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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eime
Eime
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eime hervorgehoben
Koordinaten: 52° 5′ N, 9° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Samtgemeinde: Leinebergland
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 21,93 km2
Einwohner: 2578 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31036
Vorwahl: 05182
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 013
Adresse der Verbandsverwaltung: Blanke Str. 16
31038 Gronau (Leine)
Website: www.eime-online.de
Bürgermeister: Volker Senftleben (SPD)
Lage der Gemeinde Eime im Landkreis Hildesheim
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Eime ist ein Flecken im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Leinebergland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Gronau (Leine) hat.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Eime liegt im Leinebergland östlich vom Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. Es befindet sich südsüdwestlich von Elze und westlich von Gronau (Leine). Der Höhenzug Külf mit dem Aussichtsturm Cölleturm, erstreckt sich südöstlich, der Thüster Berg, unter anderem mit dem Aussichtsturm Lönsturm, südwestlich.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

GeschichteBearbeiten

Die älteste nachweisbare Ansiedlung in der Gemarkung Eime war laut Wilhelm Barner ein jungsteinzeitliches Gehöft in der in 12. oder 13. Jahrhundert aufgegebenen Wüstung Assum. Im Ort Eime wurde 1966 bei Bauarbeiten ein römischer Bronzeeimer aus der Zeit um 200 n. Chr. ausgegraben.[3]

Die älteste schriftliche Erwähnung Eimes stammt aus dem Juli 1209 und befindet sich im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim:

„Bischof Hartbert übereignet dem Andreasstifte den Zehnten in Eime mit drei Hufen und einem Hofe, welche Bodo von Homburg ihm gegen 240 demselben vom Stifte gezahlte Mark resigniert hat. Hildesheim 1209 Juli 24.“

Seit dem Jahr 1550 hatte Eime die Rechte eines Fleckens. Der Ort hatte Bürgermeister und Rat, die niedere Gerichtsbarkeit und das Recht am Montag nach Michaelis einen Markt abzuhalten.[3]

In Eime gab es erstmals 1565 eine Schule. Seit 1974 wurde nur noch bis zur Grundschule unterrichtet.[3] Nach der Aufgabe der Grundschule ist in dem Gebäude für 2019 die Eröffnung einer Freien Schule geplant.[4] Weiterführende Schulen gibt es zum Beispiel in Gronau.

Herzog Georg Wilhelm erteilte 1661 der Gilde der Eimer Bierbrauer die Braugerechtsame für zahlreiche Orte der Umgebung.[3] Das ab Juni 1900 südöstlich von Eime abgeteufte Bergwerk „Frisch Glück“ förderte bis 1921 Kalisalz. Es wurde beim Förderkapazitätsabbau in den 1920er Jahren abgebrochen.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurden die seit den 1960er Jahren zur Samtgemeinde Eime gehörenden[3] Gemeinden Deilmissen, Deinsen und Dunsen eingegliedert.[5] Gleichzeitig wurde Eime Teil der Samtgemeinde Gronau (Leine).[3] Bei deren Auflösung im Jahr 2016 wurde Eime in die Samtgemeinde Leinebergland eingegliedert.[6]

OrtsnameBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1146 in Einem, 1181 in Eynem, 1183 in Einem, 1223 villicum de Eiem, 1229 in Eym, 1234 Bertoldus de Eiem und 1316 Hildebrando de Eyme. Es ist eine Umformung des Ortsnamens in verschiedenen Etappen zu beobachten. Ausgang der Belege scheint Einem zu sein. Hinter der Form Einem muss sehr wahrscheinlich ein Ansatz Egin-hem, Ejin-hem vermutet werden, so dass der Ortsnamen „Siedlung, Heim eines Ago“ bedeutet. Der Personenname gehört zu gotisch agis, althochdeutsch agi, egi „Schrecken“.[7] Die Namensendung „em“ deutet auf eine Entstehung während der altsächsischen Besiedlung der Gegend um das Jahr 600.[3]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Eime setzt sich aus einer Ratsfrau und zwölf Ratsherren folgender Parteien zusammen:[8]

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

BürgermeisterBearbeiten

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist Volker Senftleben (SPD). Seine Stellvertreter sind Jörg Stichnoth (SPD) und André Schwarze (CDU).[8]

WappenBearbeiten

Der Gemeinde wurde das Ortswappen am 11. April 1939 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 12. Juli desselben Jahres.[9][10]

Blasonierung: „In Rot auf silbernem Boden ein hergewendeter silberner Steinsitz mit seitlichen Wangen und hoher gerundeter Rückenlehne mit einer goldenen Königskrone darin. Hinter dem Sitz ragt ein bis zum Ansatz der Zweige sichtbarer silberner Eichbaum mit silbernen Blättern und goldenen Eicheln hervor.“[9][11]
Wappenbegründung: Am sogenannten Krähenholz, einem bei der Verkoppelung der Feldmark Eime urbar gemachten Eichwald, stand mittelalterlichen Nachrichten gemäß einst auf einem Grasplatz der „Königsstuhl“ von Gudingen. Seit alters hielten hier deutsche Könige oder in ihrem Namen die Sendgrafen Gericht und sprachen Recht. Welche Bedeutung diese uralte Richtstätte einst hatte, offenbart sich darin, dass noch die kalenbergischen Landstände sich vielmals hier versammelten, wie durch eine große Zahl von Urkunden bis zu der Zeit um 1600 bezeugt wird. Unter Zugrundelegung dieser Tatsachen ist das Wappen von Eime gestaltet und von der Gemeinde erkoren.

ReligionBearbeiten

Die Einwohner von Eime sind zu 72 % evangelisch und zu 8 % katholisch.[12]

Zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Eime gehören neben der St.-Jakobi-Kirche in Eime auch die Kapellen in Deilmissen und Dunsen. Darüber hinaus besteht eine lutherische Kirchengemeinde in Deinsen. Beide Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die Katholiken von Eime gehören teils zur Pfarrei St. Marien (Alfeld), teils zur Pfarrei St. Joseph (Gronau). Beide gehören zum Bistum Hildesheim. Beide Pfarreien haben diverse Filialkirchen, die teils näher an Eime liegen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Hauptarbeitgeber ist das Unternehmen ASWO.

VerkehrBearbeiten

Eime liegt direkt an der Bundesstraße 240 nach Bodenwerder, die am Rand der Gemeinde von der Bundesstraße 3 abzweigt. Das Land Niedersachsen prüft derzeit eine geplante Umgehungsstraße westseitig des Ortes. Die Hannöversche Südbahn von Hannover nach Göttingen verläuft knapp östlich des Gemeindegebiets. Der nächste Bahnhof ist etwa 3 km von der Eimer Ortsmitte entfernt in Banteln.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Jacobuskirche

Das rechteckige Kirchenschiff der Jacobuskirche wurde 1732–1738 aus Bruchsteinmauerwerk erbaut.[13] Das Bauwerk ersetzte ein deutlich kleineres Vorgängergebäude. Auf den im unteren Bereich erhalten gebliebenen ursprünglich romanischen Fundamenten wurde 1889 der von Conrad Wilhelm Hase entworfene 54 m hohe schlanke Kirchturm errichtet.[3] Der quadratische Bau aus Bruchstein auf einem gekehlten Sockel aus Kalkstein dient als Zugang zum zwei Stufen höher liegenden Schiff.

Der dreischiffige Kirchenraum hat in der Mitte ein Tonnengewölbe, außen flache Decken. Zur Ausstattung gehört ein Altarretabel aus dem 16. Jahrhundert, der u. a. die Sieben Schmerzen der Maria thematisiert. Die Orgel stammte von Johann Georg Müller und wurde 1904 von Faber & Greve überarbeitet.[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Leinebergland. (pdf; 14 kB) 1. November 2016, abgerufen am 21. März 2017.
  3. a b c d e f g h i Flecken Eime. In: www.sg-leinebergland.de. Abgerufen am 31. Januar 2019.
  4. Tarek Abu Ajamieh: Sie wollen nächstes Jahr eine freie Schule eröffnen In: www.hildesheimer-allgemeine.de. am 12. September 2018. Abgerufen am 31. Januar 2019.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  6. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Vereinigung der Gemeinden Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal, Rheden und der Stadt Gronau (Leine) sowie über die Neubildung des Fleckens Duingen und der Samtgemeinde Leinebergland, Landkreis Hildesheim. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 22/2015. Hannover 15. Dezember 2015, S. 399–400 (Digitalisat [PDF; 278 kB; abgerufen am 29. Juni 2019] S. 17–18).
  7. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 4. August 2019.
  8. a b Der Rat des Fleckens Eime. In: Internetseite der Gemeinde Gronau (Leine). Abgerufen am 2. Juli 2017.
  9. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Neubindung. Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Digitalisat des Textteils der Erstauflage von 1940 [PDF; 10,0 MB; abgerufen am 10. Juni 2019]).
  10. Wappen des Fleckens Eime. (PDF; 75 KB) In: Internetseite der Samtgemeinde Gronau (Leine). Abgerufen am 10. Juni 2019.
  11. Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Band 5. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 36.
  12. Zensusdatenbank
  13. a b Eime. (PDF; 23 MB) in Die Kunstdenkmale des Kreises Alfeld, II. Der ehemalige Kreis Gronau. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Hannover, T. Schulzes Buchhandlung, 1939, S. 56–61, abgerufen am 12. März 2017.