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HEIC Nemesis zerstört eine chinesische Dschunke, (Edward Duncan, 1843)

Der Erste Opiumkrieg war ein bewaffneter Konflikt zwischen Großbritannien und dem Kaiserreich China der Qing-Dynastie von 1839 bis 1842. Die britische Seite nahm die Beschlagnahmung des Opiums britischer Händler zum Anlass den Krieg zu beginnen. Die Briten konnten in einer mehrjährigen Militärexpedition durch die Eroberung und Blockade strategisch gelegener Küstenstädte schließlich zum Vertrag von Nanjing zwingen. Die Konzessionen des Vertrags entzogen China die Souveränität über den eigenen Außenhandel und öffnete die chinesischen Märkte für die Briten und andere Europäer. Ebenso musste der chinesische Staat Reparationen für die britischen Kriegskosten und das vernichtete Opium leisten.

Die wirkungslose militärische Antwort des Qing-Staates machte die militärische Unterlegenheit Chinas für ausländische und einheimische Beobachter unübersehbar. Der Krieg gilt in China als Beginn eines Jahrhunderts kolonialer Fremdbestimmung und leitete eine Legitimitätskrise des tradierten Staats- und Gesellschaftssystemns ein.

VorgeschichteBearbeiten

Rolle Chinas im WelthandelBearbeiten

 
Blick auf die kantonesischen Faktoreien, welche den Europäern als ausschließlicher Handelsort in China zugewiesen war. (William Daniell, 1805/06)

Als erste Europäer erreichten portugiesische Seefahrer dauerhafte Handelsbeziehungen mit China. Sie erhielten im 16. Jahrhundert von der Ming-Dynastie das Recht in Macau eine Siedlung unter chinesischer Souveränität zu errichten. Die 1644 durch ihre militärische Überlegenheit an die Macht gekommene Mandschudynastie der Qing konsolidierte das Kaiserreich und dehnten sein Territorium in Zentralasien und durch die Gewinnung Taiwans aus. Im 17. Jahrhundert war China der größte Importeur von Silber, welches im Währungssystem Chinas eine tragende Rolle spielte. Ende des 18. Jahrhunderts galt das von der Qing-Dynastie regierte Kaiserreich China in der westlichen Welt als hochentwickelte Zivilisation. Adam Smith beschrieb das Land in seinem Werk Der Reichtum der Nationen als wirtschaftliche Großmacht, die wenig Entwicklungspotential zeige, deren Leistungsfähigkeit und Reichtum jedoch den Europas übertreffe. Während des 18. Jahrhunderts war die Lebenserwartung der Stadtbevölkerung in China vergleichbar mit der Europas. Gemessen am Konsum von Luxusgütern war in China der Lebensstandard höher. Die Einführung neuer Ackerpflanzen, wie Mais und Süßkartoffeln führte zu einem rapiden Bevölkerungswachstum. Von 1740 bis 1790 verdoppelte sich die Zahl der Menschen in China. Am Ende des Jahrhunderts hatte China rund 200 – 300 Millionen Einwohner, in etwa ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung.[1]

1637 erhielt Großbritannien durch eine militärische Aktion vom Kaiserhof in Guangzhou (Kanton) das Recht auf eine Handelsniederlassung. Die Europäer mussten dort im abgeschlossenen Wohngebiet der Dreizehn Faktoreien leben und sich bei der Kommunikation mit den chinesischen Handelshäusern der Vermittlung durch Kaufleute der sog. Cohong-Gilde sowie der vom Hof bestellten Handelsbeamten („Hoppo關部, guan1bu4, chinesischer Zolldirektor in Kanton) bedienen. Die Beschränkungen, darunter Preisfestsetzungen, wurden von der Zollverwaltung festgelegt und durchgesetzt. 1717 begann die East India Company mit der Aufnahme regelmäßiger Handelstätigkeit. Hauptziel war der Import von Tee nach England.[1] 1760 beschränkte Kaiser Qianlong den Handel mit den Europäern ausschließlich auf Kanton.[2] Für die chinesische Seite machten die Zolleinnahmen aus dem Handel in Kanton einen wichtigen Teil der Staatseinnahmen aus. Da der Kaiser Kangxi per Edikt eine Erhöhung der Grundsteuer ausgeschlossen hatte, blieben ihm und seinen Nachfolgern Handelszölle als steigerungsfähige Einnahmequellen. Für die East India Company stellte der Kantonhandel die Hauptstütze ihrer Einnahmen dar. Die Teeimporte vervielfachten sich während des 18. Jahrhunderts und machten 1800–1810 rund 2/3 des Umsatzes der Gesellschaft aus.[1] Die Steuern auf dieses Importgut dienten der britischen Regierung dazu einen Großteil der Ausgaben für die in den Napoleonischen Kriegen geforderte Royal Navy zu bestreiten.[2] Zum Schutz der Gesellschaft erteilte die Regierung der Gesellschaft 1784 ein Handelsmonopol für den Teeimport nach England.[1]

Bis etwa 1820 zeigte die bilaterale Handelsbilanz des Chinahandels immer einen deutlichen Außenhandelsüberschuss der chinesischen Wirtschaft. So flossen von 1800 bis 1810 rund 26 Millionen US-Dollar nach China. Für den Zeitraum von 1828 bis 1836 erzielte China ein Handelsdefizit von 38 Millionen US-Dollar. Diese Verluste flossen in Form von Silberwährungen ab, mit denen der Außenhandel und auch der Opiumimport bezahlt wurden.[3] Unabhängig vom Opiumhandel kam es durch die Unabhängigkeitsbestrebungen lateinamerikanischer Staaten zu einer Silberverknappung auf dem Weltmarkt. Durch die politische Instabilität in den Hauptproduktionsländern Mexiko und Peru ging die weltweite Silberförderung in den 1810er-Jahren um etwa die Hälfte zurück. Aus chinesischer Sicht trieb dies die Importpreise weiter in die Höhe und die Verknappung von Silber störte das chinesische Währungssystem.[4] Die unteren Schichten der Bauern, Handwerker und Arbeiter wurden in Kupfermünzen bezahlt, welche diese auch für Ersparnisse und Abgabenzahlungen verwendeten. Zur Abwicklung größerer Transaktion unter Händlern und als Sparwährung der Wohlhabenden dienten Silbermünzen und Silberbarren. Im 18. Jahrhundert blieb das System stabil bei einem Verhältnis von 1.000 Kupfermünzen zu einem Tael (rund 37 g) Silber. 1820 betrug das Verhältnis 1 Silberbarren zu 1200 Kupfermünzen. 1830 stieg es auf 1 zu 1350. 1840 betrug es 1 : 1600 bis 1 : 2000. Damit verteuerten sich für die unteren Schichten sowohl Konsum- und Gebrauchsgüter. Ebenso verteuerten sich die Steuerzahlungen, da die Steuern in Silber berechnet, aber in Kupfer eingezogen wurden. Ab 1830 setzte eine Depression der chinesischen Wirtschaft ein und es kam zur Deflation der Getreidepreise, was die Lage für Bevölkerungsmehrheit der Bauern weiter verschlimmerte. Trotz einer Verminderung des Gesamtsteueraufkommens stieg die effektive Steuerbelastung des durchschnittlichen bäuerlichen Haushalts in den ersten zwanzig Jahren der Herrschaft Qianlongs um 40 %. Gleichzeitig wurde die Stellung der Unterschicht durch die steigende Arbeitslosigkeit bedroht.[5] Die Währungskrise und die wirtschaftlichen Probleme brachten den Qing-Staat in Zahlungsschwierigkeiten und führte zu einer Unterfinanzierung der Streitkräfte und der öffentlichen Hand. Dies führte wiederum zu einer Zunahme der Korruption im Beamtenapparat. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Misere drückte sich in immer häufigeren Unruhen, Streiks und Protesten aus.[3]

Zunahme des OpiumschmuggelsBearbeiten

 
Künstlerische Darstellung verarmter Opiumraucher

Schlafmohn und damit Opium waren in China seit der Tang-Dynastie vor der Jahrtausendwende bekannt. Der medizinische Gebrauch ist seit dem 11. Jahrhundert schriftlich festgehalten. Die ältesten Berichte zum Einsatz von Opium als Rauschmittel stammen aus dem 15. Jahrhundert.[6] Im 16. Jahrhundert erreichte neben anderen neuen Feldpflanzen Tabak erstmals China. Die Versuche der kaiserlichen Regierung, Tabak als neues Rauschmittel zu unterdrücken, schlugen fehl, und Mitte des 17. Jahrhunderts war der Tabakkonsum in ganz China verbreitet.[7] Mit der Zeit kam das Rauchen einer Opium/Tabak-Mischung als neue Konsumform für Opium in Mode und verdrängte die bisherige Aufnahme über den Verdauungstrakt.[6] Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde der inhalative Opiumkonsum zu einem begehrten Luxus der vermögenden Elite, in welcher der Opiumgebrauch bald als Statussymbol galt. Für die Händler stellte Opium als leicht transportable und leicht abzusetzende Ware einen möglichen Währungsersatz dar.[8] 1729 folgte ein Verbot des Opiumhandels durch Kaiser Yongzheng. Das Verbot führte jedoch zu keinem dokumentierten Fall einer erfolgreichen Strafverfolgung.[6] Im 19. Jahrhundert wurde Opium durch die Expansion der einheimischen Produktion und des Schmuggels aus Indien für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich. Infolgedessen nahm der Opiumkonsum rasch zu. Opium wurde auch in China in allen Reichsteilen von Yunnan im Süden bis Xinjiang im Westen hergestellt. Dabei brachte der Opiumanbau im 19. Jahrhundert auf gleicher Fläche rund das Zehnfache ein als Reisanbau.[9]

 
Lithographie des Lagers einer Opiumfabrik in Patna, Britisch-Indien, circa 1850

Das von der Ostindienkompanie unter ihrem Produktionsmonopol in Bengalen hergestellte Patna-Opium war qualitativ hochwertiger als das einheimisch produzierte Rauschmittel. Die Kompanie überließ aufgrund der Illegalität in China die Verschiffung ab Indien privaten Händlern, um ihre legalen Geschäfte in Kanton nicht zu gefährden. Diese gaben ihre Ware vor der Küste an chinesische Schmuggler weiter, die das Opium ins Landesinnere verbrachten. Die Ostindienkompanie erhielt jedoch Konkurrenz von Produzenten aus den Fürstenstaaten, für deren Malwa-Opium das Produktionsmonopol nicht galt. Die Gesellschaft versuchte die Produzenten aus den Fürstenstaaten mittels Expansion ihrer eigenen Produktion aus dem Markt zu drücken und steigerte die Produktion in Bengalen immer mehr. US-amerikanische Händler nahmen mit rund 8 % Marktanteil 1820 mit Opium aus dem Osmanischen Reich eine Nebenrolle ein. 1823 löste Opium Baumwolle als Topimport des Kaiserreichs ab.[10] Von 1805 bis 1839 hatte sich die Menge des von der Ostindienkompanie nach China exportierten Opiums von 3159 Kisten auf 40200 Kisten mehr als verzehnfacht. Dies führte in der chinesischen Gesellschaft zu einem Preisverfall und wurde als Opiumschwemme wahrgenommen. Das erweiterte Angebot führte zu einer raschen Ausbreitung des Konsums in niederen sozialen Schichten und Regionen außerhalb Südchinas.[11]

Bezüglich des Umgangs mit dem Opiumschmuggel gab es in der politischen Elite des Kaiserreichs unterschiedliche Positionen. Der unter politisch interessierten Gelehrten einflussreiche Gelehrte Bao Shichen vertrat ab 1801 die Ansicht, dass der Auslandshandel insgesamt die wirtschaftliche Position Chinas schwäche. Der Import volkswirtschaftlich nutzloser Luxusgüter sorge für einen Abfluss von Silber in das Ausland. Infolgedessen empfahl er eine komplette Einstellung des Außenhandels Chinas mit den westlichen Mächten und sprach sich für ein System der Autarkie aus. Für den Opiumhandel träfen diese Wirkungen des Außenhandels noch deutlicher zu Tage. Bao Shichen schätzte dass rund 3 Millionen seiner Landsleute pro Jahr für Opium rund 10 Millionen Tael Silber ausgeben würden. Diese Summe übertraf das komplette Steueraufkommen des Qing-Staates. Bao schrieb den Europäern die treibende Rolle bei der Opiumepidemie zu, da er annahm das in China hergestellte Opium würde nicht illegal im Land verkauft, sondern von den westlichen Kaufleuten nach Export wieder ins Land geschmuggelt. Ein militärisches Eingreifen westlicher Staaten zog Bao nicht in Betracht, da er an die Überlegenheit Chinas auf diesem Gebiet glaubte. Der Provinzgouverneur Chen Hanzhang betrachtete den Opiumhandel ebenso als großes gesellschaftliches Problem. Bei einem Abbruch der Handelsbeziehungen zu den westlichen Staaten fürchtete er jedoch eine militärische Revanche. Ebenso fürchtete er bei einem abrupten Ende des Außenhandels einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps Südchinas, welcher eine Rebellion befördern könne. Eine Unterbindung des Schmuggels selbst sah er nicht als möglich an, da die Sicherheitskräfte des Reiches die lange Küstenlinie nicht ausreichend kontrollieren könnten. Infolgedessen empfahl Chen durch Kontrolle und strafrechtliche Sanktionen den Opiumkonsum in China selbst zu bekämpfen. Der Vizeminister Xu Naiji sprach sich 1836 für eine Legalisierung des Opiumimports als Medizinprodukt aus. Er sah darin die beste Möglichkeit für den Staat den Handel in kontrollierte und begrenzte Bahnen lenken zu können. Ebenso würde der Qing-Staat von Zoll- und Steuereinnahmen profitieren. Eine Ausrottung des Opiumkonsums durch rechtliche und polizeiliche Maßnahmen sah er als unrealistisch an. Ebenso warnte er vor nachteiligen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft in Südchina sollte der Außenhandel vollständig eingestellt werden.[12]

Im Anbetracht der zunehmenden Opiumschwemme schwenkte der Kaiser Daoguang auf eine repressive Linie ein. Ab 1836 setzte der neue Provinzgouverneur von Guangdong und Guangxi Deng Tingzhen bestehende Gesetze gegen den Opiumschmuggel energischer durch. Dies traf vor allem die chinesischen Schmuggler, welche das Opium kurz vor der Küste von europäischen Händlern übernahmen. Dies zwang die britischen Exporteure dazu das Opium immer öfter selbst nach Kanton zu schmuggeln. Bei der Planung der weiteren Politik orientierte sich Daoguang an einem Memorandum des Ministers Huang Juezi. Dessen Memorandum stellte den Endverbraucher des Opiums als Hauptproblem dar. Sein Vorschlag war nach einer einjährigen Karenzzeit alle Opiumkonsumenten mit dem Tode zu bestrafen. Die Droge selbst und die mit ihr einhergehenden Konsumgegenstände sollten öffentlich vernichtet werden. Huang begründete diese Maßnahmen damit dass in westlichen Staaten ähnlich drakonische Gesetze gelten würden, was eine Fehlinformation war. Huangs Memorandum konnte neben dem Kaiser auch viele hochrangige Würdenträger des Reiches umstimmen und die Befürworter der Legalisierung allen voran Xu Naiji verfielen in Ungnade. Nach einem spektakulären Opiumfund in der nördlichen Hafenstadt Tianjin, welchen die chinesischen Behörden als Schmuggelware aus Kanton einordneten, entschloss sich der Kaiser einen speziellen Gesandten nach Kanton zu entsenden um den Schmuggel endgültig zu unterbinden. Die Wahl fiel auf Lin Zexu, der als Provinzgouverneur von Hunan und Hubei zu den prominenten Befürwortern von Huangs Memorandum zählte.[13]

AnlassBearbeiten

Eskalation in KantonBearbeiten

 
Zeitgenössische chinesische Zeichnung mit dem Motiv der öffentlichen Vernichtung des beschlagnahmten Opiums unter der Aufsicht von Lin Zexu, (Datierung 19. Jahrhundert)

Lin Zexu kam am 10. März 1839 in Kanton an. Ihm vorausgegangen waren Befehle an Deng Tingzhen bekannte Opiumhändler zu inhaftieren. Er erklärte den Opiumschmuggel und -konsum öffentlich zum größten Problem Chinas und erklärte mittels Flugblättern seinen kaiserlichen Auftrag diesen vollständig zu zerschlagen. Nach seiner Ankunft beschlagnahmten seine Männer mehrere tausend Pfund Opium von Chinesen und zerstörten öffentlich tausende Opiumpfeifen. Am 18. März forderte er per öffentlichem Edikt die ausländischen Händler in den Faktoreien auf ihre Opiumvorräte seinen Behörden zu übergeben. Als dem am Folgetag nicht entsprochen wurde, verbot er den Kaufleuten das Verlassen der Faktorei. Drei Tage später drohte er mit der Hinrichtung des wichtigsten Honghändlers Howqua und eines weiteren chinesischen Geschäftspartners der Briten, sollte das Rauschmittel nicht ausgehändigt werden. Die Händler erklärten sich zur Übergabe von 1000 Kisten Opium bereit. Dies lehnte Lin ab und bestellte den Opiumhändler Lancelot Dent ein, den er befragen wolle. Dent lehnte es ab sich in die Hand der chinesischen Behörden zu begeben. Am 24. März verfügte Lin, dass alle chinesischen Angestellten und Diener die Faktoreien zu verlassen hätten. Ebenso verhängte er ein formelles Embargo über die rund 350 verbliebenen britischen, amerikanischen und niederländischen Staatsangehörigen im Faktoreibezirk.[14]

In derselben Nacht kehrte Charles Elliot der britische Handelssuperintendent aus Macau nach Kanton zurück. Die Honggilde versorgte die Europäer unter der Hand weiter mit Nahrungsmitteln, aufgrund des Aufkeimens von Ausschreitungen zwischen Europäern und chinesischen Sicherheitskräften und Zivilisten angesichts öffentlicher Hinrichtungen von chinesischen Opiumschmugglern vor den Faktoreien befürchtete dieser jedoch eine weitere Eskalation. Aus seiner Sicht um die Händler freizubekommen und Blutvergießen zu verhindern ordnete er die Abgabe des Opiums und versprach den Opiumhändlern eine Kompensation durch die britische Krone zu Marktpreisen. Der Marktwert der 20.283 in Kanton gelagerten Kisten Opium entsprach ungefähr einem Jahreshaushalt der Krone. Elliot handelte eigenmächtig und überschritt seine Kompetenzen, eine Rücksprache mit London erschien ihm jedoch aufgrund des sechsmonatigen Postweges nicht möglich. Durch die Maßnahme konnte der Konflikt zunächst entschärft werden. Durch das Auftreten Lins und die weitere Aufrechterhaltung der Blockade bis zur vollständigen Erfüllung der Übergabeforderung kam Elliot jedoch zum Schluss, dass ein militärisches Auftreten gegen die Qing notwendig sei. Am 3. April 1839 bat er in einem Brief an Lord Palmerston um die Entsendung einer Flotte mit dem Ziel den Jangtse von See her zu blockieren. Am 21. Mai durften die Ausländer Kanton gen Macau verlassen. Das Opium wurde auf Befehl Daoguangs öffentlich vernichtet. Im Juli eskalierten die Spannungen jedoch erneut als die chinesische Regierung die Herausgabe eines britischen Seemanns verlangte, der wegen des Totschlags eines Chinesen angeklagt war. Da Elliot dem nicht Folge leistete verbot Lin die Versorgung der britischen Schiffe in Macau. Die Briten verließen unter Elliots Kommando Macau in Richtung der dünn besiedelten Insel Hong Kong. Am 4. September kam es bei der Insel zu einem ersten Seegefecht zwischen drei britischen Schiffen unter Elliots Kommando und chinesischen Kriegsdschunken, welche die Engländer schließlich in Hong Kong einschließen konnten.[15]

Kriegsentscheidung der britischen RegierungBearbeiten

Der britische Außenminister Lord Palmerston erhielt im August 1839 Nachricht von der Forderung Elliots nach einer Flotte. Palmerston sah das Versprechen Elliots nach einer Kompensation der britischen Händler als Kompetenzüberschreitung seines Untergebenen. Die Forderung über rund 2 Millionen Pfund stellte die Whig-Regierung unter Lord Melbourne vor Probleme und das Kabinett traf sich am 1. Oktober 1839 um eine Lösung der Frage festzulegen. Lord Melbourne selbst brachte den Vorschlag ein, die Kompensationszahlungen der Ostindienkompanie aufzubürden, da sie vom jahrzehntelangen Opiumhandel profitiert hatte. Palmerston setzte sich jedoch zusammen mit dem Kriegsminister Lord Macaulay, mit dem Vorschlag China durch eine militärische Machtdemonstration zur Übernahme der Forderung zu zwingen durch. Sekundäres Ziel der Unternehmung sollten bessere Handelsbedingungen für Großbritannien sein. Palmerston legte hierfür einen Kriegsplan vor, der ihm 1836 nach dem Scheitern Napiers vom Opiumhändler James Matheson überreicht worden war. Ein Linienschiff, zwei Fregatten und mehrere Dampfschiffe sollten von Europa nach China entsandt werden. Durch die Seeblockade der wichtigsten Häfen und Flussdeltas sollte der Küstenhandel und Binnentransport von Getreide lahmgelegt und die Qing zu einem Friedensschluss zu britischen Bedingungen gezwungen werden. Ein Versuch der konservativen Opposition, den Krieg per Parlamentsbeschluss im Unterhaus zu stoppen, scheiterte am 10. April 1840.[16]

Die Strategie der britischen Regierung wurde von dem seit dem Misserfolg der Napier-Mission für den Krieg Lobbyismus treibenden Opiumhändler entscheidend mitgeprägt. William Jardines und James Mathesons Eingaben und Briefe überzeugten die politischen Entscheidungsträger, dass vom ungeeinten und mit inneren Problemen beschäftigten Qing-Staat keine ernstzunehmende Kriegsanstrengung auf See zu erwarten sei. Ebenso wiesen sie auf die Möglichkeit hin, die für China lebenswichtigen Seehandelswege an den Küsten zu blockieren. Der mittlerweile in Großbritannien weilende Jardine überzeugte Palmerston eine Erweiterung der Flotte durch private Schiffe und Einheiten der Ostindienkompanie zuzulassen[17] Jardine schlug Palmerston auch das erste Angriffsziel, die Insel Zhoushan vor, welche er als optimale Operationsbasis für die Handelsblockade der chinesischen Küste ansah.[18]

Ende Juli 1840 versammelten die Briten eine Flotte von 22 Kriegsschiffen, davon 16 Linienschiffe, vier Dampfschiffen und vier weitere Kriegsschiffen im von den ehemals in Kanton eingeschlossenen Briten gehaltenen Hong Kong. Begleitet wurden diese von 3600 – 4600 britischen und indischen Soldaten in 27 Transportschiffen. Das militärische Kommando über die Flotte erhielt Admiral George Elliot, ein Cousin von Charles Elliot.[19][20] Elliot blieb der politisch Verantwortliche für die Mission und erhielt von Palmerston die Befugnis über einen Frieden zu verhandeln.[21]

Militärische KräfteverhältnisseBearbeiten

 
Zeitgenössische britische Illustration chinesischer Soldaten und ihrer Bewaffnung aus dem Buch Narrative of a Voyage Round the World von Edward Belcher (1843)

Die Struktur des Qing-Militärs stammte aus der Zeit der Gründung der Dynastie im 17. Jahrhundert. Die erbliche Militärelite des Qing-Staates bildeten die aus Mandschu bestehenden Acht Banner. Diese wurden vom Staat für ihren Kriegsdienst mit Reis, Geld und Land entlohnt. Aufgrund ihrer Nähe zum Thron stellten sie die mobile Interventionstruppe des Kaisers für Militärkampagnen dar. Daneben hatte der Staat die Grüne Standarte, eine Truppe von Berufssoldaten aus der Ethnie der Han. Diese waren in Garnisonen über das Land verteilt stationiert und dienten vor allem der Aufrechterhaltung des Landfriedens und im Einsatz gegen Rebellen und Banditen. Auf einen Bannersoldaten kamen rund drei Soldaten der Grünen Standarte. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verfielen die Finanzmittel zu Erhaltung des Heeres. Dies schlug sich in der Versorgung der Bannersoldaten und dem Sold der Berufssoldaten nieder. Viele Mandschu gaben ihren erblichen Status auf und wandten sich zivilen Berufen zu. Innerhalb der Truppe machten sich Korruption und Nebenerwerbstätigkeiten breit. Ebenso wurden stellenweise Feuerwaffen und Artillerie wieder durch Bögen und Nahkampfwaffen ersetzt um deren teuren Unterhalt einzusparen. Die Unterfinanzierung der Streitkräfte äußerte sich in der Weiterverwendung längst veralteter Waffen insbesondere bei der Artillerie.[22] Die mit Schusswaffen ausgerüsteten Qing-Soldaten verfügten über Luntenschlossmusketen welche auf portugiesischen Modellen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts basierten. Mit der typischen Soldatenmuskete konnte ein 3,8 g schweres Projektil über maximal 100 Meter verschossen werden. Ebenso verwendeten die Chinesen Schießpulver minderer Qualität da die chemische Optimalzusammensetzung in China nicht bekannt war und die Herstellungsmethoden nicht wissenschaftlich optimiert waren.[23] Die lokal organisierten Marineeinheiten Chinas bestanden aus Dschunken, welche nur rund zehn Kanonen trugen. Die Schiffe waren nur zum Einsatz im Fluss- und Küstengewässer fähig.[22] Die Artillerie der Qing setzte sich aus Kanonen auf dem technischen Entwicklungsstand des 17. Jahrhunderts zusammen. Die in der Küstenartillerie defensiv eingesetzten Einheiten waren oft mit einhundert bis zweihundert Jahre alten Exemplaren ausgestattet.[24] Die Gesamtstärke des Qing-Heeres betrug auf dem Papier 800.000 Soldaten. In Kanton standen jedoch bei Kriegsbeginn nur 2400 Soldaten zur Verfügung. Die Dynastie benötigte Monate um eine Reserve von 51.000 Soldaten aus dem Landesinneren an die Küsten heranzuführen.[25] Neben den regulären Verbänden war die Rekrutierung von Irregulären (Yong wörtlich übersetzt : Tapfere) Usus in der Kriegsführung der Qing. Diese Kämpfer wurden aus der Zivilbevölkerung als Hilfstruppen vor Ort rekrutiert und erhielten nur ein rudimentäres militärisches Training.[26]

Die britische Seite verfügte auf See über Linienschiffe mit metallbeschlagenen Holzrümpfen. Dieser Schiffstyp verfügte über bis zu 120 Kanonen. Ebenso stellte die Ostindienkompanie mit der Nemesis das erste dampfgetriebene Kriegsschiff in Ganzmetallbauweise zur Verfügung. Dieses eigens für den Krieg geheim in Dienst gestellte Schiff erreichte im November 1840 Macau. Zu Lande verfügten die Briten über disziplinierte, in Linientaktik operierende Militäreinheiten.[27] Die britische Infanterie verwendete standardmäßig das um die Jahrhundertwende entwickelte Baker Gewehr welches ein 35 g schweres Geschoss rund 200 m zielgerichtet verschießen konnte. Die Auslösung des Schusses erfolgte über ein Steinschloss. Daneben war das modernere, per Perkussionsschloss gezündete Brunswick Gewehr in Gebrauch, das bei einer Reichweite von 300 m 52 g schwere Geschosse verwendete. Die Flinten der Briten waren den chinesischen Luntenschlossmusketen an Feuerwirkung, Reichweite, Präzision, Feuerrate und Zuverlässigkeit deutlich überlegen.[23] Bezüglich der Artillerie verfügten die Briten über die damals modernste Ausrüstung die auf Basis aktueller naturwissenschaftlicher Erkenntnisse konstruiert war. Auf See ermöglichte die Karronade das Abfeuern schneller, wirkungsvoller Salven auf See- und Landziele. Gegen die nach oben offenen Forts der Qing brachten Haubitzen und Raketen einen taktischen Vorteil. Aufgrund ihrer modernen Bauart und technisch höherwertigen Verarbeitung war die britische Artillerie ihrem chinesischen Gegenstück an Reichweite, Feuerkraft und Mobilität deutlich überlegen. Die Artillerieoffiziere waren in Ballistik unterrichtet und erreichten durch die Berechnung der Flugbahn eines Projektils eine deutlich bessere Treffergenauigkeit als Anwender traditioneller Verfahren.[24] Durch ihre Überlegenheit auf See konnten die Briten schnell und ungestört ihre Truppen zwischen verschiedenen Häfen verschieben.[28]

Lin Zexu beschrieb nach der Gefechtserfahrung die Verhältnisse der Kampfkraft der Truppen beider Nationen folgendermaßen : "Ihre großen Kanonen haben eine Reichweite von rund zehn Li; sie können uns treffen wenn wir es nicht können. Das ist ein Resultat der geringen Qualität unserer Munition. Wenn sie [die Briten] feuern ist es so wie wenn ein ganzer Trupp unserer Soldaten nacheinander feuert. [Jeder ihrer Soldaten] feuert durchgehend ohne innezuhalten. Wenn wir einen Schuss abfeuern brauchen unsere Soldaten viel Zeit zum herumeilen bevor sie erneut feuern. Dies ist das Ergebnis unserer mangelnden Vertrautheit mit diesen Künsten. (...) Obwohl es viele Offiziere und Soldaten mit militärischer Erfahrung in China gibt, so haben sie nur Erfahrung im Nahkampf. Es scheint sie haben nie ein Gefecht über acht bis zehn Li erlebt, bei dem man kämpfen muss, ohne das Gesicht des Feindes zu sehen. Deswegen sind unsere Kräfte oft unkoordiniert."[29]

VerlaufBearbeiten

Erste Schlacht von KantonZweite Schlacht von KantonSchlacht bei First Bar IslandBroadway ExpeditionSchlacht am DammSchlacht bei Whampoa IslandSchlacht am HumenSchlacht von Kowloon1. Chuenpi2. ChuenpiSchlacht von AmoySchlacht von NingboSchlacht von ZhapuSchlacht von WusongBattle of WoosungSchlacht von Zhenhai1. Chusan2. ChusanSchlacht von Tzeki 

Britische Marineexpedition unter ElliotBearbeiten

In Hong Kong angekommen teilte Admiral Elliot seinen Flottenverband aus Schiffen der Royal Navy, der Ostindienkompanie und privat betriebenen Schiffen auf. Ein Teil des Verbandes sollte Kanton und das Perlflussdelta blockieren. Der andere Teil des Verbandes sollte die Insel Zhousan, die strategisch wichtig an der Jangtsemündung gelegen war, unter die Kontrolle des Expeditionskorps bringen. Die Briten konnten die Insel und die Stadt Dinghai im Juli 1840 erobern. Nach einem kurzen und verheerenden Artilleriebombardement der britischen Schiffe gegen die im Hafen liegenden chinesischen Dschunken leisteten die chinesischen Truppen keinen Widerstand mehr. Die Briten errichteten eine Militärverwaltung, welche vom Ex-Missionar und Angestellten von Jardine & Matheson & Co., Karl Gützlaff, geführt wurde.[30] Die Bevölkerung der Insel, rund eine Million, ergriff die Flucht und setzte aufs Festland über. Der Stadtgouverneur der Qing beging an Ort und Stelle Suizid. Die Garnison verlor im Verlauf rund 400 Mann Tote durch Krankheiten[31] Elliot reiste mit dem größten Teil seiner Flotte nach Norden in Richtung der Mündung des Hai He, während verbleibende Einheiten den Jangtse blockierten. Der Auftrag Elliots war, eine diplomatische Depesche an den Kaiser mit Forderungen zu überbringen und dieser durch eine militärische Machtdemonstration Nachdruck zu verleihen.[32]

Friedenverhandlungen in KantonBearbeiten

Kaiser Daoguang reagierte auf den Kriegsausbruch mit dem Bestreben den Krieg auf diplomatischem Weg zu beenden. Er machte Lin Zexu und Deng Tingzhen dafür verantwortlich den Krieg ausgelöst zu haben. Sie wurden beide ihrer Ämter enthoben und in den Westteil des Kaiserreichs verbannt. Er beauftrage den Vizekönig von Zhili Qishan mit der Untersuchung der Verfehlungen Lins und beauftragte ihn in Friedensverhandlungen mit Elliot zu treten. Qishan und Elliot trafen sich am 30. August 1840. Der Krieg kam damit zunächst zum Erliegen. Die Verhandlungen in Kanton begannen im Dezember 1840. Palmerston hatte Elliot einen weitreichenden Forderungskatalog für die Verhandlungen übermittelt. Dieser beinhaltete die vollständige Übernahme der Kriegskosten, Bezahlung des vernichteten Opiums, die Übernahme einer Insel vor der südchinesischen Küste als Handelsbasis unter britischer Souveränität. Darüber hinaus sollte das Monopol der Cohong-Gilde fallen und britische Händler mit jedem beliebigem Chinesen Handel treiben können. Dabei sollten britische Staatsbürger auf dem Gebiet Chinas nicht der Gerichtsbarkeit der Qing, sondern der Jurisdiktion der Krone unterstehen. Elliot trug diese Forderungen vor. Generalgouverneur Qishan schlug diesen Forderungskatalog ab. Er und Elliot einigten sich schließlich auf eine Geldleistung der Cohonggilde von sechs Millionen Silberdollar für das zerstörte Opium an die britischen Händler. Ebenso stellte die chinesische Seite in Hong Kong einen Stützpunkt unter chinesischer Souveränität in Aussicht, wie es ihn in Macau für die Portugiesen bereits gab. Dafür müssten sich die Briten von Zhoushan zurückziehen.[33]

Das als Konvention von Chuenpi bezeichnete Abkommen stieß bei Kaiser Daoguang wie beim britischen Außenminister Palmerston gleichermaßen auf Ablehnung. Letzterer ersetzte im April 1841 daraufhin Charles Elliot durch Sir Henry Pottinger und beauftragte diesen mit der Fortsetzung des Krieges. Qishan wurde ebenso wie Lin und Deng verbannt.[34]

Gefechte in der Provinz GuangdongBearbeiten

Kaiser Daoguang bestimmte den Manschuadligen Yishan am 30. Januar 1841 zum Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Briten. Dieser verließ nach zweiwöchigen Beratungen Beijing Richtung Süden. Ihm wurden vom Januar bis März 1841 17.000 Soldaten aus verschiedenen Provinzen zugeteilt. Der Auftrag des Kaisers lautete die Briten militärisch zu schlagen und physisch zu vernichten. Der Gouverneur benötigte für die Reise nach Kanton 57 Tage und erreichte Kanton am 13. April 1841. Währenddessen hatte der bereits abberufene Elliot in der Ersten Schlacht von Kanton die lokalen Behörden in Kanton zur Wiederaufnahme des Handels mit den Briten gezwungen. Elliot befahl am 20. März 1841 nur sieben Kriegsschiffe vor Kanton zu belassen. Das Gros des Expeditionskorps sollte Xiamen angreifen. Elliot konnte sich jedoch mit seinem Flotten- und Armeebefehlshabern nicht einigen. Deswegen verblieb die Expeditionsflotte zunächst defensiv. Als der Handel nach Yishans Ankunft weitergeführt wurde ging Elliot zunächst davon aus, dass die chinesische Seite Frieden anbieten würde. Aufgrund der nach und nach ankommenden Verstärkungen der Qing-Streitkräfte kam Elliot jedoch am 13. Mai 1841 zum Entschluss dass ein chinesischer Angriff drohe und befahl seinen Truppen sich darauf vorzubereiten. Ende Mai umfassten die Streitkräfte der Qing bei Kanton rund 25.000 Soldaten. Entgegen der Order des Kaisers stellte Yishan seine Truppen defensiv für die Verteidigung Kantons auf. Am 21. Mai ließ er einen Angriff auf die Briten durch speziell angeheuerte Yong-Soldaten mit Feuerbooten durchführen. Der Versuch die britischen Schiffe auf dem Perlfluss zu vernichten schlug fehl und die Zweite Schlacht von Kanton mündete in einer schweren chinesischen Niederlage bei der die Briten die Küstenverteidigung und die Stadt bombardierten. Yishan suchte am 21. Mai um einen Waffenstillstand nach und akzeptierte Elliots Bedingungen welche in etwa der vormaligen Konvention von Chuenpi entsprachen. Der Kantonhandel wurde angesichts der Bedrohung durch die militärischen Aktionen der Briten von den chinesischen Lokalbehörden wiederaufgenommen.[35] Am 30. und 31. Mai stellte sich beim Sanyuanli-Vorfall eine große Menschenmenge aus Dörflern und Milizionären den britischen Truppen entgegen. Die Aktionen der Landbevölkerung wurden durch Grabdschändungen, Plünderungen und Vergewaltigungen der britischen Truppen. Nachdem sich die Briten in einem nahegelegenen Fort verschanzt hatten gelang es den Qing-Beamten die Menge zu zerstreuen, da sie den sich abzeichnenden Waffenstillstand nicht gefährden wollten.[36] Im Zuge des Rückzugs der chinesischen Verstärkungen und der Zahlung von einer Million Yuan zogen sich die britischen Kräfte am 1. Juni 1841 wieder aus Kanton zurück. Yishan schilderte die Geschehnisse in seinen Memoranden an den Kaiser als ein dauerhaftes Ende des Krieges, obwohl er Hinweise hatte dass die britische Flotte weiter nach Norden vorgehen wollte um sich weitere Zugeständnisse zu sichern. Kaiser Daoguang befahl in Annahme eines Kriegsendes am 28. Juli aus Budgetgründen die Entlassung der in den anderen Küstenprovinzen aufgrund der Kämpfe aufgestellten Verstärkungstruppen.[35]

Militärkampagne unter PottingerBearbeiten

Im Sommer 1841 wurde die britische Expeditionsflotte durch Krankheiten und Sturmschäden an weiteren Operationen gehindert. Im Juli 1841 erfuhr Elliot von seiner Ablösung durch Pottinger. Diesem hatte Lord Palmerston nochmals Instruktionen mitgegeben. Er solle die geräumte Insel Zoushan wieder besetzen und in Verhandlungen mit einem Generalbevollmächtigten des Kaisers mit Entscheidungskompetenz führen. Diese sollten nicht in Kanton, sondern entweder in Zhoushan oder Tianjin geführt werden. Bezüglich der von China zu leistenden Reparationen solle er sich nicht mit unter 3 Millionen Pfund (entsprechend rund 12 Millionen Yuan in Silber) zufriedengeben. Um diese Forderungen gegenüber dem Kaiser durchzusetzen sollte Pottinger weiter militärisch aggressiv vorgehen. Nach 57 Tagen Reisezeit und einem kurzen Zwischenaufenthalt in Indien erreichte Pottinger am 10. August 1841 den ostasiatischen Kriegsschauplatz und setzte den bereits unter Elliot gefassten Plan in die Tat um. Am 26. Oktober eroberten die Briten die Hafenstadt Xiamen. Am 1. Oktober eroberten sie erneut Dinghai auf der Insel Zhoushan. Am 10. Oktober 1841 nahmen sie die Stadt Zhenhai. Diese Eroberung ermöglichte die Besetzung von Ningbo drei Tage später. Nach der Schlacht um Zhenhai verstarb der als Nachfolger von Yishan ernannte Sondergesandte des Kaisers im Süden Yuqian nach einem Selbstmordversuch. Anlässlich der Schlacht von Xiamen erreichten den Kaiser erstmals Berichte dass die Briten Bodentruppen und Artillerie zu Lande einsetzten. Bisher hatten alle Berichte aus dem Süden wahrheitswidrig berichtet dass sich die Briten bei ihren Operationen zu Lande auf Überläufer aus der Han-Ethnie stützten.[37]

Daoguang beauftragte nach dem Misserfolg Yuqians den General Yiying einen Gegenangriff gegen die Briten in Südchina zu organisieren. Yijing verließ die Hauptstadt Beijing am 30. Oktober 1841. Nach seiner Reise gen Süden und dem Zusammenziehen von mehreren Zehntausend Soldaten aus verschiedenen Provinzen erfolgte diese Offensive am 10. März 1842. Dabei griffen chinesische Truppen simultan Ningpo, Zhoushan und Zhenhai an. Die Gegenoffensive blieb jedoch wirkungslos und führte nur bei der Schlacht von Ningpo zu größeren Gefechten, welche die Briten jedoch rasch für sich entschieden.[38] Der gleichzeitig stattfindende Angriff auf Zhenhai wurde von den Briten nach Vorwarnung aus der Zivilbevölkerung rasch abgeschlagen. Yiying hatte für die Gegenoffensive nur rund 8.400 seiner Soldaten abgestellt. Nach dem Scheitern seines Auftrags schilderte er dem Kaiser in wahrheitswidrigen Berichte große Verluste unter den Briten deren Stärke er bei Ningbo mit 18000 statt mit 3000 Mann angab. Ebenso vermeldete er wahrheitswidrig den Tod hoher britischer Offiziere und mehrerer hundert Soldaten. Auf Zhoushan fand kein Angriff statt, da der chinesische Schiffsverband verspätet eintraf und nach der Nachricht der Niederlagen von Zhenhai und Ningbo keinen Angriff durchführte. Der dortige Marinebefehlshaber richtete mit Wissen Yiyings einen gefälschten Bericht über eine nicht stattgefundene Seeschlacht an den Hof. Darin vermeldete er die Zerstörung eines großen britischen Kriegsschiffs und mehrerer kleinerer Schiffe. Yiying wurde nach dem Krieg zunächst zum Tode verurteilt, von Daoguang jedoch zum Exil in Xinjiang begnadigt.[39] Nach dem Scheitern der Offensive wandte sich der Gouverneur von Zhenjiang Li Yunke an den Kaiser. Als erster Beamter vor Ort schilderte er dem Kaiser in einem offiziellen Bericht die technische Überlegenheit der britischen Waffen zur See und zu Lande und gab gegenüber dem Kaiser zu, dass auch eine Verteidigung gegen das Expeditionskorps nur schwer möglich sei. Aufgrund der Seeüberlegenheit der Briten wäre selbst ein isolierter Sieg zu Lande sinnlos da die Briten ihre Truppen über den Seeweg rasch bewegen konnten. Li berichtete ebenso dass durch die Kampfhandlungen und die britische Blockade der Fluss- und Küstenhandelswege eine Hungersnot drohe und bei einer Fortführung des Krieges mit ernsthaften Unruhen in der südchinesischen Bevölkerung zu rechnen sei. Ebenso stellte er dar dass die Kriegskosten für die Verteidigung der Küstenprovinzen auf längere Sicht nicht tragbar waren. Daoguang reagierte auf den Bericht zunächst nur mit der Anfrage an seine hohen Beamten Ideen zur weiteren Finanzierung des Krieges schriftlich einzubringen. Im April 1842 beriet sich Daoguang in der Hauptstadt mit dem Mandschuadligen Qiying und sandte ihn mit der Order einen militärischen Sieg zu erringen und im Anschluss danach den Krieg durch diplomatische Zugeständnisse zu beenden.[40]

Nach Eintreffen von Verstärkungstruppen aus Indien fielen im Sommer 1842 Shanghai und Zhenjiang. Nach dem Fall von Zhenjiang im Juli 1842 autorisierte Daoguang Qiying eine Verhandlungslösung mit den Briten zu deren Konditionen zu suchen. Die Untergebenen des Kaiser Qiying und Niu Jian hatten bereits vorher unautorisiert Gespräche mit den Briten geführt. Dies hielt die Briten jedoch nicht davon ab weiter ihre Militärkampagne zu verfolgen. So fiel der Sitz des Gouverneurs Niu Jian im August 1842 an das britische Expeditionskorps. Am 13. August begannen auf einem britischen Kriegsschiff vor Nanjing die Friedensverhandlungen via dem Unterhändler Zhang Xi im Auftrag Qiyings.[41]

Die britische Seite verzeichnete bis zum Kriegsende 530 Mann Verluste, davon 69 im Gefecht Getötete. Über die chinesischen Verluste liegen keine genauen Zahlen vor. Schätzungen belaufen sich auf 18000 bis 20000 Tote und Verwundete.[42]

FolgenBearbeiten

Verträge von Nanjing und HumenBearbeiten

Am 29. August 1842 endete der Krieg mit dem Vertrag von Nanking, dem ersten der sog. Ungleichen Verträge. An diesem Tag unterzeichneten Qiying und Ilibu den Vertrag an Bord des britischen Flaggschiffs HMS Cornwallis, welches vor Nanjing vor Anker lag. Er verpflichtete die Chinesen unter anderem zur Öffnung der Handelshäfen Kanton, Xiamen, Fuzhou, Shanghai und Ningbo für Ausländer und zur Duldung weitgehend unbeschränkten Handels weswegen durch den Vertrag die Cohong-Gilde aufgelöst wurde. Ebenso verpflichtete sich China zur Abtretung Hongkongs sowie zu Reparationszahlungen, welche sowohl die Entschädigung für das zerstörte Opium als auch die britischen Kriegskosten decken sollten. Von der Gesamtsumme von 21 Millionen Tael entfielen 12 Millionen auf die britischen Kriegskosten und 9 Millionen auf die Entschädigung für die Opiumhändler. Daneben forderte der Vertrag die Freilassung aller noch festgehaltenen britischen Staatsbürger und Straffreiheit für einheimische Kollaborateure. Die Briten verpflichteten sich, die Blockade der chinesischen Küstenschifffahrt bei Akzeptanz des Vertrags aufzuheben. Der Abzug der britischen Kriegschiffe sollte jedoch erst nach vollständig erfolgter Zahlung der Reparationen erfolgen.[43] Nach dem Abschluss des Vertrags von Nanjing kam es auf Betreiben Daoguangs zu Verhandlungen über einen Ergänzungsvertrag. Dieser am 8. Oktober 1843 unterzeichnete Vertrag von Humen sicherte britischen Staatsbürgern juristische Extraterritorialität zu, ebenso erlaubte er britischen Kriegsschiffen den Eintritt in die Vertragshäfen solange sie die Absicht verfolgten ihre eigenen Staatsbürger zu kontrollieren. Ebenso setzte er für 26 Handelsgüter fixe Importzölle fest, so dass das Kaiserreich gegenüber Großbritannien die Souveränität über die eigene Zollpolitik einbüßte. Großbritanniens Status als einflußreichste ausländische Macht in China wurde durch den Passus festgeschrieben dass sobald ein anderes Land günstigere Handelskonditionen erhalte diese für Großbritannien auch gelten müssten.[44]

Der im 20. Jahrhundert arbeitende nationalchinesische Diplomat und Historiker T.F. Tsiang und beschrieb die Auswirkungen des Krieges für die chinesische Außenpolitik folgendermaßen : "Zwischen China und dem Westen besteht ein sonderbares Verhältnis. Vor dem Opiumkrieg wollten wir sie nicht als Gleiche zu behandeln; nach dem Opiumkrieg waren sie nicht willens uns als Gleiche zu behandeln."[45]

Die Konzessionen an die Briten wirkten für andere europäische Mächte wie ein Dammbruch. Die Qing-Regierung schloss aus ihrer Position der Schwäche 1844 weitere Ungleiche Verträge mit Frankreich im Vertrag von Huangpu und den USA mit dem Vertrag von Wanghia. Das Kaiserreich China schaffte es nicht die Souveränität über den Außenhandel zurückzugewinnen. Das Recht die Zölle selbst zu bestimmen erreichte erst die Republik China 1928 wieder. Der einseitige Meistbegünstigtenstatus für Großbritannien fiel 1943. Hong Kong blieb bis zu seiner Rückgabe an die Volksrepublik China 1997 britische Kronkolonie.[46]

Innenpolitische Auswirkungen auf ChinaBearbeiten

Der Erste Opiumkrieg leitete den Niedergang Chinas von der einst unumschränkten Hegemonialmacht Asiens zu einer informellen Kolonie westlicher Mächte ein, das China bis zur Wende zum 20. Jahrhundert bleiben sollte. Die herrschende Staatsideologie welche China und sein Kaisertum als Zentrum der zivilisierten Welt propagierte wurde durch die Niederlage und die erzwungenen Zugeständnisse für europäische Militärs und Geschäftsleute unterminiert, auch wenn die Qing-Dynastie nach dem Krieg versuchte an dieser festzuhalten.[47]

Lin Zexu schilderte die Auswirkung des Kriegsendes innerhalb der gesellschaftlichen Elite des Landes folgendermaßen : "Nach dem Friedensschluss war die Hauptstadt wieder ruhig und fröhlich. Die Stimmung war wie nach dem Ende des Regens, wenn die Leute den Donner vergessen. In vergnüglichen Unterhaltungen wurde das Thema des Krieges ein Tabu, dass nicht zur Sprache gebracht wurde."[48]

Der Opiumkrieg bedingte durch die jahrelange Unterbrechung des Außenhandels in Südchina eine Verschärfung der wirtschaftlichen Lage für weite Bevölkerungsteile. Darüber hinaus verschärfte er die soziale Spaltung entlang der ethnischen Konfliktlinie zwischen den privilegierten Mandschu und dem Staatsvolk der Han-Chinesen, da sich beide Seiten für die demütigende Niederlage gegenseitig verantwortlich machten. Die Öffnung Chinas für Missionare und die sozialen Folgen des Krieges schufen den Nährboden für die Taiping-Rebellion, bei dem der Sektenführer Hong Xiuquan christliches Gedankengut und die Antipathie gegen die Mandschu zu einem religiös-politischen Gegenentwurf zur Kaiserherrschaft vermengte. Die Rebellion stellte den verlustreichsten Bürgerkrieg der chinesischen Geschichte dar.[49]

Die Ausgaben des kaiserlichen Staates für die Rekrutierung und den Unterhalt von Militäreinheiten und den Bau von Waffen, Befestigungen und Schiffen belasteten den Haushalt auf verschiedenen Ebenen um rund 25 Millionen Tael Silber. Im Kriegsverlauf mobilisierte das Kaiserreich nochmals 5 Millionen Tael Silber über Kontributionen aus der Bevölkerung.[50]

Nach Kriegsende ordnete Daoguang den Wiederaufbau der zerstörten Küstenverteidigungsanlagen in den ehemals von den Briten besetzten Städten an. Auf Anregung von Qiying formulierte Daoguang die Absicht Kriegsschiffe nach westlichen Muster zu bauen. Da der Bau aufgrund fehlenden Materials und fehlender technischer Expertise nur schwer zu bewerkstelligen war, verlief diese Initiative im Sand. 1842 schlug Daoguang eine Eingabe des Gouverneurs Qi Qong ab, Ausländer zum Bau von Dampfschiffen anzuheuern. 1843 lehnte es der Kaiser ab ihm präsentierte Perkussionsschlossmusketen in China nachbauen zu lassen, da er dafür keine Notwendigkeit sah. Eine technische oder organisatorische Modernisierung des Qing-Militärs fand nach den schweren Niederlagen des Opiumkrieges nicht statt.[51] Die Schwäche des Qing-Militärs wurde im Zweiten Opiumkrieg 1856 erneut von westlichen Staaten ausgenutzt um wirtschaftliche Zugeständnisse zu erzielen. Während das Kaiserreich von der Taiping-Rebellion erschüttert wurde eroberte eine britisch-französische Koalition Peking und zerstörte den Sommerpalast des Kaisers. Diese erneute Niederlage führte im Zusammenwirken mit der Rebellion zur Selbststärkungsbewegung bei der die Eliten des Qing-Staates eine Modernisierung des Militärs, der Wissenschaft und der Wirtschaft anstrebten.[52] Die im Opiumkrieg verlorene Souveränität über den Außenhandel schränkte jedoch die Handlungsfähigkeit der Reformer ein, da es ihnen nicht möglich war die eigene Wirtschaft durch Protektionismus gegen die Konkurrenz abzusichern.[47]

Die Menge an importiertem Opium stieg nach dem Krieg auf 50.000 Kisten im Jahre 1849. Daoguang versuchte mehrmals die chinesischen Händler und Konsumenten mit strafrechtlichen Maßnahmen zu unterdrücken, diese hatten jedoch keinen Erfolg. Nach der erzwungenen Legalisierung der Droge infolge der Niederlage im Zweiten Opiumkrieg beherrschten westliche Firmen bis in die 1870er den chinesischen Opiummarkt. Danach wurden sie nach und nach von einheimischen Produzenten vom Markt verdrängt. Die Legalisierung führte zu einer deutlichen Zunahme des Opiumanbaus und -konsums. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts belief sich die einheimische Opiumproduktion auf das Zehnfache des Imports zur Mitte des 19. Jahrhunderts.[53]

Erinnerungskultur und HistoriographieBearbeiten

Die erste und prominenteste Bearbeitung des Krieges lieferte der Gelehrte und Zeitgenosse von Lin Zexu Wei Yuan mit seinem Traktat Illustrierte Abhandlung über die Seekönigreiche. In diesem schilderte er den Konflikt eher als Handelsstreitigkeit als einen Eingriff in die Drogenpolitik des Kaiserreichs. In seiner Schilderung sprach er sich für freien Handel aus um das Kaiserreich wirtschaftlich zu stärken und versuchte Wege zu zeigen, wie der bewaffnete Konflikt zu vermeiden gewesen sei. Das Fazit seines Traktats lautete jedoch dass China sich die Technologien und Fertigkeiten der Europäer aneignen müsse um selbst eine Seemacht zu werden. Das Traktat erreichte weite Verbreitung, seine Thesen wurden jedoch von der Qing-Regierung ignoriert.[54] In Japan verarbeitete der konfuzianistische Gelehrte Mineta Fuko 1849 chinesische Berichte des Krieges zu dem illustrierten Geschichtswerk Kaigai Shinwa. Dieses verband er mit dem Plädoyer dass aufgrund der noch größeren Unterlegenheit Japans gegen die Europäer eine Modernisierung des Landes notwendig sei. Nach der Veröffentlichung inhaftiert und von der Familie verstoßen gelangte sein Werk zum Ende der Tokugawazeit zu großer Verbreitung in Japan.[55]

In der Republik China wurde das Andenken an den Opiumkrieg Teil der anti-imperialistischen Staatsideologie der herrschenden Kuomintangpartei und markierte den Beginn des Jahrhunderts der Demütigungen, welches die chinesischen Nationalisten zu beenden suchten. Die Schwäche des Qing-Staates im Opiumkrieg diente ebenso der Delegitimation des monarchischen Regierungsmodells. Der Opiumkrieg wurde aber auch als Schockerlebnis gesehen, welches den Eintritt Chinas in die vom Westen dominierte Moderne markierte.[56]

 
Statue am Eingang zum Museum des Opiumkriegs in Humen, Provinz Guangdong, 1995

In der Volksrepublik China lag der Opiumkrieg außerhalb des Interesses der staatlich verordneten Geschichtspolitik und kam auch im Schulunterricht kaum vor. Mit der Reform- und Öffnungspolitik und der Abkehr vom Maoismus wurde der Opiumkrieg Objekt staatlich geförderter Erinnerungskultur mit dem Ziel den Patriotismus zu fördern. 1990 wurde das 150-jährige Jubiläum des Opiumkrieges in China im Rahmen einer Medienkampagne der Partei begangen. Dies markierte den Beginn einer Umorientierung der Propaganda der kommunistischen Partei weg von der kommunistischen Ideologie zurück zum chinesischen Nationalismus. In den 1990er Jahren errichteten staatliche Stellen ein Museum über die Seeschlachten des Krieges in Guangzhou. Ebenso wurden mehrere historische Stätten zur Erinnerung ausgebaut und zu einem Erinnerungspfad von Guangzhou nach Nanjing ausgebaut und ein Museum zum Vertrag von Nanjing geschaffen. 1997, dem Jahr der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik, wurde der Historienfilm Der Opiumkrieg ein Blockbuster in China. Im Jahr 2001 datierten Parteihistoriker den Ursprung der Vorentwicklung zur Kommunistischen Partei auf den Ersten Opiumkrieg um dadurch Legitimität zu gewinnen.[57]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

In deutscher Sprache

In englischer Sprache

  • Peter Ward Fay: The Opium War, 1840–1842. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1975, ISBN 0-8078-1243-9.
  • W. Travis Hanes III, Frank Sanello: The Opium Wars. Naperville 2002, ISBN 978-1-4022-0149-3.
  • Julia Lovell: The Opium War. Drugs, Dreams and the Making of China. Picador, London 2011, ISBN 978-0-330-53785-8.
  • Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War - The Fall of the Heavenly Dynasty. Cambridge, 2016.
  • Steven R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York 2018, ISBN 978-0-345-80302-3.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Erster Opiumkrieg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 10–12, S. 52f, S. 71–73
  2. a b Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 2–5
  3. a b Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 36f
  4. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 306f
  5. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 304–308
  6. a b c Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 222–228
  7. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 21–24
  8. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 21 – 24, S. 36
  9. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 31f
  10. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 193–206
  11. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 30, S. 36f
  12. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 232 – 237, S. 325–328
  13. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 341–354
  14. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 367 – 382, S. 390–392
  15. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 367 – 382, S. 390–392
  16. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 382 – 387, S. 399–405
  17. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 410f
  18. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110
  19. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 410f
  20. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110
  21. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 410f
  22. a b Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110–114
  23. a b Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 27 - S. 29, S. 32–35
  24. a b Tonio Anrade : The Gundpowder Age - China, Military Innovation, and the Rise of the West in World History. Princeton, 2016, S. 240–255
  25. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110–114
  26. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 340f
  27. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110 – 114, S. 132
  28. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110 – 114, S. 132
  29. Zitiert nach Mao Haijian : The Qing Empire and the Opium War - The Fall of the Heavenly Dynasty. Cambridge, 2016, S. 491 ; Originalzitat in englischer Sprache : "Their large cannon have a range of around ten li; they can still hit us when we cannot hit them. This is a result of the poor quality of our ordnance. When they fire, it is like a whole troop of our soldiers fire one after the other; [each of their soldiers can] fire continuously without stopping. When we fire one shot [our soldiers] need a lot of time hurrying around. This is the result of our unfamiliarity with these arts ... Althought here are many officers and soldiers in the Inner Lands [i.e. China] with a lot of military experience, all of this is with fighting face-to-face. It seems they have never experienced combat when the distance from the enemy is eight to ten li and one has to fight without seeing the enemy's face. Therefore our forces are often uncoordinated."
  30. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 10–12, S. 52f, S. 411–415
  31. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 110f
  32. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 10–12, S. 52f, S. 411–415
  33. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 412–419
  34. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 412–419
  35. a b Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 229–250
  36. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 261–267
  37. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 273, 286, 290f, 305, 310, 320
  38. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 324f, S. 333
  39. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 202–208
  40. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 347–365
  41. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 400–408
  42. Lukasz Kamienski : Opium Wars. in Paul Joseph : The SAGE Encyclopedia of War: Social Science Perspectives. Los Angeles, 2014, Abstract online, zuletzt abgerufen am 9. September 2019
  43. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 359, S. 414, S. 433–435
  44. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 359, S. 445–445
  45. Zitiert nach : Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 416; Originalzitat in englischer Sprache :"There is a special relationship between China and the West. Before the Opium War we were unwilling to treat them as equals; after the Opium War they were unwilling to treat us as equals."
  46. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 469–486, S. 516
  47. a b Xiaobing Li : First Opium War. in Xiaobing Li : China at War - An Encyclopedia. Santa Barbara, 2012, S. 335–339
  48. Zitiert nach Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 495 Originalzitat in englischer Sprache : "After the peace, the capital was tranquil and happy again; the atmosphere was like when the rain stops and people forget about the thunder. In pleasant conversation the subject of the war became a taboo that was never raised."
  49. Jonathan D. Spence : God's Chinese Son - The Taiping Heavenly Kingdom of Hong Xiuqan. New York, 1996, S. 51 – 56, S. 61f
  50. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 358–361
  51. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 496f
  52. Mao Haijian: The Qing Empire and the Opium War – The Collapse of the Heavenly Dynasty. Cambridge 2016, S. 512f
  53. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 443f
  54. Stephen R. Platt : Imperial Twilight - The Opium War and the End of China's Last Golden Age. New York, 2019, S. 443f
  55. Bob Tadashi Wakabayashi : Opium, Expulsion, Sovereignty. China's Lessons for Bakumatsu. Monumenta Nipponica, Vol. 47, No. 1 (Frühjahr, 1992), pp. 1-6
  56. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 320–322
  57. Julia Lovell : The Opium War. London, 2011, S. 342–347