Michael Borgolte

deutscher Mittelalterhistoriker

Michael Borgolte (* 16. Mai 1948 in Braunschweig) ist ein deutscher Mittelalterhistoriker.

Michael Borgolte, aufgenommen von Werner Maleczek im Jahr 2012.

Borgolte lehrte von 1991 bis zu seiner Pensionierung 2016 als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Jahrzehntelang erforschte er Stiftungen und legte dazu wegweisende Erkenntnisse vor oder gab wichtige Impulse, etwa in der von ihm begründeten Schriftenreihe „StiftungsGeschichten“, in der interkulturell vergleichend angelegten „Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften“ sowie in seiner Monographie Weltgeschichte als Stiftungsgeschichte von 2017. Außerdem initiierte er Forschungen zur vergleichenden Geschichte Europas und zur Globalgeschichte im Mittelalter, die in mehreren historischen Darstellungen mündeten.

LebenBearbeiten

Michael Borgolte legte im Juni 1967 das Abitur in Braunschweig ab. Er studierte seit dem Sommersemester 1969 Geschichte, Germanistik und Philosophie in Münster, wo er im November 1973 das Erste Staatsexamen ablegte. Seine beiden wichtigsten akademischen Lehrer waren Otto Gerhard Oexle und Karl Schmid.[1] Bei Schmid wurde er 1975 mit einer Untersuchung über den Gesandtenaustausch der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem zum Dr. phil. promoviert. Von 1975 bis 1984 war er wissenschaftlicher Assistent von Johanne Autenrieth am Seminar für Lateinische Philologie des Mittelalters an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort erfolgte 1981 die Habilitation mit einer personen- und verfassungsgeschichtlichen Arbeit zu den Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit.

Anschließend hatte Borgolte im Wintersemester 1981/82 die Vertretung einer Professur für Historische Hilfswissenschaften und Bayerische Landesgeschichte an der Universität Bamberg inne. Im Sommersemester 1984 übernahm er eine Gastdozentur an der Universität Basel. Borgolte war 1984/85 und erneut 1990/91 Vertretungsprofessor für Mittelalterliche Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im November 1987 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im Rahmen eines Heisenbergstipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 1984 entstanden die beiden Monographien Petrusnachfolge und Kaiserimitation. Die Grablegen der Päpste, ihre Genese und Traditionsbildung (1989) und Die mittelalterliche Kirche (1992). Im Jahre 1991 erfolgte im Rahmen der Neustrukturierung der Universität nach der Wende und Wiedervereinigung Borgoltes Berufung auf den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Seine Antrittsvorlesung hielt er im Juni 1992 über „Totale Geschichte“ des Mittelalters? Das Beispiel der Stiftungen.[2] Eine 1997 erfolgte Berufung auf den Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters an der Universität Erlangen-Nürnberg lehnte Borgolte ab. Er ist seit 2007 Mitherausgeber der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft und seit 2010 von Viator. Medieval and Renaissance Studies. Von 2006 bis 2008 war er Dekan der Philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seiner Pensionierung arbeitet er seit Oktober 2016 als „Senior Researcher“ an der HU. An der HU Berlin lehrte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016. Im Juli 2016 hielt er seine Abschiedsvorlesung zum Thema „Sigismund, Radegunde und die Anfänge des Stiftungswesens im lateinchristlichen Europa“. Als akademischer Lehrer betreute Borgolte 20 Dissertationen und vier Habilitationen. Zu den akademischen Schülern Borgoltes zählten unter anderem Dirk Alvermann, Michael Brauer, Wolfgang Eric Wagner, Wolfgang Huschner, Frank Rexroth, Jan Rüdiger, Juliane Schiel und Benjamin Scheller.[3]

Im Jahr 2013 gründete er gemeinsam mit seiner Frau die „Michael-und-Claudia-Borgolte-Stiftung zur Förderung der Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin“. In zweijährigen Wechsel schreibt die Stiftung den mit 3.000 Euro dotierten Otto-Hintze-Nachwuchspreis für historische Dissertationen oder Habilitationsschriften der Humboldt-Universität den mit 10.000 Euro deutschlandweit ausgelobten „Preis der Humboldt-Universität für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Mittelalterlichen Geschichte“ aus.[4] Im Jahr 2017 wurde er Gründungsbeauftragter der Humboldt-Universität für das Institut für Islamische Theologie, das er seit 2018 als Direktor leitet.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Borgolte legte zwischen 1975 und 2014 mehr als 500 Veröffentlichungen vor, darunter 16 selbständige Schriften, 25 Herausgeberschaften und 200 Aufsätze. Forschungsschwerpunkte Borgoltes sind die mittelalterliche Kirchen-, Stiftungs-, Verflechtungs- und Globalgeschichte, die Geschichte der deutschen Mittelalterforschung nach 1945 und die vergleichende Geschichte Europas im Mittelalter. Eine Auswahl von Borgoltes verschiedenen europa- und globalhistorischen Studien wurde 2014 in einem Band zugänglich gemacht.[5]

Kontroverse um die frühmittelalterliche GrafschaftsverfassungBearbeiten

Zwischen Borgolte und Hans K. Schulze kam es zu einer Kontroverse um die frühmittelalterliche Grafschaft. Schulze veröffentlichte 1973 seine Darstellung über die Grafschaftsverfassung der Karolingerzeit östlich des Rheins. Er vertrat den Standpunkt, dass die Grafschaftsverfassung „eines der wesentlichsten Instrumente der Herrschaft des Königs über das Reich und als die grundlegende Institution der Reichsorganisation hinsichtlich Rechtspflege, Verwaltung und Heerwesen“ gewesen sei.[6] Schulze ging von einer einheitlichen Grafschaftsverfassung aus. Nach Schulze gab es bereits in merowingischer Zeit mit der Grafschaft eine der wichtigsten Institutionen der fränkischen Reichsverfassung. Borgolte kritisierte, dass Schulze damit wieder zur älteren Lehre, wie sie etwa von Georg von Below vertreten hatte, zurückgekehrt sei.[7] Im Jahr 1984 erschien Borgoltes Darstellung über die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Borgolte verfolgte mit seiner Arbeit das Ziel, die Grafschaften Alemanniens vom Beginn der Überlieferung bis 915 mit Hilfe eines quellenkritischen und personengeschichtlichen Ansatzes zu untersuchen.[8] Er stellte fest, dass es den Karolingern nicht gelungen sei, die Grafschaftsverfassung flächendeckend einzuführen. Er versuchte ausgehend von prosopographischen Untersuchungen die allmähliche Entwicklung und Ausdifferenzierung im alemannischen Raum darzustellen. Ausgangspunkt sind für Borgolte die Grafenformeln (sub-comite) im Eschatokoll der St. Galler Urkunden. Er stellte einen schlagartigen Anstieg des Anteils in den St. Galler Urkunden mit der formelhaften Grafennennung von 50 Prozent auf 95 Prozent zu Beginn der Herrschaft Ludwigs des Frommen fest. Ihren Anstieg nimmt Borgolte als Indiz, dass um 817 die Grafschaftsverfassung nahezu auf das gesamte alemannische Gebiet ausgedehnt wurde.[9] Borgoltes Darstellung hat Schulze veranlasst, in „Kritische Bemerkungen zu einer Neuerscheinung“ ausführlich Stellung zu nehmen. Nach Schulze ist Borgoltes Vorgehen methodisch fragwürdig. Mit Hilfe der sub-comite-Formel könnte zwar der räumliche Zuständigkeitsbereich der Grafen erfasst, jedoch aus ihrem Fehlen keine grafenfreien Räume erschlossen werden.[10] Um 817 habe eine Kanzleireform, jedoch keine Reform der Grafschaftsverfassung in Alemannien stattgefunden.[11] Borgolte kritisierte daraufhin, dass Schulze sich nicht auf grundsätzliche Fragen der Überlieferungskritik und der Personengeschichte eingelassen habe. Ein Frankfurter Streitgespräch zwischen Borgolte und Schulze blieb im Dezember 1984 ergebnislos.[12] Wenige Jahre später sah Thomas Zotz die Kontroverse vor allem in den unterschiedlichen Forschungsansätzen begründet. Borgolte verfolge einen personengeschichtlichen und Schulze einen verfassungsgeschichtlichen Ansatz.[13] Die weitere Debatte blieb ohne konsensfähiges Ergebnis.[14]

Mittelalterliches StiftungswesenBearbeiten

Borgolte erforscht Stiftungen seit über 30 Jahren. Zwischen 1997 und 2006 betreute Borgolte Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Fritz-Thyssen-Stiftung zum mittelalterlichen Stiftungswesen. Er begründete in Berlin die Reihe „Stiftungsgeschichten“, in der bisher zehn Bände erschienen sind.[15] 2011 erhielt er den mit 2,5 Millionen Euro auf fünf Jahre dotierten europäischen Forschungspreis (ERC Advanced Grant 2011) für sein Projekt FOUNDMED. Foundations in medieval societies. Cross-cultural comparisons. Damit versucht Borgolte über das gesamte Mittelalter (etwa 500 bis 1500 n. Chr.) die verschiedenen Stiftungskulturen vergleichend zu erforschen.[16] Das Forschungsprogramm lief vom Juni 2012 bis Ende Mai 2017. Die Ergebnisse dieser Forschungen gingen in eine Enzyklopädie ein. Der erste Band dazu konnte im Sommer 2014 erscheinen.[17] Zwei Jahre später erschien der zweite Band.[18] Der dritte Band wurde 2017 veröffentlicht. Das Werk wurde als „Meilenstein“ vergleichender Mittelalterforschung und „meisterlich“ gewürdigt, wenn auch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Stiftungen etwas zu kurz gekommen seien.[19] Borgolte sieht in einem universalhistorischen Überblick als charakteristisch für das mittelalterliche Jahrtausend die „Stiftungen für das Seelenheil“ an, die jedoch keine „exklusiv lateineuropäisch-christliche Erscheinung“ gewesen seien.[20] Im Jahr 2017 veröffentlichte er mit der Monographie Weltgeschichte als Stiftungsgeschichte eine Quintessenz der eigenen Forschungen. Seine Darstellung erstreckt sich von den ersten in Vorderasien nachgewiesenen Stiftungen des frühen 3. Jahrtausends bis zu den Spital- und Universitätsstiftungen des 16. Jahrhunderts.[21] Dabei zeigte sich, dass „Stiftungen für das Seelenheil“ oder zum Zweck des Gebetsgedenkens zwar ähnlich auch im Islam belegt sind, nicht jedoch in der vorchristlichen Antike oder in den Stiftungskulturen Indiens und Chinas. Er versteht Stiftungen „als totales soziales Phänomen [...], an denen sich das Gefüge ganzer Gesellschaften ablesen lässt“.[22] Eine englische Übersetzung dieses Werkes erschien 2020.[23]

Forschungen zu einer vergleichenden Geschichte EuropasBearbeiten

Borgolte legte 2002 und 2006 zwei Darstellungen des europäischen Mittelalters aus vergleichender Perspektive vor.[24] Er begründete darin unter anderem seine These, dass das Mittelalter keine exklusiv christliche Kultur gewesen sei, sondern Judentum und Islam ebenso Anteil an der Geschichte Europas hatten.[25] Sein Widerspruch gegen eine vorschnelle Identifikation von Europa und Abendland, sei begründet, schrieb ein Rezensent[26], und gegen das Bild eines monolithisch christlichen Mittelalters werde zu Recht die Vielfalt des Zeitalters zur Geltung gebracht.[27] Nach Steffen Patzold reagiere das Buch in glücklicher Weise auf das gegenwärtige Interesse an Kontakten und Konflikten zwischen Islam, Christentum und Judentum.[28] Widerspruch erhob hingegen Gottfried Schramm; die jüdische Komponente dürfe nicht zu einem Faktor „hochstilisiert“ werden, „der den Gang der europäischen Geschichte entscheidend mitbestimmt“ habe. Auch der Islam habe „keinen Anteil an der Gestaltwerdung des nachantiken Europas“ gehabt.[29] Borgoltes These bildete eine wichtige Grundlage für das DFG-Schwerpunktprogramm 1173 „Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter“, dessen Ziel es war, „das europäische Mittelalter von seinen geografischen Rändern und seinen kulturellen Differenzen her zu erforschen und zu beschreiben“.[30] Borgolte war einer der Initiatoren und auch einer der beiden Sprecher dieses großen Verbundprojektes. Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde das Schwerpunktprogramm von 2005 bis Mitte 2011 gefördert. Nach Ablehnung einer Berufung nach Erlangen hatte er die Gründung eines Instituts für vergleichende Geschichte Europas im Mittelalter initiiert und wurde 1998 deren Leiter. Er wurde Herausgeber der Reihe Europa im Mittelalter. Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik. Bisher konnten 37 Bände dazu erscheinen.

Migration und GlobalgeschichteBearbeiten

Borgolte befasste sich in verschiedenen Beiträgen mit dem Thema Migration.[31] Dabei geht es Borgolte nicht wie in der älteren Forschung um Assimilationen, Akkulturationen oder Integrationen, sondern stets um „kulturelle Wechselwirkungen und Austauschprozesse [...], bei denen unter Beteiligung beider Seiten neue kulturelle Formationen entstehen“. Es geht ihm vielmehr um „transkulturelle Verflechtungen“. Unter „Transkulturalität“ wird von Borgolte eine Kultur als offenes und sich veränderndes Gebilde verstanden.[32] Borgolte war als Associate Editor an der von dem New Yorker Politologen Immanuel Ness herausgegebenen fünfbändigen Encyclopedia of Global Human Migration (2013) beteiligt. Mit seinen Beiträgen ebnete Borgolte den Weg zu einer globalgeschichtlich orientierten historischen Migrationsforschung. Zuletzt verfasste er Beiträge zur Globalgeschichte des Mittelalters, so in der WBG-Weltgeschichte[33], und besonders die umfangreiche Monographie Die Welten des Mittelalters. Globalgeschichte eines Jahrtausends, die sich im Druck befindet.

Ehrungen und MitgliedschaftenBearbeiten

Für seine Forschungen wurden Borgolte zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen und Mitgliedschaften zugesprochen. Er ist ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (seit 2005), Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica (2006–2019), Mitglied des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte (seit 2008) und ordentliches Mitglied der Academia Europaea (seit 2013).

Für den Konstanzer Arbeitskreis initiierte er mit Nikolas Jaspert im Herbst 2012 eine Tagung auf der Insel Reichenau zum Thema „Maritimes Mittelalter. Meere als Kommunikationsräume“.[34] Damit sollte das Bemühen um eine „maritime Bewusstseinserweiterung“ gegenüber der bislang eher an „Herrschaft über Land und Leute“ orientierten Mediävistik mehr Nachdruck verliehen werden. Die Tagungsbeiträge gaben Borgolte und Jaspert 2016 in einem Sammelband heraus.

Borgolte erhielt 2002 den Preis „Das Historische Buch 2002“ für die Kategorie Mittelalterliche Geschichte der Internetzeitschrift H-Soz-Kult für das Buch Europa entdeckt seine Vielfalt 1050–1250. Im Jahr 2008 wurde ihm eine Festschrift zum 60. Geburtstag gewidmet.[35] Im Mai 2013 fand zum 65. Geburtstag Borgoltes ein internationales Colloquium statt. Die Beiträge wurden 2014 veröffentlicht.[36]

SchriftenBearbeiten

Ein Schriftenverzeichnis erschien in: Tillmann Lohse, Benjamin Scheller (Hrsg.): Europa in der Welt des Mittelalters. Ein Colloquium für und mit Michael Borgolte. De Gruyter, Berlin u. a. 2014, ISBN 978-3-11-035096-8, S. 267–302. [Stand Mai 2013].

Aufsatzsammlungen

  • Tillmann Lohse (Hrsg.): Stiftung und Memoria (= Stiftungsgeschichten. Bd. 10). Akademie-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-006047-7 (enthält 19 Aufsätze aus den Jahren 1983 bis 2000).
  • Tillmann Lohse, Benjamin Scheller (Hrsg.): Mittelalter in der größeren Welt. Essays zur Geschichtsschreibung und Beiträge zur Forschung (= Europa im Mittelalter. Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik. Bd. 24). De Gruyter, Berlin u. a. 2014, ISBN 978-3-05-006486-4 (enthält 21 Aufsätze aus den Jahren 1992 bis 2013).

Monographien

  • Der Gesandtenaustausch der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem (= Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung. Bd. 25). Arbeo-Gesellschaft, München 1976, ISBN 3-920128-27-3.
  • Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit. Eine Prosopographie (= Archäologie und Geschichte. Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland. Bd. 2). Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7351-8.
  • Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit (= Vorträge und Forschungen. Sonderband 31). Thorbecke, Sigmaringen 1984 (online).
  • Petrusnachfolge und Kaiserimitation. Die Grablegen der Päpste, ihre Genese und Traditionsbildung (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 95). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1989, 2., durchges. Aufl. 1997, ISBN 3-525-35631-5.
  • Die mittelalterliche Kirche (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 17). Oldenbourg, München 1992. 2. Auflage 2004, ISBN 3-486-20026-7.
  • „Totale Geschichte“ des Mittelalters? – Das Beispiel der Stiftungen (= Humboldt-Universität zu Berlin, Öffentliche Vorlesungen. Bd. 4). Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 1993 Text als PDF-Datei.
  • Sozialgeschichte des Mittelalters. Eine Forschungsbilanz nach der deutschen Einheit (= Beihefte der Historischen Zeitschrift, N.F. Bd. 22). Oldenbourg, München 1996 ISBN 3-486-64447-5.
  • Europa entdeckt seine Vielfalt 1050–1250 (= Handbuch der Geschichte Europas. Bd. 3). Ulmer Stuttgart 2002 ISBN 3-8252-2298-5 und ISBN 3-8001-2794-6.
  • Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. (= Siedler Geschichte Europas. Bd. 2). Siedler, München 2006, ISBN 3-88680-439-9.
  • Weltgeschichte als Stiftungsgeschichte. Von 3000 v. u. Z. bis 1500 u. Z. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26962-4.

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag Michael Borgolte In: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [vormals Preußische Akademie der Wissenschaften], Jahrbuch 2005, S. 49–50.
  • Patrick Bahners: Wir Historiker sind junge Wandervögel. Grenzübergänger: Zum sechzigsten Geburtstag des Mediävisten Michael Borgolte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Mai 2008, Nr. 113, S. 35.
  • Wolfgang Huschner, Frank Rexroth: Gestiftete Zukunft im mittelalterlichen Europa. Festschrift für Michael Borgolte zum 60. Geburtstag. Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004475-0. (Rezension).
  • Tillmann Lohse, Benjamin Scheller (Hrsg.): Europa in der Welt des Mittelalters. Ein Colloquium für und mit Michael Borgolte. De Gruyter, Berlin u. a. 2014, ISBN 978-3-11-035096-8.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Michael Borgolte: Stiftung und Memoria. Ein mediävistisches Forschungskonzept in universalhistorischer Perspektive. In: Thomas Schilp, Caroline Horch: Memoria – Erinnerungskultur – Historismus. Zum Gedenken an Otto Gerhard Oexle (28. August 1939–16. Mai 2016). Turnhout 2019, S. 75–92, hier: S. 75.
  2. (Volltext online).
  3. Verzeichnis der von Michael Borgolte betreuten Habilitationsschriften und Dissertationen. In: Tillmann Lohse, Benjamin Scheller (Hrsg.): Europa in der Welt des Mittelalters. Ein Colloquium für und mit Michael Borgolte. Berlin u. a. 2014, S. 303–304.
  4. Michael-und-Claudia-Borgolte-Stiftung zur Förderung der Geschichtswissenschaften.
  5. Michael Borgolte: Mittelalter in der größeren Welt. Essays zur Geschichtsschreibung und Beiträge zur Forschung. Herausgegeben von Tillmann Lohse und Benjamin Scheller. Berlin 2014.
  6. Hans K. Schulze: Die Grafschaftsverfassung der Karolingerzeit in den Gebieten östlich des Rheins. Berlin 1973, S. 347.
  7. Vgl. dazu die Besprechung von Michael Borgolte in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte. 38, 1979, S. 301 f. Michael Borgolte: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Sigmaringen 1984, S. 17 (online).
  8. Michael Borgolte: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Sigmaringen 1984, S. 9 (online). Besprechungen von Immo Eberl in: Historische Zeitschrift 243, 1986 S. 412–414; Ernst Tremp in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 41, 1985, S. 305–306 (online); Michel Parisse in: Francia 15, 1987, S. 921–923 (online); Friedrich Lotter in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 125, 1989, S. 487–500 (online); Ralph W. Mathisen in: Speculum 62, 1987, 386–387.
  9. Michael Borgolte: Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit. Sigmaringen 1984, S. 72 f. und 252 (online).
  10. Hans K. Schulze: Grundprobleme der Grafschaftsverfassung. Kritische Bemerkungen zu einer Neuerscheinung. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte. 44, 1985, S. 265–282, hier: S. 280.
  11. Hans K. Schulze: Grundprobleme der Grafschaftsverfassung. Kritische Bemerkungen zu einer Neuerscheinung. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte. 44, 1985, S. 265–282, hier: S. 275.
  12. Vgl. Protokoll der 145. Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte Sektion Hessen; Michael Borgolte: Buchhorn und die Welfen. In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte. 47, 1988, S. 39–69, hier: S. 47 f., Anm. 39.
  13. Thomas Zotz: Grafschaftsverfassung und Personengeschichte. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136, 1988, S. 1–16.
  14. Werner Hechberger: Adel im fränkisch-deutschen Mittelalter. Zur Anatomie eines Forschungsproblems. Ostfildern 2005, S. 197 (online).
  15. Stiftungsgeschichten
  16. Ljiljana Nikolic: ERC Advanced Grant 2011 für Prof. Dr. Michael Borgolte. In: Pressemitteilung der Humboldt-Universität zu Berlin vom 21. November 2011. (online); Jan Steeger: Heute steht das altruistische Motiv im Vordergrund. Michael Borgolte erforscht die Stiftungskultur in der Vormoderne und erhält dafür den ERC Advanced Grant 2011. In: Berliner Zeitung vom 29. Dezember 2011, S. 22.
  17. Michael Borgolte (Hrsg.): Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften. Bd. 1: Grundlagen. Berlin u. a. 2014.
  18. Vgl. dazu die Besprechung von Klaus Herbers in: Historische Zeitschrift. 304, 2017, S. 766–768.
  19. Vgl. dazu die Besprechungen von Klaus Herbers in: Historische Zeitschrift. 309, 2019, S. 725–726; Patrick J. Geary in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 75, 2019, S. 863–865.
  20. Michael Borgolte: Fünftausend Jahre Stiftungen. Eine Typologie von Mesopotamien bis zu den USA. In: Historische Zeitschrift. 301, 2015, S. 593–625, hier: S. 607.
  21. Vgl. dazu die Besprechungen von Christoph Mecking in: Das Historisch-Politische Buch. 66, 2018, S. 450–451; Hans-Werner Goetz in: Francia-Recensio. 2019–31 (online); Arnoud-Jan Bijsterveld in: H-Soz-Kult. 13. Februar 2019, (online); Barbara Schlieben in: Historische Zeitschrift. 309, 2019, S. 135–136; Sven Rabeler in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 107, 2020, S. 96–97 (online); Romedio Schmitz-Esser in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 76/2, 2020, 941–943.
  22. Michael Borgolte: Weltgeschichte als Stiftungsgeschichte. Von 3000 v. u. Z. bis 1500 n. u. Z. Darmstadt 2017, S. 9.
  23. Michael Borgolte: World history as the history of foundations, 3000 BCE to 1500 CE. Translated by Zachary Chitwood. Leiden u. a. 2020.
  24. Michael Borgolte: Europa entdeckt seine Vielfalt 1050–1250. Stuttgart 2002; Michael Borgolte: Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. München 2006.
  25. Michael Borgolte: Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. München 2006, S. 9.
  26. Vgl. dazu Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 63, 2007, S. 258; ausführliche Besprechung von Daniela Rando, in: Historische Zeitschrift 285, 2007, S. 168–172
  27. So Claudia Märtl in: Süddeutsche Zeitung vom 6. Juni 2006.
  28. Steffen Patzold in: H-Soz-Kult 8. November 2006, (online).
  29. So Gottfried Schramm: Wie kann man soviel wissen? in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. August 2006, Nr. 199, S. 35 (online).
  30. Michael Borgolte, Juliane Schiel, Bernd Schneidmüller, Annette Seitz (Hrsg.): Mittelalter im Labor. Die Mediävistik testet Wege zu einer transkulturellen Europawissenschaft. Berlin 2008, S. 12.
  31. Michael Borgolte: Mythos Völkerwanderung. Migration oder Expansion bei den „Ursprüngen Europas“. In: Viator. Medieval and Renaissance Studies. 41, 2010, S. 23–47; Michael Borgolte: Eine langobardische „Wanderlawine“ vom Jahr 568? Zur Kritik historiographischer Zeugnisse der Migrationsperiode. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 61, 2013, S. 293–310; Michael Borgolte: Migrationen als transkulturelle Verflechtungen im mittelalterlichen Europa. Ein neuer Pflug für alte Forschungsfelder. In: Historische Zeitschrift 289, 2009, S. 261–285.
  32. Michael Borgolte: Zur Einführung. In: Michael Borgolte (Hrsg.): Migrationen im Mittelalter. Ein Handbuch. Berlin 2014, S. 11–20, hier: S. 16 f.
  33. Michael Borgolte: Kommunikation – Handel, Kunst und Wissenstausch. In: Johannes Fried, Ernst-Dieter Hehl (Hrsg.): Weltdeutungen und Weltreligionen, 600 bis 1500. Darmstadt 2010, S. 17–56, 469–470.
  34. Vgl. dazu die Besprechungen von Kristjan Toomaspoeg in: H-Soz-Kult, 23. November 2016, (online); Kerstin Hitzbleck in: sehepunkte 17 (2017), Nr. 11 [15. November 2017], (online); Christoph Dartmann in: Historische Zeitschrift 30, 2017, S. 523–524; Detlev Kraack in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 65, 2017, S. 694; Matthias M. Tischler in: Journal of Transcultural Medieval Studies 5, 2018, S. 374–380; Peter Schreiner in: Francia-Recensio 2019–1 (online).
  35. Wolfgang Huschner, Frank Rexroth: Gestiftete Zukunft im mittelalterlichen Europa. Festschrift für Michael Borgolte zum 60. Geburtstag. Berlin 2008.
  36. Tillmann Lohse, Benjamin Scheller (Hrsg.): Europa in der Welt des Mittelalters. Ein Colloquium für und mit Michael Borgolte. Berlin u. a. 2014.