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Reitstadion

Die FEI Europameisterschaften Aachen 2015 fanden vom 11. August bis 23. August 2015 in Aachen statt. Im Rahmen des Turniers wurden die Europameister im Springreiten, Dressurreiten, Reining, Voltigieren und Fahren ermittelt. Damit wurden erstmals die Europameisterschaften in fünf Pferdesport-Disziplinen an einem Ort ausgetragen.[1]

Inhaltsverzeichnis

OrganisationBearbeiten

VergabeBearbeiten

Der Weltreiterverband FEI hat die Europameisterschaften im Juni 2012 an Aachen vergeben.[2] Für Aachen waren die Europameisterschaften das nächste große Pferdesportchampionat nach den Weltreiterspielen 2006. Neben dem hier jährlich durchgeführten CHIO Aachen hatte Aachen auch zuletzt 1971 die Europameisterschaften im Springreiten und 1983 die Dressur-Europameisterschaften ausgerichtet.

Während der Europameisterschaften wurde in Aachen ebenso der deutsche Nationenpreis der Vielseitigkeitsreiter im Rahmen eines CICO 3*-Vielseitigkeit durchgeführt. Die Europameisterschaften dieser Disziplin werden später im Jahr in Blair Castle (Schottland) ausgetragen.

SportstättenBearbeiten

Das Hauptstadion in der Aachener Soers bildete den Mittelpunkt der Veranstaltung, hier fanden neben der Eröffnungs- und der Abschlussfeier die Spring- und Dressurprüfungen statt. Hierzu wurde, wie bereits bei den Weltreiterspielen, ein Dressurviereck mit Sandboden in der Mitte des Grasplatzes geschaffen. Ebenfalls wie bereits 2006 wurde das Deutsche Bank Stadion überdacht und für die Wettbewerbe im Reining und Voltigieren genutzt.[3]

Sponsoren und MedienBearbeiten

Die FEI Europameisterschaften Aachen 2015 verfügten über keinen Titelsponsor, stattdessen traten die bereits vom CHIO Aachen bekannten Generalsponsoren auch hier in dieser Funktion auf: Mercedes-Benz, DHL, Turkish Airlines und Rolex.[4]

Ähnlich wie bei den Weltreiterspielen in Aachen neun Jahre zuvor übertrugen die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, insbesondere das WDR Fernsehen, aber auch Das Erste und das ZDF, umfangreich von den Europameisterschaften. Neben den über 30 Stunden Programm dieser Sender[5] übertrug europaweit Eurosport gut 10 Stunden Sport aus Aachen.

Weiterhin wurden alle Europameisterschafts-Prüfungen auf ihrem kostenpflichtigen Livestreamportal FEI TV weltweit verbreitet. In Deutschland waren alle Prüfungen der Europameisterschaften einschließlich des Rahmenprogramms live im IPTV-Sender ClipMyHorse zu sehen, soweit diese nicht zu diesem Zeitpunkt im deutschen Fernsehen live übertragen wurden.[6]

WettkämpfeBearbeiten

ZeitplanBearbeiten

Die Eröffnungsfeier wurde am Abend des 11. August (Dienstag) durchgeführt. In der ersten Woche fanden die Prüfungen jeweils von Mittwoch bis Sonntag statt, nach einem Tag Pause sowie dem „Soerser Dienstag“ startete die zweite Woche mit Prüfungen von Mittwoch bis Sonntag.[7]

11. Aug.
12. Aug.
13. Aug.
14. Aug.
15. Aug.
16. Aug.
17. Aug.
18. Aug.
19. Aug.
20. Aug.
21. Aug.
22. Aug.
23. Aug.
Zeremonien Eröffnungs-
feier
Abschluss-
feier
Dressur E/M E/M E E
Reining E/M E E
Springen E/M E/M E/M E E
Vierspännerfahren E/M E/M E/M E/M
Voltigieren E/M E/M/P E/P E/M
Rahmenprüfungen CICO CICO Spr. Spr. Spr. Spr. Spr.

Legende:

  • Prüfungen
  • Entscheidungen
  • Rahmenprüfungen
  • E: Prüfung der Einzelwertung
  • M: Prüfung der Mannschaftswertung
  • P: Pas de deux-Prüfung
  • CICO: Nationenpreisturnier der Vielseitigkeitsreiter (CICO 3*)
  • Spr.: Rahmenprüfungen Springreiten

DressurBearbeiten

  • 72 Starterpaare aus 20 Nationen, 18 Mannschaften[8]

Die erste Prüfung der Europameisterschaften war der Grand Prix de Dressage, der vom 12. und 13. August (Mittwoch und Donnerstag) jeweils von Vormittags bis in den späten Nachmittag andauerte. In dieser Prüfung gingen alle an den Europameisterschaften teilnehmenden Dressurreiter an den Start.

Die teilnehmenden Nationen konnten jeweils vier Dressurreiter mit je einem Pferd zu den Europameisterschaften entsenden. Jede Mannschaft bestand aus drei oder vier Reitern einer Nation, von denen die drei besten Ergebnisse in die Mannschaftswertung eingingen. Die Mannschaftsmedaillen wurden anhand dieser Mannschaftswertung vergeben.

Der Grand Prix de Dressage diente neben der Mannschaftswertung auch als Qualifikationsprüfung für die Einzelwertung. So sind am nachfolgenden Samstag (15. August) noch die 30 besten Teilnehmer des Grand Prix im Grand Prix Spécial startberechtigt. In dieser Prüfung werden die ersten drei Einzelmedaillen in der Dressur vergeben.

Die Dressurreiter, die auf die Plätze eins bis 15 der Einzelwertung des Grand Prix Spécial kommen, können an der Grand Prix Kür am Sonntagnachmittag (16. August) teilnehmen. Soweit aus einer oder mehreren Nationen mehr als drei Reiter unter die Top 15 des Grand Prix Spécial kommen, so ist der jeweils niedrigstplatzierte (vierte) Reiter der jeweiligen Nation nicht an der Grand Prix Kür startberechtigt. Hierfür würde dann nach der Platzierung des Grand Prix Spécial jeweils ein anderer Reiter nachrücken. Ausschließlich anhand des Ergebnisses dieser Prüfung werden die Einzelmedaillen der Grand Prix Kür vergeben.

MannschaftswertungBearbeiten

Nach dem ersten Tag der Mannschaftprüfung lag die deutsche Mannschaft in Führung. Isabell Werth als zweite Reiterin der Equipe hatte mit Don Johnson FRH Fehler in den Einerwechseln, fühlte sich jedoch (auch im Vergleich mit anderen Ritten des Paares in diesem Jahr) von den Richtern unterbewertet. Einen der herausragendsten Ritte des ersten Tages zeigten Fiona Bigwood und Orthilia: Obwohl es für die Stute erst der sechste Grand Prix war und die Reiterin seit einem Sturz ein Jahr zuvor doppelt sieht und daher mit einer Augenklappe reitet, kamen beide auf ein Ergebnis von 75,800 Prozent. Dieses Ergebnis brachte sie auf Rang acht der Einzelwertung des Grand Prixs nach beiden Tagen.[9]

Mit dem dritten Reiter einer jeden Mannschaft begann der Dreikampf zwischen Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien ernst zu werden: Das beste Ergebnis ging hier an Hans Peter Minderhoud, der mit Johnson auf 77,586 Prozent kam. Carl Hester mit Nip Tuck und Matthias Alexander Rath mit Totilas kamen jeweils auf über 75 Prozent. Während sich die Richter bei Carl Hesters Ritt in der Bewertung überwiegend einig waren, sorgte Raths Ritt für Diskussionen. Bei mehreren Lektionen klafften die Bewertungen massiv auseinander, am extremsten im starken Trab, wo die Spanne von 4,0 „mangelhaft“ bis 8,0 „gut“ reichte.[10] Bei dieser Lektion wurden Taktunreinheiten, die von der kurzen Seite des Dressurvierecks (auf die der Reiter bei dieser Lektion geradlinig zureitet) schlecht wahrnehmbar waren, als Begründung benannt. Dennoch urteilte beispielsweise Martin Plewa im TV-Interview der Sportschau, dass ein Unterschied von über acht Prozent in den Gesamtnoten der Richter viel zu groß sei.

Die vierten Reiter brachten dann die Entscheidung: Charlotte Dujardin und Valegro kamen zwar erwartungsgemäß deutlich über 80 Prozent (83,029 %), zeigten bei fliegenden Wechseln jedoch Schwächen (Wertnoten von 5,0 bis 6,0). Wohl ihren stärksten gemeinsamen Ritt in einem Grand Prix bisher zeigten Edward Gal und Undercover, mit 82,229 Prozent kamen sie dicht an Dujardin heran, die Niederlande hatten damit die Mannschaftsgoldmedaille so gut wie sicher. Als letztes Paar gingen Kristina Bröring-Sprehe und Desperados FRH an den Start. Mit einem Ergebnis von knapp unter 80 Prozent zeigten sie den klar besten Ritt der deutschen Equipe, konnten den Sieg der Niederländer und den Silberrang für Großbritannien aber nicht mehr verhindern.

Endergebnis:
Mannschaft Reiter Pferd Prozent[11]
1 Niederlande  Niederlande Patrick van der Meer Uzzo (72,400)
Diederik van Silfhout Arlando 75,814
Hans Peter Minderhoud Johnson 77,586
Edward Gal Undercover 82,229
235,629
2 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Michael George Eilberg Marakov (69,943)
Fiona Bigwood Orthilia 75,800
Carl Hester Nip Tuck 75,400
Charlotte Dujardin Valegro 83,029
234,229
3 Deutschland  Deutschland Jessica von Bredow-Werndl Unee 75,200
Isabell Werth Don Johnson FRH (74,900)
Matthias Alexander Rath Totilas 75,971
Kristina Bröring-Sprehe Desperados FRH 79,743
230,914
4 Spanien  Spanien José Antonio García Mena Norte Lovera (68,771)
Jose Daniel Martin Dockx Grandioso 71,343
Morgan Barbançon Painted Black 73,957
Beatriz Ferrer-Salat Delgado 77,186
222,486
5 Schweden  Schweden Emilie Nyreröd Miata 71,829
Minna Telde Santana (68,714)
Tinne Vilhelmson Silfvén Don Auriello 75,157
Patrik Kittel Deja 74,571
221,557
6 Frankreich  Frankreich Ludovic Henry After You 68,629
Pierre Volla Badinda Altena 70,357
Arnaud Serre Robinson de Lafont (67,100)
Karen Tebar Don Luis 73,771
212,757
7 Russland  Russland Jekaterina Kharchenko Gulliver (67,257)
Jelena Sidnewa Romeo-Star 68,443
Marina Aframeewa Vosk 70,300
Inessa Merkulowa Mister X 73,800
212,543
8 Danemark  Dänemark Rikke Svane Finckenstein TSF (67,586)
Mikala Münter Gundersen My Lady 70,229
Daniel Bachmann Andersen Loxana 68,857
Anna Kasprzak Donnperignon 72,986
212,072
9 Osterreich  Österreich Alexandra Slanec Lord of Dream 66,943
Evelyn Haim-Swarovski Dorina (63,157)
Astrid Neumayer Rodriguez 69,386
Victoria Max-Theurer Blind Date 75,200
211,529
10 Belgien  Belgien 211,101
11 Portugal  Portugal 207,728
12 Schweiz  Schweiz Caroline Häcki Rigoletto Royal CH 66,929
Birgit Wientzek Pläge For Compliment (65,200)
Anna-Mengia Aerne Raffaello va Bene 69,443
Marcela Krinke Susmelj Molberg 69,914
206,286
13 Finnland  Finnland 206,486
14 Luxemburg  Luxemburg Diane Erpelding Woltair TSF 66,271
Sascha Schulz Wito Corleone 66,000
Fie Christine Skarsoe One Night Stand 64,429
Veronique Henschen Fontalero 69,329
201,600
15 Norwegen  Norwegen 199,985
16 Ukraine  Ukraine 199,171
17 Polen  Polen 197,200
18 Italien  Italien 195,657

Einzelwertung: Grand Prix SpécialBearbeiten

Nach den deutlichen Taktunreinheiten von Totilas im Grand Prix wurde entschieden, diesen vom Wettbewerb zurückzuziehen und in eine Tierklinik zu bringen, dort wurde ein Knochenödem am hinteren linken Bein festgestellt.[12] Für ihn rückte die Norwegerin Trude Hestengen mit ihrem Hengst Tobajo Pik Disney in das Starterfeld des Grand Prix Spécial nach.

Nachdem sie in der Mannschaftswertung nur das Streichergebnis abgeliefert hatte, griff Isabell Werth im Grand Prix Spécial nochmals an, verritt sich jedoch und kam daher nur auf 75,924 Prozent.[13] Ebenso unterliefen Jessica von Bredow-Werndl mit Unee in Rahmen eines guten Rittes Fehler bei den Galoppwechseln (sowohl bei den Einer- als auch bei den Zweierwechsel), was die Note auf 74,790 Prozent drückte.[14]

Das erste Ergebnis von über 80 Prozent lieferte Kristina Bröring-Sprehe, die mit Desperados FRH auf 83,067 Prozent kam. Direkt nach ihr ging Charlotte Dujardin an den Start, die auf Valegro nah an ihr Rekordergebnis herankam und sich mit 87,577 Prozent klar in Führung setzte. Sein bisher bestes Ergebnis bei einem Championat erreichte Hans Peter Minderhoud, dessen Ritt mit Johnson jedoch bei Anlehnung und Dynamik kleine Unsauberkeiten vorwies und damit nicht in den 80 Prozent-Bereich kam. Als letzter Reiter ging Edward Gal in das Viereck, doch war sein Pferd Undercover weit von der Form des Grand Prix' entfernt: Bereits die erste Lektion, die Grußaufstellung, erfolgte nicht, das Pferd war extrem spannig, Gal äußerte sich im Nachgang der Prüfung über seinen Wallach: „Er war unreitbar“. Da sich nach der Schrittour Blut im Maul von Undercover bildete, läutete der Chefrichter Gal ab, da das Reglement in diesem Fall eine Disqualifikation vorsieht. Mit diesem vorzeitigen Ende des letzten Rittes stand damit fest, dass Charlotte Dujardin ihre Einzelgoldmedaille von 2013 verteidigt hatte.[15]

Rang Reiter Pferd Prozent[16]
Vereinigtes Konigreich  Charlotte Dujardin Valegro 87,577 %
Deutschland  Kristina Bröring-Sprehe Desperados FRH 83,067 %
Niederlande  Hans Peter Minderhoud Johnson 79,034 %
Spanien  Beatriz Ferrer-Salat Delgado 77,395 %
Vereinigtes Konigreich  Carl Hester Nip Tuck 77,003 %
Schweden  Tinne Vilhelmson Silfvén Don Auriello 76,148 %
Deutschland  Isabell Werth Don Johnson FRH 75,924 %
Deutschland  Jessica von Bredow-Werndl Unee 74,790 %
Vereinigtes Konigreich  Fiona Bigwood Orthilia 74,510 %
10  Niederlande  Diederik van Silfhout Arlando 74,426 %
16  Schweiz  Marcela Krinke Susmelj Molberg 70,714 %
21  Osterreich  Victoria Max-Theurer Blind Date 69,412 %

Einzelwertung: Grand Prix KürBearbeiten

In der Grand Prix Kür gingen noch 13 Paare an den Start: Die Dänin Anna Kasprzak war bereits beim Vet-Check vor der ersten Prüfung von ihrem Pferd Donnperignon im Brustbereich getreten worden und fühlte sich aufgrund der Schmerzen nicht mehr in der Lage, eine dritte Prüfung zu reiten.[17] Fiona Bigwoods Stute Orthilia zeigte eine leichte Hautreaktion, zum Wohl des Pferdes wurde daher auf einen Start in der Kür verzichtet.[18]

Dem fünften Teilnehmerpaar der Kür, Jessica von Bredow-Werndl und Unee, gelang als erstem ein Ergebnis von über 80 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis erreichte zwei Ritte später Tinne Vilhelmson Silfvén mit ihrem Hannoveraner Don Auriello. Isabell Werths Wallach Don Johnson FRH ging nach ihrer Aussage „die Prüfung seines Lebens“, was die Richter mit einem Ergebnis von 82,482 Prozent honorierten. Nur wenige Zehntel Prozentpunkte dahinter platzierten sich Hans Peter Minderhoud und Johnson.

Ebenso die wohl beste Leistung seiner Karriere zeigte Beatriz Ferrer-Salats Fuchswallach Delgado: Durchlässig und mit schwungvollen Gängen erreichten sie erstmals international über 80 Prozent, mit 82,714 Prozent war ihnen als drittletztes Starterpaar die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen. Noch deutlich höher ging es im Ergebnis für das vorletzte Paar hinaus: Konzentriert, locker, durchlässig und dynamisch zeigte sich Desperados, seine Reiterin Kristina Bröring-Sprehe fasste den Ritt zusammen: „Das war die beste Kür, die ich je geritten habe.“ Mit einem Ergebnis von 88,804 Prozent bestätigten dies die Richter.

Den Abschluss der Prüfung bildeten Charlotte Dujardin und Valegro, die nicht an ihre Bestleistungen herankamen. Wie bereits im Grand Prix de Dressage leisteten sie sich Fehler in den Einerwechseln. Dadurch wurde die Entscheidung um die Goldmedaille äußerst knapp: Drei Richter sahen Dujardin auf dem zweiten Rang, die übrigen vier rangierten sie vor Bröring-Sprehe ein. Mit einem Gesamtergebnis von 89,054 Prozent gelang ihr schließlich doch auch in der Kür die Titelverteidigung.[19][20]

Rang Reiter Pferd Prozent[21]
Vereinigtes Konigreich  Charlotte Dujardin Valegro 89,054 %
Deutschland  Kristina Bröring-Sprehe Desperados FRH 88,804 %
Spanien  Beatriz Ferrer-Salat Delgado 82,714 %
Deutschland  Isabell Werth Don Johnson FRH 82,482 %
Niederlande  Hans Peter Minderhoud Johnson 82,411 %
Schweden  Tinne Vilhelmson Silfvén Don Auriello 80,643 %
Deutschland  Jessica von Bredow-Werndl Unee 80,214 %
Vereinigtes Konigreich  Carl Hester Nip Tuck 79,571 %
Niederlande  Diederik van Silfhout Arlando 78,696 %
10  Frankreich  Karen Tebar Don Luis 74,964 %
11  Niederlande  Patrick van der Meer Uzzo 74,375 %
12  Spanien  Morgan Barbançon Mestre Painted Black 73,375 %
13  Portugal  Gonçalo Carvalho Batuta 72,768 %

ReiningBearbeiten

  • 41 Starterpaare aus 10 Nationen, neun Mannschaften[22]

Am Freitag der ersten Turnierwoche (14. Oktober) starteten die Reiner in ihre Europameisterschaftswettbewerbe. Auch im Reining durften die teilnehmenden Nationen jeweils vier Reiter mit jeweils einem Pferd zu den Reiningwettbewerben bei den Weltreiterspielen entsenden. Zusätzlich hierzu konnten die Nationen zwei weitere Reiter und deren Pferde in den Einzelwettbewerb entsenden.

Die erste Teilprüfung war die Mannschaftswertung, die zudem als Qualifikation für die Einzelwertung zählte. In dieser Prüfung zählten die drei besten Ergebnisse für die jeweilige Equipe, anhand dieses Ergebnisses wurden die Mannschaftsmedaillen vergeben. Aus dieser Prüfung qualifizierten sich die besten 15 Reiter-Pferd-Paare direkt für das Finale. In einer zweiten Qualifikationsprüfung am 15. August 2015 gingen die noch nicht für das Finale qualifizierten Teilnehmer nochmals an den Start, die besten fünf dieser Prüfung waren im Finale ebenfalls startberechtigt. Anhand des Ergebnisses des Finales, welches am Sonntag (16. August) vormittags ausgerichtet wurde, wurden die Medaillengewinner der Einzelwertung ermittelt.

MannschaftswertungBearbeiten

Die Mannschaftswertung musste ohne die Mannschaften der Silber- und Bronzemedaillengewinner der Weltreiterspiele 2014, Belgien und Österreich, auskommen. Beide Nationen verzichteten zugunsten von Starts bei den für den Westernreitsport hochdotierten Prüfungen bei der Americana Anfang September, Österreich entsandte immerhin zwei Einzelstarter.

Die deutsche Mannschaft musste, nachdem Stephan Rohde ausschied, ohne Streichergebnis auskommen, dennoch gelang ihnen der Sprung auf den Silberrang. Mit noch zwei Punkten mehr gewann Italien die Goldmedaille.

Endergebnis:
Mannschaft Reiter Pferd Punkte[23]
1 Italien  Italien Pierluigi Fabbri Broadway Jaba (214,5)
Francesco Martinotti Rambo Bo Sun 219,5
Giovanni Masi de Vargas Dance Little Spook 221,5
Edoardo Bernadelli At Andrewood 217,0
658,0
2 Deutschland  Deutschland Volker Schmitt Smokin Mifillena 217,0
Stephan Rohde Smarty Diamond (ausgeschieden
„no score“)
Elias Ernst Uss N Dun It 217,5
Grischa Ludwig Shine my Gun 221,5
656,0
3 Niederlande  Niederlande Anky van Grunsven Whizashiningwalla (207,0)
Olivier van den Berg Footworks X Factor 215,0
Jurgen Pouls Hollywood Gunman 215,0
Rieky Young-Van Osch Brady Chex 214,0
644,0
4 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Shane Borland Shiners Lena Oak 207,0
Francesca Sternberg Ten Reasons 215,5
Douglas Allen Hangten Shiner 212,5
635,0
5 Frankreich  Frankreich Franck Perret Nu Sailor Lena 212,5
Bastien Bourgeois Lucky Whiz Dunit 208,5
Romuald Poard Peppys Ruf Sailor 213,5
Laura Duponchel Jac Lealeta Dream (195,0)
634,5
6 Schweiz  Schweiz Daniel Schmutz Cielo Dry 212,5
Sabine Schmid Gunwork 210,0
Jennifer Schleiniger Masked Gunman 209,0
Adrienne Speidel Chexylution (172,5)
631,5
7 Danemark  Dänemark 625,5
8 Finnland  Finnland 617,0
9 Schweden  Schweden 614,0

EinzelwertungBearbeiten

Bei seinem ersten Championat in der Altersklasse der Senioren sicherte sich der 22-jährige Giovanni Masi de Vargas mit Dance Little Spook nach dem ersten Platz in der Mannschaftswertung auch die Einzelgoldmedaille. Grischa Ludwig, der mit Masi de Vargas in der Einzelwertung der Mannschaftsaufgabe noch gleichauf gelegen hatte, glänzte mit Shine my Gun auch im Einzelfinale. Unmittelbar vor dem letzten Stop kam es jedoch zu einem Missverständnis zwischen Pferd und Reiter, der Hengst wollte bereits nach dem Mittelmarker zum Stop ansetzen. Dies kostete Ludwig entscheidende Punkte, so dass er mit einer Note von 221,0 die Silbermedaille gewann.[24]

Endergebnis:
Rang Reiter Pferd Punkte[25]
Italien  Giovanni Masi de Vargas Dance Little Spook 222,0
Deutschland  Grischa Ludwig Shine my Gun 221,0
Deutschland  Elias Ernst Uss N Dun It 219,0
Osterreich  Klaus Lechner Cody Rooster Delmaso 218,5
Italien  Pierluigi Fabbri Broadway Jaba 217,5
Deutschland  Volker Schmitt Smokin Mifillena 216,5
Italien  Francesco Martinotti Rambo Bo Sun 216,0
Deutschland  Verena Klein Olena Joe Cody 215,5
Schweiz  Daniel Schmutz Cielo Dry 214,5
Niederlande  Jurgen Pouls Hollywood Gunman 214,5
Vereinigtes Konigreich  Francesca Sternberg Ten Reasons 214,5
...
12  Osterreich  Tina Künstner-Mantl Nu Chexomatic 213,0
...
17  Deutschland  Oliver Stein Timbers Whizzer 210,5

SpringenBearbeiten

  • 112 Starterpaare aus 28 Nationen,[26] 22 Mannschaften

Das Europameisterschaftsprogramm der Springreiter startete am Dienstag der zweiten Woche mit einem Trainingsspringen ohne Wertung, am Folgetag folgte als erste Wertungsprüfung für Einzel- und Mannschaftswertung ein Zeitspringen.

Teilnahmeberechtigt waren pro Nation fünf Springreiter mit je einem Pferd, wobei ein Paar als Reserve diente und daher (soweit kein anderer Reiter seiner Nation vor Beginn des Zeitspringens ausfiel) nicht an den Wettbewerben teilnahm. Nationen, die keine Mannschaft entsenden, konnten Einzelreiter an den Start bringen. Die Mannschaftswertung bestand aus zwei Teilprüfungen mit zusammen drei Umläufen. Die Einzelwertung umfasst die Prüfungen der Mannschaftswertung sowie eine weitere Prüfung mit zwei Umläufen.

Der Gewinner des Zeitspringens wurde nach Abschluss der Prüfung mit null Strafpunkten gewertet. Der Zeitunterschied zwischen dem Sieger und den weiteren Reitern wurde mit 0,5 multipliziert und ergab somit deren Anzahl an Strafpunkten.

Die zweite Wertungsprüfung, verteilt über zwei Tage, 20. und 21. August, brachte die Entscheidung über die Mannschaftsmedaillen. Diese Prüfung war der klassische Nationenpreis, er wurde als Springprüfung mit zwei Umläufen ausgetragen. Dabei wurde das umgerechnete Ergebnis der Zeitspringprüfung von den Mannschaften und Einzelstartern mit in die Wertung genommen. Im zweiten Umlauf der Prüfung wurde über einen veränderten Parcours ausgetragen. Startberechtigt waren nur noch die zehn besten Mannschaften der Gesamtwertung, sowie weitere Reiter, die sich noch unter den Besten 50 der Einzelwertung befanden. Sollten nach dem zweiten Umlauf zwei oder mehr Mannschaften strafpunktgleich auf dem ersten Platz liegen, wäre ein Stechen für die Vergabe der Goldmedaille erforderlich.

Einen weiteren Einschnitt in das Starterfeld gibt es vor der dritten, finalen Prüfung der Einzelwertung (einer Springprüfung mit zwei Umläufen): Nur noch die bisher besten 25 Teilnehmerpaare können hier an den Start gehen. Die bisherigen Strafpunkte werden beibehalten. Auch hier kann, soweit sich mehrere Reiter nach beiden Umläufen in der Gesamtwertung punktgleich auf Platz eins befinden, ein Stechen um Gold erforderlich sein.

MannschaftswertungBearbeiten

Im Zeitspringen blieben drei deutsche Reiter ohne Fehler, was umgerechnet ein Ergebnis von 4,400 Wertungspunkten und damit die Führung brachte. Die Abstände zwischen den Mannschaften waren zu diesem Zeitpunkt noch eng, acht Equipen hatten weniger als 10 Wertungspunkte.

Im ersten Umlauf des Nationenpreises gelang den Reitern der Schweizer Mannschaft eine deutliche Steigerung. Sie konnten ihr mäßiges Ergebnis von 14,230 Wertungspunkten aus dem Zeitspringen dank drei fehlerfreien Runden von Romain Duguet, Janika Sprunger und Paul Estermann halten und sich damit von Rang 13 auf Rang sechs vorarbeiteten. Weit weniger glücklich lief es für Österreich, das nur auf Platz 15 kam und damit aus der Mannschaftswertung ausschied. Frankreich arbeitete sich um einen Platz auf die Spitzenposition vor. Für die deutsche Mannschaft begann die Prüfung unglücklich: Meredith Michaels-Beerbaums Schimmel Fibonacci kam nicht optimal in die Prüfung, übersprang sich deutlich (übersprang die Hindernisse, auf Kosten der erforderlichen Weite, deutlich höher als erforderlich) und kassierte am Wassergraben vier Strafpunkte. Auch Christian Ahlmann kassierte als zweiter Mannschaftsreiter einen Fehler. Die fehlerfreien Ritte von Ludger Beerbaum und Daniel Deußer sicherten der Equipe dann doch noch den dritten Rang in der Gesamtwertung, hinter den Niederlanden auf Platz zwei.

Der zweite Tag des Nationenpreises begann für die deutsche und die niederländische Equipe sehr gut, die ersten und zweiten Reiter beider Mannschaften blieben ohne Fehler. Ein Ergebnis von vier Strafpunkten von Ludger Beerbaum und Chiara als drittem deutschen Reiter verschaffte den Niederlanden die Möglichkeit, sich vorzeitig die Goldmedaille zu sichern. Der Ritt von Jur Vrieling und Zirocco Blue ohne Hindernisfehler schien dies auch zu verwirklichen, im Ziel zeigte sich dann aber, dass Vrieling die erlaubte Zeit knapp überschritten und damit einen Zeitstrafpunkt kassiert hatte. Damit vertagte sich die Entscheidung um Gold auf die letzten Reiter der beiden Mannschaften. Auf Daniel Deußer und seinem Schimmel Cornet d´Amour lag damit der Druck, dass Deutschland nur mit einem fehlerfreien Ritt die Chance auf den Mannschaftstitel hatte. Eine fallende Stange brachte jedoch vier Strafpunkte und damit den Mannschaftseuropameistertitel für die Niederlande. Für diese spielte es daher keine Rolle mehr, dass Gerco Schröder als letzter niederländischer Starter mit 14 Strafpunkten ins Ziel kam.

Schlecht lief es für Frankreich: Nachdem bereits zwei französische Ritte an diesem Tag mit einem Ergebnis von vier Strafpunkten endeten, ließen neun Strafpunkte von Jerome Hurel den Gewinn der Gold- oder Silbermedaille unmöglich werden. Durch acht Strafpunkte von Kevin Staut und Reveur de Hurtebise fielen die Franzosen endgültig zurück und fanden sich in der Endwertung auf Platz fünf wieder. Nachdem Michael Whitaker mit Cassionato als letzter britischer Starter neun Strafpunkte kassierte wurde die Schweiz zum „lachenden Dritten“: Mit einem Ergebnis von nur vier Strafpunkten arbeiteten sie sich an diesem Tag von Rang fünf auf den Bronzerang in der Endwertung vor und qualifizierten sich für die Olympischen Spiele 2016. Großbritannien kam auf den vierten Rang und sicherte sich damit – nach dem blamablen 18. Platz bei den Weltreiterspielen 2014 doch noch die Qualifikation für Rio. Das letzte verbliebene Olympia-Ticket erritten sich die Spanier, die Irland um 0,38 Strafpunkte schlugen.[27] Die irische Mannschaft legte daraufhin einen Protest ein, da ein Parcourshelfer Cian O’Connor zwischen zwei Hindernissen behindert hatte. Das Schiedsgericht lehnte den Protest jedoch ab. [28]

Rang Land Reiter Pferd umgerechnete Punkte Strafpunkte
Zeitspringen 1. Umlauf 2. Umlauf Gesamt
1 Niederlande  Niederlande Jeroen Dubbeldam Zenith 2,68 0 0
Maikel van der Vleuten Verdi 1,85 (4) 0
Jur Vrieling Zirocco Blue 3,29 0 1
Gerco Schröder Cognac Champblanc (3,45) 0 (14)
7,82 0 1 8,82
2 Deutschland  Deutschland Meredith Michaels-Beerbaum Fibonacci 2,09 4 0
Christian Ahlmann Taloubet Z 1,56 (4) 0
Ludger Beerbaum Chiara 0,75 0 4
Daniel Deußer Cornet d'Amour (3,09) 0 (4)
4,40 4 4 12,40
3 Schweiz  Schweiz Romain Duguet Quorida de Treho 3,66 0 0
Martin Fuchs Clooney 5,03 (4) (9)
Janika Sprunger Bonne Chance 5,54 0 4
Paul Estermann Castlefield Eclipse (5,71) 0 0
14,23 0 4 18,23
4 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Ben Maher Diva II 1,55 4 0
Jessica Mendoza Spirit T (5,82) (12) 4
Joe Clee Utamaro d'Ecaussines 1,00 0 4
Michael Whitaker Cassionato 4,40 0 (9)
6,99 4 8 18,99
5 Frankreich  Frankreich Pénélope Leprevost Flora de Mariposa 0,00 0 4
Simon Delestre Ryan des Hayettes 2,67 0 4
Jérôme Hurel Quartz Rouge 3,03 (5) (9)
Kevin Staut Reveur de Hurtebise (4,01) 0 8
5,70 0 16 21,70
6 Spanien  Spanien 7,58 9 9 25,58
7 Irland  Irland 9,96 8 8 25,96
8 Ukraine  Ukraine 8,03 5 19 32,03
9 Schweden  Schweden 11,30 8 25 44,30
10 Danemark  Dänemark 12,27 5 30 47,27
11 Belgien  Belgien 11,50 8 19,50
12 Italien  Italien 9,23 12 21,23
13 Polen  Polen 12,87 12 24,87
14 Russland  Russland 18,29 25 43,29
15 Osterreich  Österreich Dieter Köfler Emir van het Moleneind (14,93) (17)
Markus Saurugg Texas I 5,08 16
Roland Englbrecht Poorboy 7,79 9
Max Kühner Coeur de Lion 5,77 0
18,64 25 43,64
16 Turkei  Türkei 27,90 20 47,90
17 Slowakei  Slowakei 24,97 25 49,97
18 Ungarn  Ungarn 21,38 32 53,38
19 Portugal  Portugal 24,27 45 69,27
20 Finnland  Finnland 15,37 13 28,37
21 Tschechien  Tschechien 39,02 N.GES. N.GES.
22 Slowenien  Slowenien 47,51 AUSG AUSG

EinzelwertungBearbeiten

Pénélope Leprevost, deren Europameisterschaftsstart aufgrund einer Verletzung ihrer Stute Flora de Mariposa Anfang des Sommers noch ungewiss erschien,[29] ging im Zeitspringen deutlich in Führung. Diese Position behielt sie auch nach dem ersten Umlauf des Nationenpreises. Seinen zweiten Platz in der Zwischenwertung sicherte sich zu diesem Zeitpunkt Ludger Beerbaum, der mit Chiara ebenso zwei Mal ohne Fehler blieb.

Nach dem zweiten Tag des Nationenpreises hatte sich die Situation in der Einzelwertung deutlich verändert: Leprevost und Beerbaum kassierten jeweils vier Strafpunkte und fanden sich nun auf den Plätzen fünf und sieben. Dank Doppel-Null-Runden im Nationenpreis schoben sich nun Sergio Álvarez Moya, Cassio Rivetti und Jeroen Dubbeldam auf die drei Spitzenplätze der Einzelwertung. Bester Schweizer war, ebenfalls dank zwei fehlerfreier Ritte, Romain Duguet auf dem vierten Zwischenrang. Der fünfte und letzte Doppel-Nuller des Nationenpreises gelang Paul Estermann. Doch aufgrund seiner 5,71 Strafpunkte aus dem Zeitspringen lag dieser in der Einzelwertung weiterhin deutlich zurück - Rang 12. Max Kühner, der einzige Österreicher, der sich für den zweiten Umgang qualifiziert hatte, verzeichnete acht Strafpunkte und scheiterte mit Rang 28 an der Qualifikation für das Einzel-Finale.[30]

Für Rivetti fand seine Hoffnung auf eine Einzelmedaille bereits vor der letzten Einzelprüfung ein vorzeitiges Ende, sein Pferd Vivant ging beim Vortraben nicht klar und bekam daher keine Starterlaubnis. Zudem erklärten Cian O’Connor und Janika Sprunger, nicht in der letzten Prüfung zu starten.[31]

Im ersten Umlauf der Abschlussprüfung zeigte sich die dreifache Kombination, direkt auf dem Wassergraben folgend, als zentrale Fehlerklippe im Parcours. Nur fünf Pferd-Reiter-Paaren gelang ein Ritt ohne Fehler, diese brachten sich damit für den zweiten Umlauf in aussichtsreiche Position. Sergio Álvarez Moya verlor seine Führung mit einem Hindernisfehler, so dass Jeroen Dubbeldam nun in Führung lag. Für Daniel Deußer lief der erste Umlauf denkbar ungünstig: Nachdem er mit acht weiteren Strafpunkten endgültig den Anschluss zu den vorderen Platzierungen verloren hatte, wurde er nachträglich disqualifiziert. Er hatte sein Pferd Cornet d´Amour mit dem Sporen leicht verletzt, als er einen Steigbügel verloren hatte.

Der Parcours des zweiten Umlaufs war komplett anders gestaltet, er brachte weit weniger Hindernisfehler mit sich. Stattdessen wurde die erlaubte Zeit für einige Starter zum Problem, insbesondere die 180 Grad-Wendung vom dritt- zum zweitletzten Sprung war hier entscheidend. Während Christian Ahlmann und Meredith Michaels-Beerbaum sich mit fehlerfreien Ritten wieder auf die Plätze sieben und acht vorarbeiten konnten, hatte Sergio Álvarez Moya mit Carlo erneut einen Fehler, der ihm endgültig die Chance auf eine Medaille nahm. Durch Moyas Fehler hatte Simon Delestre, der zuvor ohne Fehler ins Ziel gekommen war, eine Einzelmedaille sicher. Gregory Wathelet sicherte sich, nachdem er mit der belgischen Mannschaft die Olympiaqualifikation verpasst hatte, mit Conrad den Vize-Europameistertitel. Jeroen Dubbeldam als letzter Starter konnte sich mit Zenith zwei Strafpunkte leisten, kam mit einem Zeitstrafpunkt ins Ziel und sicherte sich damit die Einzelgoldmedaille. Dubbeldam ist damit nach Hans Günter Winkler der zweite Springreiter überhaupt, der Einzelgold bei Europameisterschaft, Weltmeisterschaft (2014) und Olympischen Spielen (2000) gewann.[32][33]

Rang Reiter Pferd umgerechnete
Punkte
Strafpunkte Gesamt-
ergebnis
2. Teilprüfung 3. Teilprüfung
1. Teilprüfung 1. Umlauf 2. Umlauf 1. Umlauf 2. Umlauf
Niederlande  Jeroen Dubbeldam Zenith 2,68 0 0 0 1 3,68
Belgien  Gregory Wathelet Conrad 1,04 0 4 0 0 5,04
Frankreich  Simon Delestre Ryan des Hayettes 2,67 0 4 0 1 7,67
Frankreich  Pénélope Leprevost Flora de Mariposa 0,00 0 4 4 0 8,00
Niederlande  Jur Vrieling Zirocco Blue 3,29 0 1 4 1 9,29
Spanien  Sergio Álvarez Moya Carlo 1,47 0 0 4 4 9,47
Deutschland  Christian Ahlmann Taloubet Z 1,56 4 0 4 0 9,56
Deutschland  Meredith Michaels-Beerbaum Fibonacci 2,09 4 0 4 0 10,09
Danemark  Andreas Schou Lenardo der Kleine 2,98 0 4 0 4 10,98
10  Frankreich  Kevin Staut Reveur de Hurtebise 4,01 0 8 0 0 12,01
11  Schweiz  Romain Duguet Quorida de Treho 3,66 0 0 8 1 12,66
12  Deutschland  Ludger Beerbaum Chiara 0,75 0 4 4 4 12,75
13  Italien  Piergiorgio Bucci Catwalk Z 1,65 4 4 4 0 13,65
14  Niederlande  Maikel van der Vleuten Verdi 1,85 4 0 8 0 13,85
15  Vereinigtes Konigreich  Joe Clee Utamaro d´Ecaussines 1,00 0 4 4 5 14,00
18  Schweiz  Paul Estermann Castlefield Eclipse 5,71 0 0 8 5 18,71
25  Deutschland  Daniel Deußer Cornet d´Amour 3,09 0 4 DISQ DISQ
27  Schweiz  Janika Sprunger Bonne Chance 5,54 0 4 ST.VERZ. 9,54
30  Osterreich  Max Kühner Coeur de Lion 5,77 0 8 VERZ. 13,77
34  Ukraine  René Tebbel Cooper 4,99 1 11 16,99
38  Schweiz  Martin Fuchs Clooney 5,03 4 9 18,03
39  Ukraine  Katharina Offel Zipper 2,53 8 8 18,53
61  Luxemburg  Victor Bettendorf Sorbier Blanc 7,12 8 15,12
65  Osterreich  Roland Englbrecht Poorboy 7,79 9 16,79
72  Osterreich  Markus Saurugg Texas I 5,08 16 21,08
78  Osterreich  Dieter Köfler Emir van het Moleneind 14,93 17 31,93
87  Luxemburg  Christian Weier Global 9,73 AUFG AUFG

FahrenBearbeiten

  • 36 Gespannfahrer aus 14 Nationen[34], 12 Mannschaften

Wie auch beim jährlichen CHIO, so war auch bei den FEI Europameisterschaften 2015 der Fahrsport durch seine „Königsdisziplin“, das Vierspännerfahren, vertreten. Bei den Wettbewerben durften pro Nation drei Fahrer mit ihren Gespannen an den Fahrwettbewerben teilnehmen, das Gastgeberland erhielt zusätzlich drei weitere Startplätze. Jedes Gespann bestand aus vier Pferden sowie einem weiteren Pferd zum Austausch. Jede Mannschaft bestand aus zwei oder drei Gespannen, in das Mannschaftsergebnis gingen pro Teilprüfung jeweils die zwei besten Ergebnisse ein.

Für die Fahrer starteten die Europameisterschaften mit der Fahrdressur am 19. und 20. August 2015. Hier bewies die Mannschaft der Niederlande ihre Stellung als stärkste Nation im Vierspännerfahren, mit 77,69 Punkten lag man bereits deutlich vor Ungarn (95,80), Belgien und Deutschland folgten auf den Plätzen drei und vier. Auch in der Einzelwertung befanden sich IJsbrand Chardon und Theo Timmerman mit ihren Gespannen klar in Führung.[35][36]

Am 21. August folgte dann die zweite Teilprüfung für Einzel- und Mannschaftswertung, das Hindernisfahren. Während sich in der Mannschaftswertung hier wenig tat, rutschte in der Einzelwertung Theo Timmerman deutlich ab. Er kam beim Hindernisfahren nur auf den 24. Platz und fiel damit in der Gesamtwertung auf den neunten Rang. Den zweiten Platz hinter IJsbrand Chardon besetzte nun der Ungar József Dobrovitz, Platz drei nahm mit Koos de Ronde ein weiterer Niederländer ein.[37][38]

Einen Tag später folgte die letzte Teilprüfung, das Geländefahren. Dieser letzte Tag brachte nochmals erhebliche Veränderungen in den Ergebnissen: Zunächst schien es, dass IJsbrand Chardon seine Führung auch hier verteidigen konnte, jedoch nur mit einem knappen Vorsprung von 0,7 Punkten. Da es jedoch Irritationen bei der Ergebnisübermittlung gegeben hatte, wurde das Ergebnis nochmals überprüft. Hierbei stellte man fest, dass bei einem Hindernis die Ergebnisse von Michael Brauchle und Georg von Stein vertauscht worden waren. Hierdurch rutschte Brauchle mit 0,21 Punkten Vorsprung auf Chardon auf den ersten Rang und gewann damit mit seinem Gespann die Einzelgoldmedaille. Während József Dobrovitz auf den vierten Platz zurückfiel, gewann Koos de Ronde die Bronzemedaille. Mit ebenfalls einer sehr guten Geländefahrt arbeitete sich Christoph Sandmann auf den fünften Platz der Einzelwertung vor. Durch die starken Leistungen von Brauchle und Sandmann in der letzten Teilprüfung verbessere sich Deutschland in der Mannschaftswertung und kam, hinter den Niederlanden, auf den Silberrang.[39][40][41]

MannschaftswertungBearbeiten

Rang Mannschaft Fahrer Punkte
Dressur Hindernisfahren Marathonfahren Endergebnis
1 Niederlande  Niederlande IJsbrand Chardon 37,81 0,42 124,14
Koos de Ronde (45,13) 3,07 122,73
Theo Timmerman 39,88 (18,15) (133,16)
77,69 3,49 246,87 328,05
2 Deutschland  Deutschland Michael Brauchle 49,55 3,00 109,61
Christoph Sandmann (51,79) (10,08) 114,45
Georg von Stein 51,03 3,99 (127,78)
100,58 6,99 224,06 331,63
3 Ungarn  Ungarn József Dobrovitz 47,90 0,00 124,78
József Dobrovitz jr. (55,10) 6,65 126,80
Zoltán Lázár 47,90 (10,32) (143,54)
95,80 6,65 251,58 354,03
4 Belgien  Belgien Felix Marie Brasseur 48,79 0,00 (135,97)
Glenn Geerts (58,58) (17,35) 122,83
Edouard Simonet 48,90 9,00 125,46
97,69 9,00 248,29 354,98
5 Schweiz  Schweiz Cyril Maret (70,20) 6,00 (140,24)
Werner Ulrich 54,98 (9,49) 132,32
Jérôme Voutaz 60,29 6,00 127,06
115,27 12,00 259,38 386,65
6 Schweden  Schweden 394,55
7 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 412,45
8 Frankreich  Frankreich 419,90
9 Spanien  Spanien 423,47
10 Tschechien  Tschechien 435,81
11 Osterreich  Österreich Josef Leibetseder Jun. 67,08 25,97 163,50
Christian Schlögelhofer 74,10 31,23 151,59
141,18 57,20 315,09 513,47
12 Polen  Polen 543,29

EinzelwertungBearbeiten

Rang Fahrer Pferde Minuspunkte
Dressur Hindernis-
fahren
Marathon-
fahren
Endergebnis
Deutschland  Michael Brauchle Carola, Clinton, Eldiva, Jamaika und Shakira 49,55 3,00 109,61 162,16
Niederlande  IJsbrand Chardon Bravour, Don Marcell, Eddy, Winston E und Zion 37,81 0,42 124,14 162,37
Niederlande  Koos de Ronde Alino, Palero, Ulano, Zimba und Zimon 45,13 3,07 122,73 170,93
Ungarn  József Dobrovitz Amadeus, Carlo, Cassander T, Maestoso XXXIX und Torino 47,90 0,00 124,78 172,68
Deutschland  Christoph Sandmann Amico, Asztor, Scicco, Variant und Wierd 51,79 10,08 114,45 176,32
Spanien  Juan Antonio Real Garcia Black Ace, Curios, Sam, Vizier und Winston 44,07 6,00 132,65 182,72
Deutschland  Georg von Stein Donald Duck, Fax, Playboy, Popey und Torina 51,03 3,99 127,78 182,80
Belgien  Edouard Simonet Dark Dream, El Fiero van de Vemmekeshoeve, Maximus, Bauke und Sanne 48,90 9,00 125,46 183,36
Belgien  Felix Marie Brasseur Amicello, Luxus Boy, Racciano, Sunfire und Zipo 48,79 0,00 135,97 184,76
10  Ungarn  József Dobrovitz jr. Bandidos, Doerak, Vivaldo, Waltstar und Wijsneus 55,10 6,65 126,80 188,55
12  Deutschland  Rainer Duen Alpina Aviation Wristwatch, Candino Sport, Fortis Frisson Art Edition, Monaco und Ronaldo 55,81 8,52 128,64 192,97
13  Schweiz  Jérôme Voutaz Belle du Peupe CH, Eva III CH, Flash des Moulins CH, Flore CH und Folie des Moulins CH 60,29 6,00 127,06 193,35
15  Schweiz  Werner Ulrich Cardiuweel du Premo CH, Conteso CH, GB Rocky v. Worrenberg CH, l'Ideal Des Rottes CH und Mikado N 54,98 9,49 132,32 196,79
18  Deutschland  Ludwig Weinmayr Ducati, Frieda, Red-Run, Tibaldi und Vagabund 58,46 12,14 129,70 200,30
24  Schweiz  Cyril Maret Angkor du Nipy CH, Atalaya, Incitato Galans, Ozora Csongor und Ulmus 70,20 6,00 140,24 216,44
27  Deutschland  Dirk Gerkens Everytime Magic, Friedolin, Lamarck, Pompas und Wallenstein 63,95 33,83 129,81 227,59
32  Osterreich  Josef Leibetseder Jun. Favory Coppelia XV, Favory Ramata XV, Favory Requiem XV, GSS.Salamanca XXXVIII und Requira 67,08 25,97 163,50 256,55
33  Osterreich  Christian Schlögelhofer Call Me Okydo, Dariusz, Jatek, Passage und Piaff Vezer 74,10 31,23 151,59 256,92

VoltigierenBearbeiten

  • 41 Einzelvoltigierer, 9 Pas de Deux-Paare und 11 Mannschaften[42]

An ihrem ersten Turniertag bei den Europameisterschaften, dem 20. August (Donnerstag), standen für die Voltigierer drei Prüfungen auf dem Programm, sowohl die Mannschaften als auch die Einzelvoltigierer – sowohl Damen als auch Herren – gingen in der Pflichtprüfung an den Start. Am 21. August steht für alle Voltigierer, also auch die Paare im Pas de Deux, jeweils eine Kürprüfung auf dem Programm. Am Folgetag absolvieren die Einzelvoltigierer jeweils eine Technikaufgabe.

Den Abschluss im Einzel (Damen und Herren) stellten deren zweite Kürprüfungen dar. Die Medaillen wurden dann anhand des Durchschnitts aller vier Teilprüfungen im Einzel vergeben. Das kürzeste Turnierprogramm hatten die Teilnehmer im Pas-de-Deux, für die die zweite Kür bereits die Abschlussprüfung darstellte. Hier wurde der Durchschnitt beider Kürprüfungen als Grundlage für die Vergabe der Medaillen genommen. Drei Prüfungen hingegen galt es für die Gruppen während der Europameisterschaften zu bewältigen. Diese schlossen ihr Programm mit einer zweiten Kür am 23. August ab, auch hier entschied der Durchschnitt der drei Prüfungen über die Gesamtrangierung.

Pas de deuxBearbeiten

Neun Starterpaare gingen im Doppelvoltigieren (Pas de deux) bei den FEI Europameisterschaften 2015 an den Start. Jasmin Lindner und Lukas Wacha aus Österreich, seit 2009 ununterbrochen siegreich bei Welt- und Europameisterschaften, gelang auch in Aachen der Titelgewinn. Bereits früh in ihrer zweiten Kür schien die Führung aus der ersten Kür jedoch gefährdet zu sein: Lindner landete etwa zehn Zentimeter zu weit hinten, so dass die folgenden Lektionen nicht wie vorgesehen geturnt werden konnten. Mit noch größerem künstlerischen Ausdruck und guten Pferdenoten sicherten sie sich doch noch den Sieg in der zweiten Kür und damit auch den Gesamtsieg.[43]

Rang Voltigierer Longenführer Pferd Punkte
Kür 1 Kür 2 Gesamt[44]
Osterreich  Jasmin Lindner Osterreich  Lukas Wacha Klaus Haidacher Bram 8,716 8,990 8,853
Deutschland  Pia Engelberty Deutschland  Torben Jacobs Patric Looser Danny Boy 8,536 8,913 8,725
Osterreich  Evelyn Freund Osterreich  Stefanie Millinger Nina Rossin Robin 8,442 8,672 8,557
Deutschland  Gera Marie Grün Deutschland  Justin van Gerven Patric Looser Danny Boy 8,124 8,469 8,297
Italien  Erika di Forti Italien  Lorenzo Lupacchini Meta Jans Wim 7,562 7,555 7,559
Schweiz  Zoe Maruccio Schweiz  Syra Schmid Michael Heuer Caramel Z CH 6,778 7,564 7,171

Einzelwertung HerrenBearbeiten

Deutschland war mit drei Herren in der Einzelwertung am Start und holte hier die maximale Ausbeute mit dem Gewinn aller Einzelmedaillen. Die Bundestrainerin Ulla Ramge äußerte sich hierzu: „Ich hatte auf drei Medaillen bei den Herren gehofft. Wir wussten, dass es möglich war. Aber dass es jetzt tatsächlich so gekommen ist, das ist unglaublich.“ Die Goldmedaille ging dabei an einen Debütanten: Jannis Drewell, seit einem Jahr Sportsoldat, hatte in den Vorjahren mehrmals die Nominierung für die Championate knapp verpasst. Nach drei Teilprüfungen hatte er noch auf Rang zwei der Zwischenwertung gelegen, seine Vorstellung als Shaolin-Mönch in der zweiten Kür brachte ihm in der letzten Teilprüfung mit 8,732 Punkten klar den Sieg und auch in der Gesamtwertung den Sprung auf Platz eins. Persönlich gratulierte ihm bei der Medaillenübergabe die für die Bundeswehr zuständige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.[45][46]

Rang Voltigierer Longenführer Pferd Punkte
Pflicht Kür 1 Technik Kür 2 Gesamt[47]
Deutschland  Jannis Drewell Simone Drewell Diabolus 8,270 8,687 7,787 8,732 8,369
Deutschland  Thomas Brüsewitz Irina Lenkeit Airbus 8,363 8,631 7,816 8,563 8,343
Deutschland  Viktor Brüsewitz Winnie Schlüter Rockard H 8,496 8,011 7,752 8,367 8,157
Osterreich  Ramin Simon Rahimi Manuela Barosch Royal Salut 8,159 8,430 6,719 8,277 7,896
Frankreich  Vincent Haennel Fabrice Holzberger Quartz d'Olbiche 8,173 7,944 7,080 8,133 7,833
 
Schweiz  Lukas Heppler Barbara Zürcher Waimar CH 7,616 7,967 7,189 7,581 7,588
 
11  Schweiz  Andrin Müller Petra Stucki Consilio v. Schlösslihof 7,225 7,038 7,089 7,670 7,256
 
14  Osterreich  Dominik Eder Marion Merkelt Pipetto 5,771 5,808 5,269 7,371 7,152

Einzelwertung DamenBearbeiten

In der Einzelwertung Damen kam es zu einem Zweikampf zwischen Simone Jäiser und Corinna Knauf: Knauf lag in den ersten beiden Teilprüfungen klar in Führung, patzte aber bei der Technikaufgabe. In der abschließenden zweiten Kür bekam sie nochmals ein besseres Ergebnis als Simone Jäiser, doch im Durchschnitt der vier Teilprüfungen lag dennoch Jäiser an der Spitze und gewann damit die Goldmedaille. Nach einem sechsten Platz in der Pflichtaufgabe kämpfte sich Lisa Wild an die Spitzengruppe heran, in der zweiten Kür zeigte sie erneut einen Salto in ihrem Programm und wurde mit einer Note von 8,452 Punkten in der letzten Teilprüfung belohnt – was ihr letztlich die Bronzemedaille sicherte.[48]

Rang Voltigiererin Longenführer Pferd Punkte
Pflicht Kür 1 Technik Kür 2 Gesamt[49]
Schweiz  Simone Jäiser Rita Blieske Luk 8,221 8,293 8,100 8,668 8,321
Deutschland  Corinna Knauf Alexandra Knauf Fabiola W 8,333 8,578 7,461 8,747 8,280
Osterreich  Lisa Wild Nina Rossin Robin 8,028 8,505 7,843 8,452 8,207
Deutschland  Christine Kuhirt Stefan Lotzmann Fuzzy 8,074 8,200 8,057 8,103 8,109
Osterreich  Daniela Fritz Viktoria Mandl Liberty 8,126 8,106 7,329 7,980 7,885
Osterreich  Katharina Luschin Viktoria Mandl Liberty 8,143 8,070 7,153 7,791 7,789
Deutschland  Kristina Boe Winnie Schlüter Highlander 7,900 7,260 7,598 8,337 7,774
 
12  Schweiz  Nadja Büttiker Michael Gnad Keep Cool III 7,958 7,534 6,649 7,824 7,491

MannschaftswertungBearbeiten

Auch bei den Mannschaften blieb die Entscheidung um die Medaillen bis zum Schluss äußerst knapp: Mehrere Stürze in den Küren der Spitzenmannschaften brachten die Wertungen jeweils durcheinander. Die Longenführerin der für Deutschland antretenden Voltigiergruppe, Jessica Lichtenberg, fasste die Situation zusammen: „Die Küren der Top-Teams haben inzwischen einen solchen Schwierigkeitsgrad, wir bewegen uns ständig auf Messers Schneide.“

Die französische Mannschaft, die nach einem Sturz in der ersten Kür nur auf Platz fünf (und damit in der Zwischenwertung auf den vierten Rang) kam, erreichte in der zweiten Kür eine Note von 8,877 – an dieses Ergebnis kam niemand mehr heran. Damit arbeiten sie sich in der Gesamtwertung auf den Bronzerang vor. Die Gruppe aus Österreich, die in den beiden ersten Teilprüfungen jeweils besser als die Franzosen gewesen waren, mussten in der zweiten Kür den Sturz eines Mannschaftsmitglieds hinnehmen. Damit kamen sie nur auf eine Wertung von 7,669 und rutschten auf Rang vier im Endergebnis ab.

Das championatserfahrene Team Neuss trat auch in Aachen wieder für Deutschland an. Die Neusser hatten in der ersten Kür aus einzige Gruppe eine Note von über neun bekommen und zeigten auch in der zweiten Kür erneut ein Programm mit höchstem Schwierigkeitsgrad, was die Richter in der artistische Teilnote mit einer Wertung von 9,8 belohnten. Doch ein Sturz und zwei Bodenberührungen ließen ihr Ergebnis in dieser Teilprüfung sinken, dennoch bekamen sie als Note eine 8,863. Noch in Goldreichweite lag auch die Schweiz, deren Mannschaft als letzte in die zweite Kür ging. Doch auch diese musste Punktabzüge hinnehmen, auch durch einen Sturz. Mit einer Wertung von 7,964 verfehlte sie Gold klar und kam hinter den deutschen Voltigierern auf Rang zwei der Gesamtwertung.[50]

Rang Mannschaft Longenführer Pferd Punkte
Pflicht Kür 1 Kür 2 Gesamt[51]
Deutschland  Deutschland, Team Neuss Jessica Lichtenberg Delia FRH 7,701 9,226 8,863 8,597
Schweiz  Schweiz, Team Lütisburg Monika Winkler-Bischofberger Will Be Good 7,696 8,653 7,964 8,104
Frankreich  Frankreich, Écurie de la Cigogne Fabrice Holzberger Watriano R 7,105 8,204 8,877 8,062
Osterreich  Österreich, Team Wildegg Maria Lehrmann Alessio l'Amabile 7,540 8,331 7,669 7,847
Schweden  Schweden, Svea Vaulting Ronja Persson Achim 6,769 8,116 8,322 7,736
Italien  Italien, Team C.I.M. Italy 7,624
Niederlande  Niederlande, Team Roy Rogers 7,359
Spanien  Spanien 6,842
Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 6,755
10  Polen  Polen 5,584
11  Russland  Russland 5,581

Rahmenprüfungen: VielseitigkeitBearbeiten

Über zwei Tage hinweg, am 13. und 14. August 2015, wurde in Aachen das Nationenpreisturnier der Vielseitigkeitsreiter durchgeführt. Diese Prüfung findet üblicherweise im Rahmen des CHIO Aachen statt.

Rahmenprüfungen: SpringenBearbeiten

Auch in der zweiten Turnierwoche wurden neben den Europameisterschafts-Wertungsprüfungen auch mehrere Rahmenprüfungen durchgeführt. Hierbei handelte es sich um Springprüfungen, unter anderem für junge Reiter und junge Springpferde.

Finalprüfung CSIYH 1*Bearbeiten

Das Rahmenprogramm umfasste drei international ausgeschriebene Prüfungen für junge Springpferde bis zum Alter von acht Jahren (CSIYH 1*). Am 22. August ab 18:15 Uhr wurde das Finale des „Sparkassen-Youngsters-Cups“ ausgetragen, eine Springprüfung mit Stechen mit Hindernishöhe von höchstens 1,50 Meter.[52]

Reiter Pferd 1. Umlauf Stechen
Strafpunkte Zeit (s)
1 Schweden  Henrik von Eckermann Lord Chambertin 0 0 44,03
2 Deutschland  Janne Friederike Meyer Chloe 0 0 44,69
3 Danemark  Andreas Schou Romane du Theil 0 0 44,88

(Plätze Eins bis Drei von insgesamt 30 Teilnehmern)

Preis der AachenMünchenerBearbeiten

Für die Reservereiter der Mannschaften sowie für die Europameisterschaftsteilnehmer, die ein weiteres Pferd mit in die Soers gebracht hatten, war vom 19. bis 22. August pro Tag jeweils eine Rahmenspringprüfung ausgeschrieben. Den Abschluss dieser Prüfungen stellte der „Preis der AachenMünchener“ dar, eine internationale Springprüfung mit Stechen am Abend des 22. August 2015. Die Hindernishöhe betrug hier bis zu 1,55 Meter, dotiert war die Prüfung mit 100.000 Euro.[53]

Reiter Pferd 1. Umlauf Stechen
Strafpunkte Zeit (s)
1 Deutschland  Christian Ahlmann Epleaser van´t Heike 0 0 44,26
2 Vereinigtes Konigreich  Michael Whitaker Valentin R 0 0 44,29
3 Schweden  Charlotte Mordasini Romane du Theil 0 0 45,70

(Plätze Eins bis Drei von insgesamt 40 Teilnehmern)

Finale U25-SpringpokalBearbeiten

In Aachen fand „Deutschlands U25 Springpokal 2015“ seinen Abschluss: Für das Finale der national ausgeschriebenen Turnierserie für deutsche Springreiter bis zum Alter von 25 Jahren hatten sich die Reiter in vier Wertungsprüfungen qualifiziert. Diese fanden über die Saison verteilt bei den Löwen Classics Braunschweiger, „Pferd International“ München-Riem, den Deutschen Meisterschaften in Balve und beim Nationenpreisturnier in Mannheim statt.

Nach zwei Einlaufprüfungen gingen die 20 Teilnehmer am Nachmittag des 23. August 2015 in der Finalprüfung, dem SAP-Preis, an den Start. Das Finale war, wie bereits die Wertungsprüfungen, Teil des European Youngster Cups.

Reiter Pferd 1. Umlauf Stechen[54]
Strafpunkte Zeit (s)
1 Deutschland  Guido Klatte jun. Coolio 0 0 41,10
2 Deutschland  Friso Bormann Crazy Cato 0 0 44,54
3 Deutschland  Andreas Kreuzer Calvilot 0 0 44,88

(Plätze Eins bis Drei von insgesamt 20 Teilnehmern)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. FEI Europameisterschaften Aachen 2015 auf aachen.de (Memento vom 14. Juli 2015 im Internet Archive)
  2. Multi-EM 2015 in Aachen, Eva Borg / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 8. Juni 2012
  3. FEI-Europameisterschaft 2015: Reining kehrt vom 14. – 16. August zurück nach Aachen, wittelsbuerger.de
  4. siehe Internetseite der Europameisterschaften
  5. TV-Zeiten FEI Europameisterschaften 2015
  6. Livestream FEI-Europameisterschaften 2015 - die Reit EM aus Aachen! auf clipmyhorse.de
  7. Zeitplan der FEI Europameisterschaften 2015
  8. Teilnehmerliste Dressur
  9. EM Aachen: Knapper Vorsprung für deutsche Dressurequipe nach Tag Eins, Jan Tönjes / St. Georg, 12. August 2015
  10. EM Aachen: 76 Prozent für Totilas und ein großes Fragezeichen, Jan Tönjes / St. Georg, 13. August 2015
  11. Endergebnis Dressur Mannschaft
  12. Kristina Bröring-Sprehe holt Silber, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2015.
  13. «Leck mich am Bein»: Werth unterläuft Patzer, Berliner Zeitung, 15. August 2015.
  14. Merkwürdige Aachen-EM, dressursport-deutschland.de, 15. August 2015.
  15. EM Aachen: Kristina Bröring-Sprehe gewinnt Silber in dramatischem Grand Prix Special, Jan Tönjes / St. Georg, 15. August 2015
  16. Endergebnis Grand Prix Spécial
  17. Europameisterschaften 2015: Anna Kasprzak: Klinik statt Viereck, Reiter Revue International, 16. August 2015.
  18. Fiona Bigwood startet nicht mehr in der Kür, globalequestriannews.com, 16. August 2015.
  19. Silber und Platz vier für deutsche Damen in EM-Kür, dressursport-deutschland.de, 16. August 2015.
  20. EM Aachen: Hauchdünner Sieg für Charlotte Dujardin, Sensations-Silber für Kristina Bröring-Sprehe, St. Georg, 16. August 2015.
  21. Endergebnis Grand Prix Kür
  22. Teilnehmerliste Reining
  23. Endergebnis Reining Mannschaft (PDF)
  24. 16. August: FEI Europameisterschaft Aachen 2015/ Reining: Gold für Italiens Giovanni Masi de Vargas im HAVENS Pferdefutter-Preis – Silber und Bronze für Deutschland, wittelsbuerger.de
  25. Endergebnis Reining Einzel
  26. Teilnehmerliste Springreiten
  27. Endergebnis Springreiten Mannschaftswertung
  28. Protest der irischen Springreiter abgelehnt
  29. Vielleicht keine EM in Aachen für Pénélope Leprevost, St. Georg, 1. Juni 2015
  30. Stand Einzelwertung Springreiten
  31. Nächster Finalverzicht: Sprunger startet nicht mehr, globalequestriannews.com, 22. August 2015
  32. Endstand Einzelwertung Springreiten
  33. Jeroen Dubbeldam macht doppelt Gold!, eqwo.net, 23. August 2015
  34. Teilnehmerliste Vierspännerfahren
  35. Ergebnis Vierspännerfahren Mannschaft, Stand nach der Dressur
  36. Ergebnis Vierspännerfahren Einzel, Stand nach der Dressur
  37. Ergebnis Vierspännerfahren Mannschaft, Stand nach dem Hindernisfahren
  38. Ergebnis Vierspännerfahren Einzel, Stand nach dem Hindernisfahren
  39. Endergebnis Vierspännerfahren Mannschaft
  40. Endergebnis Vierspännerfahren Einzel
  41. EM Aachen: Die Fahrer holen erstes Gold für Deutschland, St. Georg, 22. August 2015.
  42. Teilnehmerliste Voltigieren
  43. Gold und Bronze im Pas de Deux, pferderevue.at, 22. August 2015
  44. Endstand Pas de deux
  45. Voltigier-Herren sahnen alle EM-Medaillen ab, 23. August 2015
  46. EM Aachen: Vier Medaillen für Deutschland, Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, 22. August 2015
  47. Endstand Einzelvoltigieren Herren
  48. Salto bringt Lisa Wild Voltigier Bronze – Gold an Simone Jäiser, eqwo.net, 23. August 2015
  49. Endstand Einzelvoltigieren Damen
  50. Voltigieren: Sturz, Schrecksekunde, Ute Steinbusch / Aachener Zeitung, 23. August 2015, abgerufen am 30. August 2015
  51. Endstand Gruppenvoltigieren
  52. Ergebnis Preis der AachenMünchener
  53. Ergebnis Preis der AachenMünchener
  54. Ergebnis Finale Deutschlands U25 Springpokal 2015