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Borovany (deutsch Forbes) ist eine Stadt im Okres České Budějovice in Tschechien.

Borovany
Wappen von Borovany
Borovany (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: České Budějovice
Fläche: 4233[1] ha
Geographische Lage: 48° 54′ N, 14° 39′ OKoordinaten: 48° 53′ 55″ N, 14° 38′ 32″ O
Höhe: 522 m n.m.
Einwohner: 4.173 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 373 12
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: Trhové SvinyTřeboň
Bahnanschluss: České Budějovice–Gmünd NÖ
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Jenkner (Stand: 2018)
Adresse: Žižkovo náměstí 107
373 12 Borovany
Gemeindenummer: 544281
Website: www.borovany-cb.cz
Lage von Borovany im Bezirk České Budějovice
Karte

GeographieBearbeiten

Die südböhmische Stadt befindet sich am rechten Ufer der Stropnice.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Stadt Borovany besteht aus den Ortsteilen Borovany (Forbes), Dvorec (Wurzen), Hluboká u Borovan (Hluboka), Radostice (Radostitz), Trocnov (Zalluschi), Třebeč (Triebsch) und Vrcov (Wirzau)[3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[4] Zu Borovany gehören außerdem die Ansiedlungen Chrastí und Cikánov. Grundsiedlungseinheiten sind Borovany, Chrastí, Dvorec, Hluboká u Borovan, Radostice, Trocnov, Třebeč und Vrcov.[5]

NachbargemeindenBearbeiten

Strážkovice Ledenice Mladošovice
Ostrolovský Újezd   Jílovice u Trhových Svinů
Trhové Sviny Olešnice u Českých Budějovic Petříkov

GeschichteBearbeiten

Borovany wurde 1186 erstmals in einer Grenzfestlegung zwischen dem Gebiet der Grundherrschaft mit dem Stift Zwettl urkundlich erwähnt. Seit 1291 gehörte der Ort Wok von Borovan aus dem witigonischen Familienzweig der Herren von Landstein. 1327 wurde Wilhelm von Landstein Besitzer, dessen Sohn Vítek/Veit die Herrschaft 1359 an die Gebrüder Peter, Jost, Ulrich und Johann von Rosenberg verkaufte. Die Rosenberger vereinten Forbes mit ihren Besitztümern in Gratzen. Nachdem sich Forbes seit dem Ende des 14. Jahrhunderts im wechselnden Besitz verschiedener Adelsfamilien befunden hatte, kaufte der aus Linz stammende Budweiser Patrizier Peter von der Linden (Peter von Linda, Petr z Lindy, † 1471/72) die Herrschaft. Nach dem Tod seines einzigen Sohnes stiftete Von der Linden 1455 das Augustinerkloster und ließ die Kirche Mariä Heimsuchung errichten. 1466 war der spätgotische Bau vollendet.[6]

Das Kloster stand unter dem Patronat der Rosenberger. 1564 hob Wilhelm von Rosenberg das Kloster auf Grund der Misswirtschaft des Propstes Matěj Kozka von Rynárec auf und den klösterlichen Besitz übernahmen die Rosenberger. Um 1578 wurde Forbes zum Marktflecken erhoben. Nach dem Tode Peter Woks von Rosenberg wurden 1611 die Schwanberger neue Besitzer. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg wurden deren Güter eingezogen und fielen an Ferdinand II., der 1630 das Augustinerkloster erneuerte.

1729 erhielt die Mariä-Heimsuchungs-Kirche den barocken Turm und 1746 erfolgte der Anbau einer mit Fresken ausgestalteten Kapelle an der Nordseite der Kirche. Zwischen 1760 und 1770 errichteten die Augustiner das dreiflüglige Prälaturhaus. Im Zuge der Josefinischen Reformen wurde das Kloster 1785 aufgehoben und sein Besitz fiel an den Religionsfond. 1789 erwarb Johann Fürst von Schwarzenberg das Gut im Tausch gegen seine Herrschaft Vlčice und ließ die Klostergebäude zum Schloss umbauen.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurde Forbes 1850 eine selbstständige Gemeinde im Gerichtsbezirk Schweinitz bzw. im späteren Bezirk Budweis. 1869 erhielt der Flecken mit dem Bau der Kaiser-Franz-Josefs-Bahn einen Eisenbahnanschluss. Nördlich von Forbes wurde mit dem Abbau der Kieselgurlagerstätte bei Rosenstein begonnen, zu der eine Werksbahn angelegt wurde.

Im Jahre 1973 wurde Borovany zur Stadt erhoben.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Schloss (ehemaliges Augustinerkloster) im Zentrum der Stadt
  • Ausstellung "Aus Forbes mit der Bahn hin und zurück" (zur Geschichte der KFJB) vor dem Kloster
  • Rathaus, Barockbau aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
  • Pranger aus Granit von 1656 im Stadtpark
  • Statue des Hl. Johannes von Nepomuk von 1730 im Stadtpark
  • Žižka-Denkmal von 1893 im Stadtpark
  • Steinbrücke, Ende 16. Jahrhundert, über den Fluss Stropnice[7]
 
Ausstellung: Z Borovan vlakem tam a zpátky
  • Sehenswürdigkeiten in Vrcov
  • Zoo Dvorec

Žižkahof bei TrocnovBearbeiten

in der Jan-Žižka-Geburtsstätte, südlich des Dorfes Trocnov, wo sich früher die Gehöfte der Familie Žižka von Trocnov befanden, befindet sich ein Lehrpfad, der die 1908 bei Ausgrabungen vorgefundenen Gebäudereste erläutert. Auf dem Gelände des Geburtsortes Jan Žižkas entstand eine kleine Ausstellung über die Hussitenbewegung und ein zwischen 1958 und 1960 von Josef Malejovský errichtetes Monumentaldenkmal für den Heerführer.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Jan Žižka (um 1360–1424), Hussitenführer, geboren auf dem Žižkahof
  • Theodor Wagner (1818–1892), böhmischer Historiker und Archivar
  • Václav Havelka (* 1885), tschechisch-amerikanischer Opernsänger
  • Stanislava Kautmanová (1902–1982), tschechische Jugendbuchautorin

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.uir.cz/obec/544281/Borovany
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/544281/Obec-Borovany
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/544281/Obec-Borovany
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/544281/Obec-Borovany
  6. Herbert Pexa: Peter von der Linden. Vom Linzer Bürger zum geadelten Gutsbesitzer in Böhmen u. Stifter des Klosters Forbes (Borovany). In: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1979. Linz 1980, S. 21–58, online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at.
  7. silniční most id. č. 157 - 014 ÚSKP 22828/3-5877 im Denkmalkatalog pamatkovykatalog.cz (tschechisch).