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Nikolas Jaspert (* 28. Dezember 1962 in Melbourne) ist ein deutscher Historiker für Mittelalterliche Geschichte.

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Leben und WirkenBearbeiten

Nikolas Jaspert studierte Geschichte, Hispanistik, Kunstgeschichte und Anglistik an der Freien Universität Berlin und in Madrid. Im Jahr 1995 wurde er am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin mit einer von Kaspar Elm betreuten Arbeit promoviert. Anschließend arbeitete er von 1995 bis 1998 als Wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität. Im Anschluss war er bis 2005 Akademischer Rat am Lehrstuhl für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 2005 bis 2013 lehrte er als Professor für die Geschichte des Mittelalters unter besonderer Berücksichtigung des Späten Mittelalters an der Ruhr-Universität Bochum. Seit Oktober 2013 ist er als Nachfolger von Stefan Weinfurter Professor für Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Früheres Mittelalter und Historische Grundwissenschaften an der Universität Heidelberg. Nikolas Jaspert ist der Bruder von Robert Jaspert.

Jaspert ist seit 2009 Mitherausgeber der Zeitschrift für Historische Forschung (ZHF) und zudem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der folgenden Zeitschriften: Anuario de Estudios Medievales, Imago Temporis, Aragón en la Edad Media, Medievalismo, Potestas; Edad Media. Revista de Historia; Espacio, Tiempo, Forma und Revue Mabillon. Er ist Mitherausgeber der Reihen „Geschichte und Kultur der Iberischen Welt“, „Spätmittelalterstudien“ und „Outremer“. Seit 2008 ist Jaspert Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Sektion der Katalanischen Akademie für Wissenschaften (Institut d’Estudis Catalans), seit 2009 Mitglied im Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Von 2010 bis 2013 war er Gründungsdirektor des Zentrum für Mittelmeerstudien an der Ruhr-Universität Bochum;von 2013 bis 2017 war er Präsident der „Société Internationale des Historiens de la Méditerranée“.[1]

Jaspert beschäftigt sich in seinen Publikationen und Forschungsprojekten mit der mediterranen, insbesondere der iberischen Geschichte des Mittelalters sowie mit deutsch-spanischen Beziehungen. Er erforscht transkulturelle Beziehungen, interkulturelle Diplomatie, Kreuzzüge und Ritterorden. Außerdem befasst er sich mit der Frömmigkeits-, Ordens- und Kirchengeschichte sowie mit der Mobilität im römisch-deutschen Reich.[2]

SchriftenBearbeiten

Monographien und Herausgeberschaften

  • [Herausgeber, zusammen mit Franz J. Felten:] Vita religiosa im Mittelalter. Festschrift für Kaspar Elm zum 70. Geburtstag (Berliner Historische Studien 31, Ordensstudien 13), Berlin 1999.
  • Die Kreuzzüge, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2003 (6. Aufl. 2013). – Englische Übersetzung: The Crusades, London: Routledge 2006, Spanische Übersetzung: Las Cruzadas, Valencia: Publicacions de la Universitat de València 2010
  • [Herausgeber, zusammen mit Matthias Bley and Stefan Köck]: Discourses of Purity in Transcultural Perspective (300–1600) (Dynamics in the History of Religions 7), Leiden: Brill 2015
  • [Herausgeber, zusammen mit Mihran Dabag, Dieter Haller u. Achim Lichtenberger]: Handbuch der Mediterranistik. Systematische Mittelmeerforschung und disziplinäre Zugänge (Mittelmeerstudien 8), Paderborn 2015.
  • [Herausgeber, zusammen mit Sebastian Kolditz]: Seeraub im Mittelmeerraum. Piraterie, Korsarentum und maritime Gewalt von der Antike bis zur Neuzeit (Mittelmeerstudien 3), Paderborn 2013
  • [Herausgeber, zusammen mit Marc von der Höh und Jenny Rahel Oesterle]: Cultural Brokers at Mediterranean Courts (Mittelmeerstudien 1), Paderborn: Fink-Schöningh 2013
  • [Herausgeber, zusammen mit Michael Borgolte]: Maritimes Mittelalter. Meere als Kommunikationsräume (Vorträge und Forschungen 83), Ostfildern 2016.
  • [Herausgeber, zusammen mit Stefan Tebruck]: Die Kreuzzugsbewegung im römisch-deutschen Reich (11.–13. Jahrhundert), Ostfildern 2016.
  • [zusammen mit Mihran Dabag, Dieter Haller und Achim Lichtenberger]: New Horizons. Mediterranean Research in the 21st Century (Mittelmeerstudien 10), Paderborn 2016.
  • [Herausgeber zusammen mit Sebastian Kolditz]: Entre mers—Outre-mer: Spaces, Modes and Agents of Indo-Mediterranean Connectivity, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2018. DOI: 10.17885/heiup.355.492 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten