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Nagycenk
Wappen von Nagycenk
Nagycenk (Ungarn)
Nagycenk
Nagycenk
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Westtransdanubien
Komitat: Győr-Moson-Sopron
Kleingebiet bis 31.12.2012: Sopron-Fertőd
Kreis ab 1.1.2013: Sopron
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 42′ OKoordinaten: 47° 36′ 10″ N, 16° 41′ 55″ O
Fläche: 21,30 km²
Einwohner: 1.920 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 99
Postleitzahl: 9485
KSH kódja: 02495
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindeart: Großgemeinde
Bürgermeister: János Csorba (parteilos)
Postanschrift: Gyár u. 2
9485 Nagycenk
Website:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Nagycenk (deutsch Großzinkendorf oder Zinkendorf) ist eine ungarische Großgemeinde im Kreis Sopron im Komitat Győr-Moson-Sopron. Die Gemeinde vertritt Ungarn in der European Charter – Villages of Europe, eine Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen 28 EU-Ländern.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Großgemeinde Nagycenk liegt im Westen Ungarns unmittelbar an der Grenze zu Österreich, südlich des Neusiedlersees, gegenüber der burgenländischen Ortschaft Deutschkreutz. Die Großgemeinde besteht bis heute aus zwei Teilen, die baulich und durch den Bach Ikva getrennt sind: Kiscenk (Kleinzinkendorf) und Nagycenk.

GeschichteBearbeiten

Bei Ausgrabungen wurden Überreste aus der Hallstattzeit, sowie Gräber aus der Römer- und der Awarenzeit. gefunden. Der Ort wurde 1291 erstmals erwähnt und war lange geprägt durch die Familien reicher Großgrundbesitzer wie der Széchenyi.[1] Das barocke Herrenhaus der Familie von 1759 ließ István Széchenyi 1834–40 im neoklassizistischen Stil zum Schloss umbauen.[2]

Kiscenk und Nagycenk waren lange Zeit zwei selbstständige Gemeinden, bis sie am 1. Oktober 1893 verwaltungsmäßig vereinigt wurden.

Bei der Volksabstimmung 1921 im Burgenland stimmte die im Gegensatz zu den Nachbardörfern mehrheitlich magyarische Bevölkerung geschlossen für den Verbleib des Gebietes von Sopron bei Ungarn.[3]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee, ermordete die SS in Nagycenk hunderte inhaftierte Juden, die anschließend vergraben wurden.[4]

Die Gemeinde und das Gut gehört bis 1945 zur Familie Széchenyi.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Nagycenk ist Mitglied der European Charter – Villages of Europe, einer Gruppe ländlicher Gemeinden aus allen 28 EU-Ländern.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Széchenyi

VerkehrBearbeiten

Nagycenk ist Kreuzungspunkt der Hauptstrassen Nr. 84 (in Richtung Budapest) und Nr. 85 (zum Plattensee). Von der Großgemeinde liegt nordwestlich Kópháza, nördlich Fertőboz, nordöstlich Hidegség, östlich Pereszteg und südöstlich Sopronkövesd. Der Ort liegt an der Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn.

Bildung und SportBearbeiten

Es gibt einen Kindergarten und eine Grundschule. 1991 wurde anlässlich der 100-jährige Vereinigung der zwei Gemeinden eine Turnhalle eröffnet.

MedienBearbeiten

Die Großgemeinde hat ein eigenes, monatlich erscheindes Informationsblatt namens Cenki Híradó.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

 
Groß und Klein Zinkendorf (Mitte oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Webseite der Gemeinde Nagycenk (Memento vom 13. Januar 2010 im Internet Archive)
  2. Bernhard Abend: Ungarn. Baedeker. ISBN 3-82971-092-5, S. 374.
  3. Arnold Suppan: Jugoslawien und Österreich 1918–1938. Bilaterale Außenpolitik im europäischen Umfeld. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1996, ISBN 3-486-56166-9, S. 160; Oskar Helmer: 40 Jahre Burgenland. Ein Land wählt die Freiheit. Wiener Volksbuchhandlung, Wien 1961, S. 50.
  4. Randolph L. Braham: The politics of genocide. The Holocaust in Hungary. Wayne State University Press, Detroit 2000, ISBN 0814326919, S. 51; Tibor Timothy Vajda: In the Whirlwind of History. Struggle on and Keep the Faith. Verlag iUniverse, New York 2003, ISBN 059529314X, S. 206.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nagycenk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien