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Eybburg

Ortsteil des Marktes Arberg
(Weitergeleitet von Schloss Eybburg)

Eybburg ist ein Ortsteil des Marktes Arberg im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Eybburg
Markt Arberg
Koordinaten: 49° 6′ 18″ N, 10° 37′ 42″ O
Höhe: 480 m ü. NHN
Einwohner: 19 (2010)
Postleitzahl: 91722
Vorwahl: 09836
ehemalige Burgkapelle
Turmrest Eybburg
Kapelle / Torhaus Eybburg

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Weiler liegt rund 4,5 Kilometer südsüdöstlich von Arberg. Es ist der südlichste Teil des Marktes und gehört zur Gemarkung Kleinlellenfeld. Im Südwesten grenzt das Schwarzholz an. Dort erhebt sich der Waldsberg (486 m ü. NN). Ca. 0,5 km östlich liegt das Waldgebiet Eichelgarten, ca. 0,75 km westlich liegt der Dennenloher See, der als Badesee genutzt werden kann und eine Campinganlage hat.[1]

GeschichteBearbeiten

Erste Erwähnung fand die Ansiedlung im 14. Jahrhundert als „Lochhof“ oder „Lohhof“. Als Erster benannte sich Wilhelm I. Schenk von Arberg danach. Die Arberg waren eine Nebenlinie des weit verzweigten Geschlechts der Herren von Rothenburg. Der befestigte Lehenssitz der Erbschenken des Hochstiftes Eichstätt war als Raubritternest verschrien. Nach dem Tod Wilhelms III. Schenk von Lochhof im Jahr 1484 entbrannte ein Streit über dessen Hinterlassenschaften. Daraufhin entschied Bischof Wilhelm von Eichstätt laut Schiedsbrief vom 21. Juni 1484, dass der Lochhof durch die Vormünder der Kinder verkauft und aus dem Erlös die Witwe und Kinder entschädigt werden sollten. Der Verkaufspreis der Burg „mit Türmen, Vorhof, Gräben und Zwinger“ nebst einem Garten, 60 Morgen Ackerland, 28 Tagwerk Wiesen, einer Waldparzelle von 100 Morgen und 3 „Weiherlein“, ferner das Recht des Viehtriebs, betrug 900 Gulden.[2] 1487 wurde der Lohhof von Ritter Ludwig von Eyb-Sommersdorf (* 1417, † 20. Januar 1502) als Burg neu erbaut und in Eybburg umbenannt. Eybburg war anschließend hochstift-eichstättisches Lehen. Diese Linie nannte sich fortan von Eyb zu Eybburg. 1462 wurde Ludwig vom Hochstift Eichstätt als Pfleger von Arberg eingesetzt. Markgraf Albrecht von Ansbach und dessen Sohn Johann Friedrich wurden als Ratsherren für Onolzbach und als Landrichter eingesetzt. Bischof Georg von Bamberg und Albrecht II. übertrugen im Jahr 1486 das Lehen Brauneck. Ludwig starb am 20. Januar 1502 und wurde in Heilsbronn neben seiner Frau Magdalena Adelmann von Adelmannsfelden begraben. Ihr Sohn Anselm von Eyb zu Eyburg (* 1447) war Turmherr zu Bamberg und Eichstätt. Er begleitete 1468 Herzog Eberhard I. von Württemberg bei seiner Pilgerfahrt nach Jerusalem und starb 1477 noch vor seinem Vater. Sein Bruder Gabriel von Eyb wurde 1496 Bischof von Eichstätt. Der Bruder Caspar war Pfleger zu Arberg. Er starb bereits 1513 und wurde neben seinen Eltern im Kloster Heilsbronn begraben.[3]

Nach der Reichsacht über Karl Schenken von Arberg verlieh im Jahr 1533 Bischof Gabriel von Eyb (1455–1535, Fürstbischof von Eichstätt 1496–1535) dem Besitzer der Eybburg, Georg Ludwig dem Jüngeren von Eyb und seinen Erben das Erbschenkenamt.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) gehörte Eybburg zur Ruralgemeinde Kleinlellenfeld. Am 1. April 1971 schloss sich Kleinlellenfeld mit der Gemeinde Großlellenfeld zur Gemeinde Lellenfeld zusammen. Bei der Gebietsreform in Bayern kam Eybburg mit der Eingliederung des Landkreises Dinkelsbühl am 1. Juli 1972 in den Landkreis Ansbach. 1978 wurde die Gemeinde Lellenfeld und somit auch Eybburg in den Markt Arberg eingegliedert.

Heute besteht der Weiler aus fünf Anwesen.

Bau- und BodendenkmälerBearbeiten

  • Von der ehemaligen Burg, einer rechteckigen Schlossanlage, haben sich bauliche Reste wie Zwingermauern und zwei Turmfundamente in den Gebäuden eines Bauernhofes erhalten. Dieser befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zugänglich. Neben den einstigen Wassergräben erhielt sich eine Hauskapelle im ehemaligen Zugbrückeneingang. Diese ehemalige Toranlage ist heute ein kleiner Satteldachbau. Beide sind als Baudenkmäler eingetragen.[4]
  • Auf der Flur Schanzfeld gibt es eine spätkeltische Viereckschanze. Die Anlage mit rund 100 × 85 Metern Länge stammt aus der Zeit von etwa 200 v. Chr. bis um Christi Geburt. Das archäologische Geländedenkmal, dessen ursprünglicher Verwendungszweck noch weitgehend unbekannt ist, ist ein gesetzlich geschütztes Bodendenkmal im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind erlaubnispflichtig, Zufallsfunde sind den Denkmalbehörden anzuzeigen. Es liegt rund 350 Meter nordwestlich von Eybburg.[4][5]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Arberg#Eybburg

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002010
Einwohner 19 53 21 23 31 24 21 26 21 14 13 19
Häuser[6] 3 3 4 4 4 4 4 5
Quelle [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17]

ReligionBearbeiten

Eybburg gehört der katholischen Pfarrei St. Blasius in Arberg an.

VerkehrBearbeiten

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße AN 47, die nach Kleinlellenfeld bzw. nach Oberschwaningen führt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eybburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eybburg im BayernAtlas
  2. J. P. J. Gewin: Die Verwandtschaften und politischen Beziehungen zwischen den westeuropäischen Fürstenhäusern im Frühmittelalter, H. L. Smits, 1964, S. 185
  3. Zeitschrift des Historischen Vereins für das Württembergische Franken, Band 5 estes Heft, 1839 S. 261ff.
  4. a b Hans Wolfram Lübbeke, Otto Braasch: Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler. Band 5 von Denkmäler in Bayern, hrsg. von Michael Petzet, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1986, ISBN 3-486-52396-1. S. 217
  5. Infotafel vor Ort
  6. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840, 1852 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“.
  7. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 21 (Digitalisat). Dort als Eibburg aufgelistet.
  8. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 253 (Digitalisat).
  9. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1004, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  10. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1103 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1168 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1206 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1037 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 762 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 324 (Digitalisat).