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Benkendorf (Salzwedel)

Ortsteil von Salzwedel

Benkendorf ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Benkendorf
Stadt Salzwedel
Koordinaten: 52° 47′ 26″ N, 11° 15′ 57″ O
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 10,23 km²[1]
Einwohner: 96 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 039032
Kirche in Benkendorf
Kirche in Benkendorf
Benkendorf (Sachsen-Anhalt)
Benkendorf
Benkendorf
Lage von Benkendorf in Sachsen-Anhalt

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das altmärkische Dorf Benkendorf, ein nach Norden ausgebautes Sackgassendorf mit Kirche,[1] liegt 10 Kilometer südöstlich von Salzwedel am Benkendorfer Vorfluter,[3] der früher Fließgraben genannt wurde.[4]

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Benkendorf gehören die Ortsteile Benkendorf und Büssen.[5]

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1280 wurde ein Johannes Benkendorp in Salzwedel als Zeuge in einer Urkunde erwähnt.[6] 1310 hieß es in einer Urkunde in domo Johannis de Benkendorp in Salzwedel.[7]

Im Jahre 1336 wird Benkendorf erwähnt als in villa Bennekendorp, als Henning von Garthow seine Rechte über Einnahmen aus dem Dorf als Lehnsherr der Elendengilde in Salzwedel überlässt.[8] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Benekendorp aufgeführt.[9] Weitere Nennungen sind 1608 Bendikendorpff und 1687 Benneckendorff.[1]

EingemeindungenBearbeiten

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Büssen mit der Landgemeinde Benkendorf vereinigt.[10] So kam der Ortsteil Büssen zur Gemeinde.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Benkendorf am 16. Juni 2008, dass die Gemeinde Benkendorf in die Hansestadt Salzwedel eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[11][12]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Benkendorf wurden Benkendorf und Büssen Ortsteile der Hansestadt Salzwedel. Für die eingemeindete Gemeinde wird die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Benkendorf und künftigen Ortsteile Benkendorf und Büssen wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Salzwedel. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Benkendorf wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1734 85
1774 91
1789 85
Jahr Einwohner
1798 108
1801 110
1818 82
Jahr Einwohner
1840 111
1864 164
1871 162
Jahr Einwohner
1885 168
1892 175
1895 179
Jahr Einwohner
1900 183
1905 165
1910 173
Jahr Einwohner
1925 342
1939 296
1946 476
Jahr Einwohner
1964 371
1971 366
1981 318
Jahr Einwohner
1993 253
2006 196
2007 183

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirchengemeinde Benkendorf gehörte früher zur Pfarrei Jeggeleben.[13] Die evangelischen Benkendorfer gehören heute zum Pfarrbereich Apenburg[14] im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Jens Schulz.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Friedhof in Benkendorf
  • Die evangelische Dorfkirche Benkendorf ist ein im 13. Jahrhundert entstandener zweiteiliger Feldsteinbau aus Schiff und eingezogenem gerade geschlossenem Chor.[15]
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 173–177.
  2. Jens Heymann: Kernstadt und Dörfer der Einheitsgemeinde Salzwedel legen zu. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Salzwedel. 15. Januar 2016 (az-online.de).
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  5. Hauptsatzung der Hansestadt Salzwedel. Lesefassung (2. Änderung 10.08.2016). 5. September 2016 (salzwedel.de [PDF; 317 kB; abgerufen am 6. April 2019]).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 304 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983~SZ%3D00316~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Zitiert nach Peter P. Rohrlach: Joachim Stephan: Die Vogtei Salzwedel. Land und Leute vom Landesausbau bis zur Zeit der Wirren. (= Quellen, Findbücher und Inventare des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, 17). Peter Lang GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-631-54808-0, S. 380.
  8. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 14, 1857, S. 77 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000992_00085~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  9. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 383 (uni-potsdam.de).
  10. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.
  11. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands. StBA, siehe 2009, 1. Liste
  12. Vereinbarung über die Eingemeindung der Gemeinde Benkendorf in die Hansestadt Salzwedel (Gebietsänderungsvereinbarung) und Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 26.08.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 14, Nr. 9/2008. Salzwedel 17. September 2008, S. 171–172.
  13. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 51 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 6. April 2019]).
  14. Pfarrbereich Apenburg. Abgerufen am 6. April 2019.
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 41.