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Rick Nolan, 2012

Richard „Rick“ Michael Nolan (* 17. Dezember 1943 in Brainerd, Minnesota) ist ein amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Von 1975 bis 1981 vertrat er den sechsten, von 2013 bis 2019 den achten Kongresswahlbezirk Minnesotas im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Rick Nolan ist der Sohn von Mary und Hank Nolan, der Postangestellter war. Er besuchte bis 1962 die Brainerd High School und studierte an der Saint John’s University in Collegeville und an der University of Minnesota, die er 1966 mit einem Bachelor of Arts in High School Social Studies (in Deutschland etwa vergleichbar: Sozialkunde für Gymnasien) verließ. Später studierte er öffentliche Verwaltung an der University of Maryland und Pädagogik am St. Cloud State College. Nach seiner Studienzeit arbeitete Nolan sowohl als Geschäftsmann als auch im Schuldienst. Die Familie betreibt ein Sägewerk bei Crosby. Zwischen 1968 und 1972 lehrte er das Fach Sozialkunde in Royalton.

Nolan lebt in Crosby. Mit seiner Frau Mary hat er vier Kinder.[1] Sie haben gemeinsam über 100.000 Bäume gepflanzt.[2]

Politische LaufbahnBearbeiten

Nolan schloss sich der Demokratischen Partei an, die in Minnesota seit einer Fusion im Jahr 1944 Democratic-Farmer-Labor Party heißt. Von 1966 bis 1969 war er Mitarbeiter im politischen Stab des Demokraten Walter F. Mondale.[3] Von 1969 bis 1973 war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Minnesota. Bei der Wahl 1974 wurde er im sechsten Kongresswahlbezirk Minnesotas in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 1975 die Nachfolge von John M. Zwach antrat. Bei der Wahl 1972 war Nolan schon einmal gegen Zwack angetreten, aber noch mit 49 zu 51 Prozent unterlegen.[4] Bei der Wahl 1974 profitierte Nolan auch von den Auswirkungen der Watergate-Affäre, die der Republikanischen Partei schwer schadete. Zweimal wiedergewählt, gehörte Nolan drei Kongressen bis zum 3. Januar 1981 an. Dort vertrat er die westlichen und nördlichen Vorstädte von Minneapolis und große Teile des ländlichen Zentrums und Südwestens des Bundesstaates.[5] Bei der Wahl 1980 hatte Nolan auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Von 1981 bis 1986 war er Präsident der U.S. Export Corporation; von 1987 bis 1994 fungierte er als Präsident des Minnesota World Trade Center in Saint Paul. Fortan war er privater Geschäftsmann, bis er 2011 in die Politik zurückkehrte und bei der Wahl 2012 im achten Kongresswahlbezirk seines Staates gegen den republikanischen Mandatsinhaber Chip Cravaack antrat. Nolan setzte sich mit etwa 55 zu 45 Prozent der Stimmen durch[6] und trat am 3. Januar 2013 sein Mandat an. Er wurde bei den Wahlen 2014 und 2016 bestätigt.

Nolan gab im Februar 2018 bekannt, sich bei der Wahl 2018 nicht wieder für sein Mandat zu bewerben, sondern sich aus der Politik zurückzuziehen, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Sein Kongresswahlbezirk war schon jahrelang im Fokus beider Parteien und wurde durch Nolans Ankündigung zu einer der wenigen Möglichkeiten der Republikaner, bei der für sie als schwierig geltenden Halbzeitwahl in Donald Trumps Präsidentschaft ein Kongressmandat von den Demokraten zu erobern. Der im Nordosten des Bundesstaats gelegene Bezirk galt lange als Hochburg der Demokraten, wurde aber durch den Zuzug republikanisch geneigter Wähler in die am Südrand des Bezirks gelegenen nördlichen Vorstädte der Twin Cities kompetitiv. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann der Republikaner Donald Trump diesen Bezirk mit 15 Prozent Vorsprung und eroberte für seine Partei erstmals seit der Great Depression einige traditionelle Hochburgen der Demokraten in der von Bergbau, Industrie und Gewerkschaften geprägten Iron Range. Die Nachfolge Nolans galt daher als völlig offen.[7]

Stattdessen erklärte Nolan einen Tag vor Ende der Einreichungsfrist im Juni 2018, sich als Vizegouverneurskandidat an der Seite der bisherigen Attorney General Minnesotas Lori Swanson zu bewerben, die in der Vorwahl der Demokraten als Gouverneurin Minnesotas antrat. Beide unterlagen dem bisherigen Kongressabgeordneten Tim Walz und seiner Vizegouverneurskandidatin Peggy Flanagan in der Vorwahl am 21. August 2018.[8]

Nolans Mandat gewann der Republikaner Pete Stauber, der ihn am 3. Januar 2019 ablöste.

PositionenBearbeiten

Nolan steht in der Tradition des Progressivismus und gehörte dem Congressional Progressive Caucus an. In den siebziger Jahren setzte er sich für eine allgemeine, verpflichtende Krankenversicherung ein.[9] Anders als viele seiner Parteifreunde setzt er sich stark für die Bergbauindustrie ein, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor seines Wahlkreises ist. Er kritisiert die Citizens-United-Entscheidung des Supreme Court und fordert eine Begrenzung und Offenlegung von Wahlkampfspenden.[10]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rick Nolan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rick Nolan’s Biography. In: Vote Smart.
  2. Brady Slater: Nolan’s days in office grow short. In: Duluth News Tribune, 4. Dezember 2018.
  3. Rick Nolan’s Biography. In: Vote Smart.
  4. General Election 1972: MN District 6. In: Our Campaigns.
  5. General Election 1974: MN District 6. In: Our Campaigns. Siehe auch die Karte der Kongresswahlbezirke Minnesotas zwischen 1973 und 1982.
  6. Alex Friedrich, Dan Kraker, Mark Zdechlik: Nolan defeats Cravaack in 8th District. In: Minnesota Public Radio, 6. November 2012.
  7. Sam Brodey: What Rick Nolan’s retirement means for the race in Minnesota’s 8th District. In: MinnPost, 12. Februar 2018. Siehe die Karte der Kongresswahlbezirke Minnesotas von 2003 bis 2013; Nolans 8. Kongresswahlbezirk blieb seitdem weitgehend unverändert, siehe die Karte ab 2013.
  8. Christopher Magan: Attorney General Lori Swanson, Rep. Rick Nolan join up governor run, a day before filing deadline. In: Twin Cities, 4. Juni 2018; Ella Nilsen: Live results for Minnesota primary elections. In: Vox.com, 21. August 2018.
  9. Brady Slater: Nolan’s days in office grow short. In: Duluth News Tribune, 4. Dezember 2018.
  10. Maya Rao: U.S. Rep. Rick Nolan frustrated as he exits Congress, calling it ‘dysfunctional’. In: The Star Tribune, 27. Dezember 2018.