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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wolfschlugen
Wolfschlugen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wolfschlugen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 371 m ü. NHN
Fläche: 7,12 km2
Einwohner: 6339 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 890 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72649
Vorwahl: 07022
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 073
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 19
72649 Wolfschlugen
Website: www.wolfschlugen.de
Bürgermeister: Matthias Ruckh
Lage der Gemeinde Wolfschlugen im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Wolfschlugen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen auf der Filderebene in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Wolfschlugen liegt auf der zum oberen Neckar hin südöstlich abfallenden Filderebene in einer Höhe von 414 m ü. NN bis etwa 350 m ü. NN. Es entwässert größtenteils über die zwei Oberläufe des Föllbachs zum nahen Neckarzufluss Aich. Das Dorf liegt in Luftlinie etwa 5 km nordwestlich der Stadt Nürtingen und etwa 10 km südsüdwestlich der Kreisstadt Esslingen am Neckar.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf Wolfschlugen keine weiteren Orte. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene Ortschaft Walthausen. Der Flurname Opfenweil(er) deutet auf eine ebenfalls abgegangene Ortschaft hin, diese ist jedoch nicht belegt.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind Neuhausen auf den Fildern im Norden, Unterensingen im Osten, Nürtingen im Südosten, Aichtal im Südwesten und Filderstadt im Westen (alle Landkreis Esslingen).

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Wolfschlugen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
 
Wolfschlugen im Frühjahr
 
Rathaus
 
Evangelische Kirche
 
Inschriftstein am Rathaus

ChronikBearbeiten

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Wolfschlugen wird erstmals am 2. April 1318 urkundlich erwähnt. Der Kirchheimer Bürger Benz verkaufte Einkünfte von seinem Hof in Wolfschlugen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass schon sehr viel früher in diesem Bereich gesiedelt wurde, Zeugnis hierfür ist beispielsweise ein römischer Gutshof in einem Wald bei Wolfschlugen.

  • 1380 Der Gemeinde wird durch Graf Eberhard II. von Württemberg das Dorfrecht erteilt. Dadurch entwickelte sich aus der Ansiedlung ein richtiger Ort.
  • 1603 Die evangelische Kirche wird völlig umgebaut und erhält damit die noch heute erhaltene Form.
  • 1608/09 Bau des Rathauses durch die Baumeister Michel Knell und Jerg Mercklin
  • 1776 Erstes Schulhaus errichtet
  • 1862 Gründung des Gesangvereins "SV Concordia 1862 Wolfschlugen e.V."
  • 1866 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
  • 1899 Erste Telegraphenstation
  • 1903 Gründung des Musikvereins Wolfschlugen
  • 1906 Erste Telefonverbindung des Ortes
  • 1914 Elektrische Beleuchtung der Gemeinde
  • 1938 Eingliederung der Gemeinde in den Landkreis Nürtingen
  • 1970 Einweihung des gemeindeeigenen Sportplatzes und der Turn- und Festhalle
  • 1973 Durch die Auflösung des Landkreises Nürtingen geht Wolfschlugen zum Landkreis Esslingen über.
  • 1993 Einweihung der neuen Sporthalle

ReligionenBearbeiten

Seit der Reformation ist Wolfschlugen evangelisch geprägt. Die evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen hat ca. 3.200 Gemeindeglieder. Pfarrer ist derzeit Norbert Graf.[3]

Erst der Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg führte wieder zu einer nennenswerten Zahl römisch-katholischer Gläubiger. Die katholische Kirchengemeinde Wolfschlugen/Hardt ist eine Teilgemeinde der Kirchengemeinde St. Johannes in Nürtingen.

Es gibt in Wolfschlugen drei Kirchen darunter:

  • Evangelische Kirche (Kirchstraße), erbaut 1468
  • Katholische Kirche (Nürtinger Straße), erbaut 1982
  • Neuapostolische Kirche (Riedstraße), erbaut 1962

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohner
3. Dezember 1834 ¹ 1206
1. Dezember 1871 ¹ 1281
1. Dezember 1900 ¹ 1407
17. Mai 1939 ¹ 1762
13. September 1950 ¹ 2239
6. Juni 1961 ¹ 2689
27. Mai 1970 ¹ 3547
25. Mai 1987 ¹ 5212
31. Dezember 1991 5462
31. Dezember 1995 5710
31. Dezember 2000 6082
31. Dezember 2005 6264
31. Dezember 2010 6309
31. Dezember 2015 6340

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Wolfschlugen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis[4]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
40
30
20
10
0
37,83 %
25,11 %
21,75 %
15,32 %
n. k.
UW
OGL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-30
-35
+14,71 %p
+11,08 %p
+3,94 %p
+1,01 %p
-30,73 %p
UW
OGL
UW Unabhängige Wählervereinigung 37,83 5 23,12 3
OGL Offene Grüne Liste 25,11 4 14,03 2
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,75 3 17,81 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,32 2 14,31 2
FB Freie Bürgerliste -- -- 30,73 4
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 65,66 % 55,61 %

BürgermeisterBearbeiten

Im März 2010 wurde Matthias Ruckh zum Nachfolger von Ottmar Emhardt gewählt. Emhardt hatte das Amt 32 Jahre bekleidet.[5]

WappenBearbeiten

Die älteste Darstellung des Wappens von Wolfschlugen findet sich auf einem Inschriftstein von 1608 am Rathaus. Das etwas verschobene schwarze Z auf gelbem Grund stellt (wahrscheinlich) eine stilisierte Wolfsangel dar. Vermutlich wurde das Zeichen der Wolfsangel als passend zum Ortsnamen gewählt. Die Wolfsangel war ein Gerät zum Fang von Wölfen mit einem Doppelhaken als Träger des Köders. Das Zeichen fand als Forstsymbol, als Steinmetzzeichen und in der Heraldik Verwendung.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Die Evangelische Kirchengemeinde unterhält seit 2007 eine Gemeindepartnerschaft mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ljubljana in Slowenien.[6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftsgeschichteBearbeiten

Die Landwirtschaft war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die Haupterwerbsquelle. Nach und nach hielten auch andere Berufe in der Gemeinde ihren Einzug wie beispielsweise Maurer, Steinhauer, Zimmermänner, Gipser, Ziegler und Plattenleger. Dies wird von vielen alten Schriften belegt.

Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg machte sich Wolfschlugen überregional einen Namen mit den hier gefertigten Stickereien. Hierfür wurde eigens eine Stickereischule eröffnet. Eine Stickereiausstellung im Rathaus informiert über diese Zeit.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Ansiedlung kleinerer Industriebetriebe. Heute finden sich in Wolfschlugen mittelständische Unternehmen und zahlreiche Handwerksbetriebe, viele davon sind im Industriegebiet in Richtung Nürtingen angesiedelt. Das Industriegebiet wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert.

BildungseinrichtungenBearbeiten

In Wolfschlugen gibt es einen kirchlichen und drei nicht konfessionelle Kindergärten mit insgesamt zehn Gruppen. Eine Grundschule besteht am Ort, seit Juli 2010 wurde die Hauptschule aufgegeben und zusammen mit dem Nachbarort Neuhausen ein Schulverband gegründet, der in Neuhausen eine Hauptschule mit Werkrealschule betreibt.

Die Ortsbücherei Wolfschlugen (Rathausstraße 1) und ist für jedermann zugänglich.

Ver- und EntsorgungBearbeiten

Das Stromnetz in der Gemeinde wird seit 1. Januar 2016 von der FairNetz GmbH Reutlingen betrieben.[7] Eine Erdgasversorgung wird seit 1. Januar 2016 durch die FairNetz GmbH, Reutlingen aufgebaut. Wolfschlugen ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung, von dessen Pumpwerk in Neckartailfingen die Gemeinde ihr Trinkwasser bezieht. Zur Reinigung des Abwassers betreibt die Gemeinde eine Kläranlage in den Winkelwiesen. Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Biomüll, Hausmüll und Papier werden separat gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Wolfschlugen liegt an den Landesstraßen 1205 (Filderstadt–Nürtingen) und 1202 (nach Neuhausen). Außerdem gibt es noch eine Verbindung über die Kreisstraße 1222 ins Aichtal nach Grötzingen. Die Bundesautobahn 8 Stuttgart–München verläuft rund fünf Kilometer nördlich der Gemeinde. Wolfschlugen ist über die Ausfahrt Esslingen (Nr. 54) zu erreichen.

An den öffentlichen Nahverkehr ist die Gemeinde über zwei Omnibuslinien angeschlossen. Der nächstgelegene Bahnhof ist in Nürtingen. Dieser liegt an der Neckar-Alb-Bahn Stuttgart–Tübingen. Mindestens stündlich (nachmittags halbstündlich) verkehrt der Regionalexpress zwischen Tübingen und Stuttgart, eine Viertelstunde versetzt dazu die Regionalbahn zwischen Plochingen und Tübingen bzw. Herrenberg. Außerdem führt vom Nürtinger Bahnhof die Tälesbahn – eine Nebenbahn der WEG – nach Neuffen.

Etwa acht Kilometer nordwestlich der Gemeinde befindet sich der Flughafen Stuttgart. Er ist der größte und wichtigste Flughafen des Landes Baden-Württemberg.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1268–1286.
  • Klaus E. Bleich u. a.: Wolfschlugen. Die Gemeinde und ihre Geschichte. Wegrahistorik-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-929315-02-5.
  • Martin Luik, Dieter Müller Theiss: Römerzeitliche Geländedenkmäler. Heft 2. Die römischen Gutshöfe von Esslingen-Berkheim und Wolfschlugen (Landkreis Esslingen). Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1474-3.
  • Jörg Biel: Der römische Gutshof "Waldhauser Schloß" bei Wolfschlugen, Kreis Esslingen Stuttgart. Landesdenkmalamt. 1974. 4 S.: Ill. Kulturdenkmale in Baden-Württemberg; 7.
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 493
  • Franz Hanisch: Wolfschlugen – Wissenswertes über einen Ort – Hrsg. Genossenschaftsbank Wolfschlugen, 1975 OCLC 313777790

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wolfschlugen.
  3. Evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums
  5. http://www.esslinger-zeitung.de/region/kreis_artikel,-ueberzeugender-wahlsieg-fuer-matthias-ruckh-_arid,531196.html
  6. Evangelische Kirchengemeinden von Wolfschlugen und Ljubljana besiegelten am Reformationstag ihre Partnerschaft (Memento des Originals vom 9. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ev-kirchenbezirk-nuertingen.de
  7. BDEW (Hrsg.): Karte der Stromnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.