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Hambühl ist ein Ortsteil des Marktes Baudenbach im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Hambühl
Gemeinde Baudenbach
Koordinaten: 49° 36′ 54″ N, 10° 32′ 28″ O
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 3,94 km²
Einwohner: 184 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91460
Vorwahl: 09164
St. Matthäus
Haus Nr. 42: ehemaliges Brauereigasthaus

GeographieBearbeiten

Das Kirchdorf liegt, ringsum von Feldern umgeben, in der Ebene des Ehebachs, eines linken Zuflusses der Aisch.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde am 17. Juli 1172 als „Hagenbuhel“ (Hagenbühl, „Buckel mit Hagwald“, nach dem Flurnamen Hagen von hag/hac/hagjon Gehege, umfriedeter Ort (mit Dorngebüsch), (lichter) Wald,[3][4] und verwandt mit Hain, kleiner Wald) erstmals[5] urkundlich erwähnt. Das Hochstift Würzburg wurde Lehensherr über den Ort und verlieh 1317/22 Gutend von Seckendorff den Zehnten von einer Wiese in „Haimbuhel“. An diesem Lehen wurden später auch seine Brüder Arnold und Aberdar und ein Hörauf beteiligt. Neben dem Hochstift waren auch die Herren von Hohenlohe Lehensherrn. Im Lehenbuch Gerlachs von Hohenlohe ist am 21. März 1357 verzeichnet, dass Hans von Abenberg zu Stübach einen Garten mit einem Schafhaus in „Haunbühel“ als Lehen empfangen hat. Auch die Burggrafschaft Nürnberg war Lehensherr im Ort, wie aus dem burggräflichen Urbar (1361/64) hervorgeht. Burggraf Friedrich trug am 9. September 1377 Konrad von Abenberg das Castell’sche Lehen in „Hannbuhel“ auf. 1414 empfing ein Hans Seitz zwei Morgen Acker „am hanpuhel“ von der Burggrafschaft. Auch die Grafen von Castell waren Lehensherrn. Am 25. August 1479 erhielt Konrad von Berlichingen von ihnen ein Lehen in „Hanpühel“.[6] Obwohl die Hambühler (wie die Baudenbacher) nicht am Bauernaufstand von 1525 teilnahmen, ließ Markgraf Kasimir ihre Dorf „zur Straf“ ausplündern und niederbrennen. Die Zahl der selbständigen Haushaltungen („Mannschaften“) ging im Dreißigjährigen Krieg von 27 auf 10 zurück. Belegt sind die Ermordungen von Jakob Dalkner und Wolf Köttner in Hambühl sowie des Müllers Deiniger und des Bäckers Renner, die nach Gutenstetten geflüchtet waren. Im Siebenjährigen Krieg plünderte und brandschatzte die in Hambühl lagernde „Eilende Reichsarmee“ 1757 vor allem die Lamprechtsmühle.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Hambühl wieder 26 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neustadt an der Aisch inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 25 Anwesen dem Kastenamt Neustadt und ein Anwesen dem Spital Neustadt an der Aisch.[8]

1810 kam Hambühl zum neuen Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hambühl 1811 dem Steuerdistrikt Baudenbach zugeordnet. 1813 wurde es in die Ruralgemeinde Baudenbach eingegliedert. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Hambühl gebildet.[9] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt).[10] Ab 1862 wurde Hambühl vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,943 km².[11]

Am 1. Januar 1972 wurde Hambühl im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Baudenbach eingegliedert.[12]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 1: Mühle mit Scheune, Brunnen und Hofmauer
  • Haus Nr. 38: Wohnstallhaus
  • Haus Nr. 39: evangelisch-lutherische Filialkirche St. Matthäus mit Kirchhofmauer und Friedhof
  • Haus Nr. 42: ehemaliges Brauereigasthaus

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Baudenbach#Hambühl

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 206 234 250 240 228 245 233 244 244 226 222 216 232 231 236 205 212 209 197 294 299 276 230 194 184
Häuser[13] 37 45 44 43 44 46 40 46 53
Quelle [14] [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [22] [16] [11] [23] [1]

ReligionBearbeiten

Bevor Hambühl eine eigene Pfarrei erhielt, bestand bereits die Kapelle St. Matthäus mit einem für 1414 belegten Kaplan. Um 1464/65, als es noch eine eigene Pfarrei war (allerdings mit dem Recht der vorherigen Mutterpfarrei Unternesselbach, den Pfarrer der Pfarrkirche St. Matthäus vorzuschlagen), wurde Hambühl 1544 nach Baudenbach eingepfarrt. Im Jahr 1757 erhielt die Kirche, deren älteste Glocke die Jahreszahl 1443 zeigt, einen Neubau.[24] Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die evangelischen Einwohner sind nach St. Lambert (Baudenbach) gepfarrt, römisch-katholische nach Mariä Himmelfahrt (Ullstadt).

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße NEA 16 führt zur Bundesstraße 8 bzw. zur Kreisstraße NEA 15. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt, die B 8 kreuzend, nach Langenfeld.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hambühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 338 (Digitalisat).
  2. Hambühl im BayernAtlas
  3. Christoph Beck: Die Ortsnamen des Aischtales und der Nachbartäler nebst Proben von Flurnamen und einem Verzeichnis der Wüstungen. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1926, S. 10.
  4. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 117 (Hambühl, Hagenbühl = Waldhügel).
  5. Gemäß Johann Looshorn (Die Geschichte des Bisthums Bamberg. Bamberg 1886–1910) erstmals circa 1150.
  6. H. Sponholz (Hrsg.), S. 101.
  7. Max Döllner (1950), S. 119.
  8. H. H. Hofmann, S. 99.
  9. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 59 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 220.
  10. H. H. Hofmann, S. 186.
  11. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  12. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  13. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 36 (Digitalisat).
  15. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 199 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1056, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1222, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1156 (Digitalisat).
  20. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1228 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1266 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1097 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 175 (Digitalisat).
  24. Max Döllner (1950), S. 118.