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Friedersdorf (Heidesee)

Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Heidesee

Friedersdorf war bis 2003 eine eigenständige Gemeinde in Brandenburg, südöstlich von Berlin im Landkreis Dahme-Spreewald. Seit dieser Zeit ist es ein Ortsteil der Gemeinde Heidesee.

Friedersdorf
Gemeinde Heidesee
Koordinaten: 52° 17′ 43″ N, 13° 47′ 22″ O
Höhe: 36 m ü. NN
Einwohner: 1851 (2012)[1]
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15754
Vorwahl: 033767
Alte Tankstelle an der Kreuzung Hauptstraße – Berliner Straße
Rathaus der Gemeinde Heidesee

LageBearbeiten

Friedersdorf liegt rund 25 km südöstlich der Stadtgrenze von Berlin.

GeschichteBearbeiten

Um das von Wenden bewohnte Gebiet zu germanisieren, siedelten die in Storkow (Mark) ansässigen Herren von Strehle in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts Thüringer und Franken an. Sie siedelten sich an dem zu dieser Zeit einzig bekannten Weg von Storkow nach Köpenick zwischen Luch und bewaldeten Sandflächen an. Im Jahre 1346 wird Friedersdorf im Meißenschen Stiftsmatrikel als „Friedrichstorff“ erwähnt und unterstand dem Bischof von Meißen. Hierbei dürfte es sich um die erste urkundliche Erwähnung handeln. Friedersdorf gehörte neben zehn weiteren Parochien zum Aufsichtsbereich des Propstes von Storkow. Die Parochie Friedersdorf betreute mehrere Dörfer wie Blossin, Kablow und Bindow.

Entwicklungsschübe erhielt der Ort zuerst vor allem durch die Postbeförderung. Nach dem schon 1849 ein Storkower Landbriefträger das Umland und auch Friedersdorf versorgte, erhielt Friedersdorf 1872 eine eigene Postagentur, die ihrerseits für die umliegenden Orte zuständig war, aber weiterhin dem Storkower Postwärteramt unterstand. Ab 1880 versorgte nun auch ein fahrender Landbriefträger Friedersdorf mit einer einspännigen Postkutsche.

Friedersdorf erhielt 1898 einen eigenen Bahnhof an der neueingeweihten Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow, eine eingleisige Nebenbahn der Bahnstrecke Berlin–Görlitz. Diese Bahnstrecke besteht im 21. Jahrhundert und wird seit der Übernahme der Bahnstrecke Königs Wusterhausen-Beeskow durch die Ostdeutsche Eisenbahn im Dezember 2004 von der OE 36 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) befahren. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurde die Linienbezeichnung zu RB 36 vereinheitlicht.[2]

Im Jahre 1922 gab die Landesregierung von Berlin und Brandenburg bekannt, dass eine Neuanlage einer Apotheke in Friedersdorf vorgesehen sei. Ein Wilhelm Boehnisch aus Reichenbach erhielt 1923 die Betriebsberechtigung. Seit dem 26. Oktober 2003 bildet Friedersdorf zusammen mit Bindow, Blossin, Dannenreich, Dolgenbrodt, Gräbendorf, Gussow, Kolberg, Prieros, Streganz und Wolzig die Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald.[3]

Sehenswürdigkeiten und VeranstaltungenBearbeiten

 
Kirche
  • Die Dorfkirche Friedersdorf ist eine neugotische Backsteinkirche, die in den Jahren 1878 bis 1880 nach einem Entwurf des Bauinspektors Deutschmann errichtet wurde. Die Kirchweihe fand am 10. Juni 1880 statt.
  • Traditionell findet jährlich im Spätsommer ein „Erntefest“ mit einem großen Festumzug statt. Auch das jährlich durchgeführte „Country- und Truckerfest“ hat sich zu einem festen Bestandteil im Kulturleben von Friedersdorf entwickelt und ist weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt. Sportlich ist der Ortsteil auch über seine Grenzen hinaus durch die jährlichen „Reitertage“ bekannt.

VereineBearbeiten

  • SV Fortuna Friedersdorf (Tischtennis, Reiten, Fußball)
  • Heimatverein
  • Karnevalsverein
  • Segelflugverein
  • Feuerwehrverein Friedersdorf
  • Anglerverein Friedersdorf e.V.

VerkehrBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Handroš Tara (Andreas Thar, * um 1570; † um 1638), evangelischer Pfarrer in Friedersdorf 1609–1613

LiteraturBearbeiten

  • Friedersdorf – Mein Heimatdorf. Ortschronik und Heimatgeschichte von 1309 bis 1965 in zwei Bänden, 5. überarbeitete, illustrierte und gebundene Ausgabe (ca. 125 Seiten).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Friedersdorf (Heidesee) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 393
  2. RE bleibt RE – OE, NE, PE wird RB! Einheitliche Namen im Eisenbahn-Regionalverkehr des VBB / Presse / Pressemitteilungen / 2012 – 12 :: VBB Online. (Nicht mehr online verfügbar.) In: vbb.de. Archiviert vom Original am 29. März 2013; abgerufen am 8. Dezember 2012.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vbb.de
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003