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Estedt ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Estedt
Koordinaten: 52° 34′ 33″ N, 11° 21′ 31″ O
Höhe: 44 m
Fläche: 14,85 km²
Einwohner: 358 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
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Über dieses Bild
Lage der Ortschaft Estedt in Gardelegen

GeschichteBearbeiten

Estedt wird urkundlich erstmals im Jahre 1121 als Eslestede erwähnt, als der Bischof von Halberstadt Reinhard von Blankenburg, den Ort an das Kloster Schöningen übereignet.[1]

Im Jahre 1273 waren die Markgrafen Otto V. und Albrecht in campo apud villam Estede (im Feld beim Dorfe Estedt), als der Verkauf der Vogtei in Quedlinburg beurkundet wurde.[2]

Im Jahre 1345 wird berichtet, dass Markgraf Ludwig den Gardelegener Bürgern Walter Niendorf und Barthold von Berge (Berghe) Gericht und Patronat in villa Estede verleiht, welches sie schon vom Herzog Otto von Braunschweig als Pfandbesitz hatten.[3]

Südwestlich vom Dorf liegen die Ruinen vom Rösikenturm, einer alten Warte.[4]

 
Holländerwindmühle Estedt

Im Süden des Dorfes steht eine Windmühle, die heute als Wohnhaus genutzt wird.

In der Nähe des Ortes kam es im April 1945 durch SS-Männer zu Massenerschießungen von 122 (nach anderen Angaben 108) KZ-Häftlingen eines Todesmarsches, der im Zusammenhang mit dem Massaker von Gardelegen steht. Räumungstransporte per Bahn hatten die Häftlinge zuvor aus mehreren Außenlagern des KZ Mittelbau-Dora und aus dem KZ Hannover-Stöcken nach Mieste verschleppt. Eine Gedenkstätte bei einem Sammelgrab auf dem Ortsfriedhof erinnert an sie.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde zusammen mit 17 weiteren Gemeinden in Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[5] Die Gemeinde hatte vor der Eingemeindung 389 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009) und eine Fläche von 14,85 km².

BevölkerungBearbeiten

Jahr Einwohner
1734 284
1774 276
1789 280
Jahr Einwohner
1798 259
1801 263
1818 282
Jahr Einwohner
1840 331
1864 424
1871 424
Jahr Einwohner
1885 453
1895 465
1905 467
Jahr Einwohner
1925 427
1939 390
1946 709
Jahr Einwohner
1964 475
1971 454
1981 398
Jahr Einwohner
1993 395
2006 398

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Estedt ist ein um 1200 entstandener spätromanischer Feldsteinsaal mit eingezogenem quadratischen Chor und Westquerturm.[6]

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirchengemeinde Estedt gehörte früher zur Pfarrei Estedt.[7] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Estedt[8] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört.[6]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 427–428 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00435~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  2. Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 4. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 261, Nr. 1043 (uni-potsdam.de).
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 6, 1846, S. 99 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00109~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 206.
  5. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  6. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 652–653.
  7. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 61 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 4. Mai 2018]).
  8. Pfarrbereich Estedt. Abgerufen am 15. April 2018.