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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gronau (Leine)
Gronau (Leine)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gronau (Leine) hervorgehoben

Koordinaten: 52° 5′ N, 9° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Samtgemeinde: Leinebergland
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 88,13 km2
Einwohner: 10.858 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31028
Vorwahl: 05182
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 043
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Blanke Str. 16
31028 Gronau (Leine)
Website: www.gronau-leine.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Gieseler (SPD)
Lage der Stadt Gronau (Leine) im Landkreis Hildesheim
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Die Kleinstadt Gronau (Leine) liegt im Landkreis Hildesheim im Land Niedersachsen und ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Leinebergland an der Leine. Gronau ist Mitglied der Region Leinebergland, eines nach dem Leader-Ansatz gegründeten freiwilligen Zusammenschlusses verschiedener Städte und Gemeinden im südlichen Niedersachsen. Am 1. November 2016 wurden in die Stadt einige umliegende Gemeinden eingemeindet. Dadurch hat sich die Einwohnerzahl auf ca. 10.900 verdoppelt und die Fläche auf rund 90 km² mehr als vervierfacht.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Gronau befindet sich südwestlich von Hildesheim zwischen Leinebergland im Westen und Innerstebergland im Osten. Es liegt westlich des Hildesheimer Walds und nördlich der Sieben Berge. Die Stadt wird von der Leine durchflossen.

Westlich von Gronau führt ein Abschnitt der B 3 vorbei.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Gronau gehören die Ortsteile:

GeschichteBearbeiten

 
Das ZeitUfer am Leinewehr dokumentiert die historische Entwicklung der Befestigungsanlagen

Die Stadt wurde um das Jahr 1298 durch den Bischof Siegfried II. von Hildesheim auf einem Leinewerder als Gronowe als südwestliche Befestigung des Hochstifts Hildesheim planmäßig gegründet. Der Name Gronowe geht auf die grünen Auen an den beiden Armen des Flusses Leine zurück, die die Stadt mit Wasser versorgten. Zugleich bot diese Lage einen gewissen Schutz für die Bevölkerung. Das damalige Gronau setzte sich aus den Bewohnern von drei vormals unbefestigten Dörfern zusammen: Lehde, Bekum und Empeda. Diese Dörfer fielen daraufhin wüst.

Im Jahr 1427 trat Gronau der sächsischen Tohopesate bei und wurde damit Hansestadt.[2]

Eine jüdische Gemeinde ist in Gronau seit Anfang des 18. Jahrhunderts belegt. Die Synagoge wurde in den ersten Jahren nach dem Stadtbrand von 1702 errichtet. Die jüdischen Einwohner von Gronau bildeten eine zum Landesrabbinat Hildesheim gehörende gemeinsame Synagogengemeinde mit Banteln. Ab 1828 bestand eine jüdische Volksschule, die aber 1890 wegen rückläufiger Schülerzahlen in eine reine Religionsschule umgewandelt wurde.

Bis 1885 war Gronau Sitz des Amtmanns im Amt Gronau, danach Kreisstadt im neu gebildeten Kreis Gronau bis zu dessen Auflösung und Eingliederung in den Kreis Alfeld am 1. Oktober 1932.

Nach jahrhundertelanger Existenz als Ackerbürgerstadt erlebte die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Industrialisierung und den Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz (Bahnstrecke Elze–Bodenburg) einen Aufschwung, der sich in einer steigenden Bevölkerungszahl bemerkbar machte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Gronau am 6. November 1940 von zwölf Brandbomben getroffen, die einen Dachstuhl und eine Kegelbahn in Brand setzten. Am 27. Januar 1941 richteten vier Sprengbomben leichten Sachschaden in Gronau an. Am 16. Juni 1941 fielen nördlich der Stadt acht Sprengbomben und 20 Brandbomben, wodurch ein Wohnhaus und ein Stall beschädigt wurden. Viele Fenster wurden zerstört, es gab eine Verletzte.

In den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte die Wirtschaft einen erheblichen Strukturwandel. Traditionelle Unternehmen der Industrie bauten Arbeitsplätze in großem Maße ab (Metallindustrie, Chemieindustrie) oder verschwanden ganz (Zuckerfabrik, Papierherstellung). Nach wie vor ist Gronau ein vergleichsweise starker Industriestandort der Branchen Metall, Chemie und Papier. Durch die Ausweisung des Industriegebiets Gronau-West mit guter Verkehrsanbindung ergaben sich seit 2008 neue Perspektiven.

Gronau (Leine) ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts Wohnort vieler Berufspendler in die benachbarten Städte und Großstädte wie Hildesheim und Hannover.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Dötzum eingegliedert.[3]

2014 beschlossen die Gemeinden Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal und Rheden sowie die Stadt Gronau, zum 1. November 2016 zu fusionieren. Die fusionierte Gemeinde übernahm den Namen Stadt Gronau (Leine). Gleichzeitig wurde die Stadt Mitglied in der ebenfalls am 1. November 2016 durch Zusammenschluss der Samtgemeinden Duingen und Gronau (Leine) entstandenen Samtgemeinde Leinebergland.[4] Gronau (Leine) war zuvor schon Verwaltungssitz der Samtgemeinde Gronau (Leine).

ReligionBearbeiten

Die Altstadt wird überragt vom mächtigen, 65 Meter hohen Turm der evangelisch-lutherischen St.-Matthäi-Kirche.

Auf dem Evangelischen Friedhof befindet sich die mittelalterliche Lehder St.-Johannis-Kirche, die heute für die Trauerfeiern und gelegentliche Gottesdienste genutzt wird.

Daneben gibt es auch die römisch-katholische St.-Josefs-Kirche, die Klosterkirche eines offiziell nie aufgehobenen Klosters.

Zudem befindet sich nahe dem Stadtpark die 1983 geweihte neuapostolische Kirche.

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Gronau

Rat der StadtBearbeiten

Der Rat der Stadt Gronau setzt sich aus 5 Ratsfrauen und 26 Ratsherren folgender Parteien zusammen:[5]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister der Stadt Gronau ist Karl-Heinz Gieseler (SPD).[5]

WappenBearbeiten

Der Stadt wurde das Kommunalwappen am 28. August 1940 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 10. September desselben Jahres.[6][7]

Blasonierung: „Im roten Schild eine goldene Schrägrechtsleiter mit drei senkrecht durchgezogenen Sprossen.“[6][7]
Wappenbegründung: Dieses seit Beginn des 18. Jahrhunderts nachzuweisende Wappen (erstmals 1705 belegt) ist im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in unschöner und wenig sinnvoller Weise abgeändert: Schild schrägrechts von Rot und Grün geteilt und belegt mit einer silbernen Schrägrechtsleiter. Wann diese Änderung der Stadt- und Wappenfarben vorgenommen wurde, ist aus den Akten und Ratsprotokollen der Stadt nicht zu ersehen, auch ist sie niemals höherenorts anerkannt worden. Nach Anhörung der Stadträte und Ratsherren beschloss der Bürgermeister am 20. März 1940, zu den alten Stadtfarben Rot-Gold und zu dem in dieser Tingierung gehaltenen Wappen zurückzukehren.

SiegelBearbeiten

Das früheste Siegel stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und ist als ein Abdruck aus dem Jahr 1434 überliefert. Es zeigt nebeneinander einen Heiligen, vermutlich St. Matthäus und Maria mit dem Christuskind, die zudem in der Linken einen Lilienstab hält.[8] Spätere Abbildungen aus der Zeit des 17. Jahrhunderts zeigen nur die Madonna, die über dem gespaltenen Schild des Stifts Hildesheim wächst, welcher mit einem Schrägbalken als Ortszeichen überdeckt ist. Auf einer Wetterfahne von 1705 ist erstmals die Leiter bezeugt, die aus den früheren Schrägbalken entstand.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Das Stadtbild ist geprägt durch zahlreiche Fachwerkhäuser in traufständiger Bauweise, wie sie für das südliche Niedersachsen typisch sind. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs und mit der Zuwanderung von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten entstanden mehrere Neubaugebiete. Diese Entwicklung hält bis heute an.

  • Im Luftbild ist noch gut der Kern der Kleinstadt zu erkennen, an dessen Rand die Stadtmauer samt Wällen zwischen den Leine-Armen entlang verlief. An der Stelle der Wälle sind heute entsprechend betitelte Fuß- und Radwege, die an den Verlauf erinnern (Nordwall und Südwall).
  • Gronau wurde von einer Stadtmauer umgeben, deren Reste noch am Nordwall zu erkennen sind. Am Südwall steht ein ehemaliger Wachturm.
  • An der Nordseite Gronaus verlief die Eisenbahnstrecke, die in den 1980er Jahren stillgelegt wurde. Die ehemalige Eisenbahnbrücke, die die Bahn über die Leine führte, ist heute ein Rad- bzw. Fußweg.
 
Ev.-luth. St.-Matthäi-Kirche
  • Im Jahre 1309 wird die St. Matthäus geweihte Kirche zu Gronau erstmals urkundlich erwähnt. Der Bau der heutigen St.-Matthäi-Kirche wurde 1457 begonnen. Der Turm ist in seinem Kern etwas älter. Unter den zahlreichen Bränden, die die Stadt Gronau im Laufe der Jahrhunderte zerstörten, haben Kirche und Turm gelitten. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Kirche so baufällig geworden, dass zunächst ein kompletter Neubau in Erwägung gezogen wurde, die Kirche aber schließlich erhalten blieb und umgebaut wurde. Von 1856 bis 1859 hat sie ihr heutiges Aussehen als dreischiffige neugotische Hallenkirche durch den hannoverschen Architekten Tochtermann nach Plänen des Oberhofbaudirektors Laves erhalten. Der geschnitzte Flügelaltar im Inneren soll 1415 in der Hamburger Meisterwerkstatt Bertram entstanden sein. In einer Nische der südlichen Chorwand über der Sakristeitür war einst eine wertvolle Kreuzigungsgruppe angebracht, die jetzt im nördlichen Seitenschiff besser zur Geltung kommt. Die aus Lindenholz geschnitzten Figuren wurden 1520 in einer Hildesheimer Werkstatt hergestellt. Im Jahr 1860 wurde auch die alte verfallene Orgel durch eine neue des damals in Elze ansässigen Orgelbauers Philipp Furtwängler ersetzt. Mit ihren 58 Registern ist sie sein größtes und bedeutendstes Werk und in der Hannoverschen Landeskirche eine der größten Orgeln ihrer Zeit. Sie wurde 1936 durch das Landeskirchenamt als denkmalschutzwürdig eingestuft und zuletzt im Jahr 2017 durch die Gebr. Hillebrand restauriert.[9]

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

  • Das Naturschutzgebiet Gronauer Masch liegt nördlich von Gronau (Leine) in einem ehemaligen Tonabbaugebiet in der Leineniederung und stellt aufgelassene Klärteiche unter Schutz. Das Gebiet wird von einem Nebeneinander von Teichen, Verlandungszonen und Röhrichtzonen und anschließenden Feuchtwiesen geprägt. Das Gebiet stellt ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsbiotop für Wasservögel dar.
  • Das Naturschutzgebiet Leineaue unter dem Rammelsberg liegt zwischen Gronau (Leine) und Elze und stellt einen Ausschnitt des Mittellaufs der Leine mit ihrer Aue und Teilen der Hänge des Uthberges und des Großen Rammelsberges im Osten unter Schutz. Die periodisch überflutete Niederung wird geprägt vom mäandrierenden Flusslauf mit Altarmen und Flutmulden. Die Leine wird vielfach von Auwaldresten begleitet. Daneben sind Feuchtwiesen und staudenreiche Brachflächen zu finden. Die in das Naturschutzgebiet einbezogenen Hänge sind durch Wälder und Gebüsche sowie Reste von Magerrasen und Streuobstwiesen geprägt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • 700 Jahre Gronau (Leine). Festbuch zum Jubiläum. Gronau (Leine) 1997.
  • Rathschlag: Die Landwirtschaft des Kreises Alfeld 1895–1955. Festschrift, herausgegeben anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Landwirtschaftsschule und Wirtschaftsberatungsstelle Gronau/Hann. und des 50-jährigen Bestehens des Vereins Alter Gronauer Landwirtschaftsschüler. Gronau 1954.
  • Th. Siegemann, W. Schramme: Geschichte der Stadt Gronau. Gronau (Hann.) 1931.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Hansestadt Gronau (Leine), Website.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  4. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Vereinigung der Gemeinden Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal, Rheden und der Stadt Gronau (Leine) sowie über die Neubildung des Fleckens Duingen und der Samtgemeinde Leinebergland, Landkreis Hildesheim. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 22/2015. Hannover 15. Dezember 2015, S. 399–400 (Digitalisat (Memento vom 13. Mai 2019 im Internet Archive) [PDF; 278 kB; abgerufen am 29. Juni 2019] S. 17–18).
  5. a b Ratsmitglieder und Bürgermeister der Stadt Gronau (Leine). In: Internetseite der Samtgemeinde Gronau (Leine). Abgerufen am 2. Juli 2017.
  6. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Neubindung. Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Digitalisat des Textteils der Erstauflage von 1940 [PDF; 10,0 MB; abgerufen am 9. Juni 2019]).
  7. a b Wappen der Stadt Gronau. (PDF; 53 KB) In: Internetseite der Samtgemeinde Gronau (Leine). Abgerufen am 10. Juni 2019.
  8. Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Band 5. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 44.
  9. Chronik der St.-Matthäi-Kirche. Abgerufen am 8. September 2017 (PDF; 1,6 MB).
  10. http://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh00703.htm
  11. Grabplatte des Conrad Wiedemeyer. In: November, Loseblatt-Sammlung vermutlich aus einem Kalender der 1970er Jahre, mit einer Fotografie der Grabplatte nach einer Aufnahme von J. Wisch.
  12. Hermann Thomas (Bearb.): Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer. Heft 4, Lengefelder Straße - Schulstraße - Im Sack - Am Tylenturm, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 10.
  13. Klaus Mlynek: Platner, Adolf, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 287; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  14. Archiv für Stamm- und Wappenkunde, Bände 14–16, Wellers, 1914, S. 17; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche