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Bei der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung handelt es sich um eine kleine Lokalzeitung mit einer verkauften Auflage von 2870 Exemplaren, einem Minus von 9,8 Prozent seit 1998.[1]

Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung

Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag C. Bösendahl GmbH & Co. KG
Hauptsitz Bückeburg
Erstausgabe 1873
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage 2870 Exemplare
(IVW 1/2019, Mo–Sa)
Chefredakteur Stefan Reineking
Weblink www.szlz.de

Sie erscheint in der Stadt Bückeburg und im Landkreis Schaumburg in der Grimmeschen Hofbuchdruckerei, einer Zweigniederlassung der C. Bösendahl GmbH & Co. KG, Rinteln (Schaumburger Zeitung). Dieser Verlag ist zwar formal unabhängig, gehört aber wiederum zu 100 Prozent dem Verlag C.W. Niemeyer aus Hameln (Deister- und Weserzeitung).

Die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung konkurriert mit den Schaumburger Nachrichten (Stadthagen), die zu achtzig Prozent der Verlagsgesellschaft Madsack (Hannoversche Allgemeine Zeitung) gehört.

Zusammen mit der Deister- und Weserzeitung bezieht die Zeitung ihren „Mantel“, das heißt die überregionalen Politik-, Wirtschafts- und Sportseiten, seit 2004 von der Hannoverschen Allgemeinen, mit dessen Verlag vielfältige Verflechtungen bestehen, was wie bei der mittlerweile eingestellten Deister-Leine-Zeitung die Existenz gefährden könnte.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung erschien erstmals im Jahr 1873 in Hannover-Herrenhausen. 1889 wurde das Blatt an ein Konsortium von Mitgliedern der Konservativen Partei im damaligen Land Fürstentum Schaumburg-Lippe verkauft, hinter dem jedoch das Fürstenhaus stand. Der Sitz der Zeitung wurde danach nach Bückeburg verlegt, der Druck erfolgte seither bei der Hofbuchdruckerei August Grimme. Ab dem Folgejahr erschien die Zeitung täglich.

Anders als andere deutsche Heimatzeitungen war die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung nicht über den Verleger eng mit den Honoratioren von Stadt und Land verknüpft, sondern sie hatte als Organ des Fürsten den direkten Auftrag einer Meinungsbildung im landesherrschaftlichen Sinne.

In der Weimarer Republik nach dem Ersten Weltkrieg kam die Zeitung in den Einfluss der rechtskonservativen Deutsch-Nationalen Volkspartei (DNVP). Diese geriet seit Ende der 20er Jahre in das Fahrwasser der NSDAP und trat 1933 auch in das erste Kabinett Hitlers ein.

Wie die DNVP band sich auch die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung bereits 1933 eng an die NSDAP: Im Juni wurden die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung und das NS-Blatt Die Schaumburg zusammengelegt (gemeinsamer Titel Die Schaumburg. Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung), wobei die Hofkammer der Fürsten von Schaumburg-Lippe an der fusionierten Zeitung einen Anteil von 45 Prozent erhielt.

Als 1934 die NSDAP vorgab, dass parteiamtliche Zeitungen von den Gauleitern zu übernehmen sind, verkaufte die Hofkammer ihren Anteil. Die Schaumburg. Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung war damit auch von der Eigentümerstruktur vollends zu einem NS-Kampfblatt geworden. Bei Kriegsende im Jahr 1945 stellte die Zeitung ihr Erscheinen ein.

1950 erfolgte die Wiedergründung der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung, herausgegeben diesmal von der Familie des früheren Zeitungsdruckers, Mathilde Grimme und Sohn August.

Nach dem Tode von August Grimme wurde die Zeitung 1974 gemeinsam von den Verlagen Niemeyer (Hameln) und Bösendahl (Rinteln) übernommen, 1996 mit dem Verlag Bösendahl verschmolzen.

AuflageBearbeiten

Die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung hat in den vergangenen Jahren leicht an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 9,8 Prozent gesunken.[3] Sie beträgt gegenwärtig 2870 Exemplare.[4] Das entspricht einem Rückgang von 311 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 89,6 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[5]

 


Als eine der ganz wenigen heute noch bestehenden Zeitungen konnte die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung ihre Auflage im Vergleich zum Jahr 1934 (Auflage damals 5.300 Exemplare) nicht erhöhen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich Pätzold/Horst Röper: Medienatlas Niedersachsen-Bremen 2000. Medienkonzentration - Meinungsmacht - Interessenverflechtung. Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH, Hannover 2000, ISBN 3-89384-043-5
  • Jörg Aufermann/Victor Lis/Volkhard Schuster: Zeitungen in Niedersachsen und Bremen. Handbuch 2000. Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverleger/Zeitungsverlegerverband Bremen, Hannover/Bremen 2000, ISBN 3-9807158-0-9

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Jan Söfjer: Das Bauernopfer - Warum die Deister-Leine-Zeitung sterben musste. In: journalist 4/2012, hier online, abgerufen am 31. August 2012.
  3. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)