Ian Bairnson

schottischer Musiker, Gitarrist

Ian Bairnson (* 3. August 1953 in Lerwick als John Bairnson[1][2], Shetland-Inseln)[3] ist ein schottischer Musiker, der vor allem als eines der Kernmitglieder des Alan Parsons Project bekannt ist.[4] Er ist ein Multiinstrumentalist, der Saxophon und Keyboards gespielt hat, obwohl er am besten als Gitarrist bekannt ist. Er ist auch dafür bekannt, den Klang eines Sixpence-Geldstückes einem Gitarren-Plektrum vorzuziehen.

Ian Bairnson (1982)

WerdegangBearbeiten

Bairnson wurde in Lerwick (Shetland-Inseln) geboren. Als er neun Jahren alt war, übersiedelte seine Familie nach dem Tod des Vaters nach Edinburgh, Midlothian.

Er war Session-Gitarrist, bevor er 1973 mit den ehemaligen Bay-City-Rollers-Musikern David Paton und Billy Lyall in der Band Pilot zusammenarbeitete und die Gitarrenparts zu ihrer Hit-Single Magic beisteuerte. Diese Single war eine Auskopplung des ersten Pilot Albums From the Album of the Same Name. Zu dieser Zeit arbeitete Bairnson schon mit Alan Parsons in dessen Band The Alan Parsons Project zusammen.[4] Es war diese Beziehung, die dazu beitrug, die meisten Mitglieder der Band (Bassist und Leadsänger Paton und Schlagzeuger Stuart Tosh) in das Alan Parsons-Projekt einzubeziehen. Er spielte das Gitarrensolo in I Wouldn't Want to Be Like You aus Parsons Album I Robot (1977).

Während der zeitgleichen Aufnahmen zu den Alben I Robot und Two's A Crowd (mit David Paton als Pilot) kam es 1977 zu einer Zusammenarbeit mit Paul McCartney & Wings. McCartney nahm zur gleichen Zeit im Nachbarstudio von Abbey Roads seinen Titel Mull of Kintyre auf und suchte noch nach "echten, typischen" schottischen Sängern für den Background-Gesang. So steuerten dann Bairnson und Paton ihren Gesang zum nächsten Hit der Wings bei.[5]

Als Gitarrist wirkte er auf jedem Album des Alan Parsons Project mit, einschließlich des Nebenprojekts Keats von 1984.[6]

Des Weiteren hat Bairnson auf Kate Bushs ersten vier Alben The Kick Inside (1978)[6] (insbesondere das Gitarrensolo auf Wuthering Heights), Lionheart (1978), Never for Ever (1980) und The Dreaming (1982) gespielt.

1980 lernte Bairnson den Musiker und Komponisten Hermann Weindorf (Zara-Thustra, Oktagon, Klaus Doldinger) während der gemeinsamen Aufnahmen zu Eberhard Schoeners Album Time Square kennen. Ende des gleichen Jahres spielten sie zusammen bei Eberhard Schoeners erster Klassik-Rock-Nacht im Circus Krone Bau in der „Rockband“ mit Gary Brooker (Procol Harum), John Giblin, BJ Wilson und Morris Pert[7]. Aus dieser Zusammenarbeit entstand 1982 das Studioprojekt Panarama mit dem Album Can This Be Paradise. Die Besonderheit an diesem Album ist, dass hier auf zwei Titeln Ian Bairnson als Sänger zu hören ist: I don't know und Run away. Beide Stücke stammen auch aus seiner Feder.

Mit der Band Bucks Fizz[6] hat er zur gleichen Zeit zusammen gespielt, für die er zwei ihrer Top-20-Hits mitgeschrieben hat: If You Can't Stand the Heat (1982) und Run for Your Life (1983).

2009 wirkte er auf dem Album Fragments, einem Soloprojekt (Parzivals Eye) des deutschen Bassisten Chris Postl, mit. Chris Postl spielte in der deutschen Band RPWL. An Parzivals Eye zweitem Album Defragments aus dem Jahr 2015 war Bairnson ebenfalls wieder beteiligt.

Die Liste der Künstler, mit denen Ian Bairnson zusammengearbeitet hat, scheint fast endlos zu sein. Darunter sind: Chris de Burgh, Michael McDonald, Mick Fleetwood, Sting, Tom Jones, Jon Anderson und viele mehr. Die Session-Arbeit hat ihn auch mit Musikern aus der ganzen Welt zusammengebracht, darunter deutsche Künstler wie Harold Faltermeyer sowie japanische wie Akira Inoue und Sugi Masamichi.

2002 nahm Bairnson zusammen mit David Paton unter dem alten Bandnamen Pilot das bis dahin nicht auf CD erschienene Album von 1977 Two’s a Crowd neu auf. Da es bis zu diesem Zeitpunkt noch Rechteprobleme mit dem Arista-Label gab, bei dem das Originalalbum ursprünglich erschien, mussten alle Titel komplett neu eingespielt werden. Hierzu hat David Paton sämtliche übrigen Instrumente selbst gespielt.

Bairnson lebte von 2003 bis 2013 in Spanien, wo er ein Aufnahmestudio hatte und weiterhin als Session-Gitarrist arbeitete. Er tourte mit verschiedenen Bands, zuletzt mit Junk (Bairnson, Pau Chaffer, Sarah Rope und Ángel Celada). Während seiner Session-Karriere hat er auf mehr als hundert Alben in verschiedenen Stilen gespielt. Zum Beispiel: Yvonne Keeley, Joe Cocker, Jon Anderson, Chris de Burgh, Mick Fleetwood, Neil Diamond. Er spielte live mit Sting, Eric Clapton, Beverley Craven und vielen anderen.

Nachdem Bairnson 2013 nach Großbritannien zurückgekehrt war, traf er sich mit David Paton und nahm mit seinem alten Pilot-Weggefährten ein Album namens A Pilot Project auf, auf dem sie Eric Woolfsons Erbe huldigten. Im November 2016 trafen sich Paton und Bairnson erneut und tourten durch Japan mit einem Pilot-Revival und einigen Alan Parsons Project-Songs.

Im Jahr 2019 fügte Bairnson zwei Songs auf Alan Parsons neuem Album The Secret Gitarrensoli hinzu, insbesondere die Tracks Years of Glory und I Can't Get There from Here.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Alan Parsons Project (sv) In: musikalske.net. Abgerufen am 11. April 2021.
  2. The Sensual World of Kate Bush (en) In: katebush.proboards.com. 27. November 2004. Abgerufen am 11. April 2021.
  3. Ian Bairnson in der Notable Names Database (englisch); abgerufen am 15. November 2020
  4. a b Steve Martin: Biography: IAN BAIRNSON. In: TheAvenueOnline ! The ALAN PARSONS Fan Club. The Avenue / Avenue Communications. 15. September 2004. Archiviert vom Original am 31 July 2002. Abgerufen am 15. November 2020.
  5. Ian Bairnson Official Site Discography. In: Ian Bairnson Official Site. 20. Juni 2009. Abgerufen am 26. November 2020.
  6. a b c Ian Bairnson Official Site Discography. In: Ian Bairnson Official Site. 20. Juni 2009. Abgerufen am 15. November 2020.
  7. Rock meets Classic - Part I of Gary Brooker's Orchestral Adventures. In: procolharum.com. Abgerufen am 20. März 2021.