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Umfang des LandratsbezirksBearbeiten

Der Landratsbezirk Wimpfen setzte sich aus den folgenden ehemaligen Verwaltungseinheiten zusammen:[1]

Die fünf Orte, aus denen der Bezirk bestand waren Domanialorte, die als hessische Exklaven im Großherzogtum Baden lagen.[2] (siehe dazu auch Territoriale Besonderheiten in Südwestdeutschland nach 1810)

VerwaltungseinheitenBearbeiten

Administrative VerwaltungBearbeiten

Die Administrative Einteilung legte die Bürgermeistereien fest, welche dem Landrat unterstanden. Dabei wurden mehrere kleinere Ortschaften häufig durch eine Bürgermeisterei verwaltet. Seit 1822 konnten die Hessischen Gemeinden ihre Bürgermeister selbst wählen und es wurden keine Schultheiße mehr eingesetzt. Die folgenden zwei Bürgermeistereien wurden im Landratsbezirk bestimmt:[2]

  1. Wimpfen am Berg mit Wimpfen im Thal, Hohenstadt, Helmhof, Finkenhof und Kohlhütte
  2. Kürnbach

JustizverwaltungBearbeiten

Gleichzeitig mit der Bildung der Landratsbezirke wurden Landgerichte installiert, die jetzt unabhängig von der Verwaltung waren. Im Landratsbezirk Wimpfen wurde das Landgericht Wimpfen als Gericht erster Instanz geschaffen. Der Gerichtsbezirk deckte sich mit dem Landratsbezirk.[2]

FinanzverwaltungBearbeiten

Für die Einnahmen aus Staatseigentum (den sogenannten Domanialen) gab es die Rentämter. Die Bezirksorte bilden zusammen die Receptur Wimpfen.[2]

Davon getrennt war die Steuerverwaltung. Für den Landratsbezirk war der Steuerbezirk Hirschhorn zuständig, der zur Obereinnehmerei Bensheim gehörte. Der Landratsbezirk bildete eine Distrikteinnehmerei im Steuerbezirk.

Einem Zollbezirk war der Landratsbezirk nicht zugeordnet.

Weitere VerwaltungenBearbeiten

Die Forstverwaltung des Landratsbezirks Seligenstadt wurde vom Forst Heppenheim wahrgenommen, zu dem das Forstrevier Wimpfen mit den Orten Wimpfen am Berg, Wimpfen im Thal, Hohstadt, Helmhof, Finkenhof, Kohlhütte und Kürnbach, gehörte.[2]

Die Kirchverwaltung im Bezirk bestand aus den folgenden lutherischen Pfarreien: 1 Kürnbach; 2 Wimpfen am Berg mit Wimpfen im Thal, Hohstadt und Helmhof. Sie waren keinem Inspektorat zugeteilt. Es gab eine katholische Pfarrei in Wimpfen am Berg mit der Filiale Wimpfen im Thal. Sie war keinem Landkapitel zugeordnet.[2]

Historische BeschreibungBearbeiten

Die „Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen“ berichtet 1829 über den Landratsbezirk Wimpfen:[2]
Lage und Grenzen werden beschrieben als: »Der Bezirk besteht aus vier verschiedenen getrennt liegenden Theilen, die bis vier Stunden von einander entfernt liegen. Der Haupttheil ist der, welcher die Stadt Wimpfen enthält und auf drei Seiten theilweise vom Neckar und dem anliegenden Großherzogthum Baden begrenzt wird. Dieser Theil liegt gegen 10 Stunden von der südlichsten Grenze des Hauptlandes der Provinz Starkenburg. Die beiden andern Theile, aus zwei gleichfalls getrennten Höfen bestehend, liegen nordwestlich von Wimpfen, und sind ganz von badischen Gebietstheilen umgeben. Südwestlich von Wimpfen und ungefähr 4 St. davon liegt der vierte Theil, Kürnbach, umgeben von Würtemberg und Baden. Die drei ersteren Theile liegen zwischen dem 49° 13′ und 49° 22′ nördlicher Breite und zwischen dem 26° 39′ und 26° 52′ östlicher Länge.«
Die Natürliche Beschaffenheit als: »a) Oberfläche und Boden: Der Bezirk besteht aus wellenförmigen Anhöhen. Die Güte des Bodens ist ziemlich gleichförmig, er ist weder besonders fruchtbar noch besonders unfruchtbar. b) Gewässer: Der Neckar begrenzt den Haupttheil des Bezirks. Der Helmhof wird von dem Rodenhach berührt.« 
Die Bevölkerung als: »Diese beträgt 3985 Seelen, unter diesen sind 3704 Lutheraner, 222 Katholiken, 8 Reformirte, 9 Mennoniten und 42 Juden, die zusammen 1 Stadt, 1 Marktflecken, 3 Dörfer, überhaupt 486 Häuser bewohnen.«
Die Naturprodukte als: »134 Pferde, 8 Fehlen, 8 Bullen, 159 Ochsen, 591 Kühe, 548 Rinder, 608 Schweine, 1360 Schaafe, 87 Ziegen, 14 Esel. Fische; Spelz, Gerste, Hafer, Hanf, Reys, Tabak, Hopfen, etwas Wein; Steinsalz.«
Gewerbe und Handel als: »Ackerbau, Viehzucht, Handwerker, Handel und Schiffahrt. Das Salzwerk Ludwigshall zu Wimpfen beschäftigt viele Hände. In Wimpfen befindet sich eine Schnupftabaksfabrik; auch sind im Bezirk mehrere Mühlen und darunter eine Gypsmühle. Der Markt zu Wimpfen im Thal ist weit berühmt, und wird wegen der vielen Leinewand, die hier verkauft wird, der Tuchmarkt genannt.«

AuflösungBearbeiten

Im Rahmen der Verwaltungsreform 1832 wurden die Landratsbezirke zu Landkreisen zusammengefasst, der Landratsbezirk Wimpfen blieb davon aber unberührt. Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden in den Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt. Dabei ging der Landratsbezirk Wimpfen zusammen mit den Landratsbezirk und Erbach, Breuberg im Regierungsbezirk Erbach auf.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. großherzogliche Verordnung „Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend“ vom 14. Juli 1821; in: Hess. Reg. Bl. 1821, Nr. 33, S. 407 (online bei google books)
  2. a b c d e f g Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, S. 262 f. (Online bei Google Books).