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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frellstedt
Frellstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frellstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 12′ N, 10° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Samtgemeinde: Nord-Elm
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 6,13 km2
Einwohner: 789 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38373
Vorwahl: 05355
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Steinweg 15
38373 Süpplingen
Website: www.samtgemeinde-nord-elm.de
Bürgermeister: Michael Buttler (UWG)
Lage der Gemeinde Frellstedt im Landkreis Helmstedt
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GifhornLandkreis WolfenbüttelWolfsburgBahrdorfBeierstedtBrunsleberfeldDanndorfFrellstedtGevenslebenGrafhorstGraslebenGroß TwülpstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedtHelmstedt (gemeindefreies Gebiet)JerxheimKönigslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter (gemeindefreies Gebiet)Königslutter am ElmKönigslutter am ElmKönigslutter am ElmLehre (Niedersachsen)Mariental (Niedersachsen)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)Mariental (gemeindefreies Gebiet)QuerenhorstRäbkeRennauSchöningenSchöningen (gemeindefreies Gebiet)Söllingen (Niedersachsen)SüpplingenSüpplingenburgVelpkeWarbergWolsdorfKarte
Über dieses Bild
St.-Vitus-Kirche

Frellstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Frellstedt liegt im Naturpark Elm-Lappwald an der Schunter. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Nord-Elm an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Süpplingen hat.

GeschichteBearbeiten

OrtsentwicklungBearbeiten

In der Chronik des Dorfes Räbke wird Frellstedt erstmals 827 als Gross und Klein Frellstedt erwähnt.

Um 1725 wurde vermutlich die erste Braunkohle im Herzogtum Braunschweig an der „Roten Mühle“ bei Frellstedt gefunden. Zu einem Abbau kam es damals allerdings noch nicht. Erst sehr viel später wurde im nahegelegenen Helmstedter Revier großflächig Braunkohle gewonnen.

Bis zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg am 15. September 1872 und der Gründung der Norddeutschen Zuckerraffinerie (NZR) im Jahre 1885 war Frellstedt ein reines Bauerndorf.

Die Einwohnerzahl verdoppelte sich bis 1885 auf 1020 Einwohner und Frellstedt hat heute bei einer gesunden Infrastruktur mit Bäckerei, Lebensmittelmarkt, Kindergarten und einer Bahnverbindung im Stundentakt nach Ost und West 897 Einwohner.

Das Dorfgemeinschaftshaus und der Jugendraum der Gemeinde werden für Festlichkeiten aller Art nicht nur von der einheimischen Bevölkerung stark genutzt.

Zur guten Lebensqualität gehört die Nähe zum Elm, zum Naherholungspark der Samtgemeinde Nord-Elm und die ruhige Lage abseits des Verkehrs.

Hexenprozess 1578Bearbeiten

Aus dem Jahr 1578 liegt ein ausführlicher Hexenprozess gegen Gesche Fricke aus Frellstedt vor. Sie wurde beschuldigt, dass sie nur ihren Stock einzuschmieren brauchte, um als Krähe verwandelt zum Blocksberg fliegen zu können. Der Überlieferung nach wurde sie mitsamt ihren Mitbeschuldigten von den Herren des Rats zu Helmstedt zum Feuertod verurteilt und dort verbrannt.[2]

Knüppeldamm aus dem 18. JahrhundertBearbeiten

 
Erhaltene Stämme des Knüppeldamms, mit Fotos und Dokumenten präsentiert im Rahmen der Schunter-Gewässerwoche 2019

Ende 2018 fand man im Zuge von Straßenbauarbeiten an der Helmstedter Straße in etwa zwei Metern Tiefe einen komplett erhaltenen Knüppeldamm aus Eichenbalken. Recherchen der Gemeinde ergaben, dass diese 1790 geliefert und verbaut wurden. Eine museale Aufbewahrung der Balken wurde nicht erwogen, doch werden einige noch in Privatbesitz erhalten und wurden auch der Öffentlichkeit im Mai 2019 vorgeführt.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Am 31. August 2011 wurde Michael Buttler (UWG) zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Sandra Bruns (CDU) an und wurde am 1. November 2011 von Detlef Gottschalt (SPD) abgelöst. Seit dem 2. November 2016 ist Reiner Brokof (FWG) Bürgermeister.

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl 2016: [3]

  • SPD/FWG: 4 Sitze
  • UWGF: 1 Sitz

KulturBearbeiten

KircheBearbeiten

Die St.-Vitus-Kirche gehört zur Propstei Königslutter der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Katholische Kirchen befinden sich in den Nachbardörfern Süpplingen und Wolsdorf.

SportBearbeiten

In Frellstedt gibt es mehrere Vereine, wie zum Beispiel einen Fußballverein, einen Schützenverein und einen Radsportverein. Diese Vereine sind in ihrer Sportart zum Teil auch überregional erfolgreich. Ein weiterer Verein den es in Frellstedt gibt ist der Kleingartenverein.

Neben Fußball, Schießsport und Radsport tragen ein gemischter Chor, ein Posaunenchor und mehrere andere Gruppierungen zum gesellschaftlichen Dorfleben bei.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Osterfeuer, Ostersonntag
  • Maifeier auf dem Lindenplatz jährlich am 30. April
  • Volksfest, immer Mitte Juni
  • Sportwoche des MTV Frellstedt auf dem Sportplatz immer Ende Juli/Anfang August

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Frellstedt war ein bedeutender Standort der Zuckerfabrikation zwischen Elm und Lappwald. Auf dem ausgedehnten Produktionsgelände nördlich des Ortes an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg werden seit 1980 Aminosäuren für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie hergestellt. Seit 2012 wird der gesamte Lager- und Produktionsstandort von der Firma Amino geführt.[4]

VerkehrBearbeiten

Frellstedt liegt von Süpplingen aus ca. 2 km südlich der Bundesstraße 1 und westlich der Bundesstraße 244, die von Helmstedt nach Wernigerode führt. Durch die Landesstraße 626 ist Frellstedt mit der Bundesstraße 1 und dem Nachbardorf Räbke verbunden, durch die Kreisstraße 13 mit Süpplingen und Warberg, die Kreisstraße 18 führt nach Wolsdorf. Es besteht ein Bahnhof an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Frellstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Samtgemeinde Nord-Elm: Frellstedt. Abgerufen am 3. Oktober 2015.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Joachim Lehrmann: Hexen- und Dämonenglaube im Lande Braunschweig, Lehrte 2009, Lehrmann-Verlag, ISBN 978-3-9803642-1-8, S. 123–124.
  3. http://www.samtgemeinde-nord-elm.de/einwohnerportal/ratsinformation/ratsmitglieder.html?tx_cronmmratsinfo_pi%5Bview%5D=gremium&tx_cronmmratsinfo_pi%5Bgremium%5D=62&cHash=5ba9bc08d609f4326f4dc98e4c4e6979
  4. Internetauftritt Fa. Amino. Abgerufen am 23. Januar 2015.