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Zerkwitz, niedersorbisch Cerkwica, ist ein Ortsteil der Stadt Lübbenau/Spreewald im Norden des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Zerkwitz
Cerkwica
Koordinaten: 51° 51′ 43″ N, 13° 55′ 45″ O
Fläche: 4,67 km²
Einwohner: 652 (17. Jul. 2017)
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 03222
Vorwahl: 03542
Dorfkirche Zerkwitz
Dorfkirche Zerkwitz

LageBearbeiten

Zerkwitz liegt in der Niederlausitz nördlich des Naturparks Niederlausitzer Landrücken und am westlichen Rand des Spreewalds.

Im Norden von Zerkwitz liegt der Ortsteil Krimnitz und weiter im Norden die Stadt Lübben, die bereits im Landkreis Dahme-Spreewald liegt. Im Osten grenzt Zerkwitz an Lübbenau. Im Süden folgen die Orts- und Gemeindeteile Klein Klessow, Eisdorf und Groß Beuchow mit Klein Beuchow. Im Westen befinden sich die Ortsteile Klein Radden und Hindenberg sowie weiter im Westen Orte des Nachbarkreises Alteno und Willmersdorf-Stöbritz.

GeschichteBearbeiten

OrtsgeschichteBearbeiten

 
Feuerwehrgerätehaus

In einer Verkaufsurkunde aus dem Jahr 1315 wurde Zerkwitz erstmals als Czyrkewicz erwähnt. In dieser Urkunde verkaufte Bodo der Ältere von Ilenburg Ritter Christian, genannt Lange, die Herrschaft Lübbenau. Der Ortsname bezeichnet einen Ort in dem sich eine Kirche Cerkwja befindet. Im Jahr 1423 wurde der Ort als Cerkowicz und 1541 als Cerckwitz erwähnt. Die Nennung des niedersorbischen Ortsnamens war 1761 als Zerkwiza und 1843 als Cerkwica. Ein verwandter Ortsname ist Serkowitz, ein Stadtteil von Radebeul in Sachsen.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam Zerkwitz mit der gesamten Niederlausitz an das Königreich Preußen und gehörte zum Landkreis Calau. Zum 1. Januar 1926 wurde der Ort Kleeden eingemeindet. Mit der brandenburgischen Kreisreform 1950 schied Zerkwitz mit weiteren Gemeinden aus dem Landkreis Calau, der in den Landkreis Senftenberg umgewandelt wurde, aus und wurde dem Landkreis Lübben (Spreewald) angegliedert. Im Jahr 1952 kamen die Orte an den neu gegründeten Kreis Calau. Zum 1. Januar 1978 wurde Zerkwitz nach Lübbenau als Ortsteil eingemeindet.[1]

Zerkwitz gehört zum Kirchenkreis Niederlausitz.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Zerkwitz von 1875 bis 1971[2]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 319 1890 343
1910 327 1925 335
1933 477 1939 478
1946 661 1950 638
1964 525 1971 507

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Zerkwitz liegt nordwestlich des Autobahndreiecks Spreewald, an dem die Bundesautobahn 15 in die westlich des Ortes verlaufende Bundesautobahn 13 übergeht. Die lokale Wirtschaft ist durch kleinere Handwerks- und Gewerbeunternehmen geprägt. Zerkwitz hat sich außerdem durch den nahen Spreewald als wichtiger touristischer Standort innerhalb des Lübbenauer Stadtgebietes etabliert. Viele Pensionen und Hotels sowie Gasthäuser sind in Zerkwitz ansässig.

PersönlichkeitenBearbeiten

In der Mitte des 17. Jahrhunderts wirkte der niedersorbische Sprachforscher Johannes Choinan in Zerkwitz als Pfarrer.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Statistik Brandenburg (PDF)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zerkwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien