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Kittlitz (Lübbenau/Spreewald)

Ortsteil von Lübbenau/Spreewald, Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg, Deutschland

LageBearbeiten

Kittlitz liegt in der Niederlausitz östlich des Naturparks Niederlausitzer Landrücken und südlich des Spreewalds. Zum Ort gehören die Gemeindeteile Eisdorf, Lichtenau und Schönfeld. Unweit des Ortes liegen die Seen Bischdorfer See und Schönfelder See.

Im Norden grenzt Kittlitz an die Lübbenauer Ortsteile Zerkwitz, Krimnitz und Groß Beuchow mit Klein Beuchow sowie die Stadt Lübbenau/Spreewald und der Gemeindeteil Klein Klessow. Im Osten folgen die Ortsteile Boblitz, Groß Lübbenau und Groß Klessow mit seinem Wohnplatz Redlitz. Im Südosten jenseits des ehemaligen Tagebau Seese-West liegt Bischdorf und im Süden der Calauer Ortsteil Buckow. Südwestlich liegen die Gemeindeteile Lichtenau und Schönfeld. Im Westen auf der gegenüberliegenden Seite des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Nord liegen Hindenberg und die Orte Willmersdorf-Stöbritz und Egsdorf, die bereits zum Landkreis Dahme-Spreewald gehören.

GeschichteBearbeiten

OrtsgeschichteBearbeiten

Bei dem Ort Kittlitz handelt es sich offenbar um eine Gründung der Herren von Kittlitz, ein Adelsgeschlecht aus der Oberlausitz, die auch in der Niederlausitz Besitzungen hatten. Die Namensnennungen waren 1298 de Kethelitz, 1363 als Kithelicz und im 15. Jahrhundert von Kittlitz. Der sorbische Ortsname wurde 1761 als Dlope und Dłobe erwähnt. Der niedersorbische Ortsname leitet sich vermutlich von einem altsorbischen Wort Dłob ab, das verlorengegangen ist. Dieses Wort könnte mit dem niedersorbischen Wort dłypaś, was aushöhlen bedeutet, verwandt sein. Auch eine Verbindung zum obersorbischen dypać für hauen oder hacken ist möglich. So bezeichnet der niedersorbische Name eine Höhle oder eine Vertiefung. Der Ortsname Kittlitz beruht auf einem altsorbischen Personennamen Chyteł.

Im Jahr 1363 wurden einer Barbara von Zickow aus Seese fünf Hufen sowie ein Garten in Kithelicz als Leibgedinge verbrieft. Die Besitzer des Dorfes wechselten in der folgenden Zeit öfter. 1625 kaufte ein Friedrich Wilhelm von Hoym, der zuvor Teile des Dorfes Schlabendorf besaß, einen Teil von Kittlitz und verlagerte seinen Gutssitz dorthin. Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam Kittlitz mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen und gehörte zum Landkreis Calau. Bis 1925 war Kittlitz ein Gutweiler. Zu den Gutshöfen gehörte auch die Kittlitzer Mühle. Ebenso gab es in Kittlitz eine Gastwirtschaft an der durch den Ort führenden Salzstraße und eine westlich der Fischteiche an der Schrake eine Schäferei.

Ursprünglich war Kittlitz keine Gemeinde, sondern ein Gutsbezirk. 1836 wurden die beiden Kossäten des Dorfes nach Eisdorf versetzt und ihre Besitztümer in Kittlitz gingen in den Besitz der Gutsherrschaft über, womit sich die gesamte Gemarkungsfläche des Gutsbezirks Kittlitz in deren Besitz befand. Mit den Gutsländereien in den Gemarkungen von Eisdorf, Hänchen und Klein Klessow kam der Gutsbezirk Kittlitz auf eine Fläche von 641,5 Hektar, davon 145 Hektar Wald. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Kittlitz aufgelöst und in eine Gemeinde umgewandelt.

Mit der brandenburgischen Kreisreform 1950 schied Kittlitz mit weiteren Gemeinden aus dem Landkreis, der in den Landkreis Senftenberg umgewandelt wurde, aus und wurde dem Landkreis Lübben (Spreewald) angegliedert. Im Jahr 1952 kamen die Orte an den neu gegründeten Kreis Calau. Etwa um das Jahr 1960 herum hatten sich alle Bauern aus Kittlitz in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften „Einheit“ oder „Frieden“ zusammengeschlossen. Die LPGs vereinigten sich später, diese neue LPG wurde wiederum der LPG „Pflanzenproduktion Groß Beuchow“ angeschlossen.[1]

1959 wurde Kittlitz Sitz des VEB „Braunkohlenwerk Jugend“. Ab den 1960er-Jahren wurde in der Gegend um Kittlitz Braunkohle abgebaut, zahlreiche benachbarte Orte wie Seese wurden durch die angrenzende Tagebaue wie Seese-West devastiert. Kittlitz selbst verlor seine Gemarkungsfläche südlich der Schrake, die jedoch unbewohnt war. Zum 1. Oktober 1964 wurden die später devastierten Orte Kückebusch und Vorberg nach Kittlitz eingegliedert. Die Flur des devastierten Ortes Tornow wurde zum 25. Januar 1968 nach Kittlitz eingegliedert. Zur Tornower Flur gehörte der Ort Lichtenau. Zum 1. Januar 1967 folgte die Eingliederung des Ortes Eisdorf und zum 1. Mai 1974 des Ortes Schönfeld. Kittlitz gehört zum Kirchenkreis Niederlausitz.[2]

Nach 1989 wurden zahlreiche Häuser in Kittlitz neu erbaut. Am 26. Oktober 2003 wurde Kittlitz mit seinen Gemeindeteilen und die Orte Boblitz, Groß Beuchow, Bischdorf, Groß Klessow, Hindenberg, Groß Lübbenau, Klein Radden, Leipe sowie Ragow in Lübbenau/Spreewald als Ortsteile eingegliedert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Kittlitz von 1875 bis 2002[4]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 128 1933 121 1964 418 1989 299 1993 328 1997 403 2001 411
1890 116 1939 121 1971 324 1990 299 1994 336 1998 398 2002 411
1910 71 1946 255 1981 335 1991 321 1995 345 1999 404
1925 95 1950 227 1985 264 1992 320 1996 359 2000 421

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Kittlitz gibt es eine Freiwillige Feuerwehr und einen gemischten Chor.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Kittlitz liegt südlich des Autobahndreiecks Spreewald, an dem die nördlich des Ortes verlaufende Bundesautobahn 15 in die direkt westlich verlaufende Bundesautobahn 13 übergeht. An die A 13 ist Kittlitz über die gleichnamige Anschlussstelle angebunden.

In Kittlitz befand sich zu DDR-Zeiten der Verwaltungssitz und die Hauptwerkstätten des Braunkohlenwerkes „Jugend“. Im Ort kreuzten die Gleisanlagen der Kohlezüge aus den Tagebauen bei Schlabendorf und bei Seese. Sie brachten die Braunkohle in die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau. Die alten Industrieanlagen wurden inzwischen abgerissen, stattdessen wurde ein Industriepark geschaffen. An der Autobahnanschlussstelle ist ein neuer Kreisverkehr und eine Umgehungsstraße gebaut worden, die fast direkt zum Kreisverkehr vor Groß Klessow führt.

In Kittlitz gibt es eine Förderschule mit zugehörigem Wohnheim für geistig Behinderte. Nach 1989 wurde saniert und um einen zweigeschossigen Sportanbau, bestehend aus einer speziellen Schwimm- und einer Turnhalle.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinz-Dieter Krausch: Burger und Lübbenauer Spreewald: Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Burg und Lübbenau. Akademie-Verlag, 1981, S. 116–120.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Statistik Brandenburg (PDF; 332 kB)

LiteraturBearbeiten

  • Karl-Heinz Noack: Aus der Geschichte des Dorfes Kittlitz und seiner umliegenden Orte. 1160–2010. Oberlausitzer Verlag 2010, ISBN 978-3-941908-07-9
  • Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975.
  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

WeblinksBearbeiten