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Kesswil
Wappen von Kesswil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Arbon
BFS-Nr.: 4426i1f3f4
Postleitzahl: 8593
Koordinaten: 741249 / 272910Koordinaten: 47° 35′ 30″ N, 9° 19′ 0″ O; CH1903: 741249 / 272910
Höhe: 412 m ü. M.
Fläche: 4,4 km²
Einwohner: 992 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 225 Einw. pro km²
Website: www.kesswil.ch
Dorfzentrum von Kesswil mit Kirche

Dorfzentrum von Kesswil mit Kirche

Karte
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Über dieses Bild
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Kesswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arbon des Schweizer Kantons Thurgau. Sie liegt zwischen Romanshorn und Kreuzlingen am Bodensee.

GeschichteBearbeiten

 
Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1957

Kesswil wurde 817 erstmals erwähnt als Chezzinwillare erwähnt. Im 9. Jahrhundert verfügte das Kloster St. Gallen in Kesswil über Grundbesitz. Im 13. Jahrhundert erlangte auch das Kloster Münsterlingen Grund- und Herrschaftsrechte im Ort. Vom Spätmittelalter bis 1798 war Kesswil ein äbtisch-sankt-gallisches Malefizgericht, das vom Romanshorner Amt aus verwaltet wurde.

1429 erlaubte das Kloster Münsterlingen den Bau einer Kapelle. 1451 ist eine Messpfründe bezeugt. 1529 trat die Pfarrei, die auch Dozwil umfasste, zur Reformation über. Der Pfarrer betreute ab 1588 auch Uttwil, dass ab 1618 den Status einer Filialkirche innehatte. Von 1816 an bildete Kesswil eine sich territorial mit der Ortsgemeinde deckende Munizipalgemeinde, weshalb die beiden Gemeinden 1870 zur sogenannten Einheitsgemeinde vereinigt wurden.

Im 19. Jahrhundert wurde in Kesswil Ackerbau, Rebbau und Fischerei betrieben, daneben hatten sich eine Weberei, Handel und Kleingewerbe angesiedelt. Mit dem Übergang zur Vieh- und Milchwirtschaft – 1859 wurde eine Käsereingesellschaft gegründet – wurde der Feldobstbau intensiviert. Die 1871 eröffnete Seelinie brachte dem Dorf zunächst keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Um 1900 gab es in Kesswil einige Stickereilokale. Anfang des 21. Jahrhunderts boten die Nussbaum Matzingen (vor 2003 Tubenfabrik Pressta) im Jahr 2005 85 Arbeitsplätze an. Weitere Arbeitsmöglichkeiten sind in der Landwirtschaft mit Obst- und Beerenbau und in der Baumschule Roth Pflanzen zu finden. Mit den nach 1980 entstandenen Einfamilienhäusern und Wohnbauten entwickelte sich Kesswil zur ländlichen Wohngemeinde.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Kesswil[2]
 
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Einheitsgemeinde[2]
Jahr 1850 1888 1900 1910 1941 1950 1980 2000 2010 2018
Einwohner 522 572 529 576 454 494 596 850 985 989

Von den insgesamt 989 Einwohnern im Jahr 2018 waren 184 bzw. 18,6 % ausländische Staatsbürger.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Im Dorfkern sind Fachwerkhäuser (Riegelhäuser) aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Paul Häberlin (1878–1960), Philosoph, Psychologe und Pädagoge, wurde am 17. Februar 1878 in Kesswil geboren.
  • Carl Gustav Jung (1875–1961), Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie, wurde am 26. Juli 1875 in Kesswil als Sohn des Pfarrers geboren.
  • August Künzler (1901–1983), Farmer in Afrika, wurde am 20. November 1901 in Kesswil geboren.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kesswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  3. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  4. Verena Rothenbühler: Künzler, August. In: Historisches Lexikon der Schweiz.