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Hoyerhagen

Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hoyerhagen
Hoyerhagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hoyerhagen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 50′ N, 9° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Grafschaft Hoya
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 22,67 km2
Einwohner: 942 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27318
Vorwahl: 04251
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßplatz 2
27318 Hoya
Website: www.grafschaft-hoya.de – Hoyerhagen
Bürgermeister: Carsten Borstelmann (Wählergemeinschaft Hoyerhagen)
Lage der Gemeinde Hoyerhagen im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder MeerNordrhein-WestfalenLandkreis DiepholzLandkreis OldenburgLandkreis SchaumburgLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenRegion HannoverBalgeBinnenBinnenBinnenBinnenBückenDiepenauDrakenburgEstorf (Weser)EystrupEystrupGandesbergenHämelhausenHämelhausenHaßbergenHaßbergenHassel (Weser)Hassel (Weser)HeemsenHilgermissenHoyaHoyerhagenHusum (bei Nienburg)LandesbergenLeeseLiebenau (Niedersachsen)LinsburgLinsburgMarkloheNienburg/WeserPennigsehlRaddestorfRehburg-LoccumRodewaldRohrsenSchweringenSteimbkeSteyerbergSteyerbergStöckseStolzenauUchteWarmsenWietzenWarpeKarte
Über dieses Bild

Hoyerhagen ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

GeschichteBearbeiten

Ortsnamen

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1219 Indagine, 1250 Indago comitis, 1282/1288 Indagine, um 1368 Hoyerhagen, 1530 Hoyer Hagen und um 1535 Hoier Hagen.

Die ältere, lateinische Bezeichnung „indago“ des Ortsnamens bedeutet „Hagen“. „Hagen“ kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk wie eine Weide oder ein eingezäuntes Waldstück hindeuten. Bei Hoyerhagen handelt es sich um eine Hagen-Siedlung älteren Datums, genauer um eine grundherrliche Rodeanlage in der Bruchniederung entlang der Syker-Vilsener Geest nordwestlich von Hoya. Die Siedlung geht auf die Grafen von Hoya zurück.[2]

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2016[3]
Wahlbeteiligung: 60,8 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
78,14 %
21,85 %

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Hoyerhagen besteht aus acht Ratsfrauen und Ratsherren.[4] Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit 501 bis 1000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften Anzahl der Sitze Prozent
Wählergemeinschaft Hoyerhagen 7 78,14
SPD 2 21,85

(Die beiden Parteien haben sich zur Gruppe WG/SPD Hoyerhagen zusammengeschlossen)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister ist Carsten Borstelmann (Gruppe WG/SPD Hoyerhagen). Sein Stellvertreter ist Cord Rengstorf (Gruppe WG/SPD Hoyerhagen).[4]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Schräg geteilt von Gold und Grün; oben eine wachsende Holländerwindmühle, unten ein springendes weißes Pferd.“
Wappenbegründung: Eine Holländerwindmühle mit mehrgeschossigem Unterbau bestimmt das Bild der weiträumigen ländlichen Gemeinde. Die Farben Gold und Schwarz stellen die Beziehung zu den Grafen von Hoya her. Die Pferdezucht, die vorherrschend landwirtschaftliche Struktur der Gemeinde sowie die Verbundenheit mit dem Land Niedersachsen wird durch das weiße Pferd zum Ausdruck gebracht. Das Grün im Wappen nimmt Bezug auf die Felder, Fluren, Wiesen und Wälder.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Geographischer Mittelpunkt NiedersachsensBearbeiten

 
Der geografische Mittelpunkt Niedersachsens

Hoyerhagen ist der geographische Mittelpunkt Niedersachsens. Die Ausmessung erfolgte 2001. Zur Kenntlichmachung wurde am 23. Mai 2003 ein Stein ca. 1,5 m hoch gesetzt.

KircheBearbeiten

Sie gehört zum Kirchenkreis Syke-Hoya und hat eine Furtwängler-Orgel.[7]

Jüdischer FriedhofBearbeiten

 
Jüdischer Friedhof

In einem Waldstück liegt der jüdische Friedhof, der 1714 nicht nur der Synagogengemeinde Hoya als Begräbnisstätte diente. Die letzte Beisetzung fand im Januar 1941 statt. Noch im März 1945 wurde der Friedhof schwer verwüstet und viele der alten Grabsteine entwendet und/oder vernichtet. Die 180 erhalten gebliebenen Steine mit ihren kunstvoll ausgeführten Ornamenten und den individuell gestalteten hebräischen Inschriften weisen auf die kulturhistorische Bedeutung des Hoyerhäger Judenfriedhofes hin.

Domäne MemsenBearbeiten

Die Domäne Memsen, im südwestlichen Teil der Gemeinde Hoyerhagen gelegen, wurde erstmals 987 urkundlich erwähnt und war Eigentum des Kollegiatstifts Bücken. Später war es ein Vorwerk der Grafen von Hoya, die es bis 1582 als Gestüt für Arbeitspferde nutzten. Nach Aussterben der Hoyaer Grafen übernahmen die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg das Gut. Einer der heute erhaltenen Ställe stammt aus dieser Zeit (1653). Glanzzeiten erlebte die Domäne Memsen im 18. und 19. Jahrhundert mit der Zucht von Weißgeborenen – Schimmeln, die weiß geboren werden und keinen Farbwechsel durchlaufen. Diese Pferde wurden ausschließlich als Zug- und Reitpferde für die Könige von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover genutzt. Mit dem Ende der Personalunion wurde das Gestüt geschlossen. Die heute dem Land Niedersachsen gehörende Domäne Memsen ist seit 1949 an die Wirtschaftsgenossenschaft Deutscher Tierärzte e. G. (WDT) verpachtet. Die WDT nutzt die Domäne als Serumwerk[8] (90 Pferde) und landwirtschaftlichen Betrieb (185,4 Hektar). Im Memsen befindet sich auch eine Revierförsterei der Niedersächsischen Landesforsten.

 
Windmühle Hoyerhagen

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Verkehr

 
Die Bahnstation Hoyerhagen

Hoyerhagen liegt an der Bahnstrecke Eystrup–Syke, die im Museumsverkehr befahren wird.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 27. November 2015; abgerufen am 4. August 2019.
  3. Gemeinde Hoyerhagen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  4. a b Gremien – Gemeinde Hoyerhagen. In: Internetseite Grafschaft Hoya/Provox Systemplanung. Abgerufen am 11. Oktober 2019.
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  6. Sitzverteilung Hoyerhagen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  7. Michael Christian Müller: Orgeldenkmalpflege. 2003, S. 61.
  8. Die WDT – Ein Unternehmen in der Hand der deutschen Tierärzteschaft. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.wdt.de. Archiviert vom Original am 9. Januar 2014; abgerufen am 11. Oktober 2019.