Flugplatz Breitscheid

Flugplatz in Deutschland

Der Flugplatz Breitscheid ist ein Flugplatz in Breitscheid im Westerwald. Er ist als Verkehrslandeplatz klassifiziert und befindet sich innerhalb der RMZ (Gebiete mit Funkkontaktverpflichtung) des benachbarten Siegerlandflughafens.

Flugplatz Breitscheid
EDGB von SSO
Kenndaten
ICAO-Code EDGB
Koordinaten

50° 40′ 44″ N, 8° 10′ 28″ OKoordinaten: 50° 40′ 44″ N, 8° 10′ 28″ O

559 m (1833 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südwestlich von Breitscheid (Hessen)
Straße L3044,
Auf der Hub 4
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber LSG Breitscheid-Haiger e.V.
Beschäftigte ca. 60
Start- und Landebahnen
07/25 1002 m × 30 m Asphalt / Gras
07/25 900 m × 30 m Gras
Webseite
edgb.de

Der Platz ist zwischen März und November tagsüber geöffnet. An Sonn- und Feiertagen dürfen während der Mittagszeit (13:00 bis 14:30 Uhr lokal) aus lärmtechnischen Gründen keine motorisierten LFZ starten.

AllgemeinesBearbeiten

Genutzt wird der Flugplatz „auf der Hub“ als Start- und Landeplatz für Motorflugzeuge (zugelassen bis 5700 kg), Motorsegler, Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge sowie für Fallschirmspringer. Zugelassen sind außerdem Hubschrauber (bis 5700 kg). Linienflüge werden nicht durchgeführt. Platzhalter ist die Luftsportgruppe Breitscheid-Haiger, welche unter anderem auch die Ausbildung im Segel- und Motorflug anbietet. Am Platz gibt es unter anderem eine Flugzeugwerft, eine Tankstelle für Flugbenzin, eine Flugschule, eine Pension und ein Restaurant. Gelegentlich probt die Luftwaffe hier mit Transall-Maschinen das Starten und Landen auf kurzen Pisten.

 
Transall in Breitscheid

GeschichteBearbeiten

In den 1930er Jahren wurde auf der Hub, oberhalb des Dorfes Breitscheid, von der Wehrmacht eine sogenannte „Musterviehweide“ angelegt. Tatsächlich wurde hier aber ein Feldflugplatz gebaut und 1938 fertiggestellt. Durch den Flugplatz wurde Breitscheid im Zweiten Weltkrieg des Öfteren Ziel alliierter Bomber. 1952, nachdem es den Deutschen wieder erlaubt war zu fliegen, begann eine kleine Gruppe den Flugbetrieb auf dem ehemaligen Militärflugplatz aufzubauen. Mit einem Startkapital von nicht einmal 60 € wurde das erste Flugzeug in Eigenleistung gebaut.

Start- und LandebahnenBearbeiten

Heute kann der Platz zwei parallele Start- und Landebahnen vorweisen. Die nördliche hat eine asphaltierte Länge von 785 und eine Breite von 15 Metern. Mit dem nutzbaren Grasbereich beträgt die Gesamtlänge 1002 und die Breite 30 Meter. Die südliche Grasbahn ist 900 Meter lang und 30 Meter breit. Für Segelflieger gibt es im Süden noch eine dritte Landebahn mit 250 Metern Länge, welche allerdings nur in Betriebsrichtung 25 genutzt wird. Eine Verlängerung der nördlichen Start- und Landebahn von 900 auf 1000 Meter wurde 2012 beim zuständigen Regierungspräsidium beantragt[1] und ist seit Mai 2016 genehmigt.

 
Luftaufnahme des Verkehrslandeplatzes Breitscheid EDGB aus April 2017

Lage und AnfahrtBearbeiten

Der Flugplatz liegt im hessischen Lahn-Dill-Kreis zwischen Breitscheid und Rabenscheid. Die Landesstraße L 3044 führt direkt an dem auf einer Hochfläche in 559 Metern Höhe gelegenen Platz vorbei. Die Autobahn-Anschlussstelle Herborn-West an der A 45 liegt 9 km entfernt, die Anschlussstelle Haiger-Burbach (ebenfalls A 45) 14 km.

 
Flugtag 2008

VeranstaltungenBearbeiten

2009 und 2014 fand das Bundesjugendvergleichsfliegen im Segelflug auf dem Flugplatz statt. Die Luftsportgruppe richtet mittlerweile alle zwei bis drei Jahre hier einen internationalen Flugtag aus. Der letzte Flugtag, nun „Airshow“ genannt, fand am 29. und 30. August 2015 statt.[2] Der nächste ist geplant für den 29. und 30. August 2020.[3]

SonstigesBearbeiten

Am 16. Juli 2011 verunglückte ein Tragschrauber beim Anflug auf den Flugplatz bei böigem Seitenwind, beide Insassen kamen dabei ums Leben.[4]

WeblinksBearbeiten

 Commons: Flugplatz Breitscheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dill-Zeitung, 13. September 2012, S. 20
  2. [1]. Airshow Breitscheid 2015
  3. [2]. Airshow Breitscheid 2020
  4. BFU-Unfallbericht. Abgerufen am 1. Juli 2012.