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Münsterlingen

Gemeinde im Kanton Thurgau, Schweiz
Münsterlingen
Wappen von Münsterlingen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
BFS-Nr.: 4691i1f3f4
Postleitzahl: 8596, 8597
UN/LOCODE: CH SCG (Scherzingen)
Koordinaten: 734877 / 277395Koordinaten: 47° 38′ 0″ N, 9° 14′ 0″ O; CH1903: 734877 / 277395
Höhe: 405 m ü. M.
Fläche: 5,4 km²
Einwohner: 3328 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 616 Einw. pro km²
Website: www.muensterlingen.ch
Münsterlingen aus der «Zeppelinperspektive»

Münsterlingen aus der «Zeppelinperspektive»

Karte
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Münsterlingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Münsterlingen liegt am Bodensee zwischen Bottighofen und Altnau und zählt rund 3'000 Einwohner. Der Dorfkern befindet sich am südlichen Bodenseeufer. Das Gelände des Klosters Münsterlingen schliesst östlich daran an.

GeschichteBearbeiten

Die Politische Gemeinde Münsterlingen besteht aus den beiden früher eigenständigen Ortsgemeinden Landschlacht und Scherzingen und wurde im Rahmen der thurgauischen Gemeindereorganisation auf den 1. Januar 1994 gebildet. Den Namen und das Wappen hat die Gemeinde von der alten Klosteranlage Münsterlingen erhalten.

WirtschaftBearbeiten

In früherer Zeit wurde an den umliegenden Hängen Wein kultiviert, heute wird vor allem Ackerbau und Weidewirtschaft betrieben.

In der Gemeinde ist die Weinkellerei Rutishauser AG beheimatet, die 2001 ihr 115-jähriges Jubiläum feierte.

VerkehrBearbeiten

Durch Münsterlingen verläuft die Hauptstrasse 13 (Grenzübergang Trasadingen/Erzingen – Locarno). Im Schienenverkehr verfügt Münsterlingen über drei Bahnhöfe an der Seelinie: Münsterlingen-Scherzingen, Münsterlingen Spital und Landschlacht. Eine Buslinie bindet Münsterlingen an die Stadtbusnetze der nahe gelegenen Städte Kreuzlingen und Konstanz an.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Inneres der Sankt-Remigius-Kirche in Münsterlingen mit Johannes-Büste (2011)

Kloster MünsterlingenBearbeiten

Das (nicht mehr betriebene) Kloster Münsterlingen hat eine Barockkirche. Mit dem am anderen Seeufer gelegenen Hagnau am Bodensee gibt es den Brauch, bei der sogenannten Seegfrörne die Büste des Heiligen Johannes über den zugefrorenen See in die jeweilige Partnergemeinde zu tragen. Seit 1963 steht sie wieder der ehemaligen Klosterkirche St. Remigius zu Münsterlingen.[2]

LeonhardskapelleBearbeiten

Die St. Leonhardskapelle ist neben der Sylvesterkapelle im Überlinger Stadtteil Goldbach eine der ältesten romanischen Kapellen im Bodenseeraum. Die ältesten Teile sind vor dem Jahr 1000 entstanden und sie wurde seit dem 11. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt, besonders gut erhalten sind der Passionszyklus (2. Hälfte 15. des Jahrhunderts) und der datierte Leonhardszyklus von 1432. Die westliche Kapellenhälfte mit dem Eingang ist romanisch und aus groben Feldsteinen errichtet. Die andere Kapellenhälfte ist gotisch und wurde Ende des 14. Jahrhunderts angebaut. Die Kapelle ist mit gotischen Masswerkfenstern ausgestattet.

 
Dorfkirche Scherzingen

Weitere BautenBearbeiten

  • Zwischen Dorf und See verläuft die Eisenbahnlinie KreuzlingenSt.Gallen. Unterhalb der Bahnlinie auf einem Parkgelände am See liegen die Gebäude der 1839 gegründeten, privatisierten Psychiatrischen Klinik, ehemals Psychiatrisches Kantonsspital und der Stiftung Mansio (hervorgegangen aus den ehemaligen kantonalen IV-Betrieben, vorübergehend als Stiftung Kompass aufgetreten); oberhalb des Klosters liegt das frühere allgemeinmedizinische Kantonsspital Münsterlingen, heute Spital Thurgau AG. «Münsterlingen Seeseite» ist in der örtlichen Umgangssprache ein Euphemismus für die Psychiatrische Klinik.
  • Die reformierte Dorfkirche in Scherzingen ist der älteste reformierte Kirchenbau im Kanton Thurgau.
  • Die psychiatrische Anstalt in Münsterlingen kam seit 2013 in die öffentliche Kritik, weil Heimkinder aus dem katholischen Kinderheim Fischingen Anfang der 1970er Jahre dort illegitimen Medikamentenversuchen ausgesetzt waren.[3]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jürg Ganz: Münsterlingen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 206). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1977, ISBN 978-3-85782-206-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wohnbevölkerung der Gemeinden (ausgewählte Jahre) und Vorjahresveränderung 2015-2016, Kantonale Bevölkerungserhebung und Bundesamt für Statistik, Eidg. Volkszählung
  2. Friedrich Meichle: Seegfrörne und Eisprozession in Vergangenheit und Gegenwart. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Nr. 81. Thorbecke, Lindau/Konstanz 1963, S. 145–170.
  3. Menschenversuche - Wie viel Skrupel braucht die Forschung?, Bericht des SWR2 vom 30. Mai 2015, abgerufen 10. Juni 2015