Fokker V.9

Experimentalflugzeug

Die Fokker V.9 gehörte im Ersten Weltkrieg zu einer Reihe von deutschen Versuchsjagdflugzeugen, die schließlich zum in geringer Stückzahl gebauten Jäger D.VI führten. Die Flugzeuge waren sehr ähnlich, variierten aber im Detail und in den Antrieben.

Fokker V.9/V.12/V.14/V.16
f2
Typ Jagdflugzeug
Entwurfsland

Deutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller Fokker
Erstflug 1917
Produktionszeit

1917/1918

Stückzahl 4–5

VersionenBearbeiten

Die V.9 wurde am 24. August 1917 in Auftrag gegeben und im Oktober des Jahres mit der Werknummer 1831 fertig gestellt. Sie wurde von einem 110 PS (81 kW) starken Umlaufmotor Oberursel Ur II angetrieben und flog erstmals im Dezember 1917; die darauf folgenden Versionen flogen 1918. Nach der Teilnahme am ersten Vergleichsfliegen in Berlin-Adlershof im Januar 1918 wurde sie als reguläre D.VI mit der Nummer 1630/18 in Dienst gestellt.

Die V.12 mit der Werknummer 1980 wurde von einem experimentellen Steyr-Le-Rhône-Motor mit 160 PS (118 kW) angetrieben. Sie wurde am 22. Oktober 1917 von Österreich-Ungarn noch unter der Bezeichnung V.13 bestellt und am 3. Januar 1918 ohne Antrieb und Bewaffnung übergeben. Die ersten Tests erbrachten gute Leistungen, so dass im Juni 1918 14 Exemplare als D.VI bestellt wurden, von denen sieben ausgeliefert wurden. Im Juli des Jahres nahm die V.12 an einem Vergleichsfliegen in Aspern teil. Eine weitere V.12 mit der Werknummer 1982 wurde am 29. Oktober mit einem Ur-II-Motor in Auftrag gegeben und ebenfalls am 3. Januar ausgeliefert, verwirrenderweise nun unter dem Kürzel V.13.

Die V.14 mit der Werknummer 1983 wurde wie die V.12 von einem 160 PS (118 kW) starken Steyr-Le-Rhône angetrieben. Auch sie war ursprünglich eine V.13 mit einem Ur-III-Motor und wurde am 2. November 1917 mit dem Steyr-Antrieb in Auftrag gegeben. 1918 nahm sie, nun wieder als V.13 I bezeichnet, am ersten Vergleichsfliegen für D-Flugzeuge in Adlershof teil.

Die V.16 wurde von einem 110 PS (81 kW) starken Oberursel Ur II angetrieben und am 3. Dezember 1917 in Auftrag gegeben. Es entstand ein Exemplar mit der Werknummer 2085, das in seiner Auslegung dem Dreidecker V.7 ähnelte, aber keine mittlere Tragfläche besaß. Der dadurch vergrößerte Flächenabstand bewirkte eine Verschlechterung der Flugeigenschaften, was zur Einstellung der Versuche führte.

Die V.33 war eine Weiterentwicklung der V.9 vom August 1918. Sie wurde mit Oberursel-Motoren Ur II und Ur III mit 110 PS (81 kW) beziehungsweise 140 PS (103 kW) getestet. Sie wurde nach dem Waffenstillstand in die Niederlande überführt und dort mit einem 80-PS-Motor von Le-Rhône als Sportflugzeug genutzt.

Technische DatenBearbeiten

Kenngröße Daten (V.9) Daten (V.12) Daten (V.16)
Besatzung 1
Spannweite (oben) 7,70 m 7,68 m 8,70 m
Länge 5,90 m 7,50 m 5,80 m
Höhe 2,80 m 2,95 m
Flügelfläche 16,5 m² 18,5 m² 16,8 m²
Leermasse 381 kg 340 kg
Startmasse 572 kg 544 kg
Antrieb ein luftgekühlter Umlaufmotor mit starrer Zweiblatt-Holzluftschraube
Typ Oberursel Ur II Oberursel-Le Rhône
Startleistung 110 PS (81 kW)
Kraftstoffvorrat 45 kg 75 l
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Steigzeit auf 1000 m Höhe 2,5 min 2 min
Steigzeit auf 2000 m Höhe 4,7 min 4,5 min
Steigzeit auf 3000 m Höhe 7,7 min 7,3 min 7,5 min
Steigzeit auf 4000 m Höhe 11,0 min 11,5 min 11,7 min
Steigzeit auf 5000 m Höhe 15,5 min 15,7 min 17,7 min
Steigzeit auf 6000 m Höhe 21,0 min
Bewaffnung zwei MG

LiteraturBearbeiten

  • Peter M. Grosz, Volker Koos: Fokker Flugzeugwerke in Deutschland 1912–1921. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-355-4.

WeblinksBearbeiten