Mirabeau (Vaucluse)

Gemeinde im Département Vaucluse, Frankreich

Mirabeau ist eine französische Gemeinde mit 1324 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Kanton Mormoiron im Arrondissement Apt.

Mirabeau
Wappen von Mirabeau
Mirabeau (Frankreich)
Mirabeau
Staat Frankreich
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département (Nr.) Vaucluse (84)
Arrondissement Apt
Kanton Pertuis
Gemeindeverband Territoriale Sud-Luberon
Koordinaten 43° 42′ N, 5° 39′ OKoordinaten: 43° 42′ N, 5° 39′ O
Höhe 214–628 m
Fläche 31,52 km²
Einwohner 1.324 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km²
Postleitzahl 84120
INSEE-Code
Website mirabeauenluberon.fr

Büste von Mirabeau im Dorf (Sommer 2006)

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Mirabeau befindet sich im Südosten des Départements Vaucluse. Sie ist im Département Vaucluse von den Gemeinden Beaumont-de-Pertuis, Grambois, La Tour-d’Aigues, Pertuis und im Département Bouches-du-Rhône von der Gemeinde Jouques umgeben. Nächstgrößere Stadt ist Pertuis im Westen (12 km).[1]

Im Nordwesten der Gemeinde erhebt sich das Gebirge des Luberon mit dem Regionalen Naturpark Luberon, zu dem das Gemeindegebiet gehört. Die Durance bildet die südliche Grenze der Gemeinde und gleichzeitig die Grenze zum Département Bouches-du-Rhône. Ein Teil der Gemeinde im Südwesten wird vom Biosphärenreservat Luberon-Lure eingenommen.

VerkehrBearbeiten

Die Route départementale D973 verläuft auf west-östlicher Achse von Pertuis kommend und trifft östlich des Ortszentrums auf die D996. Die D996 geht von der Kreuzung Richtung Osten weiter nach Manosque und trifft Richtung Süden auf die Autoroute A51, die nach Aix-en-Provence führt.

Nächstgelegener Bahnhof ist der Bahnhof Pertuis, mit dem man Anschluss an die Städte Lyon, Marseille und Aix-en-Provence erhält.

GeschichteBearbeiten

Das auf einem Hügel thronende Dorf erfuhr im Mittelalter aufgrund seiner Nähe zur Durance eine beachtliche Entwicklung. Im 16. Jahrhundert erhielt der Herr von Forcalquier das Privileg von Königin Johanna, eine Fähre einzurichten und das Recht, Abgaben auf Personen, Waren und Flöße aus Treibholz zu erheben. Der Fährhafen trug zum Aufschwung des Ortes bei und es kam zur Niederlassung mehrerer Herbergen. Das Dorf erhielt eine große Stadtmauer, wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten jedoch von den andauernden Streitigkeiten seiner verschiedenen Lehnsherren geschwächt.[2]

Berühmtheit erlangte die Gemeinde durch den Marquis de Mirabeau, der zu Beginn der Revolution eine wichtige Rolle als Wortführer des Dritten Standes in den Generalständen einnahm. Der Wohlstand von Mirabeau schrumpfte im 19. Jahrhundert mit dem Bau einer Brücke über die Durance und der Einrichtung einer Eisenbahnlinie.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2017
Einwohner 287 277 410 458 770 907 1097 1288

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das von vier Rundtürmen flankierte Schloss aus dem 17. Jahrhundert wurde von der Familie Riqueti erbaut und diente als Wohnsitz der Markgrafen. 1792 wurde es von den Gläubigern des Marquis ausgeräumt und vom Staat als Emigranteneigentum beschlagnahmt. Später an die Erben zurückgegeben, fiel es durch Erbfolge an die Gräfin de Martel, die literarisch auch unter dem Decknamen Gyp bekannt war. Sie verkaufte es an Maurice Barrès.[4]

Die in der Nähe der Pont de Mirabeau errichtete Kapelle Ste-Madeleine gehörte zur Zeit ihrer Entstehung zur Abtei Saint-André-de-Villeneuve-lès-Avignon. Nach der Revolution wurde sie als Lagerhaus für den Fährbetrieb und dann für den Bau der Eisenbahn genutzt. Auf einem der Bogensteine des Portals befindet sich eine verstümmelte Inschrift, die an eine Sonnenfinsternis aus dem Jahr 1239 erinnert.[4]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Michel Albarède et al.: Vaucluse (= Encyclopédies du Voyage). Gallimard Loisirs, Paris 2007, ISBN 2-7424-1900-4, S. 302.
  • Marie-Christine Mansuy et al.: Parc Naturel Régional du Luberon (= Encyclopédies du Voyage). Gallimard Loisirs, Paris 2010, ISBN 978-2-7424-2737-6, S. 134.

WeblinksBearbeiten

Commons: Mirabeau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Gemeinde auf annuaire-mairie.fr
  2. Michel Albarède et al.: Vaucluse, 2007, S. 302.
  3. Marie-Christine Mansuy et al.: Parc Naturel Régional du Luberon, 2010, S. 134.
  4. a b Michel Albarède et al.: Vaucluse (= Encyclopédies du Voyage). Gallimard Loisirs, Paris 2007, ISBN 2-7424-1900-4, S. 302.