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Thomas Schilp (* 1953 in Friedberg (Hessen)) ist ein deutscher Historiker und Archivar.

Leben und WirkenBearbeiten

Nach dem Abitur 1972 studierte Schilp von 1972 bis 1981 an der Philipps-Universität Marburg Geschichte, Germanistik, Politik und Philosophie. 1977/1978 absolvierte er das Erste Staatsexamen; 1981 wurde er bei Walter Heinemeyer mit einer Arbeit über die Reichsburg Friedberg im Mittelalter promoviert. Von 1981 bis 1983 folgte ein Referendariat an der Archivschule Marburg. 1984/1985 war er wissenschaftlicher Angestellter am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen, 1985 bis 1987 wissenschaftlicher Archivar am Hauptstaatsarchiv Düsseldorf. Ab 1987 war Schilp Mitarbeiter des Stadtarchivs Dortmund, von 2011 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 Direktor des Archivs. 2001 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen gewählt.

Aufgrund einer Habilitationsschrift über religiöse Frauengemeinschaften im Frühmittelalter erhielt er 1994 an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg die venia legendi für mittelalterliche Geschichte. 1999 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor, 2015 eine Umhabilitation an die Ruhr-Universität Bochum. Schilps Forschungsschwerpunkte sind die Memoria des Mittelalters, die Stadtgeschichte und die Geschichte religiöser Frauengemeinschaften.

Schilp ist Mitherausgeber mehrerer wissenschaftlicher Reihen: Dortmunder Mittelalter-Forschungen, Dortmunder Exkursionen zur Geschichte und Kultur, Essener Forschungen zum Frauenstift, Westfalen in der Vormoderne, Memoria and Remembrance practises.

SchriftenBearbeiten

Monografien

  • Die Reichsburg Friedberg im Mittelalter. Untersuchungen zu ihrer Verfassung, Verwaltung und Politik (= Wetterauer Geschichtsblätter. Bd. 31). Bindernagel, Friedberg 1982, ISBN 3-87076-035-4 (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 1981).
  • Norm und Wirklichkeit religiöser Frauengemeinschaften im Frühmittelalter. Die Institutio sanctimonialium Aquisgranensis des Jahres 816 und die Problematik der Verfassung von Frauenkommunitäten (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. 137 = Studien zur Germania Sacra. 21). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-35452-5 (Zugleich: Duisburg, Universität, Habilitations-Schrift, 1994).

Quelleneditionen

Herausgeberschaften

  • mit Beate Weifenbach: Reinoldus und die Dortmunder Bürgergemeinde. Die mittelalterliche Stadt und ihr heiliger Patron (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Dortmund. Bd. 15). Klartext-Verlag, Essen 2000, ISBN 3-88474-918-8.
  • mit Andrea Zupancic: Der Berswordt-Meister und die Dortmunder Malerei um 1400. Stadtkultur im Spätmittelalter (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Dortmund. Bd. 18). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2002, ISBN 3-89534-488-5.
  • mit Uwe Ludwig: Mittelalter an Rhein und Maas. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Dieter Geuenich zum 60. Geburtstag (= Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas. Bd. 8). Waxmann, Münster u. a. 2004, ISBN 3-8309-1380-X.
  • mit Uwe Ludwig: Nomen et Fraternitas. Festschrift für Dieter Geuenich zum 65. Geburtstag (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände. 62). de Gruyter, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-11-021047-7.
  • mit Andrea Zupancic: „Das neue Dortmund“ – Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Dortmund. Bd. 20). Fotografiert von Gerd Kittel. Wasmuth, Tübingen u. a. 2014, ISBN 978-3-8030-0783-4.

Aufsätze

  • Der Ausbau der Wetterau zur "terra imperii" unter den Staufern. Nidda und die staufische Wetterau. In: Ottfried Dascher / Reinhard Pfnorr (Hrsg.): Nidda. Die Geschichte einer Stadt und ihres Umlandes, Verlag Niddaer Heimatmuseum, Nidda 2. Auflage 2003, S. 23–35 -- ISBN 3-9803915-8-2.

WeblinksBearbeiten