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Krenkingen

Stadtteil von Waldshut-Tiengen, Baden-Württemberg, Deutschland

Krenkingen ist eine Ortschaft im Südschwarzwald, Region Hochrhein, und ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen des Landkreises Waldshut im südbadischen Teil von Baden-Württemberg in Deutschland.

Krenkingen
Kreisstadt Waldshut-Tiengen
Wappen von Krenkingen
Koordinaten: 47° 40′ 57″ N, 8° 18′ 22″ O
Höhe: 534 m
Fläche: 7,58 km²
Einwohner: 259 (2015)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Eingemeindet nach: Tiengen/Hochrhein
Postleitzahl: 79761
Vorwahl: 07741

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Krenkingen liegt im Südschwarzwald am westlichen Hang des von Norden nach Süden verlaufenden Steinatals. Die Gemarkung erstreckt sich über den Bergrücken bis hin zur Schlücht im Westen. Der Hauptort selbst liegt auf 531 m ü. NN.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Krenkingen gehören zwei kleine Weiler, das auf dem Bergrücken gelegene Berghaus und das im Westen am Hang zur Schlücht gelegene Hagnau.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerzahlen des Hauptortes inklusive der Weiler Berghaus und Hagnau.

Jahr Einwohner
1871 300
1900 230
1925 258
1939 265
1950 318
1961 278
1970 253
2004 245

GeschichteBearbeiten

Der Ort Krenkingen wird 1152 erstmals als Chreinchingen genannt[1] Die Ministerialen, Ritter und Freiherren von Krenkingen, 1202, Burch.miles et ministerialis domini Lutoldi de Kreinkingin[2] errichteten um das 11. Jahrhundert zuerst die Burg Altkrenkingen. Die neuere – im 13. Jahrhundert erbaute – und grössere Burg Krenkingen, die aber bereits 1361 als Burgstall bezeichnet wird, (nicht zu verwechseln mit Neu-Krenkingen oder auch Burg Gut-Krenkingen) lag etwa 100 m nördlich von der Ruine Alt-Krenkingen auf der gleichen Bergschulter, der Burghalde. Als erster Krenkinger ist ein Adilhardus de Chreingingen, erwähnt zu Allerheiligen in Schaffhausen 1102[3]. Die Krenkinger gelten als die Erbauer der Burg Tiengen. Sie besassen große Besitzungen im Klettgau, die Gutenburg, die Weißenburg sowie Burg Neukrenkingen und die Burg Roggenbach (dort den Weißenburger Turm) und weitere. Sie stellten Äbte im Kloster Rheinau, Konstanz, Kloster Reichenau und Strassburg. Als bekanntester Vertreter seines Geschlechts gilt der Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz, Diethelm von Krenkingen. Der Vorname Diethelm ist kennzeichnend für die Krenkinger. Die verschuldeten Freiherren mussten 1361 die Herrschaft Gutenburg an Walter und Burkard von Hohenfels verkaufen. 1482 erwarb das Kloster St. Blasien das Dorf von den Herren von Rumlang. 1875 verbrannten bei einem Grossbrand 22 Häuser. 1722 wurde Krenkingen eigene Pfarrei. In den Jahren 1766 und 1767 wurde die heutige Kirche erbaut.[4]

Am 1. Juli 1974 wurde Krenkingen in die Stadt Tiengen/Hochrhein eingegliedert. Diese fusionierte am 1. Januar 1975 mit Waldshut zur neuen Stadt Waldshut-Tiengen.[5]

PolitikBearbeiten

OrtschaftBearbeiten

Krenkingen ist eine Ortschaft im Sinne des baden-württembergischen Kommunalrechts. Die Ortschaft verfügt damit über eine eng begrenzte Selbstverwaltung. Organe dieser Selbstverwaltung sind der Ortschaftsrat und der Ortsvorsteher.

OrtsvorsteherBearbeiten

Seit der Eingemeindung zur Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen trägt der Leiter der Ortschaftsverwaltung die Amtsbezeichnung Ortsvorsteher.

Ortsvorsteher ist Frank Kaiser.

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Krenkingen

  • 1966–1974 Andreas Kaiser

Ortsvorsteher der Ortschaft Krenkingen

  • 1974–1982: Andreas Kaiser
  • 1982–2004: Dieter Schwenninger
  • seit 2004:     Frank Kaiser

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Hauptverkehrsanbindung ist die Kreisstraße 6556, die von der Landstraße 158 im Schlüchttal von Krenkingen aus nach 2 km zur L 159 im Steinatal führt.

BauwerkeBearbeiten

  • kath. Kirche
  • Burgruine Krenkingen
  • Gemeindehaus

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Heinrich Roth von Schreckenstein: Herr Diethelm von Krenkingen, Abt von Reichenau (1170–1206) und Bischof von Constanz (1189–1206), ein treuer Anhänger König Philipps. Beitrag zur Geschichte der Bischöfe von Constanz. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 28, Heft 3, 1876, S. 286–371.
  • Helmut Maurer: Die Herren von Krenkingen und das Land zwischen Schwarzwald und Randen. Studien zur Geschichte einer landschaftsgebundenen Adelshauses im 12. u. 13. Jahrhundert. Freiburg (Breisgau) 1963 (Freiburg (Breisgau), Diss., 20. Febr. 1963).
  • Helmut Maurer: Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen Mittelalter. Königtum, Adel und Klöster als politisch wirksame Kräfte (= Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte 16, ISSN 0532-2197). Albert, Freiburg (Breisgau) 1965 (beinhaltet die Dissertation).
  • Uwe Ludwig: Zum Vogteistreit zwischen Kloster Rheinau und den Herren von Krenkingen. Eine unbekannte Quelle im Liber miraculorum des Bartholomäus von Trient. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO). Bd. 139, 1991, S. 479–488.
  • Max Blaschegg: Die Freiherren von Krenkingen und ihre Münzstätte Tiengen. In: Schweizer Archiv für Heraldik. Archivum heraldicum. Bd. 114, 2000, ISSN 1423-0534, S. 87–120.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thurgauer Urkundenbuch, Band 2, S. 109
  2. Urkunde, GLA, Amt Bettmaringen
  3. Franz Ludwig Baumann: Allerheiligen, S. 66
  4. Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwalds, S. 936
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 523 f.

WeblinksBearbeiten