Krombach (Unterfranken)

Gemeinde im Landkreis Aschaffenburg in Deutschland

Krombach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Wappen Deutschlandkarte
Krombach (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krombach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 5′ N, 9° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Schöllkrippen
Höhe: 254 m ü. NHN
Fläche: 10,65 km2
Einwohner: 2098 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63829
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 138
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Website: www.gemeinde-krombach.de
Erster Bürgermeister: Peter Seitz[2] (Unabhängige Bürgerliste Krombach)
Lage der Gemeinde Krombach im Landkreis Aschaffenburg
AlzenauKahl am MainKarlstein am MainKleinostheimStockstadt am MainGroßostheimMainaschaffMömbrisJohannesberg (Bayern)GlattbachWiesener ForstForst Hain im SpessartHeinrichsthaler ForstHeinrichsthaler ForstWaldaschaffer ForstSchöllkrippener ForstSailaufer ForstRohrbrunner ForstRothenbucher ForstDammbachDammbachGoldbach (Unterfranken)GeiselbachWesterngrundSchöllkrippenKleinkahlWiesen (Unterfranken)Krombach (Unterfranken)SommerkahlBlankenbachHösbachSailaufHaibach (Unterfranken)HeigenbrückenHeinrichsthalLaufachWeibersbrunnRothenbuchWaldaschaffBessenbachMespelbrunnHeimbuchenthalDammbachWeibersbrunnAschaffenburgHessenLandkreis MiltenbergLandkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet
Gemeindeteile und Gemarkungen von Krombach
Landschaft um die Gemeindeteile von Krombach
Detaillierter Ortsplan von Krombach

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Bayerischer Untermain im Kahlgrund am Krombach. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich in der Nähe des Dörnsteinbacher Sportplatzes mit 343 m ü. NHN (Lage), der niedrigste liegt an der Kahl bei Mensengesäß auf 167 m ü. NHN (Lage).

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt vier Gemeindeteile:[3][4]

Gemeindeteil Siedlungstyp Höhe
(m u. NHN)
Einwohner
Hauenstein Einöde 320
Krombach Pfarrdorf 254 1993
Oberschur Dorf 319 163
Unterschur Weiler 216
Gemeinde Krombach 2156

Die früheren Gemeindeteile Oberkrombach, Mittelkrombach und Unterkrombach sind heute baulich verwachsen und bilden den Gemeindeteil Krombach.

Es gibt nur die Gemarkung Krombach.

NachbargemeindenBearbeiten

Gemeinde
Geiselbach
Markt
Mömbris
  Markt
Schöllkrippen
Gemeinde
Blankenbach

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der Ortsname leitet sich von dem gleichnamigen Bach Krombach ab[5], welcher das Dorf durchfließt und in Großblankenbach in die Kahl mündet. Im Volksmund wird der Ort „Krummich“ oder auch „Krommich“ genannt.[6]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 1207 „Crumbach“
  • 1237 „Crumbbach“
  • 1240 „Crumppach“
  • 1250 „Crumbach“
  • 1283 „Grumbach“
  • 1380 „Krombach“

GeschichteBearbeiten

 
Krombach um 1850

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die Herrschaft der Grafen von Schönborn, die zum Fränkischen Ritterkreis gehörte, wurde 1806 zugunsten des Fürstentums Aschaffenburg mediatisiert und fiel mit diesem 1814 (zuvor ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Das Patrimonialgericht Krombach im Bergschloss Schöneberg wurde zum 1. Juli 1848[7] aufgehoben.

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Krombach gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Krombach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1414 Einwohner
  • 1970: 1501 Einwohner
  • 1987: 1772 Einwohner
  • 1991: 1894 Einwohner
  • 1995: 2096 Einwohner
  • 2000: 2178 Einwohner
  • 2005: 2160 Einwohner
  • 2010: 2168 Einwohner
  • 2015: 2129 Einwohner
  • 2020: 2110 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1780 auf 2129 um 349 Einwohner bzw. um 19,6 %. 2005 hatte die Gemeinde 2192 Einwohner.[8]

Hochwasser am 4. Mai 2017Bearbeiten

Am 4. Mai 2017 wurde der Kahlgrund von einem gewaltigen Unwetter heimgesucht, bei dem die Kahl und ihre Nebenbäche starkes Hochwasser hatten. Besonders heftig traf es dabei die Gemeinde Krombach.[9] Siehe dazu Hochwasser der Kahl 2017.

Politik und Öffentliche VerwaltungBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  Unabhängige Bürgerliste Krombach    7 Sitze (51,6 %)
  CSU 5 Sitze (34,5 %)
  SPD 2 Sitze (14,0 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Peter Seitz (Unabhängige Bürgerliste Krombach), der am 16. März 2014 gewählt und am 15. März 2020 mit 72,1 % der Stimmen im Amt bestätigt wurde.

VerwaltungBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter dreimal von Rot und Gold geteiltem Schildhaupt in Rot über drei silberne Spitzen schreitend ein blau gekrönter goldener Löwe mit Doppelschweif.“[10]
Wappenbegründung: Die Gemeinde Krombach war zum großen Teil im Besitz der Grafen von Rieneck und der Sitz eines Landgerichts. Die Grafen starben 1559 aus und die Gemeinde kam in den Besitz des Erzstifts Mainz. Im Jahr 1666 erwarb die Familie der Freiherrn und späteren Grafen von Schönborn das Landgericht Krombach. Der Ort wurde zum Mittelpunkt der Besitzungen der Grafen im oberen Kahltal. Der Löwe aus dem Wappen der Grafen Schönborn erinnert an ihre Herrschaft. Die Teilung von Rot und Gold im Schildhaupt wurde dem Wappen der Grafen von Rieneck entnommen. Die Farben Rot und Silber stammen aus dem Wappen des Kurstaats Mainz, zu dem der Ort gehörte.

Das Wappen wird seit dem 8. Juni 1967 geführt.[11]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

  • Frankreich  Frankreich: Die Gemeinde Krombach unterhält mit der Gemeinde Soliers seit 1990 eine Partnerschaft.

BaudenkmälerBearbeiten

 
Fachwerkhäuser an der Hauptstraße

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 871.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 124.000 Euro.

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 78 und im Bereich Handel und Verkehr 78 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 748. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 490 ha, davon waren 264 ha Ackerfläche und 214 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Kindergarten und Kindertagesstätte
  • Grundschule

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Krombach (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderatsmitglieder. Gemeinde Krombach, abgerufen am 4. September 2020.
  3. Gemeinde Krombach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  4. Gemeinde Krombach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  5. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 124 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  7. Partimonialgericht Krombach. Staatsarchiv Würzburg, abgerufen am 21. Januar 2021.
  8. Quelle: BayLfStat
  9. Land unter: Millionenschaden im Kahlgrund
  10. Eintrag zum Wappen von Krombach (Unterfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Eintrag zum Wappen von Krombach (Unterfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.