Bau einer Straßenbahn um. Nachdem mit Mitteln aus der Bonner Bürgerschaft 1898 eine Rheinbrücke von Bonn nach Beuel fertiggestellt war, äußerte Havestadt, Contag & Cie. den Wunsch, die Brücke mit den Pferdebahnen zu benutzen. Dies wurde durch die Stadt Bonn abgelehnt. Am 11. März 1898 bekam die Stadt von der Eisenbahndirektion in Köln eine Konzession für den Bau und den Betrieb eine meterspurigen Kleinbahn.

 
Elektrische Bahn zwischen Bonn und Beuel (1902)

Am 21. Mai 1902 ging die 2,8 Kilometer lange von Siemens&Schuckert gebaute Straßenbahn zwischen den Bahnhöfen in Bonn und Beuel in Betrieb.

Nachdem die Pferde- und die Dampfbahn am 15. und 17. Oktober 1904 in den Besitz der Stadt übergegangen waren, beschloss man am 7. Dezember 1905, die Pferdebahnstrecke zu elektrifizieren und auf Regelspurweite umzuspuren. In den nächsten Jahren kam es zu folgenden Umstellungen und Neubauten:

Eröffnungsdatum- Strecke
15. September 1906 FriedrichplatzSternstraßeMarktStockenstraßeKoblenzer TorKoblenzer StraßeWeberstraße
29. September 1906 WeberstraßeSiebengebirgsstraße[3] in Gronau – Gronauer Stadthalle
1. März 1907 BahnhofPoppelsdorf
6. Dezember 1907 Bahnhof – Bonner TalwegMoltkestraßeArgelanderstraße – Venusberg
28. August 1908 RheindorfRheindorfer StraßeHerpenstraße in Grau-Rheindorf
14. August 1915 KessenichDottendorf
September 1915 FriedensplatzBornheimer StraßeVictoriabrücke – Beethovenplatz

Bis in das Jahr 1936 waren die Netze in der Innenstadt von Bonn getrennt. Die Direktion der Reichsbahn hatte es am 7. März 1905 abgelehnt, die Kreuzung der Pferdebahn mit den Gleisen der Reichsbahn auch für den elektrischen Betrieb freizugeben. Lediglich der Austausch von unbesetzten Wagen war gestattet.

Im Zweiten Weltkrieg musste die Bahn erhebliche Schäden im Fuhrpark und im Streckennetz hinnehmen. Nachdem der Betrieb des Öfteren zeit- und abschnittsweise hatte eingestellt werden müssen, wurde im Januar 1945 der Betrieb ganz eingestellt. Bis zum 1. Oktober 1946 war das Netz, bis auf einige kleinere Teilstücke, wieder in Betrieb. Unter anderem wurde die Strecke auf den Venusberg nicht wiederaufgenommen, da dieser Stadtteil von den alliierten Besatzungstruppen bewohnt wurde.

Am 28. August 1949 wurde der Abschnitt zwischen Koblenzer Straße und Gronau auf Omnibusbetrieb umgestellt. Den Mitgliedern der Bundesregierung war daran gelegen, dass sie sich mit ihren Wagen ungehindert im Regierungsviertel bewegen konnten, ohne auf die Straßenbahn Rücksicht nehmen zu müssen.

 
Linie 2

Nach der Wiederherstellung der Rheinbrücke war Beuel ab dem 12. November 1949 wieder mit der Straßenbahn erreichbar. Nachdem am 4. Oktober 1953 die beiden Strecken vom Bahnhof nach Poppelsdorf und von Endenich in die Rheindorfer Straße aus finanziellen Gründen stillgelegt waren, verfügte Bonn nur noch über drei Straßenbahnlinien. Am 3. April 1955 fielen die Strecken vom Venusberg und von Endenich zum Bahnhof den gleichen Gründen zum Opfer. Somit bestanden nur noch die Linie 1 von Dottendorf nach Rheindorf und die Linie 2 von Dottendorf nach Beuel.

Am 1. November 1966 wurde die Linie 1 im Zuge des Neubaues der Autobahn verlegt. Eine weitere Veränderung fand im September 1974 statt, als beide Linien wegen der Einrichtung der Fußgängerzone aus der Innenstadt verlegt wurden. 1976 versuchte die Bundesregierung ein weiteres Mal, die aus ihrer Sicht lästige und überflüssige Straßenbahn aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen, was aber unter anderem aufgrund des Widerstandes in der Bevölkerung nicht gelang.

Am 19. August 1994 wurde die Neubaustrecke von Graurheindorf bis Auerberg in Betrieb genommen. Weil die neue Endhaltestelle über keine Wendeschleife verfügt, wurden zu diesem Zeitpunkt alle alten (Einrichtungs-)Straßenbahnwagen ausgemustert und durch (Zweirichtungs-)Niederflur-Straßenbahnwagen ersetzt.

Köln-Bonner Eisenbahnen AGBearbeiten

In einem Gemeinschaftsverkehr mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) betreiben die Stadtwerke Bonn seit 1978 zwei Stadtbahnlinien nach Eisenbahnbestimmungen (EBO) auf dem Netz der Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE) und deren Nachfolgerin HGK zwischen Bonn und Köln.

 
Wanderausstellung des Historischen Vereins SWB in einem MB O 405

Historischer Verein SWBBearbeiten

Seit Februar 2006 engagiert sich der von Mitarbeitern der SWB gegründete und getragene Verein um die Vermittlung von Wissen über 120 Jahre historischer Entwicklung des Bonner Nahverkehrs. Mit Informationsveranstaltungen, Ausstellungen und durch die Erhaltung historischer Fahrzeuge und Gerätschaften tritt der Verein in der Öffentlichkeit auf. Der älteste erhaltene, noch in grüner Farbe lackierte, Bonner Standard-Linienbus, ein Mercedes-Benz O 305, wurde 2009 vom Verein gekauft und restauriert. Seit 2014 wird er für Sonderfahrten eingesetzt und vermietet.

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. SWB Bus und Bahn im VRM - SWB Bus und Bahn - Stadtwerke-Bonn. Abgerufen am 13. Januar 2019.
  2. www.bahninfo.de - SWB verkaufen VWS. Abgerufen am 13. Januar 2019.
  3. heute Heussallee