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Hohenberg an der Eger

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hohenberg an der Eger
Hohenberg an der Eger
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hohenberg an der Eger hervorgehoben

Koordinaten: 50° 6′ N, 12° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Schirnding
Höhe: 525 m ü. NHN
Fläche: 15,67 km2
Einwohner: 1439 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95691
Vorwahl: 09233
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 127
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 5
95706 Schirnding
Website: www.stadt-hohenberg.de
Bürgermeister: Jürgen Hoffmann (SPD)
Lage der Stadt Hohenberg an der Eger im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-SüdMeierhöfer SeiteWeißenstadter Forst-SüdWeißenstadter Forst-NordTröstauer Forst-WestTröstauer Forst-OstSelbNeubauer Forst-SüdKaiserhammer Forst-OstVordorfer ForstSelbSelbHohenberg an der EgerHohenberg an der EgerMarktleuthenThierstein (Fichtelgebirge)SelbSelbWunsiedelWeißenstadtTröstauThiersheimSchönwald (Bayern)SchirndingRöslauMarktredwitzKirchenlamitzHohenberg an der EgerHöchstädt im FichtelgebirgeArzberg (Oberfranken)Bad AlexandersbadNagel (Fichtelgebirge)TschechienLandkreis TirschenreuthLandkreis BayreuthLandkreis HofKaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Hohenberg an der Eger (amtlich: Hohenberg a.d.Eger) ist eine Stadt im Osten des oberfränkischen Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schirnding. Hohenberg an der Eger liegt an der Bayerischen Porzellanstraße.

GeografieBearbeiten

 
Blick ins Egerland von Burg Hohenberg
 
Fußgängerübergang nach Tschechien bei der Hammermühle

Geografische LageBearbeiten

Hohenberg an der Eger liegt am östlichen Rand des Naturparks Fichtelgebirge. Durch die Stadt fließt die Eger. Der 653 m hohe Steinberg ist die höchste Erhebung in der Stadt. Hohenberg liegt direkt an der tschechischen Grenze. Zur tschechischen Nachbargemeinde Libá (Liebenstein) besteht ein Grenzübergang in Hammermühle/Dubina (Eichelberg).

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt Hohenberg an der Eger ist in zehn Stadtteile eingeteilt[2]:

GeschichteBearbeiten

Auf einem steil zur Eger abfallenden Fels steht die Burg, die im Zusammenhang mit der Sicherung der Reichsburg Eger in der Zeit der Staufer entstanden ist. Erstmals wurde urkundlich 1222 ein „Bertholdus de Honberg“ in einer Waldsassener Schenkungsurkunde genannt. Dem reich begüterten Rittergeschlecht gehörte auch die Burg von Wunsiedel und das Burglehen von Eger. Vom Letzten des Geschlechts, Kneußel von Hohenberg, erwarb Burggraf Friedrich III. von Nürnberg 1285 Wunsiedel, wenig später fiel auch Hohenberg an ihn; Hohenberg und Wunsiedel waren damit die ersten Erwerbungen der Hohenzollern im Gebiet der Reichsstadt Eger. 1322 wurde Hohenberg zwar zusammen mit Eger dem Böhmenkönig Johann von Luxemburg verpfändet, die Auslieferung Hohenbergs unterblieb jedoch. 1413 wurde Hohenberg dem Egerer Landgericht endgültig entzogen, es entstand das Amt Hohenberg, eines der sechs Ämter im Sechsämterland des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Um die Burg entstand eine dörfliche Siedlung mit Herbergen, einer Schenkstatt und einer Mühle. Ort und Burg waren bis 1799 mit dem Privileg einer kaiserlichen Freistätte ausgestattet. Vier steinerne Säulen (jetzt im Burghof zu sehen) standen an den Eingangswegen des Ortes und grenzten einen Schutzbereich ab. Gelang es Rechtsbrechern, den Schutzbereich zu erreichen, waren sie im Asyl des Kaisers und zunächst frei von Verfolgung.

 
Deutsches Porzellanmuseum

1814 gründete Carolus Magnus Hutschenreuther dort die erste Porzellanfabrik, die spätere C. M. Hutschenreuther AG Hohenberg, im nordostbayerischen Raum. In der ehemaligen Fabrikantenvilla ist heute das Deutsche Porzellanmuseum, eine Abteilung des Porzellanikons (mit den Standorten Hohenberg an der Eger und Selb), untergebracht.

Die ehemalige Marktgemeinde im Landkreis Rehau wurde am 29. April 1960 zur Stadt erhoben[3] und am 1. Juli 1972 nach Auflösung des Landkreises Rehau dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge zugeschlagen.

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Neuhaus an der Eger eingegliedert. Am 1. April 1980 kam ein Stück des gemeindefreien Gebietes Wunsiedel im Fichtelgebirge hinzu.[4] Am 1. April 2013 kam ein Teil des Hohenberger Forstes ebenfalls zum Stadtgebiet.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Die Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

Partei 2002 2008 2014 Nachwahl 2014
CSU 6 Sitze 6 Sitze 6 Sitze 7 Sitze
SPD 6 Sitze 6 Sitze 6 Sitze 5 Sitze
Gesamt 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze

StädtepartnerschaftenBearbeiten

 
Gedenksteine zur Partnerschaft mit Hohenberg an der Eger in Hohenberg, Niederösterreich

Partnergemeinden der Stadt sind:

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

Im Porzellanikon werden auf 2000 m² Porzellane aus drei Jahrhunderten gezeigt, die einen umfassenden Einblick in Kulturgeschichte und Wandel der Porzellanerzeugnisse geben. Dreimal jährlich wechseln Sonderausstellungen mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern und Themen. Das Museum gehört zusammen mit den 16 Kilometer entfernten Porzellanmuseen in Selb zum Museumskomplex Porzellanikon.

Burg HohenbergBearbeiten

 
Burg Hohenberg

Die Burg Hohenberg ist die besterhaltene Burg im Fichtelgebirge. Sie bildet ein Sechseck mit drei runden und zwei eckigen Türmen sowie der Vorburg. Auch der Wehrgang ist teilweise erhalten. Im Burghof steht das Fürstenhaus von 1666 (ehemaliges märkgräfliches Jagdschloss), weiterhin befinden sich dort Geleitsäulen und ein steinerner Getreidemetzen aus staufischer Zeit.

St.-Elisabeth-KircheBearbeiten

 
St.-Elisabeth-Kirche

Im Jahre 1421 erfolgte die erstmalige Erwähnung einer Burgkapelle. Nach zahlreichen Um- und Erweiterungsbauten wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 der Sakralbau weitgehend zerstört. Nach dem Wiederaufbau konnte die Kirche im November 1949 wieder eingeweiht werden. 1959 erhielt der Glockenturm schließlich seine heutige Form. Anfang der 1990er Jahre und 2010 erfolgten erneute Renovierungsarbeiten.[5]

CarolinenquelleBearbeiten

Unmittelbar an der Eger befindet sich östlich von Hohenberg in der Nähe der Straße nach Fischern die Carolinenquelle.[6] Die Anlage, die Teil des Netzes von Quellen im Egergebiet beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze ist, wurde im Rahmen der grenzüberschreitenden Aktion Sprudelndes Egerland renoviert.[7]

Ehemaliges ForsthausBearbeiten

Die ursprüngliche Funktion des Hauses ist nicht klar. 1792 ist das Gebäude als barockes Forsthaus ausgestattet worden. Besonders sind die Spindeltreppe aus Eichenholz im Eingangsbereich und die Malereien mit Deckenstuck im Jagdzimmer. Das Haus ist als Milchhof bekannt. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war hier die Vergabestelle für Milchrationen.[8]

BaudenkmälerBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • Hohenberger Tapetenmanufaktur GmbH
  • Gewandschneiderei Your-Dark-Dream GbR
  • Feiler GmbH Frottier- und Chenille – Weberei

SeniorenhausBearbeiten

Das Anfang Oktober 2017 eröffnete Seniorenhaus inmitten der Kleinstadt Hohenberg a.d. Eger umfasst eine Tagespflege, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Menschen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Menschen und eine Begegnungsstätte für alle Interessierte und alle Bürger in und um Hohenberg an der Eger. Es wurde nach der japanischen Geschäftsfrau Kazuko Yamakawa benannt, die rund 3,5 Millionen Euro für das Projekt der Gemeinde stiftete. Die Spende machte die Unternehmerin aus Dankbarkeit für über 40-jährige Geschäftspartnerschaft mit der Textilfirma Feiler, die das Grundstück gesponsert hat. Feiler gilt weltweit als führender Hersteller von echter, buntgewebter Chenille und fertigt ausschließlich am Standort Hohenberg. 90 Prozent der japanischen Frauen kennen das Unternehmen und seine Produkte.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Harald Stark: Die Familie Notthafft – auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Späthling, Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X.
  • Dietmar Herrmann: Rund um Hohenberg an der Eger, in: Der Siebenstern Heft 4/2012, S. 187.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Stadternennung
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 701.
  5. Homepage der ev. Kirchengemeinde St. Elisabeth
  6. Bayern-Online: Carolinenquelle in Hohenberg im Fichtelgebirge (Memento des Originals vom 15. März 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fichtelgebirge.bayern-online.de
  7. Viel Arbeit an der Quelle Frankenpost. 23. Februar 2011
  8. Julia Greipl: Reichlich Geschichte statt rationierter Milch. Gerettet und revitalisiert: der Milchhof in Hohenberg an der Eger. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nr. 3. Monumente Publikationen, 2019, ISSN 0941-7125, S. 32, 33.
  9. BR-Bericht über das Seniorenhaus (Memento vom 24. September 2016 im Internet Archive).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hohenberg an der Eger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien