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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Röslau
Röslau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röslau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 571 m ü. NHN
Fläche: 29,84 km2
Einwohner: 2146 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95195
Vorwahl: 09238
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 145
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
95195 Röslau
Website: www.roeslau.de
Bürgermeister: Torsten Gebhardt (SPD)
Lage der Gemeinde Röslau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-SüdMeierhöfer SeiteWeißenstadter Forst-SüdWeißenstadter Forst-NordTröstauer Forst-WestTröstauer Forst-OstSelbNeubauer Forst-SüdKaiserhammer Forst-OstVordorfer ForstSelbSelbHohenberg an der EgerHohenberg an der EgerMarktleuthenThierstein (Fichtelgebirge)SelbSelbWunsiedelWeißenstadtTröstauThiersheimSchönwald (Bayern)SchirndingRöslauMarktredwitzKirchenlamitzHohenberg an der EgerHöchstädt im FichtelgebirgeArzberg (Oberfranken)Bad AlexandersbadNagel (Fichtelgebirge)TschechienLandkreis TirschenreuthLandkreis BayreuthLandkreis HofKaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Röslau ist eine Gemeinde an der Porzellanstraße im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken).

Röslau von Norden

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Röslau liegt auf 569 m ü. NN im Tal der Eger an der Kreuzung der Staatsstraßen 2177 und 2180 und ist geografischer Mittelpunkt des Fichtelgebirges.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Röslau ist in elf Ortsteile eingeteilt[3]:

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindefusionBearbeiten

Der Ort Rößlein wurde erstmals 1398 im Lehensbuch des Nürnberger Burggrafen Johann III. genannt. 1419 wurde Heinz von Lüchau mit dem Herrensitz belehnt. 1467 kam der Ort an die Herren von Reitzenstein; 1488 ging das Lehen an Wilhelm von Schirnding, der in der Folge den größten Teil von Röslau als Lehen besaß.

1651 wurde das Lehen Oberröslau Philipp von Waldenfels zugesprochen. 1754 erfolgte eine Teilung des Rittergutes Oberröslau, und Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in bürgerlichen Besitz.

1826 entstand der Ort Ludwigsfeld, der im Jahre 1925 nach Oberröslau eingemeindet wurde.[4] Durch den Bau der Fichtelgebirgsbahn 1875–1877 siedelten sich bedeutende Industrien an. Von 1907 bis 2000 lag hier der Stammsitz des Porzellanherstellers Gebr. Winterling, und seit 1882 bis heute ist die Marke „Röslau“ ein Begriff für Musiksaiten (vor allem Klaviersaiten) und Federdraht.

Im Jahr 1963 wurde der Name der Gemeinde Grün amtlich in Unterröslau geändert.[4]

Die 600 Jahre alte Gemeinde Dürnberg wurde 1956 nach Oberröslau eingemeindet. Am 1. Januar 1966 erfolgte die freiwillige Zusammenlegung der Gemeinden Oberröslau und Unterröslau.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1978 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Neudes eingegliedert.[5]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Torsten Gebhardt (SPD), der sich bei der Wahl am 27. November 2011 gegen zwei Gegenkandidaten durchsetzte und 2017 mit 94,4 % der Stimmen im Amt bestätigt wurde. Sein Vorgänger war Gerald Schade (CSU).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat in der Legislaturperiode 2014–2020 15 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters. Die Sitze sind wie folgt verteilt:

WindparkBearbeiten

2017 errichtete der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind in Röslau einen aus drei Anlagen des Typs GE Wind Energy 2.75-120 bestehenden Windpark mit jeweils 139 Meter Nabenhöhe und 2,75 Megawatt Nennleistung.[6] Während der Bauarbeiten siedelte sich im Umfeld des Windparks ein Seeadlerpärchen an. In der ARD-Sendung W wie Wissen vom 3. September 2016 wurde unter dem Titel "Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse?" kritisiert, dass der Windpark Rotmilane und seltene Seeadler gefährde.[7] Bereits im April 2016 hatten der BUND[8] und der Landesbund für Vogelschutz darauf aufmerksam gemacht: "Windpark Röslau bedroht ersten oberfränkischen Seeadler" und solle deshalb nicht weiter gebaut werden.[9] Nach einem kurzen Baustopp nahm das Unternehmen trotz Anwesenheit der Seeadler den Bau des Windparks im August 2016 wieder auf.

WappenBearbeiten

Seit 1967 führt Röslau dasselbe Wappen, das Oberröslau im Jahre 1928 erhielt. Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein steigendes silbernes Einhorn.“ Die ehemalige Herrschaft der Herren von Waldenfels wird durch das Einhorn symbolisiert, der Dreiberg verweist auf die Lage im Fichtelgebirge.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Evangelische Pfarrkirche, baugeschichtlich interessant, Kanzelaltar um 1700
  • Zwölfgipfelblick im Norden des Ortsteiles Oberröslau, zentraler Punkt mit Rundblick über das gesamte Fichtelgebirge (zwölf Gipfel)[10]
  • Thusfall, 28 Meter hoher Wasserfall der Eger im Thus, nur zum Thusfest zu Pfingsten zu besichtigen (siehe auch: Liste der Wasserfälle in Deutschland)
  • Naturlehrpfad Eine Landschaft mit Gebrauchsspuren
  • Einhornbrunnen, 1995 von dem Bildhauer Wolfgang Stefan geschaffen.
  • Eine Grabstätte mit Gedenkstein auf dem Friedhof erinnert an vier KZ-Opfer, die in der NS-Diktatur umkamen.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Röslau ist Sitz der Stahl- und Drahtwerk Röslau GmbH, eines Herstellers von Federstahldraht und Marktführer von Musiksaiten für Flügel und Klaviere.[12]

VerkehrBearbeiten

Der Haltepunkt Röslau befindet sich an der Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, S. 553.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/191532&attr=OBJ&val=1306
  4. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 598.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700.
  6. Referenzliste ABO Wind. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 11. August 2017; abgerufen am 9. August 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abo-wind.com
  7. In der ARD-Mediathek vorübergehend abrufbar: http://www.ardmediathek.de/tv/W-wie-Wissen/Wie-gef%C3%A4hrlich-sind-Windkraftanlagen-f%C3%BCr/Das-Erste/Video?bcastId=427262&documentId=37504746, aufgerufen am 15. November 2016
  8. Seeadler brüten im Landkreis Wunsiedel - BUND Naturschutz in Bayern e.V. In: www.wunsiedel.bund-naturschutz.de. Abgerufen am 15. Januar 2017.
  9. Pressemitteilung vom 3. April 2016: Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. November 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lbv.de, aufgerufen am 15. November 2016
  10. Zwölfgipfelblick: http://bayern-fichtelgebirge.de/hochebene/6.htm?6
  11. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 190.
  12. http://www.pianos.de/de/mitglieder/index.php?id=31

WeblinksBearbeiten

  Commons: Röslau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien