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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schirnding
Schirnding
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schirnding hervorgehoben

Koordinaten: 50° 5′ N, 12° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Schirnding
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 16,52 km2
Einwohner: 1187 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95706
Vorwahl: 09233
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 147
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 5
95706 Schirnding
Website: www.markt-schirnding.de
Bürgermeisterin: Karin Fleischer (CSU)
Lage des Marktes Schirnding im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-SüdMeierhöfer SeiteWeißenstadter Forst-SüdWeißenstadter Forst-NordTröstauer Forst-WestTröstauer Forst-OstSelbNeubauer Forst-SüdKaiserhammer Forst-OstVordorfer ForstSelbSelbHohenberg an der EgerHohenberg an der EgerMarktleuthenThierstein (Fichtelgebirge)SelbSelbWunsiedelWeißenstadtTröstauThiersheimSchönwald (Bayern)SchirndingRöslauMarktredwitzKirchenlamitzHohenberg an der EgerHöchstädt im FichtelgebirgeArzberg (Oberfranken)Bad AlexandersbadNagel (Fichtelgebirge)TschechienLandkreis TirschenreuthLandkreis BayreuthLandkreis HofKaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Schirnding ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schirnding.

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt am Nordrand des Kohlwaldes im Fichtelgebirge, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Durch Schirnding fließt die Röslau, ein Zufluss der Eger.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde ist in acht Ortsteile eingeteilt, in Klammern die Einwohnerzahlen Stand 1987:[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Ort Schirnding wurde erstmals am 8. Oktober 1377 zusammen mit der Familie von Schirnding urkundlich erwähnt. Das ehemalige Amt des hohenzollerschen und 1791 preußisch gewordenen Fürstentums Bayreuth fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zum Königreich Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Ein bedeutender Brennpunkt der örtlichen Geschichte war der sogenannte Schirndinger Pass als natürliche West-Ost-Verbindung ein Durchgang für zahlreiche Heeres- und Handelsstraßen.[3]

MarktBearbeiten

 
Marktplatz von Schirnding
 
Evangelisch-lutherische Kirche Ad Salvatorem

Am 29. Juli 1977 erhielt die Gemeinde den Titel Markt.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. April 1977 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Ortsteile Dietersgrün, Fischern, Ottenlohe, Raithenbach, Weidighaus der aufgelösten Gemeinde Kothigenbibersbach mit damals etwa 100 Einwohnern eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kam der Hauptort Fischern der gleichnamigen aufgelösten Gemeinde mit damals etwa 50 Einwohnern hinzu.[4] Zum 1. Januar 1995 folgten Teile des aufgelösten gemeindefreien Gebietes Arzberger Forst.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Ort Schirnding

Jahr 1875 1904 1950 1961 1970 1987
Einwohner 471 670 2095 2493 2253 1671

Gemeinde in den heutigen Grenzen

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 2678 2439 1802 1804 1736 1295 1192 1192

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Schirnding hat zwölf Mitglieder. Davon gehören sechs der CSU und sechs der SPD an (Stand nach der Kommunalwahl 2014).

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 19. Februar 1953 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt. Blasonierung: „In Gold übereinander drei waagrechte gestümmelte schwarze Äste“. Der Ortsteil Fischern verfügt seit 1962 über ein eigenes Wappen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Schirnding ist Grenzbahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Hier verkehren Nahverkehrszüge der Oberpfalzbahn von Marktredwitz und Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn von Nürnberg, jeweils nach Cheb. An der Bundesstraße 303/Europastraße 48 liegt der Grenzübergang Schirnding-Pomezí nad Ohří zur Tschechischen Republik. Die B 303 verläuft nördlich von Schirnding.

Produktionsstandort für PorzellanBearbeiten

Als Urheber der Porzellanindustrie von Schirnding wird 1838 Christian Paul Aecker genannt mit seiner „Aeckerischen Porcellain- und Steingutfabrik“. 1901 eröffnete der aus dem 4,5 Kilometer entfernten Arzberg stammende Lorenz Reichel eine Porzellanmalerei und kurz darauf eine Manufaktur für Weißware, aus der 1909 die Porzellanfabrik Schirnding AG hervorging. 1993 bildeten sich aus der Schirnding AG, der Porzellanfabrik Johann Kronester und der Porzellanfabrik Johann Seltmann Vohenstrauß, die SKV-Porzellan-Union GmbH, in deren Folge sich 1997 der Weißbetrieb und Teile des Buntbetriebes an den Standort Schirnding verlagerte. Im Jahr 2000 wurde das Arzberg-Porzellan-Design gekauft und bis zur Insolvenz im Jahr 2013 produziert.[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Nähe der Gemeinde liegt der historische Buchbrunnen.

Im Grenzmuseum Schirnding wird die Geschichte der Grenze zwischen Bayern und Tschechien beschrieben.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schirnding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. a b Chronik der Grenze
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 und 701.
  5. http://www.porzellanstrasse.de/de/porzellanstrasse/orte/schirnding.html