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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lenningen
Lenningen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lenningen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 33′ N, 9° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 449 m ü. NHN
Fläche: 41,44 km2
Einwohner: 8314 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 73252, 73266
Vorwahl: 07026
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 079
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
73252 Lenningen
Website: www.lenningen.de
Bürgermeister: Michael Schlecht
Lage der Gemeinde Lenningen im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Lenningen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg, die rund 10 Kilometer südlich von Kirchheim unter Teck liegt. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Nach der Fläche ist Lenningen die drittgrößte Gemeinde im Landkreis. Lenningen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

 
Lenninger Tal

Lenningen liegt am Rande der Schwäbischen Alb in 397 bis 827 m ü. NN. Auf dem Gemeindegebiet vereinen sich die Gutenberger oder Weiße Lauter und die Schlattstaller oder Schwarze Lauter zur Lauter, die etwa 13 km nordwestlich der Gemeindegrenze in den Neckar mündet.

 
Schopfloch, Zeichnung von Eduard von Kallee, 1854

Das Gemeindegebiet umfasst die gesamten Täler der zwei Quellflüsse und das obere Tal der aus ihnen entstehenden Lauter, es endet im Westen an der oberen Talkante von Weißer Lauter und Lauter; allein ein ca. ¼ km² großer, kompakt mit dem Ortsteil Hochwang bebauter Nordwestsporn von ihm ragt hier in die etwa 700 m ü. NN hohe Albhochfläche westlich dieses linken Talzugs. Oben an der Südkante der rechten Hochfläche über dem Weißlautertal liegt um 750 m ü. NN der Ortsteil Schopfloch. Auf dieser Seite des rechten Talzugs gehört außerdem der überwiegende Teil der Albfläche zwischen Lauter- und Lindachtal zur Gemeinde. Hier oben liegen jedoch ansonsten nur noch der deutlich kleinere Weiler Krebsstein sowie wenige verstreute Wohnplätze. Dieser größte Teil der Gemeindefläche ist spärlich besiedelt, die übrigen größeren Ansiedlungen liegen sämtlich in den Tälern: Brucken liegt südlich von Owen zwischen der Teck im Nordosten und dem Albsporn Baßgeige dicht im Südwesten vor der Nordwestgrenze der Gemeinde an der ausfließenden Lauter. Talaufwärts schließt sich Unterlenningen an, in einer breiten Talspinne aus dem Lautertal und zulaufendem Ehnisbach und Kellental, von der Ruine Sulzburg auf einem Spornrest überragt, und danach Oberlenningen, der größte Ort der Gemeinde, in einer kleineren Talspinne, die vom zulaufenden Tobel-, Schmal- und Hirschtal gebildet wird. In der Ostspitze des Weißlautertals liegt Gutenberg, im schmäleren Schwarzlautertal das kleinere Schlattstall.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind im Osten Wiesensteig (Landkreis Göppingen), im Süden Römerstein und Grabenstetten (beide Landkreis Reutlingen), im Westen Erkenbrechtsweiler, im Nordwesten Owen und im Norden Bissingen an der Teck und Neidlingen (alle Landkreis Esslingen).

GemeindegliederungBearbeiten

 
Mühle bei Schlattstall im Lautertal, Aquarell von General Eduard von Kallee, 1854

Lenningen besteht aus den sieben Ortsteilen Brucken, Unterlenningen, Oberlenningen, Hochwang, Schlattstall, Gutenberg und Schopfloch bzw. aus den fünf ehemals selbstständigen Gemeinden Gutenberg, Oberlenningen, Schlattstall, Schopfloch und Unterlenningen. Die offizielle Bezeichnung der Ortsteile ist identisch mit den Ortsteilnamen. Sie bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, zudem bilden die Ortsteile Gutenberg und Schopfloch Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Zur ehemaligen Gemeinde Gutenberg gehören das Dorf Gutenberg und der Weiler Krebsstein sowie die abgegangenen Ortschaften Auf dem Heiligenberg, Sperberseck und Burg Wuelstein. Zur ehemaligen Gemeinde Oberlenningen gehören das Dorf Oberlenningen und der Gemeindeteil Hochwang sowie die abgegangene Burg Wielandstein. Zur ehemaligen Gemeinde Schlattstall das Dorf Schlattstall. Zur ehemaligen Gemeinde Schopfloch gehören das Dorf Schopfloch und die Häuser Harpprechthaus und Torfgrube. Zur ehemaligen Gemeinde Unterlenningen gehören das Dorf Unterlenningen, der Ort Brucken, die Burg Diepoldsburg und das Gehöft Engelhof sowie die abgegangene Burg Sulzburg.[2][3]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

GeschichteBearbeiten

ÜberblickBearbeiten

Von der Steinzeit zum MittelalterBearbeiten

Die Gemarkung Lenningens war schon in der Steinzeit besiedelt, was durch Hinterlassenschaften anhand von Beilen und Tonscherben nachweisbar ist. Auch aus der Bronze-, Kelten- und Römerzeit gibt es zahlreiche Artefakte. Die heutige Bundesstraße 465 verläuft entlang der alten römischen Straße zwischen Köngen und Donnstetten. Seit 300 n. Chr. drangen die Alemannen ins römische Agri decumates ein und hinterließen auch auf der Gemarkung Lenningens mehrere Reihengräberfelder und Spuren von Eisenverhüttung. Während des Hochmittelalters lag das Gebiet im Herzogtum Schwaben und es sind zu jener Zeit die Siedlungskerne der heutigen Ursprungsgemeinden entstanden. Die Dörfer gerieten im 12. Jahrhundert unter die Herrschaft der Herzöge von Teck, welche sie im Jahre 1387 an die Grafen von Württemberg abtraten. Damit wurden die Dörfer ein Bestandteil Altwürttembergs und waren seither dem Amt in Kirchheim unterstellt.

NeuzeitBearbeiten

1534 befahl der evangelische Herzog Ulrich, dass ganz Württemberg und damit auch die Dörfer auf der Gemarkung Lenningens gemäß dem Prinzip "Cuius regio, eius religio" von nun an evangelisch sein sollten. Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg blieben die Dörfer dem Oberamt Kirchheim zugeordnet. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum Landkreis Nürtingen. 1945 wurden die Ortschaften Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörten somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Im Zuge der Kreisreform in Baden-Württemberg kamen die Gemeinden 1973 zum Landkreis Esslingen.

Die Gemeinde Lenningen ist am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Gutenberg, Oberlenningen (mit Hochwang und Schlattstall), Schopfloch und Unterlenningen (mit Brucken) entstanden.[5]

OrtsteileBearbeiten

BruckenBearbeiten

Brucken wurde erstmals 1123 urkundlich erwähnt und 1939 nach Unterlenningen eingemeindet. Brucken hat 1028 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017).

GutenbergBearbeiten

 
Ortskern von Gutenberg
 
Gutenberg: Blick zum Gasthaus Löwen mit Baum. Lavierte Zeichnung von General Eduard von Kallee von 1870.

Von 1285 stammt die erste urkundliche Erwähnung Gutenbergs. 1360 erhielt es die Stadtrechte. Im 15. Jahrhundert wurde es – wie Oberlenningen – Sitz eines Stabs, zu dem auch Schopfloch gehörte. Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte den Ort so sehr, dass er auch das Stadtrecht wieder verlor. Den Status des Stabsortes konnte Gutenberg aber halten. Die Pfarrkirche Sankt Nikolaus wurde ab 1865 erbaut und am 15. Juli 1866 eingeweiht. Die Kosten beliefen sich auf 20.000 Gulden und wurden zwischen Gutenberg, Krebsstein und Schlattstall geteilt. Dreizehn Pfarrer leiteten die Gemeinde seit 1858.[6] Gutenberg hat heute 703 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017).

Das "Alte Pfarrhaus" wurde 1784 von Kirchenrats-Baumeister Wilhelm Friedrich Goez aus Ludwigsburg erbaut und ist heute eine Gaststätte.

HochwangBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Lenninger Tal Zufluchtsgebiet für Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten (ehemalige Tschechoslowakei, Jugoslawien, Ungarn). Diese wurden bei einheimischen Familien kurzfristig als Übergangslösung einquartiert. Eine Ansiedlung der Vertriebenen durch Wohnungsbauprojekte im Lenninger Tal war nicht möglich ohne die Landschaft völlig zuzubauen und zudem aus Platzgründen unmöglich. Der Industrie des Tales kam dieser Zustrom von Arbeitskräften aber gar nicht so ungelegen und deshalb machte man sich 1951 im Haus Scheufelen ernsthafte Gedanken über den Bau einer Wohnsiedlung für diese Menschen. Karl Bauer, der Betriebsratsvorsitzende der Papierfabrik Scheufelen, hatte dann die entscheidende Idee: Die Gemeinde Oberlenningen sollte der Gemeinde Erkenbrechtsweiler ein Landstück, welches genau an Oberlenningen angrenzt, aber auf der Albhochfläche liegt, abkaufen, um dort den Plan einer Wohnsiedlung zu verwirklichen.

Um eine gute Ausgangsposition für die Verhandlung in Bezug auf den Kauf des Grundstücks von Erkenbrechtsweiler zu haben, plante man zuerst den Bau einer Straße von Oberlenningen nach Hochwang. Der Plan ging auf und Klaus Scheufelen (Geschäftsführer der Papierfabrik) und Karl Bauer erwarben das gewünschte Grundstück. Als dann auch noch die letzte Hürde, die Wasserzufuhr für die neue Wohnsiedlung, überwunden war, konnte mit der Planung begonnen werden.

Nach Auswertung eines Wettbewerbs für den Bebauungsplan und die Entwürfe für die Siedlungshäuser konnte mit dem Bebauen begonnen werden. Die Verwirklichung der Pläne wurde einer selbstgegründeten Genossenschaft übertragen, deren Büro mit Personal- und Verwaltungsaufwand von der Papierfabrik übernommen wurde. Die Heimatbau-Genossenschaft Lenninger Tal eGmbH bestand nur aus ehrenamtlichen Mitarbeitern und die Bauherren wurden dadurch finanziell nicht belastet.

Für die Straßentrasse nach Hochwang wurden 250 Höhenmeter überwunden und 100.000 Kubikmeter Erde und Fels von über 100 arbeitslosen Notstandsarbeitern innerhalb von zweieinhalb Jahren abgetragen. 1954 fuhren die ersten Fahrzeuge über die neue Straße nach Hochwang. Der Wohnungsbau begann im September 1952, knapp 2 Monate darauf wurde schon das erste Richtfest gefeiert und nicht ganz ein Jahr später konnte die erste Familie einziehen. Bis zur Verschmelzung der Heimatbau-Genossenschaft Lenninger Tal eGmbH mit der Kreisbaugenossenschaft Nürtingen im Jahre 1971 wurden 184 Häuser mit 312 Wohnungen, 62 Garagen und 3 gewerbliche Einrichtungen aus dem Boden gestampft, für eine Gesamtabrechnungssumme von knapp 9,2 Mio. DM (4,7 Mio. €). Die Bevölkerung Hochwangs bestand zum damaligen Zeitpunkt zu einem Drittel aus Einheimischen und zu zwei Dritteln aus Heimatvertriebenen. Positiv zum guten Zusammenleben beigetragen haben die Gründung von Fußball-, Ski- und Musikverein und der frühe Bau eines Kindergartens, einer Schule, der Kirche und der Rathausnebenstelle. Heute leben 684 Menschen in Hochwang (Stand 31. Dezember 2017).

OberlenningenBearbeiten

Um 1100 wurde Oberlenningen als Lenningen erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand den Herzögen von Teck, die es 1386 an Württemberg verloren. Oberlenningen war Sitz eines Stabs, der untersten Verwaltungsgliederung jener Zeit, der auch für Brucken, Schlattstall und Unterlenningen zuständig war. Oberlenningen hat 2707 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017)

SchlattstallBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Schlattstalls stammt von 1384. Es gehörte zum Oberlenninger Stab und wurde am 1. Januar 1971 nach Oberlenningen eingemeindet. In Schlattstall leben heute 161 Menschen (Stand 31. Dezember 2017).

SchopflochBearbeiten

 
Rathaus in Schopfloch

1152 wurde Schopfloch urkundlich erwähnt. Es war bis zur Bildung der heutigen Gemeinde Lenningen stets eine eigenständige Gemeinde, gehörte aber seit dem 15. Jahrhundert zum Gutenberger Stab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort so sehr zerstört, dass die Einwohnerzahl von 100 auf 40 zurückging. Heute hat Schopfloch 687 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017).

UnterlenningenBearbeiten

Unterlenningen bildete ursprünglich eine Einheit mit Oberlenningen. 1353 spaltete sich der Ort ab und wurde erst 1975 bei der Bildung der heutigen Gemeinde mit Oberlenningen wiedervereinigt. In Unterlenningen leben 2282 Menschen (Stand 31. Dezember 2017).

ReligionenBearbeiten

Seit der Reformation sind die heutigen Lenninger Ortsteile evangelisch geprägt. Neben den Amtskirchen gibt es in Brucken auch eine Zweigstelle der Liebenzeller Gemeinschaft, die ebenfalls zur evangelischen Landeskirche gehört. In Oberlenningen besteht heute auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde. Außerdem gibt es in Oberlenningen und Brucken jeweils eine neuapostolische Gemeinde.

EinwohnerzahlentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner¹
1871 3.294
1880 3.384
1890 3.264
1900 3.375
1910 3.722
1925 3.779
1933 4.077
Jahr Einwohner¹
1939 4.255
1950 5.756
1961 6.860
1970 7.667
1975 7.775
1980 7.777
1985 7.710
Jahr Einwohner¹
1990 8.721
1995 8.848
2000 8.679
2005 8.572
2010 8.177
2015 8.026

¹ laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg; bis 1970 Volkszählungsergebnisse, ab 1975 Fortschreibungen jeweils zum 31. Dezember des Jahres.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsverbandBearbeiten

Lenningen bildet mit Erkenbrechtsweiler und Owen den Gemeindeverwaltungsverband Lenningen.

GemeinderatBearbeiten

In Lenningen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Lenningen hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (unverändert). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
75,97 %
24,03 %
BWV
LEGAL/UBL
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,02 %p
+3,02 %p
BWV
LEGAL/UBL
BWV Bürgerliche Wählervereinigung 75,97 14 78,99 14
UWV Lenninger Grüne Alternative Liste/Unabhängige Bürger Lenningen 24,03 4 21,01 4
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 60,95 % 51,76 %

BürgermeisterBearbeiten

Michael Schlecht wurde im März 2015 mit 83,39 % der Stimmen für eine dritte Amtszeit gewählt. Er hatte sein Amt 1999 angetreten.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau über von Schwarz und Gold schräg gerautetem Schildfuß ein in Form einer Acht geschlungener silberner Lindenzweig mit beiderseits je drei silbernen Blättern.“

Das Lenninger Gemeindewappen wurde nach dem Gemeindezusammenschluss 1975 entworfen. Die Flaggenfarben sind Gelb-Blau. Die teckschen Rauten (Wecken) im Schildfuß erinnern an die gemeinsamen historischen Beziehungen der Teilorte zu den Herzögen von Teck. Der Lindenzweig ist von den Linden in den früheren Wappen von Gutenberg und Unterlenningen abgeleitet, dessen verschlungene Form die Zusammengehörigkeit der Teilorte symbolisiert.

PartnerschaftenBearbeiten

Seit 1988 unterhält Lenningen partnerschaftliche Beziehungen zu Pouilly-en-Auxois in der Region Burgund in Frankreich.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Oberlenningen

Im Ortsteil Oberlenningen endet die Teckbahn von Wendlingen am Neckar über Kirchheim (Teck). Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten die Bahnhofsgebäude von Unter- und Oberlenningen 1899 als Einheitsbahnhöfe vom Typ IIa, respektive IIIa.[7] Heute halten die stündlichen Regionalbahnen von DB Regio im Gemeindegebiet an drei Bahnhöfen: Oberlenningen, Unterlenningen und Brucken.

Parallel zur Teckbahn verläuft in Lenningen die Bundesstraße 465 Biberach–Kirchheim. Über sie erreicht man die etwa acht Kilometer nördlich gelegene Anschlussstelle Kirchheim (Teck)-Ost der Bundesautobahn 8 StuttgartMünchen.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

 
Blick vom Wielandstein auf Oberlenningen mit der Papierfabrik Scheufelen

Der größte Arbeitgeber war lange Zeit die überregional bekannte Papierfabrik Scheufelen, die 1855 aus der 1773 gegründeten Papiermühle hervorging. Diese meldete im Mai 2019 Insolvenz an, wodurch die zuletzt verblieben 75 Arbeitsplätze vollständig verloren gingen, nachdem zuvor in mehreren Wellen der Arbeitnehmerbestand deutlich reduziert wurde.

BildungBearbeiten

Im Karl-Erhard-Scheufelen-Schulzentrum Oberlenningen gibt es eine Hauptschule, eine Realschule und eine Förderschule. Außerdem gibt es in Gutenberg, Oberlenningen, Schopfloch und Unterlenningen (mit Zweigstelle in Brucken) je eine Grundschule. Die Grundschulkinder aus Schlattstall besuchen die Oberlenninger Schule, während die Kinder aus Hochwang wegen der Nähe zum Nachbarort nach Erkenbrechtsweiler gehen. Zusätzlich gibt es auch noch sieben Kindergärten mit insgesamt 14 Gruppen in Lenningen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

In Lenningen gibt es ein Museum für Papier und Buchkunst. Es liegt im Ortsteil Oberlenningen und wird auch „Schlössle“ genannt. In diesem Gebäude befindet sich auch die Gemeindebücherei der Gemeinde Lenningen mit 20.000 Medien (Stand 2013).

BauwerkeBearbeiten

Die Ruine Sulzburg erhebt sich oberhalb von Unterlenningen über das Lauter-Tal. Auf einer Felsnadel des Wielandsteins liegt die Ruine Wielandstein.

NaturdenkmälerBearbeiten

Auf der Gemarkung der Gemeinde Lenningen gibt es acht Einzel- und 21 flächenhafte Naturdenkmale. Bei Schopfloch steht das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb, am Rande eines flächenhaften Naturdenkmals, des aufgelassenen Juramarmor-Steinbruchs der Firma Lauster.

Nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Grabenstetten befindet sich eine eingestürzte Höhle, das Kesselfinkenloch sowie der Konradfels, ein tertiärer Vulkanschlot aus dem Urach-Kirchheimer Vulkangebiet.

Im Ortsteil Gutenberg gibt es die Gußmannshöhle und die Gutenberger Höhle, im Ortsteil Schopfloch das Schopflocher Torfmoor. Oberhalb der Ortschaft liegt die Wolfsschluchthöhle, etwa auf halbem Wege zwischen Gußmannshöhle und Gutenberger Höhle.

SportBearbeiten

Die wichtigsten Sportvereine sind der TSV Oberlenningen, der TV Unterlenningen, der TV Gutenberg und der TSV Schopfloch. Überregional bekannt ist die SG Lenningen, die im Handball derzeit in der Bezirksliga spielt.

Wintersport kann im Skizentrum Pfulb auf Gemarkung Schopfloch betrieben werden, wo sich drei Skilifte befinden.

Das Lenninger Tal bietet vorzügliche Sportklettermöglichkeiten und gehört zu den interessanten Klettergebieten der Schwäbischen Alb. Zahlreiche Routen sind an den umliegenden Kalkfelsen in fast allen Schwierigkeitsgraden eingerichtet. In zahlreichen Veröffentlichungen sind diese Routen und die dazu freigegebenen Felsen beschrieben. Naturschutzbestimmungen beschränken den Kletterbetrieb auf bestimmte Monate im Jahr.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Albrecht Weyermann (1763–1832), Geistlicher und Literaturhistoriker, Pfarrer von Gutenberg
  • Karl Scheufelen (1823–1902), Gründer der Papierfabrik Scheufelen
  • Julius von Jan (1897–1964), Pfarrer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, wurde 1935 Pfarrer in Oberlenningen
  • Willy Schneider (1907–1983), Komponist, Musikpädagoge und Dirigent

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lenningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Kletterführer Lenninger Alb, herausgegeben von Achim Pasold und Ronald Nordmann, 7. Auflage. Panico-Alpinverlag, Köngen 2007, ISBN 978-3-926807-72-4.
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 135

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Lenningen, zuletzt geändert am 8. Dezember 2009@1@2Vorlage:Toter Link/www.lenningen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 15 kB), abgerufen am 27. Januar 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 199–203
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Lenningen.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 461.
  6. Lichtblick für den Landesbischof. Evangelische Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Gutenberg blickt auf 150 Jahre zurück. In: DerTeckbote vom 12. Juli 2016, Seite 19
  7. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.