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Pearl Harbor (Film)

Film von Michael Bay (2001)

Pearl Harbor ist ein US-amerikanischer Film des Regisseurs Michael Bay aus dem Jahr 2001, der zur Zeit des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor und des US-amerikanischen Doolittle Raids im Zweiten Weltkrieg spielt. Hauptdarsteller sind Ben Affleck, Josh Hartnett und Kate Beckinsale. Bei einem Produktionsbudget von 132 Mio. US-Dollar erzielte die Gemeinschaftsproduktion von Touchstone Pictures und Jerry Bruckheimer Films mit 449 Mio. US-Dollar weltweit das sechsthöchste Einspielergebnis der Filme dieses Jahres.[1]

Filmdaten
Deutscher TitelPearl Harbor
OriginaltitelPearl Harbor
Pearlharbor-logo.svg
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch, Japanisch
Erscheinungsjahr2001
Länge176 Minuten
Director’s Cut: 177 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Director’s Cut: FSK 16

JMK 12
Director’s Cut: JMK 14
Stab
RegieMichael Bay
DrehbuchRandall Wallace
ProduktionJerry Bruckheimer,
Michael Bay
MusikHans Zimmer
KameraJohn Schwartzman
SchnittRoger Barton,
Mark Goldblatt,
Chris Lebenzon,
Steven Rosenblum
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die Filmgeschichte dreht sich um die zwei Freunde Rafe McCawley und Danny Walker, die sich seit Kindheitstagen kennen. Ihr großer Traum ist es, Piloten zu werden, schon mit sechs Jahren sammeln sie ihre ersten Erfahrungen mit der Fliegerei in einem Agrarflugzeug. Später treten beide den US Army Air Forces bei und stehen unter dem Befehl von Major James H. Doolittle. Rafe lernt die Militärkrankenschwester Evelyn Johnson kennen und wenig später sind die beiden ein Paar. Als sich die Lage in der Luftschlacht um England zuspitzt, verlässt Rafe Evelyn, um der Royal Air Force im Kampf gegen die deutsche Luftwaffe beizustehen.

Bald danach werden Danny und Evelyn mit ihren Einheiten auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii versetzt. Währenddessen wird Rafe im Kampf abgeschossen und stürzt ins Meer, woraufhin er für tot erklärt wird. Danny überbringt Evelyn die Nachricht von Rafes Tod. Nach einer Zeit der Trauer und einigem guten Zureden ihrer Freunde verlieben sie sich ineinander und kommen zusammen. Kurz vor dem Angriff der Japaner taucht überraschend Rafe wieder auf, der den Absturz mit Hilfe einiger französischer Fischer überlebt hat. Es kommt zum Konflikt der beiden Freunde, als Rafe von der intimen Beziehung der beiden erfährt. Rafe und Danny beginnen eine Schlägerei in einer Kneipe, an der sich auch die anderen Gäste beteiligen. Um dem Militärgefängnis zu entgehen, flüchten sie vor der anrückenden Militärpolizei gemeinsam in einem Auto und verbringen die Nacht an der Küste.

Am folgenden Morgen werden sie von den überfliegenden japanischen Kampfflugzeugen geweckt, der fatale Angriff auf Pearl Harbor beginnt. In der kommenden halben Stunde folgt ein zerstörerischer Schlag, in dessen Verlauf mehrere Schiffe versenkt und tausende Soldaten getötet werden. Rafe und Danny gelingt es als einzigen, jeweils noch ein Flugzeug vom Typ Curtiss P-40 von einem kleineren Wartungs-Flugplatz in der Nähe von O’ahu in die Luft zu bringen und zusammen mit der Bodenunterstützung sieben Flugzeuge der Japaner abzuschießen.

Nachdem der Angriff überstanden ist, beteiligen sich die beiden Freunde am Doolittle Raid, einem amerikanischen Luftangriff auf die japanische Hauptstadt Tokio. Sie sollen mit den hochmodernen B-25-Bombern vom Flugzeugträger USS Hornet starten. Am Morgen des 18. April 1942 startet die Flotte aus sechzehn B-25. Da die sich nähernden Schiffe jedoch zu früh von den Japanern entdeckt werden, müssen die Flugzeuge früher starten und dadurch eine größere Strecke zurücklegen als geplant und verfügen deswegen nach der erfolgreichen Bombardierung Tokios kaum noch über Treibstoff. Statt wie geplant ins Landesinnere von China zu fliegen, müssen sie kurz hinter der Küste notlanden und werden daraufhin von dort stationierten Japanern umzingelt. Den überlebenden Piloten gelingt es, die Japaner abzulenken und zu töten, dabei wird Danny jedoch durch zwei Kugeln aus nächster Nähe schwer verwundet. Kurz bevor er an den Schusswunden stirbt, erfährt er, dass Evelyn von ihm schwanger ist, woraufhin Danny Rafe bittet, sich um das Kind zu kümmern.

Die überlebenden Piloten kehren bald nach Dannys Tod in die USA zurück. Rafe lebt fortan mit Evelyn auf der Farm von Dannys Vater zusammen und kümmert sich mit ihr um den Sohn seines verstorbenen Freundes, der den Namen seines Vaters trägt.

Abweichungen der historischen VorlageBearbeiten

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  • Präsident Roosevelt erfuhr auch von einem Mitarbeiter, der in seinen Raum stürzte, vom Angriff der Japaner. Er war beim Mittagessen mit seinem Berater und Freund Harry Hopkins, als er den Anruf von Marineminister Frank Knox bekam.[2]
  • Die Szene, in der Präsident Roosevelt mit aller Kraft aus seinem Rollstuhl aufsteht und eine dramatische Rede hält (Zitat: do not tell me it can't be done!; zu deutsch: erzählen Sie mir nicht, es kann nicht durchgeführt werden!), ist frei erfunden.
  • Als die Protagonisten des Films sich im Kino die Wochenschau ansehen, sollen dort Bilder des deutschen Vormarsches und der Zerstörung durch die Wehrmacht in Europa gezeigt werden. Der kurz gezeigte Ausschnitt der Wochenschau zeigt aber eine Szene aus dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Köln im März 1945. Es ist einen Augenblick lang der Kölner Dom zu sehen.
  • Die Japaner haben bei ihrem Angriff auf Pearl Harbor nicht, wie im Film gezeigt, auf Zivilisten oder Krankenhäuser geschossen, sondern diese gemäß ihren Befehlen verschont.
  • Insbesondere die vor und während des Angriffs gezeigten Schiffe sind (mit Ausnahme der computergenerierten Darstellungen wie beispielsweise der explodierenden Arizona) fast ausschließlich moderne Einheiten der US Navy. Zu sehen sind beispielsweise Schiffe der Spruance-, Knox- und Garcia-Klasse sowie eine Anzahl von modernen Docklandungsschiffen.
  • Die Curtiss P-40 der Version N, mit denen Rafe und Danny den japanischen Angriff abzuwehren versuchen, wurden erst ab 1942 an die United States Army Air Forces ausgeliefert. In der Realität waren es P-40 der Version B. In der Eingangsszene „Angsthasenspiel“ im Januar 1941 ist in einer der Maschinen ein HUD-System eingebaut, das in dieser Form noch gar nicht verfügbar war.
  • Die japanischen Flugzeugträger verfügen über Winkeldecks, die erst Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurden. Die Brückenaufbauten sind untypisch, bei ihnen handelt es sich um spiegelverkehrte Aufnahmen älterer US-amerikanischer Flugzeugträger der Forrestal-Klasse aus den 1950er Jahren.
  • In den Einstellungen, die angeblich den marschierenden japanischen Flottenverband zeigen, sind moderne amerikanische Träger der Nimitz-Klasse, die von ebenfalls amerikanischen Lenkwaffenzerstörern der Arleigh-Burke-Klasse begleitet werden, zu sehen. Auch der amerikanische Träger (Hornet), von dem im späteren Film die B-25 Gruppe den Angriff auf Tokio startet, hat fälschlicherweise ein Winkeldeck, und man kann teilweise bei den Startszenen die Führungen der Dampfkatapulte sehen, die erst später in Flugzeugträgern eingebaut wurden.
  • Im Film sagt Präsident Roosevelt schon Anfang 1941, dass die amerikanische Industrie Rüstungsgüter an die Sowjetunion liefere. Das Leih- und Pachtgesetz zwischen den USA und Großbritannien wurde jedoch erst nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht nach dem 22. Juni 1941 auf die Sowjetunion erweitert. Somit kam es erst ab Juli/August 1941 zum Tragen.
  • Es gab im Frühjahr 1941 keine Tagesangriffe der deutschen Luftwaffe mehr auf London, wie es im Film dargestellt wird. Die Royal Air Force war 1941 luftbeherrschend über Südengland und dem Kanal. Zu solchen wie im Film gezeigten Großkämpfen kam es Anfang 1941 nicht mehr, denn die Luftschlacht um England fand bereits im Spätsommer 1940 statt.

SynchronisationBearbeiten

Die deutsche Synchronisation fand durch die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke statt. Das Dialogbuch schrieb Alexander Löwe, die Dialogregie führte Clemens Frohmann aus.[3]

Rolle Darsteller Deutscher Sprecher[3]
Rafe McCawley Ben Affleck Peter Flechtner
Danny Walker Josh Hartnett Simon Jäger
Evelyn Johnson Kate Beckinsale Marie Bierstedt
James Doolittle Alec Baldwin Klaus-Dieter Klebsch
Gooz Michael Shannon Michael Iwannek
Billy William Lee Scott Tobias Müller
Red Ewen Bremner Oliver Rohrbeck
Sandra Jennifer Garner Dascha Lehmann
Betty Jaime King Julia Ziffer
Barbara Catherine Kellner Bianca Krahl
Dorie Miller Cuba Gooding jr. Dietmar Wunder
Franklin D. Roosevelt Jon Voight Joachim Höppner
Jesse Thurman Dan Aykroyd Thomas Danneberg
Dannys Vater William Fichtner Torsten Michaelis

RezeptionenBearbeiten

KritikenBearbeiten

Pearl Harbor wurde von den Filmkritikern überwiegend negativ aufgenommen. So erzielte der Film bei Rotten Tomatoes lediglich 22 % beim Tomatometer. Im Gegenzug dazu erhielt der Streifen bei der Zuschauerwertung 66 %.[4]

Das Lexikon des internationalen Films urteilte:

„Aufdringliches Kriegsabenteuer mit unangenehmen patriotischen und heroischen Tönen, die auch nicht von den tricktechnisch ausgefeilten Schlachtszenen überspielt werden. Glatt und gefällig wie ein Werbespot zum Dienst an der Waffe, bietet sich das Bild einer ausgesprochen reaktionären Vergangenheitsbewältigung.“

Rolf Giesen und Ronald M. Hahn fassten es wie folgt zusammen:

„[…] und immer wieder stürzt die Kamera hinunter auf Pearl Harbor, als wäre der Film die Bombe, deren Explosion er zeigt. Und wie nennt man bitteschön auf gut Englisch einen Film bei dem es Freund und Feind graust: A Bomb, ganz recht! Verdummt in alle Ewigkeit.“

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

Der Film wurde im Jahr 2002 mit einem Oscar für den besten Tonschnitt ausgezeichnet. Die meisten Nominierungen, insbesondere der renommierten Preisverleihungen, bezogen sich auf die technische und musikalische Umsetzung. Im Kontrast zu Oscar- und Golden Globe-Nominierungen wurde der Film sechsmal für die goldene Himbeere nominiert.[6]

Oscarverleihung 2002
Golden Globe Awards 2002
Goldene Himbeere 2002
  • Nominierung in der Kategorie Schlechtester Film,
  • Nominierung in der Kategorie Schlechteste Regie
  • Nominierung in der Kategorie Schlechtester Schauspieler für Ben Affleck
  • Nominierung in der Kategorie Schlechtestes Drehbuch
  • Nominierung in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar für Ben Affleck mit Kate Beckinsale oder Josh Hartnett
  • Nominierung in der Kategorie Schlechtestes Remake

Veröffentlichungen und Director's CutBearbeiten

Ende 2001 folgte die Veröffentlichung des Films auf DVD und VHS. Im deutschen Fernsehen wurde Pearl Harbor 2002 im Pay TV und 2004 im Free TV erstmals ausgestrahlt. Seit 2007 wird der Film zusätzlich auf Blu-Ray vertrieben.[7]

Im Zuge der Veröffentlichung auf DVD wurde 2002 von Pearl Harbor ein sogenannter Director’s Cut produziert. Die Laufzeit dieser neuen Schnittfassung ist eine Minute länger, die zusätzlichen Aufnahmen beziehen sich überwiegend auf Gewaltdarstellungen. Der Director’s Cut von Pearl Harbor wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Er ist ausschließlich auf DVD verfügbar.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Box Office Mojo (engl.)
  2. National Archives: FDR’s “Day of Infamy” Speech, abgerufen am 25. Juli 2019
  3. a b Pearl Harbor. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 25. Juli 2019.
  4. Pearl Harbor In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 25. Juli2019.
  5. Rolf Giesen, Ronald M. Hahn: Die schlechtesten Filme aller Zeiten. Kino zwischen Trash und Kult, ISBN 3-89602-514-7
  6. IMDB.com - Pearl Harbor - Awards, abgerufen am 25. Juli 2019
  7. OFDB.de Pearl Harbor, abgerufen am 25. Juli 2019
  8. Vergleich der Schnittfassungen Kinofassung – Director's Cut von Pearl Harbor bei Schnittberichte.com, abgerufen am 25. Juli 2019