Klein Wieblitz

Ortsteil von Salzwedel

Klein Wieblitz ist ein Ortsteil der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Klein Wieblitz
Hansestadt Salzwedel
Koordinaten: 52° 49′ 52″ N, 11° 4′ 26″ O
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 3,5 km²[1]
Einwohner: 77 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Wieblitz
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 03901
Klein Wieblitz (Sachsen-Anhalt)
Klein Wieblitz
Klein Wieblitz
Lage von Klein Wieblitz in Sachsen-Anhalt

GeografieBearbeiten

Das altmärkische Dorf Klein Wieblitz liegt etwa sechs Kilometer westsüdwestlich von Salzwedel. Nördlich des Dorfes fließt die Salzwedeler Dumme.[3]

GeschichteBearbeiten

Das frühere Rundplatzdorf wurde nach dem Brand von 1837 stark verändert aufgebaut und später nach Norden und Südosten erweitert.[1]

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1349. Ein Hof im Dorf Wieblitz wurde als in parua villa wybelysse genannt, als von Henning und Busso Crucemann diesen an das Heiliggeist-Kloster in Salzwedel verkauften.[4] 1350 heißt es in parua wibelisse.[1] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Luͤtken Wibelitze mit 11 Hufen aufgeführt.[5] Weitere Nennungen sind 1600 Lütke Wiebelitz, 1687 Lütken Wiebelitz[1] und 1802 Klein Wiebelitz.[6]

Wieblitzer MühleBearbeiten

Im Jahre 1322 wird die Mühle in Wieblitz als in Molendino wybelitz erwähnt. Hempo von dem Knesebeck verpfändete einen Scheffel Getreidezins aus der Mühle dem Kloster Diesdorf.[7] Der Historiker Peter P. Rohrlach schreibt: betrifft wohl Klein Wieblitz, da die Mühle dort schon 1587 genannt ist.[1]

Die Wieblitzer Mühle[8] war eine Wassermühle an der Dumme. Die Mühle wurde nicht als Wohnplatz in Ortsverzeichnissen ausgewiesen. Peter P. Rohrlach meint, dass die Mühle früher zur Gemeinde Bombeck gehört habe.[9] Aufgrund diverser Grundstückstausche im Jahre 1939 zwischen Bombeck und Klein Wieblitz ist die Annahme nicht ganz auszuschließen.[10] Aus dem Grenzverlauf der Karten von 1932[11] und 2003[12] gehörte der Wohnplatz zu Klein Wieblitz.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1950 wurden die Gemeinden Klein Wieblitz und Groß Wieblitz im Landkreis Salzwedel zur Gemeinde Wieblitz zusammengeschlossen. Am 1. August 1972 wurden die Gemeinden Wieblitz und Eversdorf zur Gemeinde Wieblitz-Eversdorf zusammengeschlossen.[13] Wieblitz wurde damit aufgelöst. Groß Wieblitz und Kleinwieblitz wurden Ortsteile von Wieblitz-Eversdorf.[14] Wieblitz-Eversdorf wurde am 1. Januar 2011 per Gesetz aufgelöst.[15][16] Klein Wieblitz wurde als Ortsteil nach Salzwedel eingemeindet. Der Ortsteil gehört zu keiner Ortschaft.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1734 58
1774 117
1789 88
Jahr Einwohner
1798 79
1801 48
1818 101
Jahr Einwohner
1840 127
1864 164
1871 153
Jahr Einwohner
1885 148
1892 137
1895 157
Jahr Einwohner
1900 150
1905 153
1910 163
Jahr Einwohner
1925 162
1939 137
1946 187
Jahr Einwohner
2010 74
2014 78
2015 77

Quellen:[1][2][17][18]

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirchengemeinde Klein Wieblitz gehörte früher zur Pfarrei Bombeck.[19] Die evangelischen Christen aus Klein Wieblitz gehören heute zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre[20] im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Klein Wieblitz ist ein chorloser Bau aus Fachwerk mit Backsteinausfachungen. Der Eingang erfolgt von Süden aus, die Wetterfahne stammt von 1885.[1] Auf dem Messtischblatt von 1932 wird sie als Kapelle bezeichnet.[11]
  • Der alte aufgelassene Friedhof befindet sich auf dem Kirchhof.
  • Der Ortsfriedhof liegt am südwestlichen Ortsausgang.
  • In der Fachwerkkirche befindet sich eine steinerne Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.[21]
  • In Klein Wieblitz gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus mit 50 Plätzen.[18]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2432–2436.
  2. a b Jens Heymann: Kernstadt und Dörfer der Einheitsgemeinde Salzwedel legen zu. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Salzwedel. 15. Januar 2016 (az-online.de).
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 25. Berlin 1863, S. 213 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001003_00223~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 408 (uni-potsdam.de).
  6. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 389 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00411~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 126 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038~SZ%3D00134~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  8. Messtischblatt 1609: Salzwedel. Reichsamt für Landesaufnahme, 1873, abgerufen am 18. Mai 2019.
  9. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2889.
  10. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 54, 60, 61, Nr. 242, Nr. 263.
  11. a b Messtischblatt 3132: Salzwedel. Reichsamt für Landesaufnahme, 1932, abgerufen am 8. Mai 2019.
  12. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360, 361, 363.
  14. Karla Balkow, Werner Christ: Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik. Staatsverlag der DDR, 1986, ISBN 3-7685-2185-0, S. 116, 159.
  15. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  16. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel (GemNeuglG SAW). 8. Juli 2010, abgerufen am 5. Mai 2019.
  17. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 129.
  18. a b Hansestadt Salzwedel: Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020. Juni 2015 (salzwedel.de [PDF; abgerufen am 5. Mai 2019]).
  19. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 96 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 18. Mai 2019]).
  20. Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. Abgerufen am 18. Mai 2019.
  21. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Klein Wieblitz auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 18. Mai 2019.