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Frankenfeld (Baudenbach)

Ortsteil des Marktes Baudenbach im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim

Frankenfeld ist ein Ortsteil des Marktes Baudenbach im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Frankenfeld
Gemeinde Baudenbach
Koordinaten: 49° 37′ 54″ N, 10° 29′ 39″ O
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 2,85 km²
Einwohner: 49 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 91460
Vorwahl: 09164

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt am Laimbach, der der linke Oberlauf des Ehebachs ist.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Jahr 1303/17 im Lehenbuch des Hochstifts Würzburg als „Frankenfeld“ erstmals urkundlich erwähnt.[3] Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Flurnamen ab. Mit Franken wurden unter Karl dem Großen speziell die Beamten und Königsbauern bezeichnet, die damals in der Königsmark Laimbach ansässig waren. Später entstand auf den Feldern ein kleines Haufenwegedorf.[4] 1303/17 wurde dem Ritter Friedrich Kropf vom Hochstift der Zehnte in Frankenfeld aufgetragen. Im Lehenbuch ist aufgezeichnet, dass Gerlach von Hohenlohe (14. Jahrhundert) Heinz Markolf und später Betzolt Schwarzenberger und dessen Schwestern den Zehnt von „Frankenfelt“ erhielten. Daneben gab es noch Güter, die Rüdiger von Sugenheim unterstanden. Neben den von Hohenlohe hatten auch die Grafen von Castell Besitz in Frankenfeld. Außerdem sind Zinsgüter und Untertanen der Klöster Birkenfeld und Münchsteinach sowie ein Untertan des Rittergutes Obersteinbach nachgewiesen. Landesherren waren die Fürsten von Schwarzenberg, auf deren Territorium der Ort lag.[3]

1810 kam Frankenfeld zum neuen Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Frankenfeld 1811 dem Steuerdistrikt Baudenbach zugeordnet. 1813 wurde es in die Ruralgemeinde Baudenbach eingegliedert. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Frankenfeld gebildet.[5] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt). Ein Anwesen unterstand dem Hochgericht Schwarzenberg, ein Anwesen unterstand in freiwilliger Gerichtsbarkeit bis 1848 dem Patrimonialgericht Obersteinbach, ein Anwesen unterstand in freiwilliger Gerichtsbarkeit bis 1848 dem Patrimonialgericht Stübach.[6] Ab 1862 wurde Frankenfeld vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,850 km².[7]

Am 1. Juli 1969, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde Frankenfeld nach Baudenbach eingemeindet.[8]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Zu Haus Nr. 9: Scheune mit Quadersockel, Fachwerkaufbau, steiles abgewalmtes Dach mit offenem First. West- und Ostseite verbrettert. Innen 3 × 2 Säulen mit Kopfstreben. Zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts[9]
  • Haus Nr. 19: Ursprünglich eingeschossiges Frackdachhaus mit Halbwalm, nur Wohnteil erhalten. Zweiflügelige Haustür dreifeldrig mit Oberlichte, Felder mit Netzwerk, zweites Viertel des 18. Jahrhunderts[9]
  • Grenzstein
  • Steinkreuz

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Baudenbach#Frankenfeld

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 122 126 122 125 136 133 139 122 127 107 106 106 105 109 117 106 95 98 90 146 147 116 99 67 49
Häuser[10] 20 20 19 19 19 18 17 19 17
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [7] [20] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Veit (Unterlaimbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Mariä Himmelfahrt (Ullstadt).

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Bundesstraße 8, nach Unterlaimbach zur Kreisstraße NEA 30 und zur Staatsstraße 2256 ca. 200 Meter nordwestlich von Baudenbach.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).
  2. Frankenfeld im BayernAtlas
  3. a b H. Sponholz (Hrsg.), S. 96.
  4. P. Schneider, S. 235.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 59 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 220.
  6. H. H. Hofmann, S. 185.
  7. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 804 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  9. a b R. Strobel, S. 69. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 26 (Digitalisat).
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 198 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. Heft 192 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1056, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1221, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1155 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1228 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1097 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).