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Niederösterreichischer Fußballverband
(NÖFV)
Logo Niederösterreichischer Fußballverband.png
Gründung 16. Mai 1911
Wien
als Niederösterreicher
Fußball-Verband
Präsident Johann Gartner
Vereine (ca.) 510[1]
Mannschaften (ca.) 2200
Wettbewerbe 258
Sitz St. Pölten, Österreich
Homepage www.noefv.at

Der Niederösterreichischer Fußballverband (NÖFV) ist die Vereinigung der Fußballvereine des Bundeslandes Niederösterreich und übt seine Tätigkeit gemeinnützig aus. Der Niederösterreichischer Fußballverband ist ordentliches Mitglied des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) und dessen Satzungen unterstellt

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Jahre bis 1911Bearbeiten

In Baden wurde 1891 von den Professoren L. Lechner und H. Jülg während der Turnstunde im Badener Gymnasium das Fußballspiel eingeführt und noch im gleichen Jahr wurde die Gründung des Fußballklub Baden beschlossen, im Westen von Niederösterreich am 12. März 1899 eine Fußballmannschaft von Herzogenburg. Insgesamt 17 Fußballvereine gründeten 1900 die Österreichische Fußball-Union, die als Nachfolgeorganisation für das Komitees für die Veranstaltung von Fußballwettspielen fungierte. Die beiden Vereine First Vienna Football-Club 1894 und Vienna Cricket and Football-Club gründeten nach dem Zerfall der Österreichischen Fußball-Union, einen eigenen Österreichischen Fußballverband, dem die Vereine aus Niederösterreichs angehörten. Mit Hugo Meisl wurde 1905 ein neuer Schriftführer des ÖFV gewählt, der später auch Schiedsrichter und Verbandskapitän des Wunderteams war. Mit 107 Vereinen wurde 1907 die 100er Grenze, zum Großtenteil aus Wien und Niederösterreich, geknackt.

1911 – 1938: Gründung des Verbandes bis NS-ZeitBearbeiten

Am 16. Mai 1911 wurde der Verband als Niederösterreichische Fußballverband (NFV) gegründet, dem auch die Wiener Vereine angehörten. Im September des gleichen Jahres startete die erste Meisterschaft, bei der elf Wiener Klubs mitwirkten. Erster Meister wurde der SC Rapid vor dem Wiener Sportclub, WAF und WAC[2]. Die erste heimische Meisterschaft startete am 3. September 1911 und sollte nach englischem Vorbild mit zwölf Vereinen starten. Doch die AC Viktoria Wien fusionierte nach der vierten Runde mit der Wiener Sportvereinigung. Die Meisterschaft hatte schon damals verpflichteten Anstosszeiten und es wurden Relegationsspiele zwischen der ersten und zweiten Klasse durchgeführt.

Gründung und Auflösung von FBiNÖ und FUAN

Als erster Provinzmeister von Niederösterreich wurde 1914 der SC Germania Schwechat. Die Vienna gründete nach Vorfällen einen Gegenverband, den Fußballbund in Niederösterreich (FBiNÖ).[3] Dieser Gegenverband zum NFV versuchte, zusammen mit dem DFVfB und Český svaz footballový (ČSF) den Football Union of Austrian Nations (FUAN) als Gegenverband zum ÖFV zu gründen. Doch zwei Jahre später lösten sich beide Verbände, FBiNÖ und FUAN, auf und die Vereine, die sich dem FBiNÖ angeschlossen hatten, kehrten zum Niederösterreichischen Fußballverband zurück.

Gründung von VAFÖ

Der Zusammenbruch der Monarchie und die Gründung der Ersten Republik 1918 schufen auch im Fußball völlig neue Verhältnisse. Kleinere Vereine fühlen sich in diesen Jahren durch den Verband schlecht vertreten und vereinigten sich in einer Vereinigung, die später, 1926, als Freie Vereinigung der Amateur-Fußballvereine Österreichs (VAFÖ) gegründet wurde und die in den 1920er und 1930er Jahren großen Einfluss auf den gesamtösterreichischen Fußball hatte. Dadurch kam es 1919 zu einem Aufschwung in Niederösterreich und 30 neue Vereine dürften sich Provinzmeister nennen, aber uferte wegen dieser Vereinsspaltung dermaßen aus, dass 1926 die niederösterreichische Meisterschaft nicht zu Ende gespielt werde konnte.

Teilung von NÖFV und WFV

Auch nach dem Ersten Weltkrieg und der Zerschlagung der Doppelmonarchie blieb Wien die Hauptstadt von Niederösterreich. Nach langwierigen Diskussionen wurde Ende 1921 das „Trennungsgesetz“ beschlossen und Wien wurde am 1. Januar 1922 ein eigenes Bundesland. Das hatte auch Auswirkungen auf den Verband und am 15. Februar 1923 erfolgte die Teilung in den Wiener Fußballverband und den Niederösterreichischen Fußballverband. Erster Präsident des WFV wurde Ignaz Abeles, der 1911 Gründungspräsident des Niederösterreichischer Fußballverband war.[4] Nachfolger wurde 1927 Josef Gerö, unter dessen Leitung die Niederösterreicher sich 1928 dem Wiener Verband anschlossen. Nur fünf Jahre nach der Trennung war man wieder vereint. 1930 konnte sich der SC Krems als erste niederösterreichische Mannschaft den Titel des Amateurstaatsmeisters von Österreich sichern. 1933 gehörten der Landesgruppe Niederösterreich des VAFÖ, die ihren Sitz in Wien hatte, 161 Vereine mit rund 12.000 Mitgliedern an. Es wurde eine Meisterschaft in 11 Schutzgruppen, die damalige Bezeichnung für die niedrigste Spielklasse, ausgetragen.

1938 – 1945: NS-ZeitBearbeiten

Durch die verstärkte Ausbreitung des Fußballsportes in Niederösterreich wurden wieder verstärkte Versuche unternommen, einen eigenständigen Niederösterreichischen Fußballverband ins Leben zu rufen, die Annexion Österreich durch Hitler-Deutschland verhinderte dies jedoch vorerst. Aus dem ÖFB mit seinen 711 Vereinen (davon 273 aus Wien und etwa 200 aus Niederösterreich) wurde der Fußballbund Ostmark.

1945 – 1960: Nach dem Ersten WeltkriegBearbeiten

Nach dem Ersten Weltkrieg rief man am 6. August 1945 eine Generalversammlung ein in der Badner Wohnung von Tiber Ebert ein. Mit 84 Vereinen und 3000 Aktiven, trotz Hungers und Not, zerstörter und verwahrloster Sportplätze, trotz Mangels an Ausrüstungsgegenständen und beschwerlicher Fahrten mit unregelmäßig verkehrenden Personenzügen oder alten, zerbeulten Lastkraftwagen, entwickelte sich in Niederösterreich bald ein regionaler Meisterschaftsbetrieb. Karl Buchhart wurde als Verbandspräsident gewählt. Sporttoto, heute auch Toto genannt, wurde 1949 eingeführt. 1950 wurde Hans Rauscher als Präsident gewählt, der neben der Staatsliga A die Staatliga B initialisierte, sich für eine Landesmeisterschaft für Mittelschulen, später auch Schülerliga genannt, einführte. 1955 übersiedelte der ÖFB, WFV, Niederösterreichischer Fußballverband und Staatsliga in ein gemeinsames Gebäude in der Wiener Mariahilfer Straße 99, sodass man in der Lage war Sitzungen und Besprechungen der vier Verbände gleichzeitig abzuhalten. 1958 folgte Wladimir Sekyra dem unerwartet verstorbenen Hans Rauscher. 1959 beschloss man in einer Sitzung die Einführung der Regionalliga Ost als neue zweite Leistungsstufe als Ersatz der Staatsliga B.

Ab 1960 bis heuteBearbeiten

1962 übernahm Karl Beck die Präsidentenstelle für Wladimir Sekyra. Am 4. März 1967 wurde das neue Südstadt-Stadion vor 10.000 Zuschauern feierlich eröffnet. Im Eröffnungsspiel schlug der FC Admira/Wacker den Tiroler Verein FC Wacker Innsbruck mit 3:1. 1968/69 nahmen am Spielbetrieb bereits 391 Vereine und 452 Nachwuchsmannschaften teil. In der Saison 1973/74 wurde in Österreich die Zehnerliga eingeführt und es war der Baubeginn einer NÖFV-Sportschule in Lindabrunn. Im Februar 1974 eskalierten die Differenzen zwischen den Landesverbänden und dem ÖFB. Es wurden Kampfmaßnahmen gegen den ÖFB beschlossen und der Austritt angedroht. Aufgrund dieses Drucks wurde im April von der ÖFB-Hauptversammlung der Beschluss zur Einführung der Bundesliga und einer Nationalliga als zweithöchste Leistungsstufe mit jeweils zehn Mannschaften gefasst, wodurch es auch zur Einstellung der Regionalligen kam.

In der Saison 1985/86 wurden die zwei obersten Ligen mit zwei Zwölferligen und einer aus je acht Teams bestehenden Play-off-Runde (genannt Oberes-Play-Off – andere Bezeichnung Meister-Play-Off; Mittleres-Play-Off; Unteres-Play-Off – andere Bezeichnung Abstiegs-Play-Off) gespielt. Die Regionalliga Ost wurde durch eine Initiative des Niederösterreichischer Fußballverband wieder eingeführt. Am Jahresende 1985 umfasste der NÖFV bereits 466 Vereine. 1993 wurde das Play-Off-System abgeschafft und eine Zehnerliga für die erste Leistungsstufe und eine 16-Liga für die 2. Leistungsstufe mit neuen Auf- und Abstiegsbestimmungen eingeführt: Nun hatten auch die Zweitplatztierten die Möglichkeit durch eine Relegation aufzusteigen.

OrganisationBearbeiten

GeschäftsstelleBearbeiten

Geschäftsführer des Niederösterreichischen Fußballverbandes:

PräsidentBearbeiten

 
Wurde nach einer vierjährigen Unterbrechung 2016 wieder Präsi­dent des NÖFV: Johann Gartner
 
Dazwischen wurde der Ver­band vier Jahre lang von Ludwig Binder geleitet

Präsidenten des Niederösterreichischen Fußballverbandes:

Ausschüsse und KommissionenBearbeiten

Ausschüsse und Kommissionen des Niederösterreichischer Fußballverband sind:

  • Hauptgruppenmänner (Süd, Südost, West, Waldviertel, Nordwest, Nord und ein für Spitzenfussball)
  • Gruppenobmänner
  • Reservebearbeiter
  • Straufausschuss
  • Kontrollausschuss
  • Spielplatzausschuss
  • Schiedsrichterausschuss
  • Frauenfussballausschuss
  • Jugendausschuss
  • Jugendhauptgruppenobmänner
  • Schulfussballausschuss
  • Protestreferat
  • Sportreferat
  • Rechtreferat
  • Finanzreferat
  • Jugendreferat
  • Disziplinarreferat
  • Ehrenpräsidenten
  • Ehrenmitglieder

FußballbewerbeBearbeiten

Meisterschaft für Kampfmannschaft (Herren)Bearbeiten

Der Niederösterreichischer Fußballverband führt Meisterschaften in sechs Leistungsstufen durch.

Leistungsstufe Liga Teams
Österreich
4. 1. 1. NÖN-Landesliga 16 Teams
5. 2. 2. Landesliga Ost 14 Teams
2. Landesliga West 14 Teams
6. 3. Gebietsliga Nord/Nordwest 14 Teams
Gebietsliga Nordwest/Waldviertel 14 Teams
Gebietsliga Süd/Südost 14 Teams
Gebietsliga West 14 Teams
7. 4. 1. Klasse Nord 14 Teams
1. Klasse Nordwest 14 Teams
1. Klasse Nordwest-Mitte 14 Teams
1. Klasse Ost 14 Teams
1. Klasse Süd 14 Teams
1. Klasse West 14 Teams
1. Klasse West-Mitte 14 Teams
1. Klasse Waldviertel 14 Teams
8. 5. 2. Klasse Alpenvorland 12 Teams
2. Klasse Donau 12 Teams
2. Klasse Marchfeld 12 Teams
2. Klasse Ost 12 Teams
2. Klasse Ost-Mitte 12 Teams
2. Klasse Pulkauftal 12 Teams
2. Klasse Schmidatal 12 Teams
2. Klasse Steinfeld 12 Teams
2. Klasse Traisental 12 Teams
2. Klasse Triestingtal 12 Teams
2. Klasse Wachau 12 Teams
2. Klasse Waldviertel Süd 12 Teams
2. Klasse Waldviertel Thayatal 12 Teams
2. Klasse Wechsel 12 Teams
2. Klasse Weinviertel Nord 12 Teams
2. Klasse Weinviertel Süd 12 Teams
2. Klasse Ybbstal 12 Teams
2. Klasse Yspertal 12 Teams
8. 5. 3. Klasse Hornerwald 10 Teams
3. Klasse Mistelbach 10 Teams
    Gesamt 448 Teams

Insgesamt spielen ca. 448 Teams in den Leistungstufen. Das variiert natürlich von Saison zu Saison.

Meisterschaft für Reservemannschaften (Herren)Bearbeiten

Die Reservemannschaften der einzelnen Vereine kommen in der jeweiligen Liga der Kampfmannschaft zum Einsatz.

Meisterschaft für Kampfmannschaft (Frauen)Bearbeiten

Der Niederösterreichischer Fußballverband führt Meisterschaften in vier Leistungsstufen durch. In der Saison 2016/17 sind dies:

Leistungsstufe Liga Teams
Österreich
3. 1. AK Niederösterreich Frauen Landesliga 10 Teams
4. 2. Frauen-Gebietsliga Industrieviertel 10 Teams
Frauen-Gebietsliga Mostviertel 10 Teams
Frauen-Gebietsliga Nordwest-Waldviertel 6 Teams
Frauen-Gebietsliga Weinviertel 8 Teams
4. 2. Frauengruppe Süd 10 Teams
Frauengruppe Nordwest 6 Teams
Frauengruppe West 8 Teams
    Gesamt 68 Teams

Insgesamt spielen ca. 68 Teams in den Leistungstufen. Das variiert natürlich von Saison zu Saison.

Meisterschaft im NachwuchsbereichBearbeiten

Im Nachwuchsbereich gibt es Meisterschaften für U7- bis U18-Mannschaften.

Niederösterreichischer MeistercupBearbeiten

Der Niederösterreichische Fußballverband richtet auch einen Cupbewerb aus. Ein Pokalwettbewerb für Frauen wird in Niederösterreich nicht ausgespielt.

Teams in den LigenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Niederösterreichische Fußballverband, Verband im Überblick. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  2. Die Geschichte des Niederösterreichischen Fußballverbandes. Abgerufen am 11. Juni 2016.
  3. Fußballbund in Niederösterreich (FBiNÖ) wurde auch Fußballverband in Niederösterreich (FViNÖ) genannt, in der damaligen Ausgabe von Illustriertes Österreichisches Sportblatt gab es auch die Abkürzung FINÖ für Fußball-Interessenverband Niederösterreichs.
  4. Herbert Wesely/Josef Steindl: NÖFV-Chronik von 1911–2011, Niederösterreichischer Fußballverband, 16. Februar 2011 (PDF, 1,9 MB).