Rolando Uríos

kubanisch-spanischer Handballspieler

Rolando Uríos Fonseca (* 27. Januar 1971 in Bayamo, Kuba) ist ein ehemaliger Handballspieler. Der gebürtige Kubaner nahm später die spanische Staatsbürgerschaft an.

Rolando Uríos
Rolando Uríos

Rolando Uríos am 20. Februar 2008 in der Kölnarena

Spielerinformationen
Voller Name Rolando Uríos Fonseca
Geburtstag 27. Januar 1971
Geburtsort Bayamo, Kuba
Staatsbürgerschaft KubanerKubaner kubanisch; SpanierSpanier spanisch
Körpergröße 1,93 m
Spielposition Kreisläufer
Wurfhand rechts
Vereinsinformationen
Verein Karriere beendet
Vereine als Aktiver
von – bis Verein
1997–1998 UngarnUngarn KC Fotex Veszprém
1998–2001 FrankreichFrankreich US Ivry HB
2001–2009 SpanienSpanien BM Ciudad Real
Nationalmannschaft
  Spiele (Tore)
KubaKuba Kuba
SpanienSpanien Spanien
79 (?)
53 (182)
Stationen als Trainer
von – bis Station
2011–? SpanienSpanien BM Ciudad Real II
2013–2014 SpanienSpanien Cátedra 70 de Malagón
2014–? SpanienSpanien BM Alarcos in Ciudad Real
2018–? Dominikanische RepublikDominikanische Republik Dominikanische Republik
2019–2019 SpanienSpanien Handbol Marratxí
2019–2020 DeutschlandDeutschland HSV Wildau
2020– DeutschlandDeutschland VfL Tegel Berlin

Stand: 21. Mai 2020

Rolando Uríos Fonseca

Er gilt auf der Position des Kreisläufers als einer der weltweit besten Handballer des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts.[1] Ein wichtiges Element seiner Spielweise war der Einsatz seines deutlich überdurchschnittlich kraftvollen Körpers – bei einer Körpergröße von 1,93 m wog er über 110 Kilogramm.[2] Uríos spielte zuletzt für den in der spanischen Liga ASOBAL spielenden BM Ciudad Real, sowie 53 mal für die spanische Nationalmannschaft. Bevor er die spanische Staatsbürgerschaft annahm, spielte er 79 mal für die kubanische Auswahl.

Mit Ciudad Real gewann Rolando Uríos 2002 den Europapokal der Pokalsieger, 2003 erneut den Europapokal der Pokalsieger sowie die Copa del Rey de Balonmano, 2004 die spanische Meisterschaft sowie die Copa ASOBAL, 2005 die Copa ASOBAL sowie den spanischen Supercup, 2006 die Copa ASOBAL, die EHF Champions League sowie die Vereins-EM und 2007 die spanische Meisterschaft sowie die Vereins-EM. 2008 folgten die Titel der spanischen Meisterschaft, der Copa ASOBAL, der spanischen Supercup, der spanische Pokal und die Champions League. 2009 gewann er erneut die spanische Meisterschaft und die EHF Champions League.[3] Anschließend beendete er seine Karriere, nachdem er bereits seit Jahren an chronischen Knieschmerzen gelitten hatte.[2] Uríos Rückennummer 17 wird seitdem von BM Ciudad Real nicht mehr vergeben, sein Trikot wurde dauerhaft am Spielort der Mannschaft aufgehängt. Dieselbe Ehrung hatte der Verein zuvor nur dem zweifachen Welthandballer Talant Dujshebaev gewährt.[4]

Noch im kubanischen Trikot wurde Uríos bei der Weltmeisterschaft 1999 Torschützenkönig und leistete damit für sein Team einen wichtigen Beitrag zum Erreichen des achten Platzes, dem bisher größten Erfolg der kubanischen Handball-Nationalmannschaft. Als bester Kreisspieler wurde er in das All-Star-Team des WM-Turniers gewählt. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, als Kuba nach fünf Niederlagen in der Vorrunde bereits früh ausschied, erreichte Uríos in der Torjägerliste des Turniers noch den vierten Platz. Mit Spanien gewann er 2005 die Weltmeisterschaft in Tunesien; bei der Handball-Europameisterschaft 2006 gewann er Silber.

Uríos trainierte nach Beendigung seiner aktiven Karriere ab 2011 nacheinander die zweiten Mannschaften von BM Ciudad Real und Cátedra 70 de Malagón,[5] bevor er im August 2014 gemeinsam mit seinem langjährigen kubanischen Freund Julio Fis[6] als Nachwuchstrainer zum Verein BM Alarcos in Ciudad Real wechselte.[7] Ab Mai 2018 trainierte er die Dominikanische Männer-Handballnationalmannschaft.[8] Im Februar 2019 übernahm er das Traineramt vom spanischen Zweitligisten Handbol Marratxí.[9] In der Saison 2019/20 trainierte er den deutschen Brandenburgligisten HSV Wildau.[10] Im Sommer 2020 übernimmt er den Viertligisten VfL Tegel.[11]

Serienaufnahme von Uríos am KreisBearbeiten

Aus dem Champions League Spiel gegen den VfL Gummersbach am 20. Februar 2008

WeblinksBearbeiten

Commons: Rolando Uríos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Handball: Weltklasse-Kreisläufer Urios macht Schluss. In: Spox vom 17. August 2009, abgerufen am 16. April 2015
  2. a b Spanischer Weltklassespieler beendet Karriere: Kraftpaket Urios hört auf. In: Kicker vom 17. August 2009, abgerufen am 16. April 2015
  3. Karriereende für Rolando Uríos
  4. Ciudad Real retira la camiseta de Urios, que da por concluida su carrera. In: Marca vom 11. August 2009, abgerufen am 16. April 2015 (spanisch)
  5. Rolando Urios dirigirá al segundo equipo del Cátedra 70, abgerufen am 21. Oktober 2013
  6. Uríos-Fis, la conexión cubana en España. In: ABC vom 30. Januar 2006, abgerufen am 16. April 2015 (spanisch)
  7. Balonmano: El Alarcos "recupera" a Rolando Urios y Julio Fis. In: La Tribuna de Ciudad Real vom 15. August 2014, abgerufen am 16. April 2015 (spanisch)
  8. handball-world.news: Ex-Weltmeister trainiert künftig Dominikanische Republik, abgerufen am 18. Mai 2018
  9. diariodemarratxi.com: El exinternacional Rolando Urios ficha por el Club Handbol Marratxí, abgerufen am 7. Februar 2019
  10. sportbuzzer.de: Rolando Urios: Ein Weltstar trainiert den HSV Wildau , abgerufen am 10. Februar 2020
  11. handball-world.news: Viertligist VfL Tegel verpflichtet mehrfachen Champions-League-Sieger als Chefcoach, abgerufen am 21. Mai 2020