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GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt etwa zehn Kilometer westlich von Straßburg im Tal der Bruche, die südlich des Ortes vorbeifließt. Nachbargemeinden sind Ernolsheim-Bruche im Westen, Breuschwickersheim im Norden, Hangenbieten im Osten und Duppigheim im Süden.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde erstmals 735 in einer Verkaufsurkunde des Klosters Murbach als Colobocisheim erwähnt. 1224 wird der Ort als Colbotesheim bezeichnet, 1357 als Kobolzheim.

Die Gemeinde Kolbsheim fusionierte am 1. Juni 1974 mit Duppigheim. Seit dem 1. Januar 1983 sind sie wieder eigenständige Gemeinden. Seit der Neuordnung der französischen Kantone im Jahr 2015 gehört die Gemeinde zum neu gebildeten Kanton Lingolsheim.

WappenBearbeiten

Wappenbeschreibung: In Gold drei (2:1) rot gezungte schwarze Löwen

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2005 2013
Einwohner 508 509 604 635 668 765 827 853

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Zwei Gebäude der Gemeinde, die beide am südwestlichen Ortsrand stehen, sind als Monument historique (MH) eingestuft:
    • Die Kirche Saint-Léger stammt aus dem Jahr 1768. Der auf dem Chor aufsitzende Turm ersetzte 1870 einen Dachreiter auf dem Kirchenschiff. Die Kirche ist eine Simultankirche, das heißt, beide großen christlichen Kirchen nutzen das Gebäude; der Chor gehört der katholischen Gemeinde, das Kirchenschiff den Protestanten.[1]
    • Das Schloss Château de Kolbsheim wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von der Straßburger Adelsfamilie Müllenheim (Linie Rechberg) errichtet und befindet sich unmittelbar neben der Kirche; seit 2006 steht es als Monument historique unter Denkmalschutz.[2]
  • Mehrere Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild und sind ebenfalls als Monument historique geschützt.
  • Die ehemalige Synagoge geht auf das 17. Jahrhundert zurück und wurde 1843 umgebaut. Sie zeugt vom Vorhandensein einer größeren jüdischen Gemeinde bis zum Zweiten Weltkrieg. 1865 waren von 585 Einwohnern 103 Katholiken, 358 Lutheraner und 124 Juden. Heute ist das Gebäude nach Umbau in den Jahren 1988/89 ein Wohnhaus.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kolbsheim ist 1993 eine Partnerschaft mit der deutschen Gemeinde Nohra in Thüringen eingegangen.[3]

PersönlichkeitenBearbeiten

Zwei Frauen, die in der Frühzeit der anthroposophischen Bewegung gewirkt haben, sind in Kolbsheim geboren:

Die beiden Schwestern stammen aus einer theosopisch eingestellten kinderreichen Familie, die damals das Schloss in Kolbsheim bewohnte.

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, 2 Bände, Paris 1999, ISBN 2-84234-055-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kolbsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Monuments historiques: Kolbsheim, Saint-Léger
  2. Monuments historiques: Kolbsheim, Le château
  3. CC Les Châteaux, abgerufen am 19. Oktober 2016