Schiltigheim

französische Gemeinde

Schiltigheim (elsässisch Schìllige, daran angelehnt umgangssprachlich auch Schilick) ist eine französische Gemeinde im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Strasbourg und hat 33.780 Einwohner (Stand 1. Januar 2019).

Schiltigheim
Schiltigheim (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67)
Arrondissement Strasbourg
Kanton Schiltigheim
Gemeindeverband Eurométropole de Strasbourg
Koordinaten 48° 36′ N, 7° 45′ OKoordinaten: 48° 36′ N, 7° 45′ O
Höhe 133–152 m
Fläche 7,64 km²
Einwohner 33.780 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 4.421 Einw./km²
Postleitzahl 67300
INSEE-Code
Website www.ville-schiltigheim.fr

Geographische LageBearbeiten

Schiltigheim liegt an der Ill und am Rhein-Marne-Kanal in unmittelbarer Nachbarschaft zu Straßburg auf einer Höhe von 150 m über dem Meeresspiegel. Von Straßburg aus ist Schiltigheim mit der Straßenbahnlinie B erreichbar.

GeschichteBearbeiten

Schiltigheim entstand im 9. Jahrhundert um ein Schloss und eine Kapelle herum auf den letzten Hügeln nördlich von Straßburg und erstreckt sich an den Hängen zum Rhein hin. Seine Entwicklung ist eng mit den Bewohnern von Adelshoffen verbunden, die im 14. Jahrhundert aus den Vororten von Straßburg vertrieben wurden und sich im Unterdorf ansiedelten. Bis ins 18. Jahrhundert schwankte die Einwohnerzahl um 800. Mit der Industrialisierung ab 1850 stieg die Einwohnerzahl und erreichte im Jahre 1905 14.000.[1]

Auf dem St.-Helenen-Friedhof (Cimetière Sainte-Hélène) sind Paul Camille Denis und seine Frau beigesetzt.[2]

DemographieBearbeiten

 
Katholische Kirche zur Heiligen Familie in Schiltigheim
 
Protestantische Kirche in Schiltigheim
 
Brauerei in Schiltigheim
Bevölkerungsentwicklung vor 1919
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1821 2133 meist Evangelische (etwa 300 Katholiken)[3]
1846 3349 [4]
1880 6507 am 1. Dezember, in 680 Wohnhäusern, davon 3795 Protestanten, 2674 Katholiken und 21 Israeliten[5]
1890 7768 [4]
1905 14.310 [4]
1910 16.761 auf einer Fläche von 800 ha, davon 8923 Katholiken, 7651 Evangelische und 41 Juden; 168 mit französischer Muttersprache und 44 mit italienischer Muttersprache[6][4]
Einwohnerzahlen seit 1962
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2018
Einwohner 25.081 23.198 30.144 29.574 29.155 30.841 31.239 33.069

WirtschaftBearbeiten

In Schiltigheim befand sich der Sitz der Brauerei Fischer, die unter anderem das bekannte Biermischgetränk Desperados herstellte und mittlerweile zum Heineken-Konzern gehört. Des Weiteren betreibt der Heineken-Konzern in Schiltigheim die Brauerei brasserie de l’Espérance, die jetzt Desperados herstellt. De Firma Caddie wurde in Schiltigheim gegründet. Mit dem Espace Européen de l’Entreprise wurde im Westen von Schiltigheim eine weitere, 7 Hektar große, Wirtschaftszone geschaffen, die mehr als 7000 Menschen Arbeit bietet.[7]

Der Besteck- und Tafelsilberhersteller Deetjen versorgt die elsässische Gastronomie mit Tischgeschirr.

SportBearbeiten

In Schiltigheim ist der Fußballverein SC Schiltigheim beheimatet.

1987 fanden im Centre Nautique de Schiltigheim die Schwimmeuropameisterschaften statt.

Seit 2006 findet dort jährlich das Finale des Coupe d’Europe statt – ein Turnier in der Karambolagevariante Dreiband, das vom ortsansässigen Billardverein BC AGIPI ausgerichtet wird. Der Verein ist auch siebenfacher Rekordmeister in Folge seit 2005. Mit den AGIPI Billiard Masters, die zwischen 2008 und 2013 ausgetragen wurden, fand ein weiteres prestigeträchtiges Billardturnier hier statt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 1161–1169.
  • Schiltigheim, Elsass, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Schiltigheim.

WeblinksBearbeiten

Commons: Schiltigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ville Schiltigheim: Histoire de la ville, (französisch) (Memento des Originals vom 13. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ville-schiltigheim.fr
  2. Wolfgang Kunz: Paul Camille von Denis – ein Lebensbild. In: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 21 (1989). ISSN 0340-4250, S. 13.
  3. Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Band 2, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 374, Nr. 16.
  4. a b c d M. Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006)
  5. Statistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. C. F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 6, Ziffer 68.
  6. Schiltigheim, Elsass, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Schiltigheim.
  7. Espace Européen de l’Entreprise (französisch)